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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2021-12-01 - 2023-06-01

Wildbienen gelten als wichtige Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen. Der Schutz von seltenen Bestäuberarten ist wichtig um resiliente Bestäubungsdienstleistungen zu gewährleisten. Auch nicht heimische Bienenarten tragen zur Bestäubung bei. Sie können aber auch negative Auswirkungen auf die heimische Bienenfauna haben zB durch erhöhte Konkurrenz um Nist- und Nahrungshabitate oder als Vektor für Krankheiten und Parasiten. Eine Voraussetzung zur Etablierung geeigneter Schutzmaßnahmen ist detailliertes Wissen über Lebensraumbedürfnisse und Raumnutzung der seltenen oder invasiven Arten. Neue Technologien zur Ortung von Tieren machen das aktive Verfolgen von zB großen Bienen möglich. In unserem Projekt soll dieser Ansatz an einer seltenen Bienenart (Mooshummel, Bombus muscorum) und einer invasiven Bienenart (Asiatische Mörtelbiene, Megachile sculpturalis) Anwendung finden. Das Ziel ist den Aktivitätsradius, die räumliche Nutzung und Bewegungsmuster der beiden Arten zu Untersuchen und somit deren ökologische Einnischung, Populationsdichte und -dynamik besser zu verstehen. Im Jahr 2022 sollen dazu während der Hauptaktivitätszeit der beiden Arten (Juni-August) Einzelindividuen mit aktiven Sendern ausgestattet werden und über etwa 30 Tage getrackt werden. Während der Dauer des Tracking-Experiments, werden stationäre Empfänger mit internen Datenloggern installiert, um Tracking-Daten kontinuierlich zu speichern. Unerwünschte Wirkungen von Sendern auf die Fluginsekten werden in der Literatur selten berichtet, basieren jedoch meist auf Beobachtungen. Um mögliche Effekte zu quantifizieren, sollen für beide Zielarten Vorversuche durchgeführt werden. Das Flugverhalten mit und ohne Sendern wird dazu in einem Käfigexperiment vergleichen. Zusätzlich zum Tracking-Experiment ist eine Fang-Wiederfang-Studie geplant. Diese Daten sollen, zusammen mit den Tracking-Daten, in ein räumlich explizites offenes Populationmodell einfließen und so eine Schätzung der Populationsdichte sowie der Ab- und Zuwanderung im Untersuchungszeitraum und -gebiet ermöglichen. Unsere Ergebnisse sollen dazu beitragen, geeignete Schutz- bzw. Bekämpfungsmaßnahmen für die untersuchten Arten zu formulieren.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2017-03-01 - 2018-12-31

Bertalanffy entwickelte in den 1940er Jahren ein universelles, biologisch motiviertes Wachstumsmodell, um das ontogenetische Wachstum verschiedener Tierarten zu beschreiben. Es ist durch die metabolischen Exponenten a = 2/3, b = 1 gekennzeichnet. West et al. (1997, 2001) schlug ein weiteres Paar metabolischer Exponenten vor (a = 2/3, b = 1) und lieferte biologische Argumente für diese Wahl. Dieses Projekt schlägt zwei weitere Exponentenpaare vor, die auf den Ideen von Bertalanffy und West über den Stoffwechsel und auf ein Modell von Parks (1982) über die Abhängigkeit des Wachstums auf die Nahrungsaufnahme basieren.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2021-10-01 - 2024-09-30

Genotypisierung ist in der Forstwirtschaft im Rahmen der Bewirtschaftung, der kontrollierten Saatgutproduktion und der Einhaltung des Herkunftsprinzips sehr wichtig. Mit dem Aufkommen der zweiten und dritten Generation von Sequenzierungstechniken (NGS) stehen sequenzbasierte Ansätze für das Routine-Screening zur Verfügung. Besonders nützlich ist eine Methode, die traditionelle und neue Möglichkeiten verbindet, mit hohem Durchsatz und statistischer Aussagekraft, aber einfach zu verwenden und zu implementieren. Das Hauptproblem bei der Verwendung von Sequenzinformationen für die Genotypisierung ist die bioinformatische Verarbeitung. Ein Problem ist, Allele in heterozygoten Individuen eindeutig zu bestimmen. Eine Reihe von Pipelines und Vorschlägen wurden veröffentlicht, die meisten sind jedoch aufwendig oder können nicht die gesamten Sequenzen eines Markers verwenden, sondern einzelne SNPs oder Längeninformationen. Ziel des Projekts ist die Einführung des Genotyps durch Amplikon-Sequenzierung für die standardisierte Genotypisierung in der Forstwirtschaft (SSR-GBAS). Skripte, die wir in früheren Arbeiten entwickelt haben, bilden die Grundlage für Softwarelösungen mit breiter Anwendbarkeit. Eine Datenbank für die webbasierte Sammlung von Allelen, die von ganzen Sequenzen definiert werden, wird entwickelt und eindeutig reproduzierte Genotypen auf Eiche und Kiefer mit jeweils bis zu 200 Markern als Proof of Concept, dargestellt. Das Projekt wird auch Labormethoden verbessern, indem es optimierte Multiplex-Ansätze entwickelt und Kandidatengene sowie neutrale Marker einbezieht. Insgesamt ermöglicht der Ansatz eine flexible Genotypisierung forstlicher genetischer Ressourcen.

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