Mag. Wolfgang Steiner promoviert

Wien, 30.08.2021

Der langjährige Mitarbeiter des IWJ, Mag. Wolfgang Steiner, verteidigte heute im Rahmen eines Rigorosums souverän seine Doktorarbeit zum Thema "Spatio-temporal pattern of roadkills". Die kumulative Dissertation beschäftigte sich mit den Einflussfaktoren, die zu Verkehrsfallwild führen und beleuchtet Maßnahmen zur Verhinderung von derartigen Ereignissen. Damit trägt Wolfgang Steiner wesentlich dazu bei, sowohl Tierleid als auch ökonomischen Schaden (Sach- und Personenschaden) auf unseren Straßen zu reduzieren.

Wir sind stolz auf unseren Kollegen und gratulieren herzlich!


Neue Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Baummastereignissen und Kleinsäugerpopulationen

Wien, 24.08.2021

Der Einfluß von Baummastereignissen hat weitreichende ökosystemare Konsequenzen und steht im Fokus zahlreicher Forschungsfelder. Um diesbezügliche Aspekte zu untersuchen, sind langjährige Zeitreihen unabdingbar und von großem Wert für die Wissenschaft. In der aktuellen Studie "Differential spatial responses of rodents to masting on forest sites with differing disturbance history" untersuchten Autoren der BOKU die Auswirkungen von Mastereignissen auf Kleinsäugerpopulationen auf verschiedenen Untersuchungsflächen im Wildnisgebiet Dürrenstein zwischen 2004 und 2019. Die Ergebnisse, die auch echte Urwaldflächen beinhalten, zeigten, dass Rötelmäuse /Myodes glareolus/ in Jahren moderater und geringer Baumsamenverfügbarkeit jene Flächen mieden, die durch natürliche Störereignisse (wie Lawinen oder Windwurf) entstanden sind. Im Gegensatz dazu besiedelte die Art diese Flächen nach Mastereignissen im Vergleich zu Waldflächen ohne solche Störereignisse überproportional stark. Dieser habitatspezifische Einfluss wurde hingegen nicht für Langschwanzmäuse der Gattung /Apodemus/ festgestellt. Die Ergebnisse sind einerseits übereinstimmend mit Studien aus bewirtschafteten Ökosystemen und implizieren andererseits weitreichende Folgen für die Waldsukzession auf Störflächen durch den potentiellen Einfluss herbivorer Kleinsäuger. Unter Verwendung eines hierarchischen Modellierungsansatzes konnten darüber hinaus abiotische Faktoren identifiziert werden, welche Auswirkungen auf die Fangwahrscheinlichkeit von Kleinsäugern haben und in zukünftigen Studien berücksichtigt werden sollten.

Der Artikel ist als open-Access Publikation in Ecology and Evolution erschienen:

Frederik Sachser, Mario Pesendorfer, Georg Gratzer & Ursula Nopp-Mayr
"Differential spatial responses of rodents to masting on forest sites with differing disturbance history". Ecology and Evolution (2021).
https://doi.org/10.1002/ece3.7955

Kontakt: F. Sachser, frederik.sachser(at)boku.ac.at


sounds of nature unlimited

Wien, 16.08.2021

In einer Kooperation des IWJ mit der mdw, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, findet vom 20.8.-26.8. 2021 ein interdisziplinäres Lehrprojekt „sounds of nature unlimited“ im Rahmen der isa 2021 statt. Wir suchen nach den Klängen der Natur und nach ihren kompositorischen “Umsetzungen“ in den verschiedenen Stilen und Epochen der Musikgeschichte.

In diesem  Projekt, zum dem generationsübergreifend Studierende aber auch die Bevölkerung der Semmering / Rax-Region eingeladen sind, wird das forschende Hören im Mittelpunkt stehen:
- das Hören von entsprechenden live von isa-Studierenden vorgespielten Musikbeispielen, ebenso wie das Hören ihrer möglichen Vorbilder in der Natur.
Ziel dieser Forschung und Auseinandersetzung ist die Sensibilisierung für das Hören und der eigenen Ohren, egal ob junge und erfahrende Ohren; aber ebenso auch für unsere Umwelt, der Umgang mit ihr und ihre zunehmende Gefährdung v.a. auch durch den Klimawandel. Nachts und bei Morgendämmerung werden die TeilnehmerInnen die Natur und ihre Arten mit der fachlichen Unterstützung von PD Dr. Sabine Hille und BSc Isabella Weis entdecken und beschreiben, die Stimmen und Melodien der verschiedensten Tierarten wie Vögel, Heuschrecken…erkennen, identifizieren und zur Weiterverarbeitung auf Tonträger aufnehmen.
Unter Leitung von Dietmar Flosdorf https://www.musikzumanfassen.at/uni_isa_Outreach21/

werden die Ergebnisse dieser gemeinsamen Forschungsarbeit in die Entwicklung eigener „Kompositionen“ unter Einbindung selbst erfundener Klänge unter Verwendung selbst gebauter oder mitgebrachter Instrumente münden.

 

Eine öffentliche Präsentation dieser „sounds of nature“ als Abschluss des Projektes findet in Reichenau am 26.8.21 um 18:00 statt. https://www.isa-music.org/isafestival/

KONZERT:


 

Der Eckzahn zählt – Studie zu Dimorphismus bei Goldschakal und Afrikanischem Wolf

Wien, 05.07.2021

Sexualdimorphismus ist ein weit verbreitetes Phänomen bei Säugetieren. Bei den verwandten Caniden Goldschakal (Canis aureus) und Afrikanischem Wolf (Canis lupaster) war dies bislang wenig untersucht. Eine aktuelle Studie unter Mitwirkung von Jennifer Hatlauf MSc., Lisa Krendl MSc., Paul Griesberger MSc., und Univ. Prof. Dr. Klaus Hackländer vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft sowie Dr. Johannes Tintner vom Institut für Physik und Materialwissenschaften (IPM) der BOKU, Prof. Miklós Heltai (Szent István Universität, Ungarn) Dr.Georgi Markov (Akademie der Wissenschaften, Bulgarien) und  Dr.Suvi Viranta (Departement für Anatomie, Universität Helsinki) betrachtete Schädel und Zahnmerkmale in Hinblick auf Sexualdimorphismus.

Die Ergebnisse zeigen, dass beide Arten signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufweisen und darüber hinaus noch regionale Unterschiede bestehen. Die Studie gibt neue Einblicke in wenig untersuchte Aspekte und präsentiert einen praktischen Ansatz für zukünftige Messungen.

Link zum Artikel/ erster download hier: https://rdcu.be/cnKDy

Hatlauf, J., Krendl, L., Tintner, J., Griesberger, P., Heltai, M., Markov, G., Viranta, S., & Hackländer, K. (2021). The canine counts! Significance of a craniodental measure to describe sexual dimorphism of canids – Golden jackals (Canis aureus) and African wolves (Canis lupaster). Mammalian Biology.


IWJ unterstützt Schweizer Bergkantone bei der Entwicklung eines nachhaltigen Wolfsmanagements

In einem aktuellen Projekt unter Leitung von Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer und unter Mitarbeit von Jennifer Hatlauf MSc werden im Auftrag der Schweizer Bergkantone (Graubünden, Tessin, Wallis und Uri) Handlungsvorschläge für den Umgang mit Wölfen in den alpinen Regionen erarbeitet. Schwerpunkte bilden vor allem die Modellierung der Entwicklung des Wolfsbestandes in der Schweiz und den benachbarten Ländern bis 2035 sowie die Ermittlung der maximalen Wolfstragfähigkeit der Schweiz (ökologisch vs. ökonomisch) sowie des günstigen Erhaltungszustandes des Wolfsbestandes in der Schweiz. In der emotional aufgeladenen Diskussion will das IWJ in enger Abstimmung mit
dem Schweizer Büro Alpe damit sachliche Grundlagen beisteuern, die für ein nachhaltiges Management essentiell sind.

Link zum Projekt:
https://forschung.boku.ac.at/fis/suchen.projekt_uebersicht?sprache_in=de&menue_id_in=300&id_in=14175
Bild (copyright CHWOLF:
https://chwolf.org/assets/images/content/news-events-presse/presse/pressefotos-download/TP-G_03-2013_2475.JPG


Spatz oder nicht Spatz, das ist hier die Frage?

Wien, 05.07.2021

In dem neuen Forschungsartikel „A revised multilocus phylogeny of Old World sparrows (Aves: Passeridae)" untersuchen die AutorInnen die Verwandtschaft der Altwelt-Spatzen. Hierbei werden auf multi-locus Ebene, also mit mitochondrieller und Kern DNA die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Passer Spatzen neu klassifiziert. Auch wird der Stammbaum mit einigen bisher unbeachteten und wenig erforschten Arten erweitert.
Quelle DOI: 10.3897/vz.71.e65952

Sabine Hille


Nationalpark Hohe Tauern Forschungsstipendium 2021/22 ging an Paul Griesberger

Wien, 01.07.2021

Das Projekt „Rotwild in den Hohen Tauern – Herausforderungen und Lösungswege“, betreut vom Doktoranden Paul Griesberger, wurde mit dem Nationalpark Hohe Tauern Forschungsstipendium 2021/22 ausgezeichnet. Das Projekt ist Teil seiner Dissertation mit dem Titel „Management of wild ungulates in Austria – challenges and approaches“. Betreut wird die Dissertation von Univ. Prof. Dipl.-Biol. Dr.rer.nat. Klaus Hackländer.

Informationen zum Projekt: https://forschung.boku.ac.at/fis/suchen.projekt_uebersicht?sprache_in=de&menue_id_in=300&id_in=13913

Wissenschaftlicher Kontakt: Paul Griesberger (paul.griesberger@boku.ac.at)


Gams im Klimawandel

Der globale Klimawandel beeinflusst bei vielen Arten wichtige Merkmale wie Reproduktion, Sterblichkeit und Körpergewicht. In einer kürzlich erschienenen Studie wurde untersucht, ob Waldgebiete die Auswirkungen des Klimawandels auf das Körpergewicht von Alpengämsen abmildern können. Dafür wurden Abschussdaten von über 20.500 Gamsjährlingen untersucht, die zwischen 1993 und 2019 in 28 unterschiedlichen Gebirgsgruppen in Kärnten, Salzburg und der Steiermark erlegt wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass das Körpergewicht von Gämsen mit steigenden Temperaturen sinkt, der Rückgang der Körpermasse jedoch bei Gämsen in Lebensräumen mit einem größeren Waldanteil weniger stark ausgeprägt ist. Bei Gämsen, die nur in Waldhabitaten leben, ist das Körpergewicht nicht gesunken, was auf einen Puffereffekt von Wäldern gegen die Auswirkungen von steigenden Temperaturen schließen lässt.

Da das Körpergewicht wiederum direkten Einfluss auf die Überlebenswahrscheinlichkeit und die Reproduktionsrate hat, sollten diese Erkenntnisse künftig im Wildtiermanagement berücksichtigt werden.

Die detaillierten Ergebnisse der Studie finden sich in der Open Access-Publikation von Global Change Biology.

Link zum Artikel: Reiner, R., Zedrosser, A., Zeiler, H., Hackländer, K., & Corlatti, L. (2021). Forests buffer the climate-induced decline of body mass in a mountain herbivore. Global Change Biology, 00, 1–12. doi.org/10.1111/gcb.15711

Wissenschaftlicher Kontakt: Rudi Reiner, rudi.reiner@boku.ac.at

(Foto: Rudi Reiner; Zeichnungen: Hubert Zeiler).


Wolfsmanagement in Österreich 2.0

Wien, 24.06.2021

Die Grundlagen und Empfehlungen für ein Wolfsmanagement in Österreich wurden erstmals von der "Koordinierungsstelle für Braunbär, Luchs und Wolf" unter Mitarbeit des IWJ veröffentlicht
(https://boku.ac.at/fileadmin/data/H03000/H83000/H83200/Publikationen/MP_Wolf_Oesterreich_Dez2012.pdf).
In einer Arbeitsgruppe des Österreichzentrums Bär, Wolf, Luchs (ÖZ) [https://baer-wolf-luchs.at/das_oesterreichzentrum.htm] wurde dieses Dokument grundlegend übearbeitet und aktualisiert. Damit wird den österreichischen Bundesländern eine Handlungsempfehlung für die Entwicklung eigener Managementpläne zur Verfügung gestellt. Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer, der das IWJ in der Arbeitsgruppe des ÖZ vertrat, freut sich über diese zeitgerechte Überarbeitung. "Wolfsmanagement in der Kulturlandschaft braucht klare Grundlagen und Empfehlungen, die partizipativ entwickelt werden. Jetzt liegt der Ball bei der Politik,die Basis für eine nachhaltiges Wolfsmanagement zu schaffen", so Hackländer.

Wolfsmanagement in Österreich - Grundlagen und Empfehlungen (Aktualisierte Version 2021)


Large Carnivore Monitoring in the Carpathian Mountains

Wien, 12.05.2021

Die Karpaten sind eines der Hauptvorkommen von Bär, Wolf und Luchs in Europa. Für ein nachhaltiges Management, das vom Schutz bis zur Kontrolle der Bestände reicht, ist ein nachvollziehbares Monitoring der drei Arten notwendig. In einer aktuellen Publikation aus der Reihe BOKU-Berichte zur Wildtierforschung und Wildbewirtschaftung werden  in Hinblick auf die großen Beutegreifer die aktuellen Monitoringmethoden aller sieben Karpatenländer erstmals in Englisch dokumentiert. Die Publikation, die in Kooperation zwischen dem Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und dem Sekretariat der Karpatenkonvention entstand, wurde von Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer, Prof. Dr. Jacqui Frair (SUNY College of Environmental Science and Forestry, Syracuse NY, USA) und Prof. Dr. Ovidiu Ionescu (Transylvania University of Brasov, Rumänien) herausgegeben.

Link zur Publikation (PDF)

Wissenschaftlicher Kontakt: Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer (klaus.hacklaender(at)boku.ac.at), Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, Gregor Mendel Straße 33, 1180 Wien.


Rechtlicher Status des Goldschakals in Zentraleuropa

Wien, 19.04.2021

Goldschakale (Canis aureus) werden in Europa in immer neuen Gebieten nachgewiesen. Dies führt durchaus zu Konflikten, welche sich durch abgestimmte Gesetzgebung im Idealfall reduzieren lassen. Eine aktuelle Studie unter Mitwirkung von Jennifer Hatlauf MSc und Univ. Prof. Dr. Klaus Hackländer vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft sowie DDr. Kathrin Bayer (Kanzlei Eisenberger Rechtsanwälte GmbH) und Ass.Prof. Dr. Arie Trouwborst (Universität Tilburg, NL) beleuchtet die rechtliche Basis hinsichtlich des Goldschakals in Europa. Die Ergebnisse dokumentieren die große Diversität der juristischen Behandlung des Goldschakals in Europa, insbesondere aber auch in föderalen Staaten wie Österreich. Eine Übersichtskarte fasst die aktuelle Situation zusammen.

Link zum Artikel/ erster download hier: https://www.goldschakal.at/artikel/

Hatlauf, J., Bayer, K., Trouwborst, A. & Hackländer, K. (2021). New rules or old concepts? The golden jackal (Canis aureus) and its legal status in Central Europe. Eur. J. Wildl. Res. 67, 25.


NEUE BROSCHÜRE! Integrales Rotwildmanagement – Ein Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Praxis

Wien, 21. April 2021

Rotwild möglichst wildschadensfrei in die Kulturlandschaft des Alpenraums zu integrieren und gleichzeitig den Wiederaufbau sowie Erhalt stabiler Waldbestände zu fördern ist eine Herausforderung, aber kein Ding der Unmöglichkeit. Im Rahmen eines dreijährigen Forschungsprojekts konnten Wissenschaftler und Praktiker gemeinsam geeignete Maßnahmen aufzeigen, um ein konfliktarmes Miteinander zwischen Mensch und Tier zu ermöglichen. Die Broschüre „Integrales Rotwildmanagement“ blickt hinter die Kulissen dieses Projekts und soll praktische Beispiele für eine zielgerichtete Bewirtschaftung dieser Wildart vermitteln. Gelingt es hierbei, zusammen am selben Strang und in die gleiche Richtung ziehend, diese Wildart möglichst wildschadensfrei in eine durch uns Menschen geprägte Kulturlandschaft einzubinden, wird dadurch schlussendlich auch das Rotwild, eine der faszinierendsten Wildarten des Alpenraumes, profitieren.

Das Projekt „Integrales Rotwildmanagement: Strategievernetzung zwischen Forst-, Land-, Jagd- und Tourismuswirtschaft“ war ein von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördertes Forschungsvorhaben unter der Leitung des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (Universität für Bodenkultur Wien). Das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (Veterinärmedizinische Universität Wien) fungierte als wissenschaftlicher Partner. Unternehmenspartner waren die Gutsverwaltung Fischhorn GmbH & Co KG sowie die Gletscherbahnen Kaprun AG.

Ein Dank gilt allen Projektpartnern, dem ANBLICK sowie allen Autoren, die an der Erstellung dieser Broschüre mitgewirkt haben.

Publikation zum Download (PDF)

Wissenschaftlicher Kontakt: Paul Griesberger (paul.griesberger(at)boku.ac.at)


 

Wildruhezonen für die Gams

Wien, 28. März 2021

Gemeinsam mit der Deutschen Wildtier Stiftung hat das Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der BOKU für Bayern eine Habitatsanalyse für die Gämse durchgeführt und ein Instrument zur Planung von Wildruhezonen entwickelt. Dieses GIS-Tool kann wesentlich dazu beitragen, dass wir der Gämse jenen Raum zugestehen, der für die Erhaltung und nachhaltilgen Nutzung dieser geschützten Tierart notwendig ist - nicht nur in Bayern.

Publikation zum Download (PDF)

Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer
Universität für Bodenkultur Wien (BOKU)
Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft
Gregor-Mendel-Str. 33
1180 Wien
Österreich
Tel: +43-1-47654-83211
email: klaus.hacklaender@boku.ac.at


 

Windkraftanlagen im Wald

Wien, 24. März 2021:

Welche Auswirkungen haben Windkraftanlagen auf die Habitatwahl waldbewohnender Wildtierarten?

Dies ist nur eine der Fragen, die im Rahmen einer umfassenden Literaturrecherche vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft beantwortet wurde. Anlass zur Studie ist der Umstand, dass in den letzten Jahren Windkraftanlagen in zunehmendem Ausmaß auch in Strauch- und Waldgebieten und entlang von bewaldeten Bergrücken errichtet wurden.

Die Durchsicht der wissenschaftlichen Literatur zeigte, dass das Wissen über die Auswirkungen von Windkraftanlagen auf strauch- und waldbewohnende Tierarten noch sehr begrenzt ist. Mehrere Studien lieferten Hinweise, dass Bau, Betrieb und Wartung von Windkraftanlagen das Verhalten von Säugetieren und Vögeln beeinflussen. Allerdings ist das Ausmaß, in dem Windkraftanlagen strauch- und waldbewohnende Wildtierarten beeinflussen, stark von artspezifischen Lebensraumansprüchen abhängig.

Systematische Untersuchungen, in welchen Daten vor und nach der Errichtung von Windkraftanlagen mit Daten aus Kontrollflächen verglichen werden (engl. before-after control-impact study design) sind dringend erforderlich, um Wissenslücken zu schließen und konkrete Planungsentscheidungen in praktischen Kontexten besser unterstützen zu können.

Die Studie wurde vom World Wide Fund for Nature (WWF) Österreich finanziert. Der Geldgeber hatte keinen Einfluss auf das Manuskript, das Studiendesign, die Methoden oder die Interpretation der Ergebnisse.

Link zur Publikation: Schöll, E.M.; Nopp-Mayr, U. (2021): Impact of wind power plants on mammalian and avian wildlife species in shrub- and woodlands. Biological Conservation 256: 109037, https://doi.org/10.1016/j.biocon.2021.109037.

 

Wissenschaftliche Kontakte:

Eva Schöll, eva.schoell(at)boku.ac.at; Ursula Nopp-Mayr, ursula.nopp-mayr(at)boku.ac.at


Methode zur Abschätzung visueller Einflüsse von Windenergieanlagen in Waldgebieten

Wien, 05.03.2021

Windenergieanlagen stellen eine wichtige Strategie im Umstieg auf erneuerbare Energien dar. Der Betrieb solcher Anlagen kann dabei potentielle Auswirkungen auf ihre Umgebung und die dort beheimateten Wildtiere haben. Schattenwurf und Lärm werden oft berücksichtigt, die Sichtbarkeit von Rotorblättern (vor allem in bewaldeten Gebieten) ist jedoch weitestgehend unbeachtet.

In einer neuen Studie konnten Ursula Nopp-Mayr, Florian Kunz, Franz Suppan und Eva Schöll von der BOKU gemeinsam mit Joy Coppes von der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg eine Methode entwickeln, wie die Sichtbarkeit bewegter Rotorblätter in Waldgebieten modelliert werden kann. Dabei wurden Informationen aus Orthofotos mit Airborne-Laserscan Daten kombiniert. Das resultierende Modell wurde zudem mit Beobachtungsdaten aus Feldbegehungen validiert, und konnte damit seine Eignung unter Beweis stellen.

Link zur Publikation im Fachmagazin PFG – Journal of Photogrammetry, Remote Sensing and Geoinformation Science mit den detaillierten Ergebnissen: Ursula Nopp-Mayr, Florian Kunz, Franz Suppan, Eva Schöll und Joy Coppes "Novel Application and Validation of a Method to Assess Visual Impacts of Rotating Wind Turbine Blades Within Woodland Areas", PFG 2021. https://link.springer.com/article/10.1007/s41064-021-00141-4

Wissenschaftlicher Kontakt: Ursula Nopp-Mayr, ursula.nopp-mayr(at)boku.ac.at


Wildtiere und Windenergie – zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Wien, 04.03.2021

Im Kampf gegen die globale Erwärmung ist ein Umstieg auf erneuerbare Energien unumgänglich. Diese Energiewende erfolgt jedoch in einer Landschaft, die Lebensraum von Wildtieren ist, die ihrerseits selbst im Fokus übergeordneter Naturschutzziele stehen. Es ist daher nachvollziehbar, warum in den letzten Jahren vielfach das Thema „Wildtiere und Windenergie“ in der Forschung und in den Medien aufgegriffen wurde. In den letzten Tagen ließen Meldungen über den steirischen Windpark Pretul aufhorchen, bei dem die Birkhuhnpopulation sogar gewachsen sei, nachdem der Windpark errichtet wurde.

Die gesamte Stellungnahme des IWJ dazu, zum Nachlesen (PDF)!


 

Schwarzwälder Auerhühner unter der Lupe: genetische Differenzierung in 2050?

Wien, 01.03.2021

Langfristig stabile Populationen zeichnen sich durch hohe genetische Variabilität aus. Kontinuierlicher Genfluss durch wandernde Individuen wirkt dabei gegen genetische Verarmung und Differenzierung. Die Auerhuhnvorkommen im Schwarzwald sind jedoch seit Jahrzehnten im Abnehmen. Die Zahlen beobachteter Hähne sinken kontinuierlich und die Vorkommen sind inzwischen in vier Teilgebiete aufgeteilt. Diese Teilgebiete sind nur mehr marginal miteinander vernetzt, womit die Gefahr zunehmender genetischer Differenzierung bis hin zur Isolation besteht.

In einer neuen Studie konnten Florian Kunz, Annette Kohnen, Ursula Nopp-Mayr und Joy Coppes in einer Kooperation von BOKU und der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg die Auerhuhnpopulation im Schwarzwald genetisch verfolgen. Dafür wurde der Blick in die Vergangenheit, in die Gegenwart und in die Zukunft geworfen und die genetische Differenzierung zwischen den Teilpopulationen analysiert. Dank umfangreicher Simulationen in das Jahr 2050 konnten auch potentielle Szenarien entwickelt und getestet werden, wie beispielsweise die Wiederherstellung eines wichtigen Korridors zum Austausch von Individuen. Es zeigte sich, dass selbst bei auf heutigem Niveau stabilen Populationszahlen die derzeitigen Austauschraten zwischen den Teilpopulationen dazu führen können, dass sich diese genetisch weiter voneinander entfernen. Maßnahmen wie die Förderung des Austausches zwischen den Teilpopulation können diesen Effekten allerdings entgegenwirken.


Link zur Publikation im Fachmagazin Conservation Genetics mit den detaillierten Ergebnissen: Florian Kunz, Annette Kohnen, Ursula Nopp-Mayr und Joy Coppes" Past, present, future: tracking and simulating genetic differentiation over time in a closed metapopulation system", Conservation Genetics 2021. https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10592-021-01342-5


Wissenschaftlicher Kontakt: Florian Kunz, florian.kunz(at)boku.ac.at


Extrem-Flieger in hohen Bergregionen

OE1 Radiobeitrag Vom Leben der Natur

Alpine Spezialisten.
Die Wildtierökologin Sabine Hille über die Schneesperlinge.
Gestaltung: Maria Harmer

Der Schneesperling lebt oberhalb der Baumgrenze und fühlt sich erst in Höhen zwischen 1.900 und 3.100 Metern richtig wohl. Daher ist er nicht nur in den Alpen, sondern auch in den Pyrenäen, im Balkan, in den italienischen Abruzzen sowie in Griechenland und im Kaukasus beheimatet. Eine Unterart wurde auch in China auf mehr als 5.000 Metern Seehöhe gesichtet.

Ihre Brutplätze befinden sich in Felsspalten im Gebirge, die Brutzeit ist kurz, die Schlupfzeit der Jungen fällt idealerweise mit der Schneeschmelze und dem größten Angebot an fett- und proteinreicher Nahrung zusammen. Ein Federflaum schützt die Küken vor der Kälte, und auch sonst ist der Schneesperling optimal an die extremen Herausforderungen des Gebirges angepasst.

Aber die Veränderungen, die durch den Klimawandel hervorgerufen werden, stellen besondere Herausforderungen dar.


Habitatnutzung des Goldschakals in Bosnien-Herzegowina

Wien, 08.02.2021

Das akustische Monitoring des Goldschakals in Mitteleuropa gewinnt zunehmend an Bedeutung. Besonders für die einfache Anwesenheitskontrolle ist es entscheidend, da darauf aufbauend die potenzielle Habitatnutzung untersucht werden kann. In Zusammenarbeit von Aldin Selimovic, MSc., Dr. Eva Maria Schöll, Larissa Bosseler, BSc und Jennifer Hatlauf, MSc.  vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft wurde in dieser Studie die potenzielle Habitatnutzung von Goldschakalen (Canis aureus) in Flussregionen Nord-Bosniens untersucht.

Die Ergebnisse - auf Grundlage von 92 erhobenen Rufpunkten auf einer Fläche von 1150 km2 - zeigen, dass Strauchvegetation und Offenflächen als Strukturen signifikanten Einfluss auf die Anwesenheit von Goldschakalen haben. Demnach steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Goldschakale anwesend sind und auf Rufstimulation reagieren mit zunehmendem Anteil an Offenflächen und Sträuchern in der Nähe der Rufpunkte. Die Entfernung von Goldschakalgruppen zu Siedlungen war relativ gering. Es ergab sich eine relative Dichte von 3,5 territorialen Gruppen pro 100 km2.

Link zum Artikel:

Selimovic, A., Schöll, E.M., Bosseler, L., Hatlauf J. (2021) Habitat use of golden jackals (Canis aureus) in riverine areas of northern Bosnia and Herzegovina. Eur J Wildl Res 67, 14. https://doi.org/10.1007/s10344-021-01457-7

Jennifer Hatlauf, MSc.; www.goldschakal.at


Rotwild in den Hohen Tauern – Herausforderungen und Lösungswege

Wien, 29.01.2021

Das Rotwildmanagement in den Hohen Tauern steht in den kommenden Jahren aufgrund sich verändernder Rahmenbedingungen vor großen Herausforderungen. Die Mehrfachnutzung der Kulturlandschaft, die zunehmende Erschließung des Alpenraumes, die Intensivierung der Waldwirtschaft, die ansteigende Nutzung der Alpen durch Erholungssuchende im Sommer und Winter, aber auch ein teilweise größer werdender Jagddruck beeinflussen diese Wildart zunehmend. Vielerorts konnte bereits eindrucksvoll dokumentiert werden, dass sich die oben genannten Rahmenbedingungen wesentlich auf das Raum-Zeit-Verhalten dieses Wildwiederkäuers auswirken. Das Rotwild hält sich in Folge vermehrt in schwer zugänglichen Lebensraumbereichen auf, die sich im unglücklichsten Fall in wildschadensanfälligen (Objekt-)Schutzwäldern befinden können. Gleichzeitig wird dadurch sowohl die Erlebbarkeit als auch die Bejagbarkeit dieser Wildart erschwert.

Um mit den oberhalb genannten Herausforderungen umgehen zu können, bedarf es eines gut abgestimmten Rotwildmanagements, im Rahmen dessen die angesprochenen Rahmenbedingungen, insbesondere menschliche Einflüsse auf diese Wildart berücksichtigt werden. Um die Auswirkungen dieser Rahmenbedingungen auf Rotwild einschätzen zu können, benötigt es wiederum wissenschaftlich fundierter Grundlagen.

Ein im Februar 2021 gestartetes gemeinschaftliches Projekt des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ) der Universität für Bodenkultur Wien, des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) der Veterinärmedizinischen Universität Wien, der Gutsverwaltung Fischhorn GmbH & Co KG, der Gletscherbahnen Kaprun AG sowie des Nationalparks Hohe Tauern Salzburg versucht derartige Grundlagen zu generieren. Konkret wird das Raum-Zeit-Verhalten und die Aktivität von Rotwild im nördlichen Teil der Hohen Tauern mit Hilfe telemetrischer Daten untersucht, um eine fundierte Basis für zukünftige Managemententscheidungen zu schaffen.

Von Seiten des IWJ wird das Projekt vom wissenschaftlichen Mitarbeiter und Doktoranden Paul Griesberger betreut.

Wissenschaftlicher Kontakt: paul.griesberger(at)boku.ac.at


Neue Wege in der Langzeit-Analyse von Huftiereinfluss auf die Waldverjüngung

Wien, 13. 01. 2021

Die Analyse und das Verstehen von Herbivoren-Einflüssen innerhalb der Dynamik von Ökosystemen stellt ein ökologisch hochrelevantes und gleichzeitig forderndes Forschungsfeld dar. Meist werden Einflüsse von wildlebenden Huftieren auf die Waldverjüngung anhand von Pflanzendichten oder Diversitätsmaßen innerhalb und außerhalb von Kontrollzäunen erhoben und es werden häufig nur kurze Zeithorizonte abgebildet. Dabei kann es zu einer Überschätzung der langfristigen Auswirkungen der Pflanzenfresser kommen, weil die Mortalität der Bäume in frühen Entwicklungsstadien von vielen Faktoren abhängt. In der vorliegenden Studie wurden 82 Vergleichsflächenpaare (Zaunflächen, ungezäunte Vergleichsflächen) in einem Bergmischwald ausgewertet, wobei Zeiträume bis zu 24 Jahren abgedeckt sind. Die Aussagekraft von Maximalhöhen und Stammzahlen der Baumarten wurde verglichen. Um Effekte auf Ebene der Waldgesellschaft gleichzeitig mit jenen auf Ebene der Baumarten berücksichtigen zu können, wurden Principle Response Curves (PRC) verwendet. Dieser Berechnungsansatz lieferte auf beiden Ebenen (Gesellschaft und Baumart) plausible Ergebnisse und zeigte, dass die Maximalhöhen im Gegensatz zu den Stammzahlen signifikante Effekte ergaben. Die Effekte wurden teilweise erst nach längerer Zeit sichtbar, und manche Baumarten änderten ihre Reaktion auf Herbivorie über einen langen Zeitraum hinweg. Maximalhöhen der Baumarten können infolgedessen zweckmäßig sein, um eine sich ändernde lokale Dominanz von Baumarten durch asymmetrische Konkurrenz innerhalb und außerhalb von Kontrollzäunen über längere Zeithorizonte adäquat darzustellen.

Die detaillierten Ergebnisse der Studie, sowie weiterführende Empfehlungen für entsprechende Erhebungen finden sich in der Open Access-Publikation in Scientific Reports.

Link zum Artikel: Ursula Nopp‐Mayr, Susanne Reimoser, Friedrich Reimoser, Frederik Sachser, Leopold Obermair & Georg Gratzer „Analyzing long‐term impacts of ungulate herbivory on forest‐recruitment dynamics at community and species level contrasting tree densities versus maximum heights“. Scientific Reports (2020) 10:20274 doi.org/10.1038/s41598-020-76843-3https://doi.org/10.1038/s41598-020-76843-3

Wissenschaftlicher Kontakt: U. Nopp-Mayr, ursula.nopp-mayr@boku.ac.at


Bestandserhebungen bei der Gams: Die Bedeutung von Jagdstreckenanalysen

Wien, 11.12.2020

Kenntnisse über Populationshöhe und -Entwicklung sind von zentraler Bedeutung für ein nachhaltiges Wildtiermanagement. Die Suche nach einfachen und kostengünstigen Methoden zur Bestandesschätzung ist daher eine zentrale Aufgabe der Wildtierforschung.

In einer soeben erschienenen Publikation präsentieren Rudolf Reiner, Andreas Zedrosser, Hubert Zeiler, Klaus Hackländer und Luca Corlatti die Kohortenanalyse als geeignetes Instrument zur Erfassung von Bestandestrends beim Gamswild. Bei dieser Methode können Wilditerbestände mittels der Rückrechnung aus Jagdstrecken und natürlicher Mortalität rekonstruiert werden. Die Autoren konnten unter anderem zeigen, dass die mit dieser Methode errechneten Trends hoch mit jenen aus Gamszählungen aus den letzten 28 Jahren in den Studiengebieten im Tennengebirge und den Seckauer Tauern korrelieren. Sofern Jagdstreckendaten über einen ausreichend langen Zeitraum zur Verfügung stehen, ist die Kohortenanalyse somit eine praktikable und kostengünstige Methode zur Bestandesschätzung von bejagten Wildtierpopulationen.

Link zur Publikation im Fachmagazin Wildlife Biology mit den detaillierten Ergebnissen: Rudolf Reiner, Andreas Zedrosser, Hubert Zeiler, Klaus Hackländer, and Luca Corlatti "Population reconstruction as an informative tool for monitoring chamois populations," Wildlife Biology 2020(4), (7 December 2020). https://doi.org/10.2981/wlb.00757

Wissenschaftlicher Kontakt: Rudolf Reiner, rudi.reiner@boku.ac.at


Welche Faktoren beeinflussen die DNA-Qualität in Fischotterlosungen?

Wien, 10.12.2020

Die genetische Analyse von Kotproben hat in der Erforschung von Wildtierpopulationen stark an Bedeutung gewonnen. Insbesondere schwer erfassbare und nachtaktive Arten, wie z. B. Fischotter (Lutra lutra), können mithilfe dieser Methode untersucht werden, ohne die Tiere beobachten oder fangen zu müssen. Kotproben als nicht-invasiv gesammeltes DNA-Ausgangsmaterial für genetische und genomische Analysen sind allerdings durch eine niedrige DNA-Konzentration und Qualität gekennzeichnet. Damit einhergehend ist die Verwendung von Kotproben mit kostenintensiven Laborverfahren verbunden.

In Zusammenarbeit mit Co-Autoren der Universität für Bodenkultur Wien, des Naturhistorischen Museums Wien und der Universität Wien hat Dr. Marcia Sittenthaler daher untersucht, welche Faktoren die Genotypisierungsqualität von Fischotterlosungen beeinflussen. Als Untersuchungsmaterial dienten Fischotterlosungen, die an österreichischen Gewässern gesammelt wurden.

Es konnte unter anderem gezeigt werden, dass Kotproben mit hohem Schleimanteilen (Analsekret) am besten geeignet sind, da sie einen höheren Genotypisierungserfolg und niedrigere Fehlerraten bei der Genotypisierung aufwiesen. Darüber hinaus war die Qualität der Proben von den Wetterbedingungen beeinflusst. Feuchte Bedingungen während der Probensammlung fördern den Abbau der DNA, was zu verminderten Erfolgsraten bei der Genotypisierung führte.

Die detaillierten Ergebnisse der Studie, sowie weiterführende Empfehlungen für die Probensammlung, -lagerung und DNA-Extraktion können in der im European Journal of Wildlife Research veröffentlichten Publikation nachgelesen werden.

Link zum Artikel: Sittenthaler, M., Schöll, E.M., Leeb, C., Haring, E., Parz-Gollner, G., Hackländer, K. (2021) Factors influencing genotyping success and genotyping error rate of Eurasian otter (Lutra lutra) faeces collected in temperate Central Europe. Eur J Wildl Res 67:2. doi.org/10.1007/s10344-020-01444-4

Wissenschaftlicher Kontakt: Dr. Marcia Sittenthaler, marcia.sittenthaler(at)boku.ac.at


Niederländischer Preis erhalten für die Kooperation in einem Vogel-Daten-Netzwerk

Dutch Data Incentive Prize for the Medical and Life Sciences.

Sichern und Zusammenlegen unserer Daten hilft Vogelarten und der Vogelforschung

Europäische ForscherInnen legen ihre Daten zusammen (SPI-Datenhub) - 1,5 Millionen Vögel aus 19 Arten und 80 Populationen - und gestalten einen Pool, der das Herzstück darstellt zur Erforschung evolutionärer und ökologischer Prozesse unter natürlichen Freilandbedingungen. Dafür braucht es Langzeitstudien, langen Atem, viel Einsatz bei Wind und Wetter und ein gutes Forscher-Team.

Die Ziele des SPI Datenhubs liegen auf der Hand: 1) Verhindern von Datenverlust, 2) Leichteres Zusammenführen von Datensätzen und 3) Steigerung zukünftiger Datenqualität.

Die Daten von 120 europäischen ForscherInnen an Langzeitstudien mit Vögeln, so auch die Langzeitstudie an Kohlmeisen im Wienerwald geleitet von Sabine Hille bilden die Basis für dieses gemeinsame großräumige Forschungsprojekt

Presseartikel für den Preis:

https://nioo.knaw.nl/en/press/saving-your-data-together-helps-birds-and-bird-research

Wissenschaftlicher Artikel in Animal Ecology:

https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1365-2656.13388 


 

Flexible Feldhasen

Wien, 04.11.2020

In einer soeben erschienenen Publikation im European Journal of Wildlife Research präsentieren Nicolas Cybulska, Klaus Hackländer, Rupert Palme, Fredy Frey-Roos und Stéphanie Schai-Braun spannende Ergebnisse zum Effekt der Getreideernte auf Feldhasen.

Wenn im Juni Weizen, Gerste und Roggen geerntet werden, dann verändert sich der Lebensraum von Feldhasen in der Agrarlandschaft sehr rasant und großflächig. Nicolas Cybulska analysierte die Menge an Stresshormonen, die in dieser Zeit von Feldhasen ausgeschüttet werden und in den Kotpillen nachweisbar sind. Es zeigte sich, dass die Getreideernte für Feldhasen keine besondere Stresssituation darstellt, wenn der Lebensraum kleinstrukturiert und vielfältig ist. Da Feldhasen kein Territorium oder Bau haben, sind sie von Natur aus flexibel und verschieben ihre Streifgebiete entsprechend den verfügbaren Äsungs- und Ruheplätzen. Lediglich in ausgeräumten Agrarlandschaften mit großflächigen Getreidemonokulturen ist zu erwarten, dass Feldhasen rund um die Getreideernte in Stress geraten. Diese Befunde untermauern die Notwendigkeit der Förderung von ökologischen Vorrangflächen in den Agrarförderungsprogrammen der EU und ihrer Mitgliedstaaten.

Die Studie wurde mit Unterstützung des Vereins Grünes Kreuz durchgeführt.

Link zur Studie:
https://link.springer.com/article/10.1007/s10344-020-01430-w


Willkommen (zurück) im WS 2020/21!

Wien, 20.10.2020

Für alle Studierende des Masters Wildtierökologie und Wildtiermanagement wurden die wichtigsten Informationen zum aktuellen Semester zusammengefasst.

Hier die Präsentation zum Download (PDF)

Präsentation ALUMNI - Fachgruppe Wildtierökologie (PDF)

Viel Erfolg und Vergnügen im Studium!


BOKU-Student ist "Wildlife Photographer of the Year"!

Wien, 14.10.2020

Bernhard Schubert BSc erhielt die diesjährige Auszeichnung „Wildlife Photographer of the Year“. Der vom Naturhistorischen Museum London veranstaltete Naturfoto-Wettbewerb (https://www.nhm.ac.uk/wpy/) gilt als der renommierteste seiner Art und erlangt jedes Jahr weltweit Aufmerksamkeit. Dabei werden Bilder prämiert, die verblüffendes Verhalten zeigen, die Schönheit und Komplexität der Natur veranschaulichen, aber auch den ausbeuterischen Umgang mit unserer Erde
und ihren Geschöpfen aufdecken.

Bernhard, der nach seinem Bachelor in Zoologie aktuell im Masterprogramm Wildtierökologie und Wildtiermanagement eingeschrieben ist, nutzt sein Wissen über Tiere und deren Verhalten, um so auf seinen Reisen rund um die Welt einzigartige Aufnahmen zu erstellen.

Zum Bild:
Die Riesenwaldameise (Dinomyrmex gigas) ist über ganz Südostasien verbreitet und mit 21mm (Arbeiter) bzw. 28mm (Soldaten) eine der größten Ameisenarten weltweit. Trotz ihrer Größe beziehen sie etwa 90% ihrer Nahrung aus Honigtau, den zuckerhaltigen Ausscheidungen von Schnabelkerfen, zu denen auch Wanzen, Zikaden und Pflanzenläuse zählen. Mit ihren Fühlern stimulieren die Ameisen diese Spitzkopfzikade (Scamandra rosea), das süße Gut auszuscheiden. Im Gegenzug bieten die Ameisen der Zikade Schutz vor Fressfeinden und Parasiten.


Unterstützung bei der Suche nach Goldschakalen: Erste Erfolge mit Spürhunden!

Wien, 08.10.2020

In dem neuen Artikel „Jackal in hide: detection dogs show first success in the quest for golden jackal (Canis aureus) scats“ werden erste Ergebnisse der Zusammenarbeit mit Spürhunden im Rahmen des Goldschakalprojektes präsentiert:

Das Monitoring des Goldschakals in Mitteleuropa gewinnt zunehmend an Bedeutung. Für genetische Untersuchungen (via Losungsanalyse) ist die Unterscheidung der Losung verwandter Arten wie z.B dem Rotfuchs (Vulpes vulpes) entscheidend: Wenn die erste Unterscheidung fehlerhaft ist, könnte es Nahrungsstudien verfälschen oder die Kosten von DNA-Analysen erhöhen. In Zusammenarbeit mit Kollegen der FVA (Baden-Württemberg, D), dem Senckenberg Forschungsinstitut (Gelnhausen, D) und der Szent István Universität (Gödöllö, HU - gefördert durch bilaterale Stiftung Aktion Österreich-Ungarn) hat Jennifer Hatlauf, Msc. am Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, in dieser Studie die potenziellen Vorteile der Verwendung von Spürhunden untersucht.

Die Ergebnisse zeigen, dass Spürhunde erfolgreich Goldschakallosung von anderen Arten unterscheiden können. Durch die Kombination mehrerer Methoden können Fragen zu Familienstrukturen und Verwandtschaft, saisonalen Unterschieden in der Lebensraumnutzung und Streifgebietsgröße beantwortet werden. Die regelmäßige Verwendung von Spürhunden kann eine effiziente Methode darstellen, um Goldschakale langfristig zu beobachten und mehr über ihr Verhalten und die Populationsdynamik zu erfahren.

Es gibt bereits ein ÖAD (WTZ) Folgeprojekt!

Link zum Artikel:

Hatlauf J., Böcker F., Wirk L., Collet S., Schley L., Szabó L., Hackländer K., Heltai M. (2020) Jackal in hide: detection dogs show first success in the quest for golden jackal (Canis aureus) scats. Mamm Res https://doi.org/10.1007/s13364-020-00537-4

www.goldschakal.at


Elche verbreiten sich in Europa

Wien, 01.10.2020

In einem aktuellen Übersichtsartikel zur circumpolaren Verbreitung von Elchen wird dokumentiert, dass Elche in Europa ihr Vorkommen nach Südwesten ausdehnen: In Polen, Deutschland, Tschechien und der Slowakei nehmen Elchbestände zu. Auch in Österreich, so Co-Autor Klaus Hackländer, werden regelmäßig Elche gesichtet. Es ist davon auszugehen, dass dies in Zukunft noch häufiger vorkommen wird. Insbesondere im nördlichen Mühl- und Waldviertel wird Europas größter Pflanzenfresser (Bullen wiegen bis zu 800kg und haben eine Widerristhöhe von bis zu 210 cm) bald wohl keine Ausnahmeerscheinung mehr sein.

Link zur Publikation


Keine Angst vor RStudio

Wien, 29.09.2020

Die Fachgruppe Wildtierökologie und Wildtiermanagement, vertreten durch Paul Griesberger und Florian Kunz, veranstaltet am 28.11.2020 einen online Workshop zum Thema "Keine Angst vor RStudio - Vorbereitung auf statistische Analysen".

 

Den TeilnehmerInnen werden Praxistipps sowie Grundkenntnisse hinsichtlich der Funktionsweise von RStudio näher gebracht. Konkret werden die folgenden Themenbereiche behandelt: GUI von RStudio, Erste Schritte in RStudio, Richtiges Einlesen von Daten, Datenmanagement, Umgang mit Fehlermeldungen, Erstellung von Grafiken.

 

Dieser Workshop ist für alle Studierenden sowie Alumnis mit wenig bis keiner Vorerfahrung im Arbeiten mit der Programmiersprache R und/oder der Statistik-Software RStudio gedacht.

Programm und nähere Infos zum Download (PDF)


Habilitationskolloquium Ass.Prof. Dr. Ursula Nopp-Mayr

Ass.Prof. Dr. Ursula Nopp-Mayr führte heute souverän und didaktisch perfekt durch ihr Habilitationskolloquium zum Thema Störungsbiologie. Die Habilitationskommission wird dem Rektorat empfehlen, sie für das Fach Wildtierökologie zu habilitieren.

Das IWJ-Team ist stolz auf ihre Leiterin und gratuliert herzlich!