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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2022-09-01 - 2026-08-31

Studien zur Ökologie der Nahrungssuche von Wildtierarten sind von grundlegendem Interesse, da die Nahrungssuche von Tieren eng mit wichtigen ökologischen Fragen wie der Verteilung von Ressourcen und der Populationsdynamik verknüpft ist. Wildtierarten in alpinen Ökosystemen sind potenziell durch den fortschreitenden Klimawandel gefährdet, der unter anderem die Verfügbarkeit und Verdaubarkeit vieler Pflanzen verringern dürfte. Da bestimmte Pflanzenteile und deren Qualität die Populationsdynamik von Pflanzenfressern deutlich beeinflussen können, besteht ein Bedarf an Methoden, die sowohl die Zusammensetzung als auch die Qualität der Nahrung auf verschiedenen räumlichen und zeitlichen Ebenen bewerten können. FTIR ist eine bewährte Analysetechnik zur Bestimmung der chemischen und physikalisch-chemischen Eigenschaften einer Vielzahl von Biomaterialien. Analysen von Kot mit FTIR bieten einen klaren Vorteil gegenüber DNA-Metabarcoding-Ansätzen, da sie die Bestimmung spezifischer Pflanzenteile oder phytochemischer Zusammensetzungen ermöglichen. Zu diesem Zweck werden wir Proben von gepaarten Kropf-, Muskelmagen- und Kotproben von wildlebenden Birkhuhnindividuen verwenden, um spektrale Korrelationen von unverdautem, mechanisch verdautem und vollständig verdautem Pflanzenmaterial zu validieren, die die natürliche Variation in der Futterökologie von Raufußhuhnarten repräsentieren. Darüber hinaus werden wir Fütterungsexperimente mit in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln und Kotanalysen durchführen, um die spektralen Korrelationen zwischen unverdautem und verdautem Pflanzenmaterial zu validieren. Parallel dazu werden wir traditionelle mikroskopische Methoden anwenden und DNA-Metabarcoding zur Kalibrierung von FTIR für qualitative Analysen nutzen.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2022-04-01 - 2027-03-31

Sozial- und Umweltsysteme sind über den Raum hinweg durch Telekopplungen verbunden - Phänomene, durch die sich soziale und ökologische Prozesse an einem Ort auf Gesellschaften und Ökosysteme in anderen Teilen der Welt auswirken. Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben sich Telekopplungen auf menschliche Gesellschaften ausgewirkt. So protestierten beispielsweise österreichische Jäger Ende des 19. Jahrhunderts, als italienische Landwirte Feuchtgebiete für wandernde Wasservögel trocken legten und dadurch ihre Jagd beeinträchtigten. In jüngster Zeit führt die Nachfrage nach Sojabohnen in Asien zur Abholzung der Wälder und zur Zerstörung der Lebensgrundlagen der indigenen Bevölkerung im Amazonasgebiet. Gegenwärtig sind die meisten drängenden Umweltprobleme der Welt miteinander gekoppelt, und wir verfügen jetzt über die wissenschaftlichen Instrumente, um diese Zusammenhänge zu erkennen und zu quantifizieren. Die heutige Herausforderung besteht darin, zu bestimmen, ob und wie Governance-Systeme geschaffen werden können, die ökologische und gesellschaftliche Ergebnisse an einem Ort mit dem Management an anderen Orten verbinden. Unsere Forschung befasst sich mit dieser kritischen Notwendigkeit. Wir untersuchen die telegekoppelten sozio-ökologischen Systeme wandernder Arten, um (i) die Bedingungen zu bestimmen, unter denen telegekoppelte Governance entsteht, und (ii) festzustellen, ob telegekoppelte Governance zu ökologisch nachhaltigeren und gesellschaftlich gerechteren Ergebnissen führt.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2022-04-01 - 2024-08-31

Die Alpengämse (Rupicapra r. rupicapra), nachfolgend kurz Gams genannt, wird als eine Leitart der alpinen und montanen Regionen Europas angesehen, welche auf Lebensraumveränderungen durchaus sensibel reagieren kann. Negative Bestandesentwicklungen dieser Art in vielen Regionen Europas werden auf verschiedenste Faktoren zurückgeführt. Anthropogene Störungen, klimatische Veränderungen aber auch die zwischenartliche Konkurrenz um die Ressource „Raum“ werden hierbei als wesentliche Einflussgrößen definiert. Die Bedürfnisse der Gams wie Sicherheit, Ruhe oder Nahrungsverfügbarkeit prägen die Habitatwahl dieser Schalenwildart. Diesbezüglich konnten Studien zeigen, dass die Gams gegenüber Rothirschen oder Weidevieh sehr empfindlich reagieren kann und Gebiete räumlich meidet, welche von konkurrenzstärkeren (Wild)-Wiederkäuern genutzt werden. Derartige Konkurrenzsituationen können sich negativ auf die Verfügbarkeit hochwertiger Äsung aus der Sicht der Gams auswirken. Fehlen entsprechende Äsungsmöglichkeiten kann dies zu einem geringeren Wachstum der Kitze, zu niedrigeren Gewichten von Kitz und Geiß vor Wintereinbruch und damit zu einer erhöhten Wintermortalität führen. Auch das Setzgewicht der Kitze im Folgejahr kann durch das Fehlen geeigneter Äsung negativ beeinflusst werden. Obwohl mehrere Studien Interaktionen zwischen der Gams und der einen oder anderen (Wild)-Wiederkäuerart bereits bearbeitet haben, fehlen großteils Untersuchungen in Gebieten in denen mehr als zwei Wiederkäuerarten um die Ressource „Raum“ konkurrieren. Aus diesem Grund sollen im Rahmen des vorliegenden Projekts räumliche Konkurrenzsituationen zwischen der Alpengämse, Rothirschen, Rehen, Steinböcken und Weidevieh im Salzburger Teil des Nationalparks Hohe Tauern untersucht werden. Wildkameras werden hierbei eingesetzt, um Interaktionen zwischen diesen Arten auf der Alpennordseite der Hohen Tauern analysieren zu können. Ergebnisse aus diesem Projekt werden zu einem besseren Verständnis der Habitatwahl der Alpengämse und damit auch zum Management sowie Erhalt dieser Art in Mitteleuropa beitragen.

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