Details zum Klimaschutzprojekt

  • Reduktion von Feuerholz zur Trinkasseraufbereitung (durch Abkochen)
  • Umstieg auf solare Trinkwasserdesinfektion durch WADI
  • Vermeidung von ca. 20.000 Tonnen CO2 in 5 Jahren
  • Verbesserung der Luftqualität in Haushalten
  • Sauberes Trinkwasser für ca. 12.000 Menschen in Soroti
  • Desinfektion von ca. 40.000 Liter Wasser pro Tag / 15 Mio Liter pro Jahr
  • Reduktion von wasserbezogenen Krankheiten
  • Starke Einbindung der Bevölkerung: Trainings und Partizipation, dadurch umfassende Verbesserung der sanitären Einrichtungen und hygienischen Situation
  • Schaffung von weiteren Co-Benefits: breiter SDG Bezug (SDGs 1,2,3,4,5,6,8,9,11,13,15,17)

Die Lage

Projektbeschreibung

Ausgangslage:
Saubere Luft und reines Trinkwasser sind essenziell für das menschliche Wohlbefinden und Lebensqualität. In Uganda haben 68% der ländlichen Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser (WHO/Unicef 2016). Dies trifft auch auf die strukturschwache Projektregion Soroti zu. Das größte Gesundheitsproblem dabei ist die mikrobiologische Verunreinigung des Trinkwassers und die damit ausgelösten Krankheiten. Deshalb kochen die Menschen ihr Wasser meist über dem offenen Feuer mit Brennholz ab, um die Bakterien abzutöten.
Von den rund 350.000 Einwohner*innen des Bezirks, leben mehr als 50% unter der Armutsgrenze, es fehlt an Bildung und Gesundheitseinrichtungen und oft gibt es Lebensmittelknappheiten aufgrund von Dürren und Überflutungen.
Hinzu kommt, dass Uganda zwischen 2005 und 2010 mit 2,7% Waldverlust pro Jahr, eine der weltweit höchsten Abholzungsraten aufwies. Dem entgegenzuwirken ist heutzutage eine Priorität der Regierung. Die Verbrennung von Feuerholz ist eine der Hauptquellen für den Ausstoß von CO2 Emissionen in Ländern des globalen Südens (Kim et al. 2011). Millionen von Menschen leiden an Krankheiten, die auf Luftschadstoffe in Haushalten durch ineffiziente Verbrennung zurückzuführen sind, oder sterben an deren Folgen (WHO 2016), so auch in Soroti.
Eine intakte Umwelt, saubere Luft und sicheres Trinkwasser sind die Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung und unabdingbar für Bildung, ökologische und soziale Nachhaltigkeit und die Reduzierung von Armut.

Projektziele:
Ziel des Projektes ist es, zu einer nachhaltigen Entwicklung von Soroti beizutragen, indem CO2 Emissionen und Luftverschmutzung in den Haushalten reduziert und gleichzeitig sauberes Trinkwasser durch solare Wasserdesinfektion (SODIS Methode) sichergestellt wird. Das österreichische Start-Up Helioz, hat mit dem WADI ein simples Gerät entwickelt, mit dem die UV-Strahlung gemessen und das Wasser einfach desinfiziert werden kann. Mittlerweile hat Helioz schon in mehreren Ländern in Afrika und Asien WADI Projekte gestartet. In Soroti werden 2000 WADIs an ausgewählte Haushalte verschenkt und bleiben auch nach Projektende in den Dörfern. 
Gemeinsam mit dem BOKU Institut für Siedlungswasser, Industriewasserwirtschaft und Gewässerschutz, der Water School Uganda und der Makarere University wird das Projekt durchgeführt. Es  ist geplant in den nächsten 5 Jahren 20.000t CO2 zu vermeiden. Da der Wasserkreislauf ganzheitlich gedacht werden muss, werden auch die Abwassersituation, Sanitäre Einrichtungen und Hygienemaßnahmen (WASH Programm) verbessert. Hinzu kommen weitere Co-Benefits:

  • Verbesserung der gesundheitlichen Situation
  • Verbesserung der Luftqualität in Haushalten
  • Minderung der Abholzung --> Biodiversitätssteigerung und Bodenschutz
  • Kostenersparnis durch weniger Bedarf an gesundheitlicher Versorgung und Brennholz
  • Bewusstseinsbildung über Abwasserbehandlung und Gewässerschutz

Durch die vielseitigen positiven Auswirkungen leistet dieses Kleinprojekt einen wertvollen Beitrag zu mehreren SDGs (Sustainable Development Goals). Im Rahmen von drei Diplomarbeiten und ständiger wissenschaftlicher Begleitung wird dieser Beitrag gemessen und dargestellt. Somit kann hochqualitativer Klimaschutz und die Verbesserung der Lebenssituation der lokalen Bevölkerung einhergehen und langfristige Entwicklungen werden angestoßen.

Das Projekt in aller Kürze

STANDORT
Uganda, Region Soroti                                                                                                                1° 41′ 0″ N, 33° 37′ 0″ E

PROJEKTTYP
Trinkwasseraufbereitung - Vermeidung von Feuerholz durch WADI (SODIS Methode)

EMISSIONSREDUKTION
20.000 t CO2 in 5 Jahren

SITUATION OHNE PROJEKT
CO2 Emissionen durch Verbrennung von Feuerholz zur Trinkwasseraufbereitung,
Lungenkrankheiten durch Rauch, wasserbezogene Krankheiten

ZIEL
Umstieg auf WADI von 2000 Haushalten
Verbesserung der hygienischen Situation
Reduktion der Krankheitsfälle

PROJEKTDAUER
Start 2019
Begleitung über 5 Jahre

PROJEKTKOSTEN
329.431€

KOSTEN PRO TONNE CO2
20€

WER KANN SICH BETEILIGEN?
Privatpersonen und Betriebe, die ihre
CO2-Emissionen kompensieren wollen

JEDER KÄUFER
erhält ein Spenderzertifikat

Das Projekt wird im Rahmen des BOKU
CO2-Kompensationssystems gefördert

Weiterführende Literatur

WHO/Unicef 2016: Uganda - drinking water: https://washdata.org/data/household#!/uga

Kim et al., 2011 Review of diseases associated with household air pollution due to the use of biomass fuels.
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0304389411007424

WHO, 2016: Household air pollution and health.
https://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/household-air-pollution-and-health

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Factsheet