BOKU-Blumenrasen

Der Blumenrasen ist ein niedrigwachsender und belastbarer Gräser-Kräuter-Bestand, der als Alternative zum reinen Gräser-Bestand des Spiel- und Gebrauchsrasens eingesetzt werden kann. Herausragend ist der ständige Blühaspekt durch die Beigabe von Kräutern, die in verschiedenen Farben und zu unterschiedlicher Zeit blühen.

Die Blumenwiese hingegen ist ein höherwachsender und nicht belastbarer Gräser-Kräuter-Bestand, der nach der bäuerlichen Wirtschaftsweise 2-3 mal im Jahr gemäht, das Heu getrocknet, gewendet und geerntet wird.

Der Blumenrasen ist genauso wie die Blumenwiese:

  • lebendig
  • umweltschonend und gesund
  • pflegeleicht und entspannend
  • lehrreich
  • selten


Für die Schaffung und Erhaltung des Blumenrasens sind folgende Eigenschaften notwendig:

  • eine große Anzahl von trittresistenten Rasengräsern
  • eine große Anzahl von belastbaren Kräutern, wobei sich Weide-Ökotypen besser eignen als Handelssorten, weil sie besser am Boden anliegen und eine geringere Wuchshöhe aufweisen
  • niedrige Wuchshöhe
  • mit dem Rasenmäher zu schneiden (schnittresistent)
  • ein farblich, bunter Blühaspekt
  • hohe Schädlingsresistenz
  • anspruchslos


Bei der Zusammenstellung der Saatgutmischung ist auf ein ausgewogenes Verhältnis von trittresistenten Gräsern, Kräutern und Leguminosen zu achten. Als Versuchsreihe wurden in Wien Essling mehrere Mischverhältnisse getestet.

Die Variante 80 – 15 – 5 bzw. 80 – 17 - 3 zeigt eine gute Entwicklung und das beste Preis-Leistungsverhältnis, da sich mit zunehmendem Kräuteranteil die Kosten stark erhöhen (siehe Tab. 1. u. 2). Ausgesät werden 10 g/m².

Die für einen ansprechenden Blühaspekt beste Aufwuchshöhe liegt bei 15 cm, das ergibt je nach Witterung eine Schnitthäufigkeit von 5-7 mal jährlich. Die Schnitthöhe soll 4 cm betragen.

Tab.1    BOKU Blumenrasenmischung für pannonisches Klima (SCHMIDL 2002)

BOKU Blumenrasenmischung für pannonisches Klima

Tab.2    BOKU Blumenrasenmischung für inneralpines Klima (SCHMIDL 2002)

Die Umwandlung eines Spiel- oder Gebrauchsrasens in einen Blumenrasen ist durch folgende Maßnahmen möglich.

Auf mageren Böden:

  • Senkung der Schnitthäufigkeit auf 5 bis 7 mal pro Jahr
  • Verletzung der Grasnarbe (beschleunigt die Umwandlung)


Auf fetten Böden:

  • nicht düngen
  • Senkung der Schnitthäufigkeit
  • Abräumen des Schnittgutes
  • nicht oder wenig bewässern
  • Abtragen von Rasenteilen und Einsaat (beschleunigt die Umwandlung)
  • Einpflanzung von Kräutern


Bei den beiden letztgenannten Maßnahmen ist zu berücksichtigen, dass viele Kräuter Lichtkeimer sind und für ein erfolgreiches Anwachsen daher die Lücken zum Einsäen groß genug sind (mindestens 40 x 40 cm) und die angrenzende Vegetation kurzgehalten werden muss. Bei einem zu dichten Rasen muss dieser vollständig abgetragen und der Blumenrasen neu angelegt werden.