22.11.2019, 11:15-13:45 Uhr, Hörsaal 01, TÜWI

Die Verwendung von Tieren in der Forschung wirft angesichts ihrer Leidensfähigkeit seit jeher moralische Fragen auf: man fängt und sperrt sie ein, transportiert und ma­ni­puliert sie, oft wird ihr Tod mit einkalkuliert – dies alles mit dem Versprechen eines wissenschaftlichen Nutzens, vor allem – aber nicht nur – in der Medizin, und mit der Vorstellung einer Sonderstellung des Menschen. Dieses Thema greifen wir mit unserer nächsten Veranstaltung mit ExpertInnen auf dem Gebiet der Tierethik auf.

Der erste Teil der Veranstaltung gibt einen Überblick über aktuelle Positionen und Argumente in der Tierethik. Welche Überlegungen werden angeführt, um einen besonderen Status des Menschen zu rechtfertigen? Wie lauten die Einwände? Welche Argumente sprechen umgekehrt für eine grundsätzliche Kritik am Status Quo bis hin zu einer Forderung nach Tierrechten? Im zweiten Teil geht es um die kritische Diskussion von drei Konzepten: (i) das Konzept zur Minimie­rung von Schaden und Leiden am Tier (3R), (ii) das Konzept zur Maximierung von epistemischem Nutzen (3V) und (iii) die Schaden-Nutzen-Analyse. Darüber hinaus werden die Bedeutung von 3R/3V für die Praxis sowie die Schwierigkeiten einer Güterabwägung diskutiert.

PROGRAMM

Begrüßung:  Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Liebert, Vorsitzender der Ethikplattform

Vorträge und Diskussion

11:15 – 12:15 Uhr „Traditionelle und neue Konzepte der Tierethik“

Dr. Friederike Schmitz, Berlin

12:15 – 13:15 Uhr „Ethische Aspekte bei Tierversuchen“

Dr. Matthias Eggel, Uni Zürich

13:15 – 13:45 Uhr  Diskussion

Dr. Friederike Schmitz promovierte in Philosophie und ist Herausgeberin des Sammel­bandes Tierethik. Grundlagentexte (Suhrkamp Verlag) sowie der Einführung „Tierethik kurz + verständlich“ (compassion media). An der Freien Universität Berlin hat sie zum Thema „Tiere in der politischen Theorie“ geforscht. Sie hat den Verein Mensch Tier Bildung e.V. mitgegrün­­det, gibt Vorträge und Workshops zu tierethischen Themen und ist derzeit häufig Gesprächspartnerin in verschiedenen Medien.

Der Molekularbiologe und Bioethiker DDr. Matthias Eggel arbeitet derzeit am Institut für Biomedi­zi­ni­sche Ethik und Geschichte der Universität Zürich, z.B. zu regulatori­schen Fragen der Ethik in der Tierversuchsforschung, u.a. zu „genome editing“. 2018 veröffentlichte er gemeinsam mit Herwig Grimm den Beitrag „Necessary, but Not Sufficient. The Benefit Concept in the Project Evaluation of Animal Research in the Context of Directive 2010/63/EU“ (Animals). Eggel ist Mitglied der Kommission für Tierversuchsethik (KTVE) der Akademien der Wissenschaften in der Schweiz.  

Einladung