Monika Wilde, Miriam Klausberger (IAM) und Wolfgang Schweiger (IFA Tulln) wurden in der Kategorie Life Sciences ausgezeichnet. Wir gratulieren herzlich!

Mit dem INiTS Award wurden heuer zum 7. Mal wissenschaftliche Arbeiten (Bachelorarbeiten, Master/Diplomarbeiten, Dissertationen) mit wirtschaftlicher Verwertbarkeit prämiert. Neben der Neuartigkeit des Produkts oder der Dienstleistung galt es vor allem, die wirtschaftliche Verwertbarkeit und Realisierbarkeit herauszuarbeiten.

In der Kategorie Life Science wurden Monika Wilde, MSc (1.Platz), DI Miriam Klausberger (2.Platz) und Dr. Wolfgang Schweiger (3.Platz) ausgezeichnet.

Non-Growth Associated Production of Recombinant Proteins in E.coli

Die Arbeit wurde im Rahmen einer Masterarbeit in der Arbeitsgruppe von Prof. Reingard Grabherr (BOKU/IAM) durchgeführt und beim INITS-Award mit dem 1.Platz (powered by Med-El) ausgezeichnet.

Die Produktion rekombinanter Proteine im Bakterium Escherichia coli (E. coli) ist an das Zellwachstum gekoppelt. Dabei kann es zur Überbelastung des Wirts kommen, was zu reduzierter Ausbeute oder fehlerhafter Produktion des gewünschten Proteins führt. Im Rahmen der Masterarbeit wurde ein E. coli Stamm generiert, der das Bakterienwachstum von der Produktbildung entkoppelt und einen gesteigerten Ertrag an das Produkt liefert. Die Geschäftsidee besteht aus der Vermarktung dieses Bakterienstammes. Das Projekt befindet sich in der Patentierungsphase und bietet neben erhöhter Ausbeute ein hohes Maß an Stabilität gegenüber bereits existierenden wachstumsentkoppelten Systemen, sowie die Möglichkeit auch toxische Proteine in ausreichender Menge herstellen zu können.

Cloning, expression and characterisation of a novel FAD-dependent glucose dehydrogenase

Die Arbeit wurde im Rahmen einer Masterarbeit in der Arbeitsgruppe von Dr. Roland Ludwig (BOKU/LBT) durchgeführt und beim INITS-Award mit dem 2.Platz (powered by Bayer) ausgezeichnet.

350 Millionen Menschen weltweit leiden an der Blutzuckerkrankheit. Der Blutzuckerspiegel ist nicht nur der wichtigste Wert für die Diagnosestellung, er dient auch der Kontrolle der Krankheit um eine richtige Insulintherapie zu gewährleisten und ernsthafte Folgeschäden zu vermeiden.
Vorhandene enzymbasierte Glukosesensoren sind nicht ideal, da bei der Erzeugung des biochemischen Signals Nebenprodukte generiert werden, die einerseits das Messergebnis verfälschen können und sich andererseits negativ auf die Lebensdauer der Biosensorkomponenten auswirken. Die Geschäftsidee stellt einen neuartigen Glukosebiosensor dar, der ein alternatives Enzym (Glukosedehydrogenase) verwendet. Mit dieser Technologie sollen die erwähnten Nachteile herkömmlicher Glukosesensoren beseitigt werden und die Richtigkeit und Präzision sowie die Lebensdauer von Glukosebiosensoren verbessert werden.

Phase II detoxificaton of Fusarium toxins in yeast

Die Arbeit von Dr. Wolfgang Schweiger wurde beim INITS-Award mit dem 3.Platz ausgezeichnet. Dr. Schweiger ist seit 1996 an der BOKU und arbeitet zur Zeit als Post Doc am Department IFA-Tulln.

Maskierte Mykotoxine sind Schimmelpilztoxine, die von Pflanzen metabolisiert werden, aber im menschlichen Verdauungssystem wieder reaktiviert werden. Zearalenon etwa gelangt ber den Befall von Getreide durch den Pilz Fusarium graminearum in die Nahrungskette und kann zu schweren hormonellen Strungen fhren. Maskierte Mykotoxine werden von Routineanalysen in Lebens- und Futtermittel kaum bercksichtigt, knnen aber einen wesentlichen Anteil der Toxinbelastung darstellen. Ein Grund dafr ist das Fehlen analytischer Standards fr die Validierung von Detektionsmethoden. Wir haben ein Verfahren zur effizienten Herstellung von Zearalenon-4-Glukosid, dem Hauptmetaboliten von Zearalenon in Pflanzen entwickelt, das es uns ermglicht die Substanz von hoher Reinheit und relativ kostengnstig herzustellen.


24.10.2011