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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2022-04-01 - 2024-08-31

Die Alpengämse (Rupicapra r. rupicapra), nachfolgend kurz Gams genannt, wird als eine Leitart der alpinen und montanen Regionen Europas angesehen, welche auf Lebensraumveränderungen durchaus sensibel reagieren kann. Negative Bestandesentwicklungen dieser Art in vielen Regionen Europas werden auf verschiedenste Faktoren zurückgeführt. Anthropogene Störungen, klimatische Veränderungen aber auch die zwischenartliche Konkurrenz um die Ressource „Raum“ werden hierbei als wesentliche Einflussgrößen definiert. Die Bedürfnisse der Gams wie Sicherheit, Ruhe oder Nahrungsverfügbarkeit prägen die Habitatwahl dieser Schalenwildart. Diesbezüglich konnten Studien zeigen, dass die Gams gegenüber Rothirschen oder Weidevieh sehr empfindlich reagieren kann und Gebiete räumlich meidet, welche von konkurrenzstärkeren (Wild)-Wiederkäuern genutzt werden. Derartige Konkurrenzsituationen können sich negativ auf die Verfügbarkeit hochwertiger Äsung aus der Sicht der Gams auswirken. Fehlen entsprechende Äsungsmöglichkeiten kann dies zu einem geringeren Wachstum der Kitze, zu niedrigeren Gewichten von Kitz und Geiß vor Wintereinbruch und damit zu einer erhöhten Wintermortalität führen. Auch das Setzgewicht der Kitze im Folgejahr kann durch das Fehlen geeigneter Äsung negativ beeinflusst werden. Obwohl mehrere Studien Interaktionen zwischen der Gams und der einen oder anderen (Wild)-Wiederkäuerart bereits bearbeitet haben, fehlen großteils Untersuchungen in Gebieten in denen mehr als zwei Wiederkäuerarten um die Ressource „Raum“ konkurrieren. Aus diesem Grund sollen im Rahmen des vorliegenden Projekts räumliche Konkurrenzsituationen zwischen der Alpengämse, Rothirschen, Rehen, Steinböcken und Weidevieh im Salzburger Teil des Nationalparks Hohe Tauern untersucht werden. Wildkameras werden hierbei eingesetzt, um Interaktionen zwischen diesen Arten auf der Alpennordseite der Hohen Tauern analysieren zu können. Ergebnisse aus diesem Projekt werden zu einem besseren Verständnis der Habitatwahl der Alpengämse und damit auch zum Management sowie Erhalt dieser Art in Mitteleuropa beitragen.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2022-03-15 - 2022-09-14

Am Ende des Pilotprojektes soll ein internetbasiertes Erfassungssystem für Wild etabliert sein, dass zukünftig artspezifische Informationen über die Verteilung und Dichte aller in Österreich vorkommenden Wildarten sammelt. Die Datenbank wird dazu genutzt werden können, jährliche Statistiken und Verbreitungskarten zu erstellen, die letztendlich auf einer Website öffentlich verfügbar gemacht und in einem schriftlichen Bericht zusammengefasst werden. Die zukünftig jährlich zu erhebenden Informationen können dann mittelfristig dazu genutzt werden, Bestandestrends für Österreich oder kleinere Erfassungseinheiten (Bundesland, Bezirk) zu berechnen. Dies soll durch interaktive Instrumente auf der Website selbst für jedermann ermöglicht werden. Neben der allgemein interessierten Öffentlichkeit können so auch Behörden (z.B. das Umweltbundesamt im Rahmen der Berichtspflicht nach FFH-Richtlinie), Naturschutzverbände oder wissenschaftliche Institutionen auf die gewonnenen Daten zugreifen, jedoch mit Einschränkungen in Bezug auf die Detailfreudigkeit (z.B. Balzplätze). Die Eingabe von Daten auf die Plattform soll nur ausgewählten Personen (z.B. Bezirksjagdämter, Hegeringleitern) möglich sein, um eine hohe Datenqualität zu gewährleisten. Diese können über eine App (am PC, Tablet oder Smartphone) die Daten auf die Plattform hochladen. Mittelfristig ist vorgesehen, dass jeder Jagdausübungsberechtigte seine Daten auch über diese App auf eine Zwischenplattform hochladen kann, die dann von dort aus von den ausgewählten Personen kontrolliert und für die Datenbank freigegeben werden.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2022-01-01 - 2024-12-31

Die Alpengämse (Rupicapra r. rupicapra) wird als eine Leitart der alpinen und montanen Regionen Europas angesehen, welche auf Lebensraumveränderungen durchaus sensibel reagieren kann. Obwohl die Gams europaweit als „nicht gefährdet“ eingestuft wird, verzeichnen einige Regionen in den vergangenen Jahrzehnten einen Rückgang der gezählten Gamsbestände bzw. -jagdstrecken (insbesondere im Alpenraum). Diese Entwicklung wird auf eine Kombination verschiedenster Faktoren zurückgeführt, wobei anthropogene Störungen, hoher Jagddruck und der Klimawandel als wesentliche Einflussgrößen definiert werden. Im Rahmen dieses Projekts werden deshalb die Bewegungsmuster von Gämsen und damit deren Habitatnutzung mit Hilfe moderner GPS-Halsbandsysteme analysiert. Die Nutzung in Raum und Zeit werden vor dem Hintergrund möglicher Einflussfaktoren (Vegetation, Klima, menschliche Störungen, etc.) erforscht. Zusätzlich werden den besenderten Gämsen Pansensonden verabreicht, welche zur Messung des Herzschlages und der inneren Körpertemperatur dienen. Damit kann der Energiestoffwechsel quantifiziert werden und somit physiologische Konsequenzen der äußeren Rahmenbedingungen als auch der Verhaltensanpassungen dokumentiert werden. Basierend auf den Ergebnissen dieses Projekts wird es möglich sein, die Einflüsse klimatischer Effekte als auch menschlicher Aktivitäten auf das Raum-Zeit-Verhalten, die Aktivität sowie den Stoffwechsel von Gämsen abzuschätzen. Dadurch kann ein Beitrag zu einer fundierten wissenschaftlichen Grundlage für ein nachhaltiges Management dieser Wildart geschaffen werden, um einen negativen Trend der Gamsbestände sowie unerwünschten Wildeinfluss an der Waldvegetation entgegenzuwirken. Ein derartiges Management soll dazu beitragen, den Wald, die Berge und die Gämse dauerhaft erhalten und gleichzeitig die Nutzungsansprüche des Menschen gewährleisten zu können.

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