Erhalt von migrierenden Arten bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Menschen in deren Verbreitungsgebieten

In einer Online-Ausgabe von Conservation Letters haben Ass.Prof. Priv.Doz. Dr. Brady Mattsson und KollegInnen einen Artikel veröffentlicht, in dem ein neuartiger Ansatz zum Erhalt migrierender Arten beschrieben wird. Dieser Ansatz zielt darauf ab, Maßnahmen zum Erhalt dieser Arten für die  Menschen im gesamten Verbreitungsgebiet einer wandernden Art gerechter zu gestalten. Die AutorInnen konzentrierten sich auf drei ausgewählte Arten (Monarchfalter, Spießente und mexikanische Breitflügelfledermaus), wobei der Ansatz selbst auf wandernde Arten weltweit angewendet werden kann. Der Ansatz beruht auf einem Modell räumlicher Subventionen, bei dem der Nutzen einer wandernden Art für ihr gesamtes geografisches Verbreitungsgebiet geschätzt wird.

https://doi.org/10.1111/conl.12920

 


 

Florian Kunz - Doktoratsstudium mit Auszeichnung abgeschlossen!

Florian Kunz - Doktoratsstudium mit Auszeichnung abgeschlossen!

Wien, 07. November 2022,

Mit der Erforschung und Bearbeitung aktueller Fragen im praktischen Naturschutz und -management von Birkhuhn und Auerhuhn hat sich Florian Kunz MSc. innerhalb seines Doktorats beschäftigt. Mit der erfolgreichen Verteidigung seiner Arbeit mit dem Titel "Spatial genetic variation and differentiation within metapopulation systems: drivers and trends to inform conservation of alpine grouse" konnte er nun sein Doktoratsstudium der BOKU mit Auszeichnung abschließen.

Das gesamte IWJ-Team gratuliert herzlich zum Doctor rerum naturalium technicarum


 

BOKU-Lehrpreis 2022 geht ans IWJ

BOKU-Lehrpreis 2022 geht ans IWJ

Für Ihren vorbildlichen Einsatz in der Lehre, insbesondere in der LV Habitateignung und -management,  wurde Assoc.Prof. Dr. Ursula Nopp-Mayr mit dem BOKU-Lehrpreis 2022 ausgezeichnet. Das IWJ ist stolz auf seine stv. Institutsleiterin und gratuliert von Herzen!

Zum Nachschauen: Abend der Lehre 15.11


Nachschlagewerk für Säugetiere

Nachschlagewerk für Säugetiere

In der Reihe "Handbook of the Mammals of Europe" (Hrsg: Klaus Hackländer, Frank Zachos) ist der Band der Paarhufer von Luca Corlatti und Frank Zachos erschienen. Die Kapitel zum Axishirsch, Moschusochsen und Iberiensteinbock sind aktuell gratis verfügbar.

link: https://link.springer.com/referencework/10.1007/978-3-030-24475-0?fbclid=IwAR3m4Kl6tDcDVyiuhmarSnuRgKNoVAqAoq_3iZjb6SRm3b0JD0WJBT-_Tqo


Vögel und Schmetterlinge der Feldflur

Vögel und Schmetterlinge der Feldflur

Für die Zeitschrift "Wild und Hund" hat Jasmin Barl, Mitarbeiterin am Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der BOKU, wunderschöne Zeichnungen unserer Feldvögel angefertigt. Ein Teil des Erlöses kommt der Deutschen Wildtier Stiftung zu Gute, die damit ihre Vorhaben zum Artenschutz in der Feldflur umsetzt....gibt es auch zu Schmetterlingen...und beides auch als Poster.

link: https://pareyshop.de/produkt/wild-und-hund-edition-voegel-des-feldes-kunstdruck-kalender-2023/?fbclid=IwAR2mCRbtgON8pEHglbmIgIMKLTWe8ROI8u1BcH3S1-Y5XYiQoTZlhdNcI1I


Der Wolf im Visier

Der Wolf im Visier

Gemeinsam mit 25 weiteren Expertinnen und Experten hat Klaus Hackländer die 100 wichtigsten Fragen zum Thema Wolf im Alpenraum beantwortet und in einem Buch zusammengefasst.

Link: https://www.athesia-tappeiner.com/de/9788868395698


 

Dritte internationale Schakaltagung - 2.11-4.11.2022

Die dritte internationale Schakaltagung (3ijs) fand vom 2. bis 4. November 2022 in Ungarn statt. Unser Projektpartner Dr. Miklós Heltai, Direktor des Instituts für Wildtier Management und Naturschutz der MATE Universität in Gödöllö organisierte die Tagung. Im Organisations- und Wissenschaftskomitee wirkte Jennifer Hatlauf MSc. vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodfenkultur Wien mit.

Zu den Themen „Monitoring, evaluation, legal background“, „feeding and social behavior“, „Conservation and management“ sowie „Human & jackal conflicts and public interest“ wurden an 3 Tagen über 60 Vorträge präsentiert und weitere 13 Poster.

Mit insgesamt sieben Beiträgen war das Goldschakalprojekt mit den Kooperationspartnern der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt FVA (F.Böcker), dem Senckenberg Insititut (S.Collet) der Polnischen Akademie der Wissenschaften (H.Okarma), dem Forschungsinstitut Dr. Krickl, der MATE Universität für Landwirtschaft und Life Sciences, Ungarn (M.Heltai,
J.Lanszki) und der Universität Helsinki (S.Viranta) sehr gut vertreten.

Ebenso konnte Widtierökologie-Studentin Matilda Klinkhart einen Beitrag ausarbeiten.

Folgende Titel wurden vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft präsentiert:

Böcker F, Weber H, Arnold J, Collet S, Hatlauf J (2022) Potential effect of intraspecific isolation: observations of a golden jackal (Canis aureus) and red foxes (Vulpes vulpes) living in sociopositive relation.

Hatlauf J, Bojarska K, Lanszki J, Okarma H, Śnieżko S (2022) Golden jackals in Poland – an emerging threat or a victim of ignorance? Preliminary results.

Hatlauf J, Lanszki J (2022) What do golden jackals (Canis aureus) in Austria feed on?

Hatlauf J, Szabó L, Böcker F, Wirk L, Marton M, Hackländer K, Heltai M (2022) Application of combined field methods in golden jackal monitoring: Howling, Conservation dogs and DNA analysis

Hatlauf J, Viranta S (2022) Synchronizing cranial morphometric measurements for Canis sp.: exemplifying on the first golden jackal (Canis aureus) skull from Finland

Klinkhart M, Hatlauf J (2022) Developing correction factors for improved diet analyses on golden jackals (Canis aureus)

Krickl R, Hatlauf J (2022) First multispectral imaging analysis of jackal skeleton and pelage In: Heltai M (ed.) 3rd International Jackal Symposium, Gödöllő, Hungary 02.-04.11.2022, Abstract Book, 35

www.goldschakal.at/ Kontakt: jennifer.hatlauf(at)boku.ac.at

 

Studie zum Wolfsmanagement in der Schweiz

Im Auftrag der Regierungskonferenz der Gebirgskantone (RKGK) der Schweiz haben Jennifer Hatlauf MSc und Univ. Prof. Dr. Klaus Hackländer Grundlagen für ein nachhaltiges Wolfsmanagement in der Schweiz erarbeitet. Ziel ist ein konfliktarmes Miteinander zwischen Wolf und Nutztierhaltern, der Erhalt einer Wolfspopulation und eine funktionierende Alpwirtschaft. Die Studienergebnisse finden sich hier (link zur Studie).

Aufbauend darauf hat die RKGK Maßnahmen für die Zukunft erstellt, die sowohl bei Naturschützern als auch Nutztierhaltern auf Zustimmungstoßen. (https://www.rkgk.ch/medien.php)


36. Deutscher Naturschutztag

Hannover, im Juni 2022

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des 36. deutschen Naturschutztages wurde am 29.06.22 der Wolfgang-Erz-Förderpreis des Bundesverband Beruflicher Naturschutz e.V. (BBN) an den Doktoranden und Mitarbeiter des IWJ, Jörg Fabian Knufinke verliehen.

Mit dem Förderpreis wird seine Masterarbeit "Human influence on ungulates' usage of crossing structures" (Betreuung am IWJ: Klaus Hackländer und Alfred Frey-Roos) für herausragende und beispielhafte anwendungs- und umsetzungsorientierte wissenschaftliche Arbeiten im Rahmen des Naturschutzes ausgezeichnet. Im Rahmen eines Kurzvortrages während der Preisverleihung durfte Herr Knufinke eine Zusammenfassung seiner Masterarbeit liefern und darstellen, welchen Einfluss die menschliche Nutzung von Querungsbauwerken auf Huftiere in Deutschland und Schweden haben kann.


Wolfspopulationsstudie vorgelegt: deutschlandweit einmalige Untersuchung gibt Grundlage für ein bestandsicherndes Wildtiermanagement

Mit aktuell 39 Wolfsrudeln und 4 residenten Einzelwölfen hat Niedersachsen einen biologisch erforderlichen Mindestbestand für die Art Wolf erreicht. Eine am 14.7.2022 in Hannover vorgestellte Studie des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ) der Universität für Bodenkultur Wien hat dazu eine wissenschaftliche Grundlage für ein Wildtiermanagement, welches diesen Bestand sichern kann, entwickelt.

Link zur Wolfspopulationsstudie (PDF)


6th World Lagomorph Conference

Posterpreis für Anna Schertler

Auf der 6th World Lagomorph Conference, Montpellier (Frankreich) gewann BOKU-Studentin Anna Schertler einen der drei begehrten Posterpreise. Mit ihrem Beitrag "Distribution ranges and ecological niches of leporids in Africa and Near East" überzeugte sie die über 100 TeilnehmerInnen aus 28 Ländern. Gemeinsam mit ihr freuten sich die Co-Autoren und Masterarbeitsbetreuer Klaus Hackländer (am Foto links) und Paulo C. Alves
(am Foto rechts).

Wir gratulieren herzlich!


Aller guten Dinge sind DREI Akademische Feiern an der BOKU!

  • Die Akademischen Jagdwirtinnen und Jagdwirte des XI. Jahrgangs Vordere Reihe v.l.n.r.: MMag. Dr. Karl-Maria Pfeffer, Dipl.-Ing.(FH) Rolf Kautz, Dr. Franz Kotzent, Mag. Klaus Hehenberger MBA, Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer, Vize-Rektor Univ.Prof. Dr. Karsten Schulz, David Gerke, Tamo Stöver, Univ.Ass.Dr. Alfred Frey-Roos Hintere Reihe v.l.n.r.: Gernot Freimann, Mag. Christine Thurner, Cathrin Braun, Landesjägermeister-Stv. Mag. Gabi Fidler, Dr. Georg Singer, Michael Neuner, Robert Urthaler
  • Die Akademischen Jagdwirtin und Jagdwirte des XII. Jahrgangs Vordere Reihe v.l.n.r.: Peter Walti, Andreas Stupka, Thomas Wallisch, Dipl.-Kfm. (FH) Wolf Thalhammer LL.B, Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer, Vize-Rektor Univ.Prof. Dr. Karsten Schulz, Tassilo Brennikmeyer, Mag. Luca Complojer MSc, Markus Haller Hintere Reihe v.l.n.r.: Mag. Christine Thurner, Thomas Walcher, Peter Pointner, Silvan Eugster, Magret Cornicius, Gerwin Leus MSc MBA, Univ.Ass.Dr. Alfred Frey-Roos, Univ.Prof. Dr. Christian Kolbitsch

Wien, im Mai 2022

Gleich drei großartige Anlässe durften wir in den letzten Tagen im Festsaal der Universität für Bodenkultur Wien BOKU feierlich begehen: Zwei Abschlussfeiern der neuen AbsolventInnen des Universitätslehrgang Jagdwirt/in der beiden Jahrgänge XI und XII sowie die Verleihung des GRANSER – Global Academy Forschungspreises für eine nachhaltige Jagd 2022.

Damit die jagdliche Zukunft auch wissenschaftlich erforscht bleibt und monetär prämiert wird, gibt es zahlreiche Initiativen und Ausschreibungen für Publikationen, die einen wesentlichen Beitrag für die Entwicklung von Managementstrategien im Sinne einer nachhaltigen Jagd leisten. Eine der bekanntesten ist der „Granser - United Gobal Academy Forschungspreis für eine nachhaltige Jagd“, der dieses Jahr an Herrn Florian Kunz MSc durch den Stifter Ehrensenator Botschafter Prof. Dr.h.c. Günther A. Granser und den Laudator, Chefredakteur und Akademischer Jagdwirt Martin Ossmann überreicht wurden. In seiner wissenschaftlichen Arbeit untersucht der junge Wissenschafter am Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der BOKU, Populationen und Teilpopulationen von Birkwild. Dafür verwendet er vor allem genetische Methoden in Verbindung mit Habitatmodellierungen und Simulationen. Dies ermöglicht beispielsweise eine Beurteilung des genetischen Zustands von Populationen oder das Ableiten wichtiger Korridore zur Vernetzung.

Der Universitätslehrgang Jagdwirt/in
Neben der grundsätzlichen Ausbildung zum Jäger kommt der Weiterbildung eine immer größer werdende Bedeutung zu – auch in der Jagd. Das besondere Interesse der Jäger an einer hochqualifizierten Ausbildung an der BOKU führte daher 2008 zur Implementierung des Universitätslehrgangs „Jagdwirt/in“, bei dem die Jagd mit all ihren Facetten und Wechselwirkungen mit anderen Naturnutzungsarten gelehrt wird. Der Lehrgang findet berufsbegleitend an zehn Lehreinheiten in Wochenend-Blockveranstaltungen statt und verbindet abwechslungsreich Theorie und Praxis, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die vielfältigsten Wildtierlebensräume und Jagdreviere Österreichs führt. Nach vier Semestern wird der Universitätslehrgang mit der Bezeichnung „Akademischer Jagdwirt“ bzw. „Akademische Jagdwirtin“ abgeschlossen. Die Themen der Abschlussarbeiten der AbsolventInnen der Universitätslehrgänge Jagdwirt/in machen laufend das breite Spektrum der Betätigungsfelder jagdlichen Tuns und seiner AutorInnen sichtbar. Die Arbeiten finden Sie zum download unter www.jagdwirt.at - Überzeugen Sie sich selbst davon!

Jährlich beginnen an die 20 TeilnehmerInnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum den Universitätslehrgang Jagdwirt/in, darunter Jagdfunktionäre, Berufsjäger und viele andere mehr. Mehr als 200 Akademische Jagdwirte und Jagdwirtinnen gibt es bereits im deutschsprachigen Raum, von den Niederlanden bis nach Südtirol, von der Schweiz bis in das östlichste Bundesland Österreichs, dem Burgenland. Bewerbungen für den XV. Jahrgang, der im September 2022 starten wird, werden gerne noch angenommen.

Bildmaterial und Rückfragehinweis:
Mag. Christine Thurner
Lehrgangsmanagement & Marketing/PR
Universität für Bodenkultur Wien
Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ)
Telefon: +43 (1) 47654 83229
Mobil: +43 (0)664 812 4190
Email: christine.thurner(at)boku.ac.at
http: www.jagdwirt.at


Klimawandel und Wildtiere

Wien, 5. Mai 2022,

Auf Einladung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und des Naturparks Ötscher-Tormäuer trafen sich am 25.04.2022 rund 25 Vertreter:innen namhafter Österreichischer Forschungseinrichtungen zum Netzwerken auf der Hohen Warte und unterzeichneten Interessenbekundungen, an einem Klimaforschungszentrum für den Alpinen Siedlungsraum mitzuwirken. Das IWJ will seine Expertise auf dem Gebiet der Folgen des Klimawandels für Wildtiere einbringen und wurde von Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer vertreten.


Änderung des Curriculums des Masterstudiums "Wildtierökologie und Wildtiermanagement"

Das geänderte Curriculum tritt mit 1. Oktober 2022 in Kraft.

Studierende, die den bisher gültigen Masterstudienplan für „Wildtierökologie und Wildtiermanagement“ bei Inkrafttreten dieses Mastercurriculums nicht abgeschlossen haben, werden auf das gegenständliche Mastercurriculum umgestellt.

Bei Fragen: Sprechstunde Dr. Eva SCHÖLL, 17.05.2022, 17:00 Uhr, Meeting-ID: 983 8092 4837, Kenncode: 921622, https://bokuvienna.zoom.us/j/98380924837?pwd=bFBNazNtMy9NbUd0YXRCdVNDbG9WZz09

Veröffentlichung im Mitteilungsblatt Studienjahr 2021/22 27.04.2022 15. Stück

Zum Download (PDF): Curriculum Kennzahl 066 223


Publikation des IWJ für das Cover von Wildlife Biology ausgewählt!

Wien, 27. April 2022

Der graphical abstract der Publikation “Hunting suitability model: a new tool for managing wild ungulates” wurde für das Cover der wissenschaftlichen Zeitschrift Wildlife Biology (Ausgabe Mai/Juni 2022) ausgewählt.

Link zum Cover:

https://www.wildlifebiology.org/content/mayjune-2022

Link zur Publikation:

Griesberger, P., Obermair, L., Zandl, J., Stalder, G., Arnold, W. & Hackländer K. (2022). Hunting suitability model: a new tool for managing wild ungulates. Wildlife Biology, 1–11. https://doi.org/10.1002/wlb3.01021

Wissenschaftliche Kontakte (BOKU): Paul Griesberger (paul.griesberger(at)boku.ac.at), Klaus Hackländer (klaus.hacklaender(at)boku.ac.at)


Do you want to learn more about white-tailed deer and their management in the USA?

Dr. Steve Demarais, an expert on white-tailed deer ecology and management, is visiting BOKU! He is the MSU (Mississippi State University) Deer Lab co-director and the Taylor Chair in Applied Big Game Research and Instruction. Take the opportunity to get to know Steve Demarais and his work by listening to his talks (see below).

When: Monday 23.05.2022 (13:00 – 17:00) *

Where: BOKU, Gregor-Mendel Haus HS I

Costs: none! no pre-registration required!

Contact for additional information: paul.griesberger(at)boku.ac.at

The COVID-19 regulations of BOKU apply!

* Continuous attendance is not mandatory!                             

students are most welcome!

TALKS
#1 13:30 – 14:00

“While Males Fight, Females Choose: Male Phenotypic Quality Informs Female Mate Choice,” covers a manipulative experiment evaluating if females prefer males based on antler size, body size, and/or age.

#2 14:45 – 15:15

“Soil, Land Use, and Genetic Potential – Connecting the Dots of Deer Ecology and Management,” summarizes a 10-year effort to quantify cause and effect relationships underlying regional variation in antler and body size of white-tailed deer.

#3 16:00 – 16:30

“Using Large- and Small-Scale Vegetation Management to Recouple Forage Nutrients with Herbivore Nutrient Demands,” reviews our work to understand how fire timing and plant responses can be used to improve forage quality during periods of nutritional limitations.

The most important metric is whether or not our research gets applied. If what we do informs land management, conservation and hunting practices and if I can see excitement in the eyes of these stakeholders when I’m discussing our work, that’s what makes the job meaningful and fun

- Steve Demarais


Botanische Spaziergänge

Wien, 4. April 2022

Wie bewusst nehmen Sie Natur und botanische Vielfalt wahr, wenn Sie durch die Stadt gehen? Das neu im Falter Verlag erschienene Werk „Botanische Spaziergänge” lädt dazu ein, den städtischen Raum ganz neu zu erfahren: Anhand von 11 Spaziergängen innerhalb der Grenzen Wiens werden verschiedene botanische Kapitel der Stadtgeschichte aufgeschlagen. Leserinnen und Leser werden auf eine Reise durch die urbane Vegetation mitgenommen und erfahren vielfältige Details über ihre Bedeutung für die Stadt, sei es in ökologischer, kultureller, ästhetischer oder wirtschaftlicher Hinsicht. So werden an allen Ecken Wiens plötzlich Dinge sichtbar, die bisher unbeachtet geblieben sind – von unscheinbaren Wegesrandpflanzen oder mächtigen Bäumen, die zuvor im Alltagsgeschehen nur als Kulisse wahrgenommen wurden, bis hin zum Angebot essbaren Grüns historischer Märkte. Gemeinsam mit der Historikerin Cristina-Estera Klein hat Birgit Lahner, administrative Mitarbeiterin am Institut für Wildbiologie, Ende März die „Botanischen Spaziergänge“ herausgebracht. Silvia Ungersböck hat eigens dafür 40 stimmungsvolle Illustrationen angefertigt.

Kontakt: DI Birgit LAHNER - birgit.lahner(at)boku.ac.at

Link zum Buch auf faltershop.at


Verbreitungskarten der Säugetiere verfügbar gemacht

Wien, 30. März 2022,

Auf der Welt wurden bislang mehr als 6000 Säugetierarten beschrieben. Viele davon werden in der Roten Liste als gefährdet eingestuft. Für den Artenschutz ist die Darstellung der Verbreitung der Arten eine wichtige Grundlage. Nun wurden die Verbreitungskarten aus drei Standardwerken zusammengefasst und auf der Website Maps of Life (mol.org) zur Verfügung gestellt. Klaus Hackländer und Stéphanie Schai-Braun, die für das Handbook of the Mammals of the World die Verbreitungskarten für die Hasentiere zur Verfügung gestellt haben, stellen gemeinsam mit ihren Kollegen diesen Meilenstein in der Säugetierforschung im Journal of Biogeography vor.

Paper zum Download (PDF)


Neues Paper: Bejagbarkeitsmodell – Ein neues Werkzeug für das Management wildlebender Huftiere

Wien, 24. März 2022

Steigende Bestandeszahlen wildlebender Huftiere quer durch Europa können negative Effekte wie Schäden an Wäldern nach sich ziehen. Um diesen unerwünschten Effekten entgegenzuwirken, benötigt es ein gut abgestimmtes Wildmanagement. Jagdliche Bestandesregulierungen sind als Teil dieses Managements anzusehen. Das Problem hierbei ist, dass herkömmliche jagdliche Maßnahmen häufig das Ziel dieser Regulierung verfehlen, da Huftiere auf den Menschen reagieren und sich in für die Jagd ungeeignete Gebiete zurückziehen. Mit anderen Worten wird das Wild unsichtbar und entzieht sich der jagdlichen Greifbarkeit. Es besteht folglich ein dringender Bedarf an neuen innovativen Werkzeugen für das Management wildlebender Huftiere, um Arten wie den Rothirsch (Rotwild) wieder sichtbar und damit jagdlich regulierbar zu machen.

Im Rahmen einer Studie des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien, in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien, der Gutsverwaltung Fischhorn GmbH & Co KG sowie der Gletscherbahnen Kaprun AG wurde erstmals ein Bejagbarkeitsmodell für das Management wildlebender Huftiere in Gebirgsrevieren entwickelt. Rotwild wurde hierbei als Modellart gewählt. Die Bejagbarkeit, das heißt die Eignung einer Fläche zur Ausübung der Jagd, wurde mit einer Genauigkeit von 10 m, basierend auf Fernerkundungsdaten, Felderhebungen und Expertenwissen von Berufsjägern ermittelt. Zusätzlich wurde Rotwild mit modernen GPS-Halsbandsystemen besendert, um das Raum-Zeit-Verhalten dieser Art in Bezug auf Flächen unterschiedlicher Bejagbarkeitseignung untersuchen zu können. Die Ergebnisse konnten bestätigen, was Jägerinnen und Jäger tagtäglich in ihren Revieren beobachten. Rotwild entzieht sich dem menschlichen Auge und der jagdlichen Greifbarkeit, indem während der Schusszeit viele gut bejagbare Bereiche kaum oder nur nachts aktiv aufgesucht werden. In Kombination dazu werden schwer zugängliche Lagen und dichte Einstände, in welchen die Bejagung nicht möglich oder nur mit außerordentlich großem Aufwand durchführbar ist, vom Wild während des Tages als Rückzugsort bevorzugt genutzt. Rotwild scheint folglich eine Landschaft mit einem heterogenen anthropogenen Prädationsrisiko wahrzunehmen, welche durch Flächen unterschiedlicher Bejagbarkeitseignung geprägt ist, exakt wie es im Rahmen dieser Studie modelliert werden konnte. Dies bestätigt die Realitätsnähe des entwickelten Bejagbarkeitsmodells.

Mithilfe dieses Modells wird es zukünftig möglich sein Vorhersagen zu treffen, wohin sich Arten wie Rotwild zurückziehen, wenn der menschliche Jagddruck ansteigt. Das Modell liefert zusätzlich nützliche Erkenntnisse über die jagdliche Eignung bestimmter Flächen. Dies kann eine wertvolle Information für Personen sein, welche das jeweilige Revier nicht wie die eigene Westentasche kennen. Darüber hinaus kann das Modell als Planungsinstrument eingesetzt werden, um Jagdmethoden und -strategien möglichst effizient umsetzen zu können. Ein zukunftsorientiertes Management wildlebender Huftiere wird dadurch ermöglicht, wodurch Konflikte, ausgelöst durch diese Wildarten, reduziert werden können.

Die detaillierten Ergebnisse dieser Studie finden sich in der Open Access-Publikation von Wildlife Biology.

Link zur Publikation:

Griesberger, P., Obermair, L., Zandl, J., Stalder, G., Arnold, W. & Hackländer, K. (2022). Hunting suitability model: a new tool for managing wild ungulates. Wildlife Biology, 1–11. doi.org/10.1002/wlb3.01021

Wissenschaftliche Kontakte (BOKU): Paul Griesberger (paul.griesberger(at)boku.ac.at), Klaus Hackländer (klaus.hacklaender(at)boku.ac.at)

(Foto: Paul Griesberger)


 

NEUES PROJEKT!

Wien, 24. März 2022

Lebensraumkonkurrenz zwischen der Alpengämse und anderer (Wild-)Wiederkäuer

Die Konkurrenz um die Ressource „Raum“ ist auch im Tierreich zu spüren, besonders im Alpenraum wo mehrere (Wild-)Wiederkäuerarten sich ihren Lebensraum teilen. Studien konnten bereits zeigen, dass die Alpengämse (Rupicapra r. rupicapra) gegenüber Rothirschen oder Weidevieh sehr empfindlich reagieren kann und Gebiete räumlich meidet, die von konkurrenzstärkeren (Wild)-Wiederkäuern genutzt werden. Derartige Konkurrenzsituationen können sich negativ auf die Verfügbarkeit hochwertiger Äsung aus der Sicht der Gams auswirken. Fehlen entsprechende Äsungsmöglichkeiten kann dies zu einem geringeren Wachstum der Kitze, zu niedrigeren Gewichten von Kitz und Geiß vor Wintereinbruch und damit zu einer erhöhten Wintermortalität führen. Auch das Setzgewicht der Kitze im Folgejahr kann durch das Fehlen geeigneter Äsung negativ beeinflusst werden.

Wie verhält sich nun die Situation, wenn weitere Wildwiederkäuer ins Spiel kommen?

In diesem Projekt sollen räumliche Konkurrenzsituationen zwischen der Alpengämse, Rothirschen, Rehen, Steinböcken und Weidevieh im Salzburger Teil des Nationalparks Hohe Tauern untersucht werden. Wildkameras werden hierbei eingesetzt, um Interaktionen zwischen diesen Arten auf der Alpennordseite der Hohen Tauern analysieren zu können. Die Ergebnisse aus diesem Projekt werden zu einem besseren Verständnis der Habitatwahl der Alpengämse und damit auch zum Management sowie dem Erhalt dieser Art in Mitteleuropa beitragen.

Die Projektlaufzeit ist von April 2022 - bis August 2024 geplant.

Wissenschaftlicher Kontakt: Paul Griesberger, MSc (paul.griesberger(at)boku.ac.at)


 

Jetzt auch auf Englisch verfügbar! Empfehlungen zur Dokumentation und Beurteilung von Hinweisen des Goldschakals (Canis aureus) in Europa

Die bereits auf Deutsch erschiene Publikation wurde nun auch einer breiteren Leserschaft zugänglich gemacht und kann damit die Diskussion zur Durchführung der Beurteilung von Goldschakal-Hinweisen auf einem internationalen Level eröffnen.

Englische Version:

Hatlauf J & Böcker F (2022): Recommendations for the documentation and assessment of golden jackal (Canis aureus) records in Europe. BOKU reports on wildlife research and wildlife management 27. Ed.: Institute of Wildlife Biology and Game Management (IWJ) University of Natural Resources and Life Sciences, Vienna. 1-30. ISBN: 978-3-900932-94-7

The link to the publication

Der Goldschakal besiedelt neue Lebensräume, in denen er vorher nicht existierte. Hierdurch entsteht in vielen Gebieten eine neue Situation deren Erfassung und Beobachtung eine neue Herausforderung darstellt. Die europäische Rechtslage und das zunehmende gesellschaftliche und politische Interesse machen ein strukturiertes und vergleichbares Monitoring des Goldschakals stetig notwendiger. Etablierte Monitoringstandards von Wolf, Luchs und Bär ermöglichen heute den Vergleich erhobener Daten in vielen Ländern Europas. Erst gemeinsame Monitoringregeln und Darstellungsformen erlauben es, über politische Grenzen hinweg verlässliche und nachvollziehbare Daten zur Verfügung zu stellen. Damit diese Ansprüche auch bei der weiteren Beobachtung der Goldschakalvorkommen in Mitteleuropa bedient werden können, erstellte Jennifer Hatlauf MSc. vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft gemeinsam mit Kooperationspartner Felix Böcker, MSc. von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg Empfehlungen für das Monitoring des Goldschakals. Ziel war es, eine Monitoringgrundlage für zentraleuropäische und weitere angrenzende Länder zu schaffen, um die Transparenz und Vergleichbarkeit im Goldschakalmonitoring zu gewährleisten.

Deutsche Version:

Hatlauf J & Böcker F (2021): Empfehlungen zur Dokumentation und Beurteilung von Hinweisen des Goldschakals (Canis aureus) in Europa. BOKU-Berichte zur Wildtierforschung und Wildbewirtschaftung 26. Hrsg.: Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ) Universität für Bodenkultur Wien. ISBN 978-3-900932-89-3

Hier der link zu BOKU-Bericht

Kontakt: jennifer.hatlauf(at)boku.ac.at


 

Wiedereinbürgerung von Luchsen zeigt deren Anpassungspotential

Wien, 9. März 2022:

Luchse, die vor 30 Jahren in der Schweiz ausgewildert wurden, kamen aus den Karpaten. Dort lebten sie fern der Zivilisation im Wald und ernährten sich vorwiegend von Rehen. In der Schweiz waren sie mit einem gänzlich anderen Lebensraum konfrontiert, in dem es mehr Störungen gab. Folglich wichen sie in die vom Menschen dünn besiedelten Gebiete oberhalb der Waldgrenze aus und wechselten auf ein bis dato unbekanntes Beutetier, die Gams. Die Studie von Daniela Nagl, Absolventin des
Masterstudiums Wildtierökologie und Wildtiermanagement, und Kollegen wurde in der Zeitschrift Ecology and Evolution publiziert.
Link: https://doi.org/10.1002/ece3.8614

 

Heiße Sommer machen der Gams zu schaffen

Wien, 9. März 2022:

In einer aktuellen Studie des IWJ werden die Effekte heißer Sommer auf die Gewichtsentwicklung von Gämsen im Alpenraum beleuchtet. Individuen, die oberhalb der Waldgrenze leben, sind von hohen Temperaturen deutlich mehr betroffen als jene, die sich in den tieferliegenden Wald zurückgezogen haben. Die Publikation in der Zeitschrift Ecology and Evolution verdeutlicht am Beispiel Gams, wie sich die globale Erwärmung auf unsere Wildtiere auswirken wird.
Link: https://doi.org/10.1002/ece3.8650


Artenschutz an Gebäuden – Citizen Scientists gesucht!

Wien, 2. März 2022

Im Zuge eines Citizen Science Projekts der Stadt Wien – Umweltschutz und des Naturschutzbundes Wien werden Brutplätze von gebäudebrütenden Vögeln in Wien mithilfe der Bevölkerung erfasst und exakt verortet. Diese Informationen stehen allen im Neubau und in der Sanierung tätigen Menschen online zur Verfügung und helfen dabei die Brutplätze dieser Arten dauerhaft zu schützen und zu erhalten.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem partizipativen Ansatz des Projektes. Auch heuer werden wieder motivierte Mithelferinnen und Mithelfer gesucht, welche Brutplätze von Mauerseglern, Turmfalken, Dohlen, Mehlschwalben, Haussperlingen und weiteren Gebäudebrütern melden. Jede/Jeder kann mitmachen und beliebig viel Zeit in die Kartierung von Brutplätzen investieren, Vorkenntnisse sind nicht notwendig! Im Rahmen von Einschulungsexkursionen bekommen neue Kartiererinnen und Kartierer alle notwendigen Informationen zur Verfügung gestellt. Es werden mehrere beliebig wählbare Exkursionen angeboten! Mehr Informationen zur Flaggshiffart des Projekts, dem Mauersegler, findest Du in der Broschüre „Mauersegler: Die Könige der Luft“.

Falls Du das Projekt durch Deine Mithilfe gerne unterstützen möchtest, nimm bitte Kontakt mit DI Ferdinand Schmeller von der Wiener Umweltschutzabteilung MA 22 auf. Danke Dir!

Kontakt:

DI Ferdinand Schmeller (Wiener Umweltschutzabteilung MA 22)

ferdinand.schmeller(at)wien.gv.at


Der Schneehasenevolution auf der Spur

Wien, 24. Jänner 2022:

In einer neuen Publikation hat ein internationales Forscherteam mit Beteiligung von IWJ-Vorstand Klaus Hackländer die Evolution von Anpassungen bei Schneehasen untersucht. Verglichen wurden drei Teilpopulationen aus Irland, den Alpen und Fennoskandinavien, die offensichtlich nacheiszeitlich vor 20000 Jahren voneinander getrennt wurden. Lokale Anpassungen (z.B. die fehlende Weißfärbung der
Schneehasen in Irland) haben sich nach der Studie sowohl durch genetische Isolation als auch durch Hybridisierung mit anderen Hasenarten entwickeln können. Die Studie wurde in Molecular Ecology
veröffentlicht und findet sich hier:
https://doi.org/10.1111/mec.16338


 

NEUES PROJEKT – Erforschung klimatischer und anthropogener Einflüsse auf die Gämse zur Entwicklung eines nachhaltigen Managements

Wien, 11. Jänner 2022

Die Alpengämse (Rupicapra r. rupicapra) wird als eine Leitart der alpinen und montanen Regionen Europas angesehen, welche auf Lebensraumveränderungen durchaus sensibel reagieren kann. Obwohl die Gams europaweit als „nicht gefährdet“ eingestuft wird, verzeichnen einige Regionen in den vergangenen Jahrzehnten einen Rückgang der gezählten Gamsbestände bzw. -jagdstrecken (insbesondere im Alpenraum). Diese Entwicklung wird auf eine Kombination verschiedenster Faktoren zurückgeführt, wobei anthropogene Störungen, hoher Jagddruck und der Klimawandel als wesentliche Einflussgrößen definiert werden.

Im Rahmen dieses von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderten Projekts werden deshalb die Bewegungsmuster von Gämsen und damit deren Habitatnutzung mit Hilfe moderner GPS-Halsbandsysteme analysiert. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft sowie der zur Zisterzienserabtei Heiligenkreuz zugehörigen Forstverwaltung Wasserberg. Ebenfalls beteiligt sind das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien, die steirische Landesjägerschaft, die Stiftung Fürst Liechtenstein sowie das Benediktinerstift Admont.

Die Habitatnutzung der Gämse in Raum und Zeit werden vor dem Hintergrund möglicher Einflussfaktoren (Vegetation, Klima, menschliche Störungen, etc.) erforscht. Zusätzlich werden den besenderten Gämsen Pansensonden verabreicht, welche zur Messung des Herzschlages und der inneren Körpertemperatur dienen. Damit kann der Energiestoffwechsel quantifiziert werden und somit physiologische Konsequenzen der äußeren Rahmenbedingungen als auch der Verhaltensanpassungen dokumentiert werden. Basierend auf den Ergebnissen dieses Projekts wird es möglich sein, die Einflüsse klimatischer Effekte als auch menschlicher Aktivitäten auf das Raum-Zeit-Verhalten, die Aktivität sowie den Stoffwechsel von Gämsen abzuschätzen. Dadurch kann ein Beitrag zu einer fundierten wissenschaftlichen Grundlage für ein nachhaltiges Management dieser Wildart geschaffen werden, um einen negativen Trend der Gamsbestände sowie unerwünschten Wildeinfluss an der Waldvegetation entgegenzuwirken. Ein derartiges Management soll dazu beitragen, den Wald, die Berge und die Gämse dauerhaft erhalten und gleichzeitig die Nutzungsansprüche des Menschen gewährleisten zu können.

Wissenschaftlicher Kontakt: Paul Griesberger (paul.griesberger(at)boku.ac.at)

(Foto: Paul Griesberger)


Genetische Variation wird durch Landschaft beeinflusst

Wien, 22. Dezember 2021

Die genetische Variation innerhalb einer Population ist nicht zufällig verteilt. Idealerweise hängen Teilgebiete miteinander zusammen und Individuen können frei wandern, um somit für Genfluss und hohe genetische Diversität zu sorgen. Barrieren und Widerstände in der Landschaft können allerdings Wanderungen hindern und damit starken Einfluss auf die beobachtete räumliche genetische Variation ausüben.

In einer neuen Studie konnten Florian Kunz MSc., Dr. Marica Sittenthaler, Univ. Prof. Dr. Klaus Hackländer und Assoc. Prof. Dr. Ursula Nopp-Mayr vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft zusammen mit Dr. Martin Schebeck und Ao. Univ. Prof. Dr. Christian Stauffer vom Institut für Forstentomologie, Forstpathologie und Forstschutz sowie Dr. Peter Klinga (Technische Universität Zvolen, Slowakei) und DDr. Veronika Grünschachner-Berger (Wildbiologisches Büro, Steiermark) die Birkhuhn-Population der Steiermark genetisch untersuchen. Dabei wurden basierend auf einem Lebensraummodell Korridore für den Austausch zwischen Teilpopulationen eruiert und zusammen mit den genetischen Daten ausgewertet. Es zeigt sich, dass trotz allgemein hoher genetischer Diversität die Widerstände der Landschaft einen Einfluss auf die Population, über die reine Entfernung zwischen Teilgebieten hinausgehend, ausüben.

Link zur Publikation im Fachmagazin Ecology and Evolution mit den detaillierten Ergebnissen: Kunz et al. (2021) Assessment of drivers of spatial genetic variation of a ground-dwelling bird species and its implications for conservation. Ecology and Evolution. https://doi.org/10.1002/ece3.8460

Wissenschaftlicher Kontakt: Florian Kunz, florian.kunz(at)boku.ac.at


Rudolf Reiner zum Thema Gams promoviert

Wien, 22. Dezember 2021,

Kurz beschert DI Rudolf Reiner MSc dem Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft ein großes Geschenk. Mit der Verteidigung seiner Dissertation zum Thema "Die Auswirkungen von Lebensraum und Klima auf die Populationsdynamik und die körperliche Entwicklung beim Gamswild (Rupicapra rupicapra) im Ostalpenraum" schloss er sein Doktoratsstudium an der BOKU erfolgreich ab. Der studierte Forstwissenschaftler und Wildtierökologe bringt nun im Nationalpark Berchtesgaden seine Expertise in das Schutzgebietsmanagement ein.

Das gesamte IWJ-Team gratuliert herzlich zum Doctor rerum naturalium technicarum!


NEUES PAPER - Zur Klärung taxonomischer Unklarheiten bei den Wolfs-, Hunde- und Schakallinien Afrikas, Eurasiens und Australasiens

Wien, 18. Dezember 2021

Ein erfolgreicher Schutz hängt von einer genauen Taxonomie ab. Derzeit ist die Taxonomie der Caniden in Afrika, Eurasien und Australasien eher instabil, da neuere molekulare und morphologische Studien frühere Klassifizierungen in Frage gestellt haben. Als Teil eines großen Forscherteams widmete sich Jennifer Hatlauf MSc. vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft – einigen Fragen zu diesen aktuellen Themen. Im Rahmen der Studie überprüfte das Team die verfügbaren Informationen über mehrere Canis-Taxa der Alten Welt und Australasiens, bei denen phylogenetische Unsicherheiten bestehen, um die Gültigkeit der vorgeschlagenen wissenschaftlichen Namen zu bewerten und eine wissenschaftliche Grundlage für einen taxonomischen Konsens zu schaffen. Die stützt sich in erster Linie auf molekulare Daten, aber umfasst auch Morphologie, Biogeografie und Verhaltensökologie. Es werden wichtige Wissenslücken aufgezeigt und Empfehlungen für die künftige Forschung gegeben .

Der Goldschakal (Canis aureus) aus Eurasien, der Afrikanischen Wolf (C. lupaster) aus Afrika, Schabrackenschakale und Streifenschakale (L. adusta bzw. L. mesomelas), die Himalaya-/Tibet- und indischen Wolfslinien (Canis lupus chanco und Canis lupus pallipes) wurden demnach genauer betrachtet.

Die in dieser Studie vorgestellten Informationen bieten einen aktuellen und konsistenten taxonomischen Rahmen, der von Naturschützern und anderen Fachleuten genutzt werden kann, sollen aber auch zu weiteren Forschungen anregen, um die derzeitigen Unklarheiten bei der Taxonomie der Altweltkaniden zu beseitigen.

Krofel M, Hatlauf J, Bogdanowicz W, Campbell LAD, Godinho R, Jhala YV, Kitchener AC, Koepfli KP, Moehlman P, Senn H, Sillero-Zubiri C, Viranta S, Werhahn G & Alvares F (2021) Towards resolving taxonomic uncertainties in wolf, dog and jackal lineages of Africa, Eurasia and Australasia. Journal of Zoology, 00, 1– 14. https://doi.org/10.1111/jzo.12946

Kontakt: jennifer.hatlauf(at)boku.ac.at


Empfehlungen zur Dokumentation und Beurteilung von Hinweisen des Goldschakals (Canis aureus) in Europa

Wien, 6. Dezember 2021

Der Goldschakal besiedelt neue Lebensräume, in denen er vorher nicht existierte. Hierdurch entsteht in vielen Gebieten eine neue Situation deren Erfassung und Beobachtung eine neue Herausforderung darstellt. Die europäische Rechtslage und das zunehmende gesellschaftliche und politische Interesse machen ein strukturiertes und vergleichbares Monitoring des Goldschakals stetig notwendiger. Etablierte Monitoringstandards von Wolf, Luchs und Bär ermöglichen heute den Vergleich erhobener Daten in vielen Ländern Europas. Erst gemeinsame Monitoringregeln und Darstellungsformen erlauben es, über politische Grenzen hinweg verlässliche und nachvollziehbare Daten zur Verfügung zu stellen. Damit diese Ansprüche auch bei der weiteren Beobachtung der Goldschakalvorkommen in Mitteleuropa bedient werden können, erstellte Jennifer Hatlauf MSc. vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft gemeinsam mit Kooperationspartner Felix Böcker, MSc. von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg Empfehlungen für das Monitoring des Goldschakals. Ziel war es, eine Monitoringgrundlage für zentraleuropäische und weitere angrenzende Länder zu schaffen, um die Transparenz und Vergleichbarkeit im Goldschakalmonitoring zu gewährleisten.

Hatlauf J & Böcker F (2021): Empfehlungen zur Dokumentation und Beurteilung von Hinweisen des Goldschakals (Canis aureus) in Europa. BOKU-Berichte zur Wildtierforschung und Wildbewirtschaftung 26. Hrsg.: Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ) Universität für Bodenkultur Wien. ISBN 978-3-900932-89-3

Kontakt: jennifer.hatlauf(at)boku.ac.at

Hier der link zur BOKU-Berichtereihe: https://boku.ac.at/dib/iwj/iwj-aktuell/publikationen/boku-berichte-zur-wildtierforschung