Den Wildtieren auf der Spur

...waren die Schülerinnen und Schüler einer ersten Klasse AHS zusammen mit Paul Griesberger und Florian Kunz vom IWJ im Rahmen eines Umweltpädagogiktages. Dabei wurde gemeinsam über Ökologie und Wildtiermanagement gesprochen, Wildtiere in Wien erforscht und Biologisches anhand einiger spannender Präparate erlernt. Im Stationenlernen mit viel Anschauungsmaterial wurden Themen wie Nahrungsökologie, Geweih- und Hornträger und indirekte Nachweise über Losungen und Trittsiegel erarbeitet. Am Nachmittag konnten die Schülerinnen und Schüler dann noch in Gruppen wildtierökologische Forschung selbst erleben. Dabei folgte jeweils die Forscher-Gruppe mittels Telemetrieausrüstung der Reh-Gruppe, welche währenddessen versuchte, die Landschaft (des Türkenschanzparks) aus Sicht der Tiere wahrzunehmen und Tagesverstecke zu finden. Wir bedanken uns für die Mithilfe bei der Masterstudentin Lena Schneider, die sehr engagierte Mitarbeit der Klasse und das viele positive Feedback.


Neues Buch zum Wolf

Im Leopold Stocker Verlag erschien soeben das Buch "Der Wolf im Spannungsfeld von Land- & Forstwirtschaft, Jagd, Tourismus und Artenschutz", herausgegeben von Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer.

Die Wolfspopulation wächst in Europa stetig, was bei vielen Menschen Begeisterung und bei anderen Ablehnung und Ängste hervorruft. Seit es in Österreich und Deutschland vermehrt Meldungen über gerissene Schafe oder Wildtiere gibt, wachsen die Sorgen nicht nur der Landwirte.

Welche Auswirkungen hat die Rückkehr des Wolfes auf die Wälder, die Wildtiere und die Jagd? Wie können Landwirte ihre Nutztiere schützen? Wie sollen sich Wanderer verhalten, wenn sie einem Wolf begegnen? Gibt es Landschaftsräume, die eher „wolfstauglich“ sind als andere? Wird sich der Wolf in Zukunft noch stärker verbreiten oder bedeutet „Wolfsmanagement“ auch die Begrenzung seines Lebensraumes und seiner Anzahl?

Vierzehn verschiedene Kapitel, die meisten von BOKU-Angehörigen und -Alumni, behandeln die Rückkehr des Wolfes aus unterschiedlichen Perspektiven vom Naturschutz bis hin zu den Sorgen der
Bauern. Dabei werden die Wolfspopulationen in Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich und der Schweiz betrachtet.

Link zum Buch auf der Internetseite des Stocker-Verlages


Neue Studie zur Nahrungsökologie des Fischotters in Forellenbächen erschienen!

In einem in der Zeitschrift „Knowledge and Management of Aquatic Ecosystems“ aktuell erschienenen Artikel untersuchten WissenschaftlerInnen des IWJ und des IHG (Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement) die Nahrungswahl des Fischotters in Salmonidenbächen.

Vor allem in den Flussoberläufen hat sich in den letzten Jahren der Konflikt zwischen den Nahrungsbedürfnissen des Fischfressers und fischereiwirtschaftlichen Interessen stark zugespitzt. Um in diesen Regionen die Nahrungszusammensetzung im Jahresverlauf und die Nahrungswahl von erbeuteten Fischgrößenklassen genauer zu untersuchen, wurden Beutetierrückstände in Fischotterlosungen analysiert und mit zeitgleich erhobenen Elektrobefischungsdaten verglichen.

Obwohl je nach lokaler und saisonaler Verfügbarkeit auch Beutekategorien wie Amphibien, Krebse und Koppen wichtige Nahrungsressourcen des Fischotters in Salmonidenbächen darstellten, machten Forellen einen Großteil der Fischotternahrung aus. Verschiedene Forellengrößen wurden allerdings nicht im Verhältnis zu ihrer Verfügbarkeit erbeutet, sondern gezielt selektiert. Dies wird vor allem durch räumlich-zeitliche Unterschiede im Beuteangebot sowie durch gewässertypische Habitatausstattung und damit zusammenhängender Fluchtmöglichkeiten von Beutetieren erklärt.

Die Studie erschien unter dem Originaltitel “Fish size selection and diet composition of Eurasian otters (Lutra lutra) in salmonid streams: Picky gourmets rather than opportunists?” in der Zeitschrift Knowledge and Management of Aquatic Ecosystems.

Zuwachsorientierte Abschussplanung für Feldhasen im Zeichen des Klimawandels

Der verregnete Mai stellt für Junghasen eine große Herausforderung dar, da diese ungeschützt in ihren Sassen der Witterung ausgeliefert sind. Heuer könnte also die Überebensrate der Feldhasen etwas niedriger ausfallen, auch wenn der April schon fast sommerlich warm war. Für eine zuwachsorientiere Bejagung des Feldhasen ist es also unerlässlich, nicht nur im Frühjahr den Stammbesatz der Feldhasen zu erheben, sondern auch im Herbst eine Scheinwerferzählung durchzuführen. Somit lässt sich der Zuwachs errechnen und Planungen für die kommende Jagd zu erstellen. Im Rahmen der Masterarbeit von Christine Kowalczyk wurden Grundlagen für eine zuwachsorientierte Abschussplanung für Feldhasen erarbeitet, die jetzt im Fachmagazin Sustainability veröffentlicht wurden. 

Die Studiekann hier kostenfrei heruntergeladen werden:

Link zum Download der Studie (PDF)


Warum trägt ein Reh oder ein Rothirsch ein Halsband? Wie kann man den Herzschlag von Tieren messen? Wieso erforscht man überhaupt Wildtiere?

Diese und ähnliche spannende Fragen wurden im Rahmen eines Umweltpädagogiktages gemeinsam mit einer vierten Klasse der Volksschule am Platz im 13. Wiener Gemeindebezirk erarbeitet. Ursula Nopp-Mayr, Margit Zohmann-Neuberger und Paul Griesberger vom IWJ präsentierten Themen wie die Telemetrie von Wildtieren, Verbreitung von Pflanzensamen durch Wildtiere und Erfassung von Wildtieren über indirekte Anwesenheitszeichen. Anschauungsmaterial aus aktuellen Forschungsprojekten, Präparate sowie Spuren- und Losungsrätsel weckten das Interesse der Kinder sichtlich. Zusätzlich wurde eine kurze Telemetrieübung im Schulhof durchgeführt, um zu demonstrieren wie Wildtierforscher beispielsweise arbeiten. Das positive Feedback sowie die Mitarbeit der Klasse spiegelten den Erfolg dieser Veranstaltung wieder.


Florian Kunz erhält CIC Thesis Award

Für seine Forschungsarbeit zur Populationsgenetik und Lebensraumvernetzung des Birkwildes in der Steiermark erhielt Florian Kunz MSc den Thesis Award 2019 der Young Opinion Arbeitsgruppe des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC).

Die Preisverleihung fand im Rahmen der 66. Generalversammlung des CIC in Windhoek/Namibia statt.

Damit wird das Gesamtprojekt von Ass.Prof. Dr. Ursula Nopp-Mayr, Leiterin des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, gewürdigt, das als Grundlage für die zukünftige Raumplanung in der Steiermark herangezogen wird.

Wir gratulieren herzlich!


Alpenländische Jagdrechtstagung prämiert BOKU-Masterarbeit

Im Rahmen der 2. Alpenländischen Jagdrechtstagung in München (alpenlaendische-jagdrechtstagung.org) wurde Markus Deißler BSc für seine Masterarbeit "Mitteleuropäische Jagdgesetze aus wildökologischer Sicht" ausgezeichnet. Die Arbeit, die von Univ.Prof. Dr. Klaus
Hackländer und DDr. Kathrin Bayer betreut wird, analysiert die Jagdgesetzgebung in 36 Regionen hinsichtlich der Übereinstimmung mit den Prinzipien einer nachhaltigen Jagd. Wesentliche Erkenntnisse dieser Analyse wurden den TeilnehmerInnen der Tagung in einer Präsentation
vorgestellt und fanden Eingang in die Empfehlungen des Alpenländischen Jagdrechtstags.

Wir gratulieren herzlich!


FIWI-Gründer em.O.Univ.Prof. Dr. Kurt Onderscheka verstorben

Das Forschungsinsitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI), die komplementäre Wildtierforschungseinrichtung des IWJ an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, trauert um seinen Gründer und langjährigen Vorstand Dr. Kurt Onderscheka. Er verstarb im 93.Lebensjahr am 10. März 2019. Der Experte für Wildtierernährung leitete die Geschicke des FIWI von 1977 bis 1994 und leistete einen wesentlichen Beitrag zur Wildtierforschung in Österreich. 

Wir werden Dr. Onderscheka ein ehrendes Andenken bewahren.


Stift Klosterneuburg stiftet I-er Hirschgeweih

Das IWJ hat eine imposante Sammlung an Stopfpräparaten, Schädeln und Trophäen der heimischen Wildtiere. Heute bekam der Sammlungsleiter, Univ.Ass. Dr. Fredy Frey-Roos, ein weiteres Exponat von Forstmeister DI Hubertus Kimmel MSc überreicht.

Der I-er Hirsch wurde im Jagdgebiet des Stiftes Klosterneuburg gewildert und steht jetzt u.a. für die Lehrveranstaltungen "Bestimmungsübungen Säugetiere" und "Jagdbetriebslehre" zur Verfügung.

Wir sagen dem Stift und FM Kimmel herzlichen Dank!


Hackländer im Präsidium der Deutschen Wildtier Stiftung

In der Kuratoriumssitzung vom 29.1.2019 in Hamburg wurde Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer einstimmig ins Präsidium der Deutschen Wildtier Stiftung  gewählt.

Als eine der größten Naturschutzstiftungen Europas will die Deutsche Wildtier Stiftung Menschen für die Schönheit und Einzigartigkeit der heimischen Wildtiere faszinieren, der Naturentfremdung entgegenwirken und Wildtiere und Natur aktiv schützen. Dazu investiert sie in Naturbildung, Artenschutzprojekte und in den Ankauf von gefährdeten Lebensräumen.

"Als erster Träger des Forschungspreises der Deutschen Wildtier Stiftung habe ich jetzt die Möglichkeit, mit meinem Engagement der Stiftung etwas zurückgeben zu können", so Hackländer.

Mehr Informationen unter
https://www.deutschewildtierstiftung.de


Goldschakal Projekt Österreich von der ÖAW für die nächsten zwei Jahre gefördert!

Mit einem Goldschakal-Heuler stellte Jennifer Hatlauf das laufende Projekt bei der Verleihung des DOC Stipendiums am 31.01.2019 in der vollen Halle der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vor. Das Goldschakal Projekt Österreich zur Erforschung des Vorkommens von residenten Goldschakalen wird ab Oktober 2018 von der ÖAW für die nächsten zwei Jahre gefördert. Seit 2007, nachdem die erste Goldschakal Reproduktion in Österreich bestätigt wurde, gab es immer wieder vereinzelte Zufallsbeobachtungen. Im Rahmen einer Pilotstudie konnten bereits mittels spezieller Rufanimation – und mit Hilfe von Freiwilligen, der Unterstützung von österreichischen Jagdverbänden, dem Grünen Kreuz und der Stiftung Aktion Österreich-Ungarn – aktiv Goldschakal Nachweise erbracht werden. Nun kann in weiteren Teilprojekten unter anderem nach Losung gesucht und ein Habitatmodell erstellt werden – mit dem Ziel Management-Tools für eine potenziell wachsende Schakalpopulation zu etablieren.

Weitere Infos unter: www.goldschakal.at


Rückkehr des Wolfes nach Österreich: Experte sieht keine Gefahr für Menschen

Rund 20 bis 25 Wölfe gibt es derzeit in Österreich, bis zu 500 könnten es nach Meinung von Klaus Hackländer in den kommenden Jahren werden. Schließlich gebe es in Österreich ein reiches Nahrungsangebot, gab der Wildtierbiologe bei einem Hearing am 13. Februar 2019 im Petitionsausschuss des Nationalrats zu bedenken. Das könnte auch zunehmende Probleme für die Landwirtschaft bringen. Für den Menschen sieht Hackländer hingegen keinerlei Gefahr. Um Wölfe gezielt jagen zu können und so die Wolfspopulation zu managen, bräuchte es dem Experten zufolge einen einstimmigen EU-Beschluss, die Entnahme von Problemwölfen sei grundsätzlich aber jetzt schon möglich.

Auf die Tagesordnung gesetzt hatte das Thema die ÖVP, die dazu auch drei Petitionen vorgelegt hat. Über diese soll nun der Landwirtschaftsausschuss beraten. Die SPÖ plädierte allgemein dafür, Ängste abzubauen und nicht zu schüren. Gegenstand eines Hearings waren weiters die zunehmende Verlagerung des Schwerverkehrs auf nicht mautpflichtige Straßen, die seit langem in Österreich diskutierte Reform des Maßnahmenvollzugs und die Rahmenbedingungen für die Justizwache.

Link zum Artikel auf "parlament.gv.at"


Die Jagd birgt nur ein geringes Risiko für alveoläre Echinokokkose

Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) ist der Haupt- und Endwirt des fünfgliedrigen Fuchsbandwurmes Echinokokkus multilocularis (E. multilocularis), welcher die lebensbedrohliche, humane alveoläre Echinokokkose (AE) verursacht. In vielen Studien wird die “Jagd“ als Risikofaktor für die Infektion mit E. multilocularis angegeben, die später eventuell zu einer Entwicklung einer AE führt. Unserer Ergebnisse zeigen, dass aktive JägerInnen mit dem Erreger E. multilocularis in Kontakt kommen. Dies wird durch positive ELISA- und WB-Tests belegt. Unsere Untersuchungen beweisen aber auch, dass es keinen Unterschied zwischen JägerInnen und der nicht jagenden Bevölkerung gibt.

Die unerwarteten AE-Erkrankungsfälle in Österreich konnten mit unseren Untersuchungen einer exponierten Gruppe von “JägerInnen“ nicht erklärt werden. Diese Studie zeigt, dass weitere Untersuchungen dringend erforderlich sind um Risikofaktoren und Risikogruppen zu identifizieren. Das ist eine wichtige präventive Maßnahme um AE - Erkrankungen zu vermeiden.

Hunting Poses Only a Low Risk for Alveolar Echinococcosis

https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpubh.2019.00007

ORIGINAL RESEARCH ARTICLE

Front. Public Health, 29 January 2019 | https://doi.org/10.3389/fpubh.2019.00007


Masterarbeit von Katharina Semmelmayer auf dem Cover des aktuellen "profils"

Die Masterarbeit von Katharina Semmelmayer zum "Living Planet Index Österreich" hat es auf das Cover des aktuellen profils gebracht. Die alarmierenden Befunde zum Rückgang der Wirbeltierpopulationen in der Alpenrepublik werden hier u.a. in den Kontext der europäischen Agrarpolitik und des Klimawandels gestellt.

https://www.profil.at/ausgaben/profil-1903


RStudio Workshop 2018

Die Fachgruppe Wildtierökologie und Wildtiermanagement, vertreten durch Jennifer Hatlauf, Frederik Sachser, Florian Kunz und Paul Griesberger, veranstaltete am 19.12.2018 den Workshop „RStudio – Vorbereitung auf statistische Analysen“.

Den TeilnehmerInnen wurden Praxistipps sowie Grundkenntnisse hinsichtlich der Funktionsweise der Software näher gebracht. Konkret wurden die folgenden Themenbereiche behandelt: die grafische Benutzeroberfläche von RStudio, das richtige Einlesen von Daten, Datenmanagement sowie die Erstellung und Bearbeitung von Grafiken. Das große Interesse und die rege Teilnahme an dem Workshop spiegelten auch heuer den Erfolg von diesem wieder


Doktor der Bodenkultur DI Johanna Arnold

Diese Woche verteidigte IWJ-Doktorandin Johanna Arnold erfolgreich ihre Dissertation zur Raum-Zeit-Nutzung des Rotwildes in einem steirischen Forstbetrieb. Das von der FFG und der Fürstlich Schwarzenberg'schen Familienstiftung geförderte Projekt analysierte in Kooperation mit dem BOKU - Institut für Waldbau die Effekte von Windwurfflächen und Winterfütterungen. Wir gratulieren herzlich!!


Vortrag über das Management von Großräubern in Europa im Rahmen des Projekts LIFE Connect Carpathians (LCC)

Im Rahmen des Projekts LIFE Connect Carpathians (LCC) (http://connectcarpathians.ro/) hielt IWJ-Doktorandin Dipl.-Biol. Alexandra Sallay-Mosoi einen Vortrag über das Management von Großräubern in Europa. Das LCC Projekt zielt darauf ab, die Lebensraumvernetzung zwischen dem Apuseni-Gebirge und den Südkarpaten in Rumänien aufzubauen und zu erhalten. Dazu diskutierten am 12.11.2018 in Deva (Rumänien) verschiedene Interessensvertreter das weitere Management von Großräubern in Rumänien.


Internationale Goldschakaltagung in Marathon, Griechenland

Von 30.10. bis 2.11.2018 fand die zweite internationale Goldschakaltagung in Marathon, Griechenland statt. Bei der Organisation unterstützte seitens des IWJ die wissenschaftliche Mitarbeiterin Jennifer Hatlauf. Sie war auch mit einem Vortrag über den Status des Goldschakals in Österreich beteiligt “Legal status of the golden jackal in relation to confirmed records in Austria´s provinces”. Das IWJ-Team präsentierte ausserdem Poster von Lisa Krendl (erste Ergebnisse der Masterarbeit “Craniometrical distinction: a comparison of Pannonian and Balkan golden jackal skulls” 4.Posterpreis), Isabella Samweber (“Assessment of methods for age determination based on teeth and skull of the golden jackal”), Zunilda Hostnig (“Status update and distribution of the golden jackal in parts of continental Greece”). Aldin Selimovic stellte unter anderem die Ergebnisse seiner Masterarbeit vor (“Comparing widely used methods for assessing body condition in golden jackals”). Die Tagung war durch viele internationale Experten vertreten, der Fokus lag auf Themen zu Taxonomy, Monitoring und nachhaltiger Bejagung. Es wurden neben Präsentationen zu Goldschakal (Canis aureus) ebenso Forschungsergebnisse über Schabrackenschakal (Canis mesomelas), Streifenschakal (Canis adustus), Afrikanischen Wolf(Canis anthus), Äthiopischen Wolf (Canis simensis) und dem Kojoten (Canis latrans) diskutiert.

Der Tagungsband ist online verfügbar. https://sites.google.com/view/2ndjackalsymposium/home


Fachtagung – Werden Wildtiere durch Freizeitaktivitäten gestört?

Im Rahmen der Rothirschtage 2018 fand am 15.10.2018 in St. Blasien (Baden-Württemberg) eine Fachtagung zum Fragestellungskomplex „Werden Wildtiere durch Freizeitaktivitäten gestört? – Erkenntnisse aus der Forschung für die Praxis“ statt. Organisiert und geleitet wurde die Tagung von der Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA). Möglichkeiten zur Messung der Störungsintensität von Rotwild sowie Erfassung menschlicher Aktivität wurden präsentiert und gemeinsam diskutiert. Zusätzlich wurden Einblicke hinsichtlich der Jagd und deren Auswirkungen auf die Lebensraumnutzung von Rotwild gegeben. Wildruhegebiete, als mögliche Lösung zur Reduktion von Störungen, wurden abschließend ebenfalls behandelt. Von Seiten des IWJ war der wissenschaftliche Mitarbeiter Paul Griesberger mit einem Vortrag zur Thematik „Werden Wildtiere durch die Jagd (als Freizeitaktivität) gestört?“ vertreten. Präsentiert wurden aktuelle Forschungsergebnisse aus einem Rotwild-Besenderungsprojekt, welche aufzeigen konnten, dass menschliche Aktivität das Raumnutzungsverhalten dieser Wildart nachhaltig beeinflusst.


Projekt „Wildtierschutz und Verkehrssicherheit Steiermark“ – Vierter Durchgang abgeschlossen!

In dem seit 2015 bestehenden Forschungsprojekt werden von Projektleiter Mag. Wolfgang Steiner (IWJ) gemeinsam mit den Projektpartnern Land Steiermark (Abt. Straßenerhaltungsdienst & Abt. Tierschutz) und der Steirischen Landesjägerschaft unterschiedliche Methoden zur Reduktion von Wildunfällen und damit zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zum Einsatz gebracht.

Zum nunmehr vierten Mal wurden nun im Rahmen einer Veranstaltung unter prominentem Ehrenschutz (Foto vlnr: Fachabteilungsleiter STED Franz Zenz, LJM Franz Mayr-Melnhof-Saurau, LR Anton Lang, TSO HR Dr. Barbara Fiala-Köck, Projektleiter Mag. Wolfgang Steiner) weitere Jagden in das Projekt aufgenommen und insgesamt 7.000 Wildwarnreflektoren sowie weitere Präventionsmaßnahmen an Mitarbeiter des Straßendienstes und Jäger ausgegeben.

Durch den bisherigen großen Erfolg des Projektes wurde für die kommenden Jahre eine Ausdehnung der Projektbemühungen vereinbart.

„14th International Grouse Symposium“ in Utah

Vom 24.-28. September 2018 fand das „14th International Grouse Symposium“ in Utah, USA statt.

Neben „Resource Selection Functions“ und Populationsmodellierungen wurden u.a. Untersuchungen zu den Einflüssen menschlicher Infrastrukturen auf Raufußhühner sowie entsprechende Managementmaßnahmen vorgestellt. Das BOKU-Team Ursula Nopp-Mayr, Margit Zohmann-Neuberger, Monika Kriechbaum und Johannes Tintner präsentierte erste Ergebnisse einer Pilotstudie zur Analyse von Nahrungsbestandteilen des Birkhuhns mittels FT-IR Spektroskopie.

Das IWJ auf der 26ten internationalen Bärentagung in Ljubljana, Slowenien

Auf der diesjährigen internationalen Bärenkonferenz (16.-21.09.2018) der Internationalen Vereinigung für Bärenforschung und -management (IBA) trafen sich mehr als 250 Bärenforscher und –Manager aus der ganzen Welt. IWJ-Mitarbeiter Dr. Andreas Zedrosser führte als aktueller IBA-Präsident souverän durch das Programm. Das Hauptthema „ Das Leben mit Bären“  der diesjährigen Tagung lag auf dem Schwerpunkt  „Mensch-Bär-Koexistenz in von Menschen dominierten und politisch fragmentierten Landschaften“.  IWJ-Doktoranding Dipl.-Biol. Alexandra Sallay-Mosoi präsentierte dabei Erfahrungen aus einer von der FFG geförderten Untersuchung zum Einsatz von nicht-letaler Munition zu Vergrämungszwecken von Wildtieren (Bär, Wolf, Wildschwein). IWJ-Postdoc Dr. Patricia Graf berichtete gemeinsam mit IWJ-Masterstudent Frowin Feurstein über ihre aktuellen Studien im Rahmen eines Projektes von Assoc. Prof. Dr. Klemen Jerina (Universität Ljubljana) zur Nahrungsökologie der Bären in Slowenien. Alle Dokumente der Tagungfindet man unter https://lifewithbears.eu/


Afrikanische Säugetiere im Forschungsfokus

Auf der 92. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Säugetierkunde in Bonn wurden vom 17.-20. September 2018 (Link zur Tagungsseite) aktuelle Erkenntnis aus der Säugetierforschung in Afrika präsentiert und diskutiert. Mehr als 70 Wissenschaftler aus Europa, Asien, Afrika und den USA trafen sich dazu am Museum Alexander Koenig (Bild). Nach wie vor ist die Diversität der Säugetiere auf diesem Kontinent noch nicht voll erfasst. Schätzungen der Universiät Swasiland zufolge kann man davon ausgehen, dass mehrere Hundert Arten noch nicht entdeckt und beschrieben wurden, insbesondere aus der Gruppe der Nagetiere und Fledermäuse. Am Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der BOKU werden aktuell zwei Masterarbeiten mit Afrikabezug durchgeführt: Anna Schertler erarbeitet einen Atlas der Hasen für Afrika und den Nahen Osten. Agnes Hussek überabeitet eine Methode zur Individualmarkierung von Nashörnern. Alle Themen laufender und abgeschlossener Masterarbeiten und Dissertationen am IWJ findet man unter http://www.dib.boku.ac.at/iwj/masterarbeiten-und-dissertationen/


10 Jahre Wildunfallschutz!

In dem seit 2008 bestehenden Forschungsprojekt „Wild und Verkehr NÖ“ werden von Projektleiter Mag. Wolfgang Steiner (IWJ) gemeinsam mit den Projektpartnern NÖ Landesjagdverband und Land Niederösterreich sowie vielen weiteren Unterstützern unterschiedliche Methoden zur Reduktion von Wildunfällen und damit zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zum Einsatz gebracht.

Bei der Feier zum 10-jährigen Bestehen wurden nun unter prominentem Ehrenschutz weitere Jagden in das Projekt aufgenommen und insgesamt 11.000 Wildwarnreflektoren sowie weitere Präventionsmaßnahmen an Mitarbeiter des Straßendienstes und Jäger ausgegeben.

Durch den bisherigen großen Erfolg des Projektes wurde für die kommenden Jahre eine weitere Zusammenarbeit zwischen Landesjagdverband und Land Niederösterreich mit der BOKU vereinbart.


Am 03. bis 07. September fand das (1) 3rd EUROBOAR-Meeting in Prag/Tschechien und das (2) 12th International Symposium on Wildboar and other Suids in Lázně Bělohrad/Tschechien statt.

(1) Zahlreiche WissenschaftlerInnen aus Europa kamen zusammen, um an der Entstehung einer gemeinsamen Datenbank mit Fokus auf das europäische Schwarzwild (Sus s. scrofa) zu arbeiten. Von Seiten des IWJ war der wissenschaftliche Mitarbeiter Andreas Daim vertreten. Bei dem 2016 gestarteten EUROBOAR-Projekt handelt es sich um ein Netzwerk von WissenschaftlerInnen und wissenschaftlichen Instituten, welche die Bewegungsökologie des Schwarzwildes in verschiedenen Habitaten und Managementregimen erforscht. Dieses Ziel soll durch die gemeinsame Zusammenschau und Nutzung vorhandener GPS und VHF Daten der Teilnehmer länderübergreifend untersucht werden. Ein erstes gemeinsames Paper zu Kontaktraten beim Schwarzwild ist im Entstehen.

(2) Beim Wildboar Symposium trafen ca. 100 Wissenschaftler aus aller Welt zusammen. Im Hauptfokus stand aufgrund der Aktualität das Thema  Afrikanische Schweinepest (ASP). Untersuchungen zu bestmöglichen Managementmaßnahmen vor und bei einem Ausbruch der Seuche wurden präsentiert. In einer Exkursion wurden zudem die Methoden zum Umgang mit der Seuche von Tschechischen Veterinärbehörden und Verwaltungsverantwortlichen eindrucksvoll praktisch demonstriert. Durch die Internationalität des Publikums (z.B. Japan, Texas, Australien, Russland..) wurden besonders Gegebenheiten, Probleme und Managementmaßnahmen anderer Länder präsentiert und diskutiert.

Informationen zu allen Themen der Tagung finden sich im Abstract Booklet unter: http://wmrg.ldf.mendelu.cz/en/

Weitere Informationen zur Euroboar-Gruppe finden sich unter: http://euroboar.org/


Internationale Tagung über Kleinsäuger

Vom 3.-7. September hat ein joint meeting der "6th International conference of Rodent Biology and Management" & "16th Rodens et Spatium" in Potsdam stattgefunden. Etwa 300 Wissenschaftler aus 50 Nationen nahmen an der Konferenz teil. In die Konferenz war zusätzlich ein Workshop über "rodent-borne diseases" mit anschließender Podiumsdiskussion integriert. Plenary talks wurden von Charles Krebs, Rick Ostfeld, Simone Sommer, James Ross und Hannu Ylönen gehalten. Frederik Sachser präsentierte ein Poster über die Verbreitung von Buchensamen durch Kleinsäuger.

Das Book of Abstracts kann online abgerufen werden.


Europas Agrarpolitik auf dem Prüfstand

Am 4. September 2018 diskutierten Vertreter von Birdlife Europe, CIC, copa*congeca und FACE mit der EU-Kommission und EU-Parlamentariern über die Bedeutung des Greenings der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU für die Biodiversität in der Feldflur. Im Europäischen Parlament in Brüssel stellte Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer aktuelle Studien vor, die die Ineffektivität der ökologischen Vorrangflächen deutlich machten. Gemeinsam mit Vertretern des Europäischen Jagdverbandes FACE und von Birdlife Europe forderte Hackländer die Wiedereinführung einer Brachenverpflichtung von 7% der Agrarfläche.

Download: THE NEXT CAP: ARMAGEDDON FOR HARES, PHEASANTS & CO.?