BOKU-Wurzelballenstützung

Für jede fachgerechte Baumstützung gilt, dass Holzpfähle mindestens 30–40 cm vom Stamm entfernt senkrecht eingeschlagen werden, um Reibungsschäden zu vermeiden. Das Bindematerial muss breit und elastisch sein. Der Wurzelbereich darf sich bei Windstößen nicht bewegen, damit die nachwachsenden Feinwurzeln nicht abgerissen werden. Der Stamm hingegen soll beweglich bleiben, damit ein gutes Wurzelwachstum erfolgt und genügend Druck- und Zugholz im Stamm ausgebildet werden.

Abb. 1: Die Wurzelballenstützung


gute Stützmöglichkeiten sind:

  • 2-Pfahlstützung oder Kurzpfahlstützung
  • 3-Pfahlstützung (auch Dreierbock oder Stuttgarter Methode genannt) bei stärkerem Wind oder größeren Belastungen
  • 4-Pfahlstützung auf Parkplätzen


die beste Stützung ist:

  • die Wurzelballenstützung, weil sie dem Stamm genügend Bewegungsfreiheit gibt für die Ausbildung von Zug- und Druckholz. Nur derWurzelballen muss fest bleiben , damit die Feinwurzeln nicht ständigabgerissen werden.


abzulehnen ist:

  • jede stammnahe oder –berührende Stützmethode wie Einpfahlstützung,Kreuzpfählung, Stangenschere oder die zu feste Drahtseilverankerung.


Voraussetzung für eine Wurzelballenstützung ist einfacher und gut durchwurzelter Draht- oder Juteballen.

Durchführung der BOKU-Wurzelballenstützung:

Der Baum wird in das genügend groß ausgehobene Pflanzloch (1,5 mal des Ballenvolumens) hineingelegt oder –gehoben, das Ballentuch und/oder Drahtgeflecht entfernt und um den Wurzelballen herum in Dreiecksform drei Baumpfähle (mit 8 – 10 cm Durchmesser und 1,00 – 1,20 m Länge) eingeschlagen. Auf den Wurzelballen werden ebenfalls in Dreiecksform drei zugeschnittene Holzpflöcke (mit 8 – 10 cm Durchmesser und 50 – 80 cm Länge) aufgelegt, und zwar in der Weise, dass ein Holzpflock auf einer Seite unter dem benachbarten Holz und auf der anderen Seite über dem benachbarten Holzpflock aufliegt. Die horizontalen Holzpflöcke werden an den vertikalen Holzpfählen angenagelt oder besser angeschraubt.

Anschließend wird der Ballen mit 30 – 50 l Wasser eingeschlämmt; nach dem Versickern des Wassers werden die drei Holzpfähle nachgeschlagen, so dass die querliegenden Pflöcke satt auf dem Ballen aufliegen.

Nach der mehrmaligen Bewässerung bzw. nach einem Monat sollen die Holzpfähle im Falle einer Setzung des Baumes nochmals nachgeschlagen werden. Anschließend werden diese bis zu den Querpflöcken eingekürzt und abgeschnitten und der Wurzelballen mit Rindenmulch oder anderen Materialien abgedeckt. Die offene Baumscheibe kann auch mit konkurrenzschwachen Stauden oder niedrigen Sträuchern bepflanzt werden.

Die aus Holz bestehende BOKU-Wurzelballenstützung braucht nicht entfernt werden, sie verfault nach 3-4 Jahren; bis dahin hat sich der Baum entsprechend bewurzelt.

Abb. 2.: Wurzelballenstützung: Sie bietet dem Baum die größte Freiheit, durch den Stützschwerpunkt am Wurzelhals kann am gesamten Stammquerschnitt Zug- und Druckholz ausgebildet werden. Es gibt keine Verletzungen am Stamm