Löcherstanzen für den Artenschutz

Um die Bestandsentwicklung der Breitmaulnashörner im südlichen Afrika verfolgen zu können, werden in den Ohren der Tiere individuell verschiedene Kombinationen von Löchern ausgestanzt. Mittlerweile hat sich der Bestand der Dickhäuter so gut erholt, dass die möglichen Lochkombinationen alle in Verwendung sind und verschiedene Individuen identische Lochkombinationen aufweisen. In ihrer Masterarbeit ging Agnes Hussek am South African  Wildlife College der Frage nach, ob die Lochkombinationen für die Wildhüter überhaupt im Feld gut erkennbar sind und welche alternativen Markierungsmöglichkeiten es gibt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Pachyderm veröffentlicht und finden sich hier:

http://pachydermjournal.org/index.php/pachy/article/view/537


Wenn Tarnung lebensgefährlich wird!

Viele Tierarten sind an schneereiche Winter angepasst und wechseln im Herbst ihre Fellfarbe von braun/grau zu weiß. Wenn der Schnee jedoch ausbleibt, ist diese Anpassung tödlich, da Fressfeinde die weiße Beute als gefundenes Fressen leicht entdecken können. Am Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft erforscht Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer dieses Thema am Beispiel der Schneehasen. In einer aktuellen Publikation im renommierten Fachjournal PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences the United States of America) gehen er und seine Kollegen der Frage auf den Grund, welche Gene für die Umfärbung verantwortlich sind. Dabei stellte sich heraus, dass das verantwortliche Gen namens Agouti in wintergrauen Schneehasen auf den Faröerinseln nicht aktiviert ist, während es in winterweißen Individuen aus Graubünden für den Fellwechsel verantwortlich zeichnet. Zudem konnte im Rahmen der Studie festgestellt werden, dass Hybridisierung zwischen Schneehasen und Hasenarten, die im Winter nicht weiß werden, diese Anpassung an schneearme Umweltbedingungen erst ermöglicht.

Mehr dazu findet sich hier:
https://www.pnas.org/content/early/2019/11/05/1910471116


Die Projektseite des "Goldschakalprojektes" liefert laufend interessante Fakten und aktuelle Daten!

Die Projektseite unseres Goldschakalprojektes www.goldschakal.at wird laufend mit interessanten Fakten und aktuellen Daten gefüllt. Aufgrund der Aufnahme des Goldschakals als jagdbares Wild samt Schusszeiten im Burgenland (Inkrafttreten 5.11.2019), ist die Nachfrage nach Aktuellem sehr groß. Deshalb werden sowohl Zwischenergebnisse der letzten 4 Jahre zusammengefasst als auch Termine angekündigt und Kommentare abgegeben. Lesen Sie z.B über die nächsten geplanten Veranstaltungen in der Rubrik“ News und Events” oder über die Auslegung mancher Daten in “Kommentare und Daten”.


Wärmebild-Ferngläser für Forschung und Lehre am IWJ

Für Forschung und Lehre wurde am IWJ die Nachtsichtausrüstung auf den neuesten Stand der Technik gebracht!

Letzte Woche kamen zu den Restlichtverstärkern und den vorhandenen Wärmebildgeräten noch 2 Stück Wärmebild-Nachtsichtferngläser, bezahlt aus den heurigen Investitíonsmitteln, zur Anschaffung. Die Geräte im Wert von rund € 5.000,-- (pro Stück) ergänzen nun unsere derzeitige Nachtsichtausrüstung perfekt, was eine umgehend angelegte Testserie eindrucksvoll bestätigt. Diese ersten Tests brachten bereits eine Reihe von beeindruckenden Bildern und Kurzvideos.

Nun sind noch einige administrative Schritte zur Inventarisierung usw. notwendig um dann die Einsätze der Geräte in Forschung und Lehre planen zu können.


Universitätslehrgang Jagdwirt/in

Wir halten Ausschau nach den nächsten Teilnehmern für unseren Top-Universitätslehrgang Jagdwirt/in. Bewerben Sie sich jetzt auf www.jagdwirt.at!


Fünfter Ausgabetermin im Projekt „Wildtierschutz und Verkehrssicherheit Steiermark“

In dem seit 2015 bestehenden Forschungsprojekt werden von Projektleiter Mag. Wolfgang Steiner (IWJ) gemeinsam mit den Projektpartnern Land Steiermark (Abt. Straßenerhaltungsdienst & Abt. Tierschutz) und der Steirischen Landesjägerschaft in Kooperation mit der Tierschutzombudsstelle Steiermark unterschiedliche Methoden zur Reduktion von Wildunfällen und damit zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für Tier und Mensch zum Einsatz gebracht.

Zum nunmehr fünften Mal wurden nun im Rahmen einer Veranstaltung unter prominentem Ehrenschutz (Foto vlnr: Fachabteilungsleiter STED Franz Zenz, TSO HR Dr. Barbara Fiala-Köck, LR Anton Lang, LJM Franz Mayr-Melnhof-Saurau, Projektleiter Mag. Wolfgang Steiner) 39 weitere Reviere in das Projekt aufgenommen und insgesamt 8.000 Wildwarnreflektoren sowie weitere Präventionsmaßnahmen an Mitarbeiter des Straßendienstes und Jäger ausgegeben.

Seit Projektbeginn konnten so bisher 410 km steirischer Landesstraßen mit modernen Wildschutzmaßnahmen ausgerüstet werden. Durch den bisherigen großen Erfolg des Projektes wurde für die kommenden Jahre eine Weiterführung und Ausdehnung der Projektbemühungen vereinbart.


Du bist, was Du isst. - Neue Publikation zum Mikrobiom der Rehe

Im Rahmen einer gemeinsamen Forschungsarbeit untersuchte das IWJ zusammen mit dem Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie und dem Institut für Lebensmittelsicherheit, Lebensmitteltechnologie und öffentliches Gesundheitswesen der Vetmeduni Vienna, den Einfluss von Winterfütterung auf das Mikrobiom von Rehen. Analysiert wurde, inwieweit sich die mikrobielle Zusammensetzung im Pansen von gefütterten und ungefütterten Rehgeißen unterscheidet. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen qualitativen Unterschied zwischen der Mikrobiota-Zusammensetzung der beiden untersuchten Gruppen. Im Pansen der gefütterten Rehe konnten vermehrt Bakterienstämme nachgewiesen werden, die bei Hauswiederkäuern mit einer krankhaften Übersäuerung des Pansens in Verbindung gebracht werden.

Der Artikel „Impact of supplemental winter feeding on ruminal microbiota of roe deer Capreolus capreolus” von Sara Rici, Robin Sandfort, Beate Pinior, Evelyne Mann, Stefanie U, Wetzels und Gabrielle Stalder wurde im Fachjournal „Wildlife Biology“ veröffentlicht.


Wildtiere und Verkehr

  • Verleihung der silbernen Ehrenmedaille durch GF LJV NÖ Mag.a Sylvia Scherhaufer, Projektleiter Mag. Wolfgang Steiner (Foto © Weidwerk)

Im Forschungsprojekt „Wild und Verkehr NÖ“ wird nunmehr seit über 10 Jahren gemeinsam mit den Projektpartnern NÖ Jagdverband und Land Niederösterreich sowie vielen weiteren Unterstützern professioneller Wildunfallschutz auf niederösterreichischen Verkehrswegen betrieben.

Bei dem diesjährigen Ausgabetermin am 18. September wurden unter prominentem Ehrenschutz wieder neue Jagdreviere in das Projekt aufgenommen und insgesamt 11.000 Wildwarnreflektoren sowie weitere Präventionsmaßnahmen an Mitarbeiter des Straßendienstes und Jäger ausgegeben.

Für die bisherigen Leistungen im Rahmen des Projektes wurden Ing. Heinrich Schlemmer (Straßendienst NÖ) und Projektleiter Mag. Wolfgang Steiner vom NÖ Jagdverband mit der silbernen Ehrenmedaille ausgezeichnet.

Auch in den kommenden Jahren soll auf Grund der großen Erfolge des Projektes die Zusammenarbeit zwischen NÖ Jagdverband und Land Niederösterreich mit der Boku weitergeführt werden.


IWJ bei der 93. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Säugetierkunde

Mit einem Vortrag und zwei Poster war das  IWJ auf der 93. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Säugetierkunde in Dresden vertreten. 51 TeilnehmerInnen aus 9 Ländern tauschten sich über aktuelle Forschungen zur Morphometrie und Verhaltensbiologie aus. Dipl.-Biol. Laura Saggiomo, Erasmus-Doktorandin am IWJ, stellte Ihre Forschungen am Sikawild vor.
Christoph Reichler und Sophie Kirberg präsentierten erste Daten aus ihren Masterarbeiten zu Steinböcken und Rotwild auf ansprechenden Postern. Auch Tanja Polleres, die ihre Masterarbeit zum Wolf bei Prof. Hermann Ansorge in Görlitz durchführt, freute sich über sichtbare BOKU-Beteiligung.


Buchpräsentation

"DER WOLF"

Die wachsende Wolfspopulation in Europa löst einerseits Begeisterung, andererseits Sorgen und Ablehnung aus. Nicht nur Landwirte sind betroffen, weil ihre Weidetiere gerissen werden, die Rückkehr des Wolfes hat Auswirkungen auf viele Bereiche unserer Gesellschaft und Wirtschaft.

Der Herausgeber Dr. Klaus Hackländer, Universitätsprofessor für Wildbiologie und Jagdwirtschaft an der Universität für Bodenkultur Wien, und sein Autoren-Team betrachten die Wiederansiedlung des Wolfs aus unterschiedlichsten Sichtweisen.

Universitätsbibliothek Bodenkultur, Peter Jordan-Straße 82, 1190 Wien

16. Oktober 2019, 17.00 Uhr

Anschließend lädt die Bibliothek zu Brot und Wein.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Den Wildtieren auf der Spur

...waren die Schülerinnen und Schüler einer ersten Klasse AHS zusammen mit Paul Griesberger und Florian Kunz vom IWJ im Rahmen eines Umweltpädagogiktages. Dabei wurde gemeinsam über Ökologie und Wildtiermanagement gesprochen, Wildtiere in Wien erforscht und Biologisches anhand einiger spannender Präparate erlernt. Im Stationenlernen mit viel Anschauungsmaterial wurden Themen wie Nahrungsökologie, Geweih- und Hornträger und indirekte Nachweise über Losungen und Trittsiegel erarbeitet. Am Nachmittag konnten die Schülerinnen und Schüler dann noch in Gruppen wildtierökologische Forschung selbst erleben. Dabei folgte jeweils die Forscher-Gruppe mittels Telemetrieausrüstung der Reh-Gruppe, welche währenddessen versuchte, die Landschaft (des Türkenschanzparks) aus Sicht der Tiere wahrzunehmen und Tagesverstecke zu finden. Wir bedanken uns für die Mithilfe bei der Masterstudentin Lena Schneider, die sehr engagierte Mitarbeit der Klasse und das viele positive Feedback.


Neues Buch zum Wolf

Im Leopold Stocker Verlag erschien soeben das Buch "Der Wolf im Spannungsfeld von Land- & Forstwirtschaft, Jagd, Tourismus und Artenschutz", herausgegeben von Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer.

Die Wolfspopulation wächst in Europa stetig, was bei vielen Menschen Begeisterung und bei anderen Ablehnung und Ängste hervorruft. Seit es in Österreich und Deutschland vermehrt Meldungen über gerissene Schafe oder Wildtiere gibt, wachsen die Sorgen nicht nur der Landwirte.

Welche Auswirkungen hat die Rückkehr des Wolfes auf die Wälder, die Wildtiere und die Jagd? Wie können Landwirte ihre Nutztiere schützen? Wie sollen sich Wanderer verhalten, wenn sie einem Wolf begegnen? Gibt es Landschaftsräume, die eher „wolfstauglich“ sind als andere? Wird sich der Wolf in Zukunft noch stärker verbreiten oder bedeutet „Wolfsmanagement“ auch die Begrenzung seines Lebensraumes und seiner Anzahl?

Vierzehn verschiedene Kapitel, die meisten von BOKU-Angehörigen und -Alumni, behandeln die Rückkehr des Wolfes aus unterschiedlichen Perspektiven vom Naturschutz bis hin zu den Sorgen der
Bauern. Dabei werden die Wolfspopulationen in Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich und der Schweiz betrachtet.

Link zum Buch auf der Internetseite des Stocker-Verlages


Neue Studie zur Nahrungsökologie des Fischotters in Forellenbächen erschienen!

In einem in der Zeitschrift „Knowledge and Management of Aquatic Ecosystems“ aktuell erschienenen Artikel untersuchten WissenschaftlerInnen des IWJ und des IHG (Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement) die Nahrungswahl des Fischotters in Salmonidenbächen.

Vor allem in den Flussoberläufen hat sich in den letzten Jahren der Konflikt zwischen den Nahrungsbedürfnissen des Fischfressers und fischereiwirtschaftlichen Interessen stark zugespitzt. Um in diesen Regionen die Nahrungszusammensetzung im Jahresverlauf und die Nahrungswahl von erbeuteten Fischgrößenklassen genauer zu untersuchen, wurden Beutetierrückstände in Fischotterlosungen analysiert und mit zeitgleich erhobenen Elektrobefischungsdaten verglichen.

Obwohl je nach lokaler und saisonaler Verfügbarkeit auch Beutekategorien wie Amphibien, Krebse und Koppen wichtige Nahrungsressourcen des Fischotters in Salmonidenbächen darstellten, machten Forellen einen Großteil der Fischotternahrung aus. Verschiedene Forellengrößen wurden allerdings nicht im Verhältnis zu ihrer Verfügbarkeit erbeutet, sondern gezielt selektiert. Dies wird vor allem durch räumlich-zeitliche Unterschiede im Beuteangebot sowie durch gewässertypische Habitatausstattung und damit zusammenhängender Fluchtmöglichkeiten von Beutetieren erklärt.

Die Studie erschien unter dem Originaltitel “Fish size selection and diet composition of Eurasian otters (Lutra lutra) in salmonid streams: Picky gourmets rather than opportunists?” in der Zeitschrift Knowledge and Management of Aquatic Ecosystems.

Zuwachsorientierte Abschussplanung für Feldhasen im Zeichen des Klimawandels

Der verregnete Mai stellt für Junghasen eine große Herausforderung dar, da diese ungeschützt in ihren Sassen der Witterung ausgeliefert sind. Heuer könnte also die Überebensrate der Feldhasen etwas niedriger ausfallen, auch wenn der April schon fast sommerlich warm war. Für eine zuwachsorientiere Bejagung des Feldhasen ist es also unerlässlich, nicht nur im Frühjahr den Stammbesatz der Feldhasen zu erheben, sondern auch im Herbst eine Scheinwerferzählung durchzuführen. Somit lässt sich der Zuwachs errechnen und Planungen für die kommende Jagd zu erstellen. Im Rahmen der Masterarbeit von Christine Kowalczyk wurden Grundlagen für eine zuwachsorientierte Abschussplanung für Feldhasen erarbeitet, die jetzt im Fachmagazin Sustainability veröffentlicht wurden. 

Die Studiekann hier kostenfrei heruntergeladen werden:

Link zum Download der Studie (PDF)


Warum trägt ein Reh oder ein Rothirsch ein Halsband? Wie kann man den Herzschlag von Tieren messen? Wieso erforscht man überhaupt Wildtiere?

Diese und ähnliche spannende Fragen wurden im Rahmen eines Umweltpädagogiktages gemeinsam mit einer vierten Klasse der Volksschule am Platz im 13. Wiener Gemeindebezirk erarbeitet. Ursula Nopp-Mayr, Margit Zohmann-Neuberger und Paul Griesberger vom IWJ präsentierten Themen wie die Telemetrie von Wildtieren, Verbreitung von Pflanzensamen durch Wildtiere und Erfassung von Wildtieren über indirekte Anwesenheitszeichen. Anschauungsmaterial aus aktuellen Forschungsprojekten, Präparate sowie Spuren- und Losungsrätsel weckten das Interesse der Kinder sichtlich. Zusätzlich wurde eine kurze Telemetrieübung im Schulhof durchgeführt, um zu demonstrieren wie Wildtierforscher beispielsweise arbeiten. Das positive Feedback sowie die Mitarbeit der Klasse spiegelten den Erfolg dieser Veranstaltung wieder.


Florian Kunz erhält CIC Thesis Award

Für seine Forschungsarbeit zur Populationsgenetik und Lebensraumvernetzung des Birkwildes in der Steiermark erhielt Florian Kunz MSc den Thesis Award 2019 der Young Opinion Arbeitsgruppe des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC).

Die Preisverleihung fand im Rahmen der 66. Generalversammlung des CIC in Windhoek/Namibia statt.

Damit wird das Gesamtprojekt von Ass.Prof. Dr. Ursula Nopp-Mayr, Leiterin des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, gewürdigt, das als Grundlage für die zukünftige Raumplanung in der Steiermark herangezogen wird.

Wir gratulieren herzlich!


Alpenländische Jagdrechtstagung prämiert BOKU-Masterarbeit

Im Rahmen der 2. Alpenländischen Jagdrechtstagung in München (alpenlaendische-jagdrechtstagung.org) wurde Markus Deißler BSc für seine Masterarbeit "Mitteleuropäische Jagdgesetze aus wildökologischer Sicht" ausgezeichnet. Die Arbeit, die von Univ.Prof. Dr. Klaus
Hackländer und DDr. Kathrin Bayer betreut wird, analysiert die Jagdgesetzgebung in 36 Regionen hinsichtlich der Übereinstimmung mit den Prinzipien einer nachhaltigen Jagd. Wesentliche Erkenntnisse dieser Analyse wurden den TeilnehmerInnen der Tagung in einer Präsentation
vorgestellt und fanden Eingang in die Empfehlungen des Alpenländischen Jagdrechtstags.

Wir gratulieren herzlich!


FIWI-Gründer em.O.Univ.Prof. Dr. Kurt Onderscheka verstorben

Das Forschungsinsitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI), die komplementäre Wildtierforschungseinrichtung des IWJ an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, trauert um seinen Gründer und langjährigen Vorstand Dr. Kurt Onderscheka. Er verstarb im 93.Lebensjahr am 10. März 2019. Der Experte für Wildtierernährung leitete die Geschicke des FIWI von 1977 bis 1994 und leistete einen wesentlichen Beitrag zur Wildtierforschung in Österreich. 

Wir werden Dr. Onderscheka ein ehrendes Andenken bewahren.


Stift Klosterneuburg stiftet I-er Hirschgeweih

Das IWJ hat eine imposante Sammlung an Stopfpräparaten, Schädeln und Trophäen der heimischen Wildtiere. Heute bekam der Sammlungsleiter, Univ.Ass. Dr. Fredy Frey-Roos, ein weiteres Exponat von Forstmeister DI Hubertus Kimmel MSc überreicht.

Der I-er Hirsch wurde im Jagdgebiet des Stiftes Klosterneuburg gewildert und steht jetzt u.a. für die Lehrveranstaltungen "Bestimmungsübungen Säugetiere" und "Jagdbetriebslehre" zur Verfügung.

Wir sagen dem Stift und FM Kimmel herzlichen Dank!


Hackländer im Präsidium der Deutschen Wildtier Stiftung

In der Kuratoriumssitzung vom 29.1.2019 in Hamburg wurde Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer einstimmig ins Präsidium der Deutschen Wildtier Stiftung  gewählt.

Als eine der größten Naturschutzstiftungen Europas will die Deutsche Wildtier Stiftung Menschen für die Schönheit und Einzigartigkeit der heimischen Wildtiere faszinieren, der Naturentfremdung entgegenwirken und Wildtiere und Natur aktiv schützen. Dazu investiert sie in Naturbildung, Artenschutzprojekte und in den Ankauf von gefährdeten Lebensräumen.

"Als erster Träger des Forschungspreises der Deutschen Wildtier Stiftung habe ich jetzt die Möglichkeit, mit meinem Engagement der Stiftung etwas zurückgeben zu können", so Hackländer.

Mehr Informationen unter
https://www.deutschewildtierstiftung.de


Goldschakal Projekt Österreich von der ÖAW für die nächsten zwei Jahre gefördert!

Mit einem Goldschakal-Heuler stellte Jennifer Hatlauf das laufende Projekt bei der Verleihung des DOC Stipendiums am 31.01.2019 in der vollen Halle der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vor. Das Goldschakal Projekt Österreich zur Erforschung des Vorkommens von residenten Goldschakalen wird ab Oktober 2018 von der ÖAW für die nächsten zwei Jahre gefördert. Seit 2007, nachdem die erste Goldschakal Reproduktion in Österreich bestätigt wurde, gab es immer wieder vereinzelte Zufallsbeobachtungen. Im Rahmen einer Pilotstudie konnten bereits mittels spezieller Rufanimation – und mit Hilfe von Freiwilligen, der Unterstützung von österreichischen Jagdverbänden, dem Grünen Kreuz und der Stiftung Aktion Österreich-Ungarn – aktiv Goldschakal Nachweise erbracht werden. Nun kann in weiteren Teilprojekten unter anderem nach Losung gesucht und ein Habitatmodell erstellt werden – mit dem Ziel Management-Tools für eine potenziell wachsende Schakalpopulation zu etablieren.

Weitere Infos unter: www.goldschakal.at


Rückkehr des Wolfes nach Österreich: Experte sieht keine Gefahr für Menschen

Rund 20 bis 25 Wölfe gibt es derzeit in Österreich, bis zu 500 könnten es nach Meinung von Klaus Hackländer in den kommenden Jahren werden. Schließlich gebe es in Österreich ein reiches Nahrungsangebot, gab der Wildtierbiologe bei einem Hearing am 13. Februar 2019 im Petitionsausschuss des Nationalrats zu bedenken. Das könnte auch zunehmende Probleme für die Landwirtschaft bringen. Für den Menschen sieht Hackländer hingegen keinerlei Gefahr. Um Wölfe gezielt jagen zu können und so die Wolfspopulation zu managen, bräuchte es dem Experten zufolge einen einstimmigen EU-Beschluss, die Entnahme von Problemwölfen sei grundsätzlich aber jetzt schon möglich.

Auf die Tagesordnung gesetzt hatte das Thema die ÖVP, die dazu auch drei Petitionen vorgelegt hat. Über diese soll nun der Landwirtschaftsausschuss beraten. Die SPÖ plädierte allgemein dafür, Ängste abzubauen und nicht zu schüren. Gegenstand eines Hearings waren weiters die zunehmende Verlagerung des Schwerverkehrs auf nicht mautpflichtige Straßen, die seit langem in Österreich diskutierte Reform des Maßnahmenvollzugs und die Rahmenbedingungen für die Justizwache.

Link zum Artikel auf "parlament.gv.at"


Die Jagd birgt nur ein geringes Risiko für alveoläre Echinokokkose

Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) ist der Haupt- und Endwirt des fünfgliedrigen Fuchsbandwurmes Echinokokkus multilocularis (E. multilocularis), welcher die lebensbedrohliche, humane alveoläre Echinokokkose (AE) verursacht. In vielen Studien wird die “Jagd“ als Risikofaktor für die Infektion mit E. multilocularis angegeben, die später eventuell zu einer Entwicklung einer AE führt. Unserer Ergebnisse zeigen, dass aktive JägerInnen mit dem Erreger E. multilocularis in Kontakt kommen. Dies wird durch positive ELISA- und WB-Tests belegt. Unsere Untersuchungen beweisen aber auch, dass es keinen Unterschied zwischen JägerInnen und der nicht jagenden Bevölkerung gibt.

Die unerwarteten AE-Erkrankungsfälle in Österreich konnten mit unseren Untersuchungen einer exponierten Gruppe von “JägerInnen“ nicht erklärt werden. Diese Studie zeigt, dass weitere Untersuchungen dringend erforderlich sind um Risikofaktoren und Risikogruppen zu identifizieren. Das ist eine wichtige präventive Maßnahme um AE - Erkrankungen zu vermeiden.

Hunting Poses Only a Low Risk for Alveolar Echinococcosis

https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpubh.2019.00007

ORIGINAL RESEARCH ARTICLE

Front. Public Health, 29 January 2019 | https://doi.org/10.3389/fpubh.2019.00007


Masterarbeit von Katharina Semmelmayer auf dem Cover des aktuellen "profils"

Die Masterarbeit von Katharina Semmelmayer zum "Living Planet Index Österreich" hat es auf das Cover des aktuellen profils gebracht. Die alarmierenden Befunde zum Rückgang der Wirbeltierpopulationen in der Alpenrepublik werden hier u.a. in den Kontext der europäischen Agrarpolitik und des Klimawandels gestellt.

https://www.profil.at/ausgaben/profil-1903


RStudio Workshop 2018

Die Fachgruppe Wildtierökologie und Wildtiermanagement, vertreten durch Jennifer Hatlauf, Frederik Sachser, Florian Kunz und Paul Griesberger, veranstaltete am 19.12.2018 den Workshop „RStudio – Vorbereitung auf statistische Analysen“.

Den TeilnehmerInnen wurden Praxistipps sowie Grundkenntnisse hinsichtlich der Funktionsweise der Software näher gebracht. Konkret wurden die folgenden Themenbereiche behandelt: die grafische Benutzeroberfläche von RStudio, das richtige Einlesen von Daten, Datenmanagement sowie die Erstellung und Bearbeitung von Grafiken. Das große Interesse und die rege Teilnahme an dem Workshop spiegelten auch heuer den Erfolg von diesem wieder


Doktor der Bodenkultur DI Johanna Arnold

Diese Woche verteidigte IWJ-Doktorandin Johanna Arnold erfolgreich ihre Dissertation zur Raum-Zeit-Nutzung des Rotwildes in einem steirischen Forstbetrieb. Das von der FFG und der Fürstlich Schwarzenberg'schen Familienstiftung geförderte Projekt analysierte in Kooperation mit dem BOKU - Institut für Waldbau die Effekte von Windwurfflächen und Winterfütterungen. Wir gratulieren herzlich!!


Vortrag über das Management von Großräubern in Europa im Rahmen des Projekts LIFE Connect Carpathians (LCC)

Im Rahmen des Projekts LIFE Connect Carpathians (LCC) (http://connectcarpathians.ro/) hielt IWJ-Doktorandin Dipl.-Biol. Alexandra Sallay-Mosoi einen Vortrag über das Management von Großräubern in Europa. Das LCC Projekt zielt darauf ab, die Lebensraumvernetzung zwischen dem Apuseni-Gebirge und den Südkarpaten in Rumänien aufzubauen und zu erhalten. Dazu diskutierten am 12.11.2018 in Deva (Rumänien) verschiedene Interessensvertreter das weitere Management von Großräubern in Rumänien.


Internationale Goldschakaltagung in Marathon, Griechenland

Von 30.10. bis 2.11.2018 fand die zweite internationale Goldschakaltagung in Marathon, Griechenland statt. Bei der Organisation unterstützte seitens des IWJ die wissenschaftliche Mitarbeiterin Jennifer Hatlauf. Sie war auch mit einem Vortrag über den Status des Goldschakals in Österreich beteiligt “Legal status of the golden jackal in relation to confirmed records in Austria´s provinces”. Das IWJ-Team präsentierte ausserdem Poster von Lisa Krendl (erste Ergebnisse der Masterarbeit “Craniometrical distinction: a comparison of Pannonian and Balkan golden jackal skulls” 4.Posterpreis), Isabella Samweber (“Assessment of methods for age determination based on teeth and skull of the golden jackal”), Zunilda Hostnig (“Status update and distribution of the golden jackal in parts of continental Greece”). Aldin Selimovic stellte unter anderem die Ergebnisse seiner Masterarbeit vor (“Comparing widely used methods for assessing body condition in golden jackals”). Die Tagung war durch viele internationale Experten vertreten, der Fokus lag auf Themen zu Taxonomy, Monitoring und nachhaltiger Bejagung. Es wurden neben Präsentationen zu Goldschakal (Canis aureus) ebenso Forschungsergebnisse über Schabrackenschakal (Canis mesomelas), Streifenschakal (Canis adustus), Afrikanischen Wolf(Canis anthus), Äthiopischen Wolf (Canis simensis) und dem Kojoten (Canis latrans) diskutiert.

Der Tagungsband ist online verfügbar. https://sites.google.com/view/2ndjackalsymposium/home