Mag. Lukas Landler, Ph.D.

Institut für Zoologie
Universität für Bodenkultur Wien
Gregor-Mendel-Straße 33
A-1180 Wien

Tel: +43 1 47654 - 83334
Fax: +43 1 47654 - 83309
E-mail: lukas.landler(at)boku.ac.at

Raum: MENH-EG/06

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Forschungsleistungen

Forschungsinteressen

Seit dem Beginn meiner akademischen Laufbahn war ich fasziniert von der Fähigkeit diverser Tiergruppen zur Orientierung und Migration. Speziell das Phänomen der Orientierung am Erdmagnetfeld hat es mir angetan. Daraus ergaben sich eine Reihe von unterschiedlichen Projekten über die Jahre (siehe auch die Links unter Publikationen). Für meine neu formierte Arbeitsgruppe an der BOKU lege ich meinen Themenschwerpunkt auf das Spannungsfeld zwischen Amphibienschutz im städtischen Raum und deren Migrations- und Orientierungsmöglichkeiten.  Für meine Untersuchungen arbeite ich mit der Wechselkröte (Bufotes virdis) in Wien und Umgebung. Dazu verwende ich sowohl Fang- Wiederfang Methoden als auch neueste Tracking-Technologien in Feldstudien, zudem plane ich Laborversuche durchzuführen um die Arbeiten im Feld zu komplementieren. Meine Arbeiten stellen einen Beitrag zum Schutz der Wechselkröte dar und geben uns Einblick in die erstaunlichen Wanderleistungen und das Orientierungsverhalten von Amphibien.

Arbeitsgruppe

Da ich gerade erst angefangen habe meine Gruppe aufzubauen wirkt dieser Teil der Seite noch recht leer. Allerdings bin ich laufend auf der Suche nach motivierten StudentInnen! Interessiert? Schreiben Sie mir einfach ein Email!

Stephan Burgstaller hat an der Universität Wien den Master in Zoologie abgeschlossen, wo er im Rahmen seiner Masterarbeit die Populationsdynamik von Feuersalamandern untersucht hat. Aktuell bestreitet er sein Doktoratsstudium an der BOKU, im Zuge dessen er die Wechselwirkungen zwischen Habitats-Charakteristik, Physiologie und Populationsdynamik von Wechselkröten untersucht. Seit 2017 arbeitet er als Lektor bei einer Lehrveranstaltung an der Universität Wien, im Rahmen dessen wertvolle Daten über eine Wechselkröten-Population im innerstädtischen Rudolf-Bednar-Park (Leopoldstadt) gesammelt wurden. Obwohl diese Population seit Jahren stabil zu sein scheint, lassen erste Ergebnisse eine erschreckend hohe Sterblichkeit vermuten. Seine Doktorarbeit wird neben grundlegenden Erkenntnissen zur Auswirkung menschlichen Einflusses auf Amphibien-Populationen, auch Anweisungen für den angewandten Naturschutz und den Erhalt der Wechselkröte in urbanen Lebensräumen liefern. Nebenbei führt er, als Selbstständiger, Aufträge zur Amphibien-Kartierungen durch.

András Horváth hat seinen Bachelor 2019 an der BOKU abgeschlossen mit einer Arbeit über die Rolle von natürlichen Gewässern für uns Menschen. Er startete dann einen Master in Landschaftsarchitektur (auch an der BOKU) mit einer Spezialisierung auf aquatische Ökosysteme. Für seine Masterarbeit führt er in der Simmeringer Haide an einer der größten (wenn nicht gar der größten) Wechselkrötenpopulationen in Wien Fang-Wiederfangstudien durch. An dieser Population hat unsere Forschungsgruppe 2020 angefangen zu arbeiten, er wird die Aufnahmen nun um ein weiteres Gewässer erweitern. Das erlaubt ihm, zusätzlich zu generellen demografischen Analysen die räumliche Dynamik und den potentiellen Austausch zwischen den Meta-Populationen zu dokumentieren. Wissen über die Raumnutzung ist eine wichtige Basis, um Habitat-Ansprüche dieser streng geschützten Art besser verstehen und Empfehlungen für Schutzmaßnahmen geben zu können.

Yurii Kornilev erwarb seinen Master-Abschluss in interdisziplinärer Ökologie mit Schwerpunkt Wildtierökologie und Naturschutz an der University of Florida, USA, wo er die Ökologie einer Flussschildkrötenart und die Auswirkungen menschlicher Störungen untersuchte. Er ist gerade dabei, seine Doktorarbeit am Nationalen Museum für Naturgeschichte der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften abzuschließen. Darin untersucht er die Verbreitung und Ökologie zweier Arten von Wasserschlangen, die in Bulgarien weit verbreitet, aber weitgehend unerforscht sind. In den letzten 20 Jahren war er an einer Reihe von Forschungs- und Schutzprojekten über Reptilien und Amphibien in Bulgarien, Österreich und den USA beteiligt. An der BOKU bereitet er eine Meta-Analyse über die Wirkungen von pulsierenden elektromagnetischen Feldern auf in vitro kultivierte Wirbeltierzellen vor. Wenngleich die bisherigen Forschungsergebnisse gemischt ausfallen, könnten sie dennoch bedeutende Auswirkungen sowohl auf die menschliche Gesundheit und auch für die Tierbiologie haben.

Magdalena Spießberger hat 2019 ihren Master in Verhaltens-, Neuro- und Kognitionsbiologie an der Universität Wien abgeschlossen. Für ihre Masterarbeit untersuchte sie den Zusammenhang zwischen den Bedingungen im frühen Leben und der Telomerlänge in Wildschweinfrischlingen (Sus scrofa) am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie. Telomere sind die „Schutzkappen“ am Ende der Chromosomen, sie spielen eine wichtige Rolle im Alterungsprozess und werden als Biomarker für die körperliche Verfassung angesehen. Danach begann sie am Research Institute of Molecular Pathology an einem Projekt zur Untersuchung des Magnetsinnes von Mäusen mitzuarbeiten. Zusätzlich zu diesem Projekt arbeitet sie seit Sommer 2021 auch an der Populations- und Verhaltensökologie der Wechselkröte im Zusammenhang mit Urbanisierung. Ihre Hauptinteressen liegen neben den Auswirkungen auf das Verhalten und die Lernfähigkeit der Wechselkröte in der Frage, ob menschlich bedingte Umweltbelastungen die Telomerelänge von diesen Tieren negativ beeinflussen.

Publikationen

Eine Liste meiner Publikationen gibt es hier. Zusätzlich finden Sie aktuelle Publikationen auf meiner Google Scholar und Researchgate Seite.

Forschung

Meine (fast) vollständige Liste der Projekte bei denen ich mitarbeite können Sie hier finden. Eine Auswahl von aktuellen Projekten finden Sie unterhalb.

Wechselkröte © Lukas Fuxjäger

Populations- und Wanderdynamiken von Wechselkröten in städtischer und natürlicher Umgebung

Während Primärhabitate der Wechselkröte (Bufotes virdis) sukzessive verloren gehen, bewährt sich diese Steppenart als Kulturfolger im städtischen Raum. Doch gerade hier werden geeignete Habitate immer mehr isoliert, brachliegende Flächen werden verbaut und in möglichen Ersatzgewässern schreitet die Sukzession voran. Für effektiven Schutz ist es unumgänglich, die Verbreitung, Populations- und Wanderdynamiken der Wechselkröten zu verstehen. Dafür greifen wir auf ‚klassische‘ populationsökologische Methoden (Fang-Wiederfang), als auch auf neueste Entwicklungen im Bereich der Tracking-Technologien zurück. Ergänzt werden die Felduntersuchungen in Wien und ländlicher Umgebung mit Verhaltensbeobachtungen im Labor.

Das Rückenmuster der Wechselkröte: Farbwechsel, Hormone und Umwelteinfluss

Dieses Projekt, angeführt von Stephan Burgstaller, hat das Ziel den Farbwechsel der Wechselkröte besser zu verstehen: warum und unter welchen Umständen ändern diese Kröten ihre Rückenfarbe? Solche Farbänderungen wurden schon in frühen Laborversuchen festgestellt und könnten der Grund für den deutschen Namen dieser Tiere sein. Des Weiteren werden wir den Einfluss von Hormonen aber auch der Umwelt auf die Färbungen untersuchen, sowohl in Feld- als auch in Laborversuchen.