Recht auf abweichende Prüfungsmethoden

Studierende mit länger andauernder Behinderung haben gemäß §59 (1) Z 12 UG ein Recht auf abweichende Prüfungsmethoden, wenn die Behinderung die Ablegung der Prüfung in der vorgeschriebenen Methode unmöglich macht, und der Inhalt und die Anforderungen der Prüfungen durch eine abweichende Methode nicht beeinträchtigt werden.

Bedeutet: Prüfung wird mit gleichem Inhalt und gleicher Leistung absolviert, aber es wird ein anderer Modus gewählt.

In Bezug auf abweichende Prüfungsmethoden fallen darunter alle Studierende, die mittels eines fachärztlichen Attests (ein Attest von der HausärztIn zählt nicht) eine körperliche oder psychische Beeinträchtigung nachweisen können. Die Beeinträchtigung kann permanent sein, aber auch vorübergehend (z.B. Gipshand), sollte jedoch länger andauernd sein (zumindest 2 Monate im Semester inkl. Ferienzeiten).

 

Die Änderung des Prüfungsmodus steht immer in Zusammenhang mit der Form der Beeinträchtigung. Abhängig von den Anforderungen des Curriculums, kann dies unterschiedliches bedeuten.

Mögliche Anpassungen:

Bei schriftlichen Prüfungen
  • Erhalt von mehr Prüfungszeit (z.B. für Studierende mit Lese-Rechtschreibschwäche)
  • Einsatz einer mündliche Prüfung oder die Ermöglichung des Einsatzes von Hilfsmitteln (z.B. für blinde Studierende)
  • Das Ablegen der Prüfung in einem seperaten Raum (z.B. für Studierende mit Konzentrationsproblemen)
Bei mündlichen Prüfungen
  • Eine Begleitperson/Assistent*in kommt mit (keine Einmischung in Prüfungsgeschehen erlaubt)
  • Eine Gebärdensprach-Dolmetscher*in übersetzt
  • Einsatz einer schriftliche Prüfung (z.B. für gehörlose Studierende)
Bei Exkursionen
  • Das Erbringen von Ersatzleistungen statt Anwesenheit/Mitarbeit, wenn die aktive Teilnahme nicht möglich ist.
FAQ - Studieren mit Behinderung
Hier finden sich die Antworten auf häufig gestellte allgemeine Fragen zum Thema Studieren mit einer psychischen oder körperlichen Beeinträchtigung an der BOKU.
FAQ - Ärztlicher Nachweis & Datenschutz
Hier sind Antworten zu häufig gestellten Fragen über die Art des ärztlichen Nachweises einer körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen zu finden. Außerdem finden sich Antworten auf Fragen hinsichtlich des Datenschutzes dieser sensiblen medizinischen Daten.