Details zum Klimaschutzprojekt

Das Projekt GEN – Green Energy and Nutrition reduziert CO2-Emissionen, indem Feuerholz durch Biogas von häuslichen Biogasanlagen ersetzt und Tiermist anorganisch gelagert wird. Verglichen mit der sogenannten „Three-Stone-Method“ (man könnte es mit einem Lagerfeuer vergleichen) kann in Uganda durch den Bau häuslicher Biogasanlagen und der ordnungsgemäßen Inbetriebnahme eine alternative energieeffiziente Kochvariante angeboten werden. GEN soll in einer 6-jährigen Projektlaufzeit bestenfalls bis zu 14.520 tCO2e einsparen.

Die Lage

Projektbeschreibung

Ausgangslage:

In Uganda kochen 85% mit einem offenen Feuer (Stand: 2016) und forcieren damit aufgrund einer Energieeffizienz von lediglich 10% die daraus resultierende Abholzung der Wälder (jährliche Abholzungsrate in Uganda: 2.4%). Die Entwaldung setzt nicht nur CO2 frei, sondern die Böden verlieren ihre Fähigkeit Wasser zu halten, was zu Erosion führt. Darüber hinaus stellt die entstehende häusliche Luftverschmutzung nicht nur eine Gefährdung für die Gesundheit dar, sondern der Kauf von Holzkohle und Brennholz bedeutet auch zeitgleich eine ökonomische Belastung – bis zu 15% des Einkommens in Uganda.

Für die Suche nach Brennholz werden täglich viele Stunden benötigt – Zeit, die nicht für bezahlte Arbeit aufgewendet werden kann oder Kinder von der Schule fernhält. All diese Faktoren verschlimmern die Armut in Uganda fortwährend.

 

Projektziele:

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Institut für Umweltbiotechnologie (BOKU), Caritas Gulu (Uganda), Universität Gulu (Uganda) und Caritas Kärnten in der Region Gulu im Norden Ugandas umgesetzt und dauert insgesamt sechs Jahre.

Neben dem Klimaschutz und der Reduzierung der gesundheitsgefährdenden häuslichen Luftverschmutzung, soll GEN zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Projektregion Gulu beitragen und vermehrt soziale Aspekte miteinbeziehen. Beispielsweise basieren die Biogasanlagen im Allgemeinen auf einem kollaborativen Ansatz, bei dem Haushalte mit mehr Tieren Haushalte mit weniger Tieren unterstützen, indem sie mehr Input zu den Anlagen beitragen. Das produzierte Gas und der daraus resultierende Gärrest (Dünger) werden gleichmäßig auf die jeweiligen Haushalte verteilt. Ziel hierbei ist es, die Gemeinschaft zu stärken und gleichzeitig zu vermeiden, dass sich die Kluft zwischen Haushalten mit hohem und niedrigem Einkommen vergrößert.

Alle ausgewählten Haushalte, die von einer Biogasanlage profitieren, erhalten außerdem einen Gasherd, sowie Setzlinge, um auf ihrem Grundstück Gemüse und / oder Obst anzubauen und den Gärrest der Biogasanlagen gut als Dünger nutzen zu können. Während des Projekts wird die lokale Bevölkerung im Bau und Wartung von Biogasanlagen geschult, was Unternehmertum fördert und auch nach Projektende Nachhaltigkeit sichern soll.

Durch stetige wissenschaftliche Begleitung der beiden Universitäten und mehreren wissenschaftlichen Arbeiten von Studierenden leistet das Projekt GEN einen wesentlichen Beitrag unser Klima zu schützen und verbessert durch einige Co-Benefits die Lebenssituation in Uganda. Für alle Mitwirkenden war es schon im Vorhinein wichtig ein Projekt zu entwickeln, welches sich für eine umweltbewusstere und chancengerechtere Gesellschaft in Uganda einsetzt – das Projekt GEN war das Ergebnis dieser Zielsetzung.

 

Das Projekt in aller Kürze

STANDORT
Region Gulu (350km nördlich der Hauptstadt Kampala)

PROJEKTTYP
Bau von Biogasanlagen und Steigerung der Ernährungsproduktion

EMISSIONSREDUKTION
14.520 tCO2e in 6 Jahren

SITUATION OHNE PROJEKT
Abholzung  der Waldflächen, CO2-Emissionen durch Verwendung von Feuerholz und Holzkohle, Gesundheitsgefährdung durch Luftverschmutzung

ZIEL
Bau von 200 Biogasanlagen für bis zu 800 Haushalte und Schulen

PROJEKTDAUER
Start 2020, Dauer: 6 Jahre

PROJEKTKOSTEN
703.188€

KOSTEN PRO TONNE CO2
19,5 €

WER KANN SICH BETEILIGEN?
Privatpersonen und Betriebe

PROJEKTENTWICKLER:
Caritas Kärnten, IFA – Institut für Umweltbiotechnologie (BOKU), Caritas Gulu und Gulu Universität (Uganda)

Weiterführende Literatur

Annan, Koffi-Pref., Africa Progress Panel. (2015). Africa Progress Reprot 2015: Power, People, Planet: Seizing Africa's energy and climate opportunities. Genf: Africa Progress Panel. Retrieved from: https://blogs.worldbank.org/energy/opportunity-africa-people-power-planet

Elisabeth Regina Zeiner. (2010). Abschätzung der Trebhausgasemissionen für eine Kompostanlage in Peru. Kritische Betrachtung der CDM‐Methodologie AMS III.F. der UNFCCC. Retrieved from https://forschung.boku.ac.at/fis/suchen.hochschulschriften_info?sprache_in=de&menue_id_in=206&id_in=&hochschulschrift_id_in=7756

The World Bank. (2011). Household Cookstoves, Environment, Health, and Climate Change ‐ A new Look at an Old Problem. Retrieved from https://www.cleancookingalliance.org/binary-data/RESOURCE/file/000/000/79-1.pdfhttp://cleancookstoves.org/resources_files/household-­‐cookstoves.pdf

 

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