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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2019-01-01 - 2022-01-06

In Agrarökosystemen müssen verschiedene Ökosystemdienstleistungen wie Nahrungsmittelproduktion, Schädlingsregulierung sowie Erhalt der Bodenfruchtbarkeit gegeneinander abgewogen werden, um die Ziele der nachhaltigen Entwicklung und Biodiversitätsziele zu erreichen. Die wichtigsten Einflussfaktoren auf Biodiversität und Ökosystemleistungen sind der Klimawandel, die Invasion fremder (Schädlings-)Arten und Veränderungen damit assoziierter Landbewirtschaftung. Die Rückkopplung dieser Faktoren mit den ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen beeinflusst wiederum mehrere Dimensionen der Biodiversität und die Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene. Projektziel ist die Entwicklung und Erprobung von agentenbasierten Modellen, die verschiedene Szenarien der Landnutzung für das zukünftige Management in Weinbauregionen aus Spanien, Frankreich, Deutschland, Österreich und Rumänien integrieren. Im ersten Schritt werden relevante Stakeholder zu partizipativen Workshops eingeladen, um verschiedene Szenarien unter Berücksichtigung verschiedener lokaler und globaler Einflussfaktoren für die Modellierung zu entwickeln. Im zweiten Schritt, wird vorhandenes Wissen aus unterschiedlichen europäischen Ländern für die Entwicklung eines Prognosemodells für Ökosystemdienstleistungen im Weinbau verwendet. Als dritter Schritt wird das Modell mit den Ergebnissen von unabhängigen Erhebungen ober- und unterirdischer Biodiversität sowie verschiedener Ökosystemleistungen wie biologischer Schädlingskontrolle entlang von Gradienten der Landschaftskomplexität und Managementintensität in fünf europäischen Regionen validiert. Die Ergebnisse des Projektes sind: (i) ein räumlich explizites Modell, das WinzerInnen als Entscheidungsträger integriert, die Landnutzungsentscheidungen unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen treffen, (ii) ein Modell zur Quantifizierung der Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen in Weinbaulandschaften unter verschiedenen Biodiversitätsszenarien zur Ermittlung optimaler Landnutzungsstrategien, (iii) die Validierung dieses Modells mit empirischen Daten zu Biodiversität, Landschaftsvielfalt und Ökosystemleistungen und (iv) ein Software-Tool für WinzerInnen, das Informationen darüber liefert, wie Weinbauregionen in einem bestimmten Gebiet bewirtschaftet werden können, um sowohl Produktion, weitere Ökosystemdienstleistungen und Biodiversität zu maximieren.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2018-08-01 - 2018-10-31

In den Jahren 2017 und 2018 verursachte ein massenhaftes Auftreten des Rübenderbrüsslers (Bothynoderes punctiventris) in weiten Teilen Ostösterreichs enorme Schäden im Zuckerrübenanbau. Bekämpfungsmaßnahmen unter Einsatz der aktuell verfügbaren insektiziden Saatgutbehandlungsmittel und Kontaktinsektizide erzielten keine befriedigenden Erfolge. Hatten die bislang in der Rübenpille formulierten Neonicotinoide zumindest in Jahren mit geringeren Populationsdichten eine begrenzte Wirkung gegen diesen Schädling versprochen, so ist ihr Einsatz ab Jahresbeginn 2019 verboten. Angesichts dieser Situation stellt sich die dringliche Frage nach erfolgversprechenden Alternativen. In Zusammenarbeit mit der Zuckerforschung Tulln GmbH sollen deshalb in umfangreichen Labor- und Freilandversuchen Fragestellungen zur Ökologie und Bekämpfung des Rübenderbrüsslers untersucht werden.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2018-07-01 - 2019-06-17

Der Wirkstoff Glyphosat wurde 2017, trotz Gegenstimmen u.a. aus Österreich, auf weitere 5 Jahre, d.h. bis Ende 2022 als Pflanzenschutzmittelwirkstoff in Europa genehmigt. Um die möglichen Auswirkungen eines Ausstiegs oder einer weiteren Einschränkung der Verwendung beurteilen zu können, soll eine nationale Machbarkeitsstudie für Österreich erstellt werden. Bezugnehmend auf den Entschließungsantrag 28/A(E) vom 13.12.2017 soll mit dem hier vorliegenden Projektantrag diese nationale Machbarkeitsstudie erarbeitet werden. Diese Studie soll eine fachlich fundierte Grundlage für einen österreichischen Aktionsplan zum möglichen Ausstieg von Glyphosat in Pflanzenschutzmitteln (insbesondere im privaten Bereich) und zur Ableitung konkreter Maßnahmen zur Abfederung allfälliger wirtschaftlicher Nachteile in der Landwirtschaft darstellen. Eine nochmalige Überprüfung der Zulassung des Wirkstoffs, gesundheitspolitische Aspekte sowie eine volkswirtschaftliche Kostenabschätzung eines Glyphosatverzichtes sind nicht Gegenstand dieser Studie.

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