I.              Vorbereitung Quality Audit

Das als Steuerungsgruppe zur Weiterentwicklung des universitären QM-Systems etablierte „QM-Board“ unter Vorsitz von Rektor Gerzabek initiierte eine Reihe von Aktivitäten zur Vorbereitung des für 2013 und 2014 geplanten Quality Audits. Nachdem die AQ Austria als Agentur ausgewählt worden war, analysierte das Board die an der BOKU vorhandenen strategischen Vorgaben, qualitätsgeleitete Ziele und Maßnahmen in Hinblick auf die von der AQ Austria vorgegebenen Standards, Prüfbereiche und Handlungsfelder. Das Auditverfahren wurde vom neuen Geschäftsführer der AQ Austria, Herrn Dr. Hopbach, vorgestellt; das anschließend übermittelte Anbot wurde Anfang 2013 unterzeichnet.

Im Zuge der umfangreichen Vorarbeiten für das Quality Audit wurden zentrale Prozesse im Bereich der Studienorganisation sowie in Bezug auf das Management von Drittmittelprozessen mit dem Ziel der Klärung von Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sowie der Prozessoptimierung abgebildet. Für den Drittmittelprozess wurden u.a. eine Wissenslandkarte, in der die zentralen Schritte dargestellt sind, sowie ein Handbuch erstellt.

Eine umfangreiche online-Dokumentensammlung, in der die für interne Abläufe relevanten Dokumente (Geschäftsordnungen, Satzungen, Richtlinien, Formulare etc.) zentral nach Themenbereichen sortiert (Leitung & Management, Studium & Lehre, Forschung, Weiterbildung, Personalmanagement, Kooperationen/Internationalisierung/ Mobilität und gesellschaftliche Ziele) abrufbar sind, wurde auf der Homepage der BOKU publiziert, siehe www.boku.ac.at/qm-dokumentensammlung.html.

II.            Evaluationen

1.    Evaluation von Organisationseinheiten

Das an der BOKU entwickelte Verfahren zur Evaluation von Organisationseinheiten bewertet nicht nur die in der Vergangenheit erbrachten Leistungen, sondern geht vor allem auf die Entwicklungsperspektiven eines Departments ein. Bei der Erstellung des Selbstevaluationsberichts ist auf eine konsequente Ausrichtung auf Qualitätsmanagement zu achten, d.h. die Departments haben in ihrer Selbstdarstellung Ziele zu definieren, ihre Umsetzung zu beschreiben, sie zu bewerten und anschließend Verbesserungsvorschläge zu machen. Als Peers werden ausschließlich unabhängige Experten aus dem Ausland bestellt; auch 2012 gelang es wieder hochkarätige Peers zu gewinnen. Um die spezifischen Herausforderungen des jeweiligen Departments zu berücksichtigen und um die Umsetzung der Evaluationsergebnisse zu gewährleisten, werden mit den Peers bzw. mit dem Rektorat Workshops durchgeführt. Die Ergebnisse der Evaluation fließen in die internen Zielvereinbarungen ein.

2012 wurde die Evaluation des Interuniversitären Departments für „Agrobiotechnologie, IFA-Tulln“ sowie jene des Departments für „Wasser-Atmosphäre-Umwelt“ abgeschlossen. Weiters wurden in diesem Jahr das Department für „Integrative Biologie und Biodiversitätsforschung“ (DIBB), das Department für „Bautechnik und Naturgefahren“ (BAUNAT) sowie die Agrarwissenschaften an der BOKU evaluiert. Im Zuge dieser komplexen Evaluation, die vom Centre for Agricultural Studies (CAS) koordiniert wurde, wurden zunächst die Ergebnisse der Evaluationen sämtlicher agrarwissenschaftlicher Departments zusammengeführt, darüber hinaus wurden alle agrarwissenschaftlichen Studienprogramme international begutachtet und unter Einbeziehung von Departments, Senat, Fachstudienkommission, Lehrenden und Studierenden diskutiert. Die Ergebnisse dieser Begutachtung flossen in die Weiterentwicklung der agrarwissenschaftlichen Bachelor- und Masterstudien ein. Die in einem Entwicklungsbericht dargestellten Entwicklungsoptionen und Maßnahmen wurden nach Abschluss des Evaluationsverfahrens konkretisiert und schrittweise umgesetzt; so ist beispielsweise für 2013 eine gemeinsame Professurenplanung für den agrarwissenschaftlichen Bereich vorgesehen.

Wie auch in den letzten Jahren wurden im Anschluss an diese Evaluationsverfahren die Peers um deren Feedback gebeten, um das Verfahren weiter optimieren zu können.

2.    Evaluation von Professuren

2012 wurden folgende Professuren auf Basis der Richtlinie zur personenbezogenen Evaluation einem Evaluationsverfahren unterzogen: Rechtswissenschaften, Molekulare Pflanzenphysiologie, Umwelt- und Ressourcenpolitik und Waldökosystemmanagement. Das bestehende Konzept zur Evaluation von WissenschafterInnen an der BOKU wurde den Anforderungen des KV angepasst, v.a. in Bezug auf § 49 Abs. 1 und 2.

III.           QM in Studium und Lehre

Im Bereich Studium und Lehre wurden einerseits verschiedene qualitätssichernde Maßnahmen durchgeführt (z.B. die Evaluierung der Studieneingangs- und Orientierungsphase) bzw. bereits bestehende Qualitätssicherungsmaßnahmen weiterentwickelt (z.B. die Rekonzeptionierung der Lehrveranstaltungsbewertung). Diese Maßnahmen wurden von der Richtliniengruppe „Qualitätssicherung in der Lehre“, einer permanenten, gemeinsam von Senat und Rektorat eingesetzten Arbeitsgruppe, entwickelt und umgesetzt.

Gemeinsam mit den beiden im Jahr 2012 gestarteten AbsolventInnenstudien erfolgt so eine Begleitung des Bereichs Studium und Lehre von Beginn des Studiums (StEOP) bis nach Abschluss des Studiums:

       

1.    Evaluierung der Studieneingangs- und Orientierungsphase (StEOP)

Im Februar/März 2012 erfolgte die Auswertung und Diskussion der Ergebnisse der Evaluierung der StEOP des WS 2011/12, wobei die BefragungsteilnehmerInnen (n=637) sehr differenziertes Feedback zu den organisatorischen Bedingungen in der StEOP (z.B. Termine der Lehrveranstaltungen und der Prüfungen) gaben. Erfreulich ist auch, dass sich die Informiertheit über das eigene Studium im Zeitraum von der Zulassung bis zum Ende der StEOP-Lehrveranstaltungen deutlich verbessert hatte sowie dass die große Mehrheit der Studierenden (95%) im gewählten Studium bleiben möchte.

Auch im WS 2012/13 wurde eine derartige anonyme online-Befragung wieder durchgeführt, an der sich um die 550 Studierenden beteiligten, was einer Rücklaufquote von 31% entspricht. Insgesamt gaben die Studierenden nahezu 380 offene Kommentare zu den organisatorischen Bedingungen bzw. den Prüfungen in der StEOP ab. Die Auswertung dieser Umfrage und die Rückmeldung der Ergebnisse an die entsprechenden Stellen erfolgt 2013.

2.    Umsetzung der Lehrveranstaltungsbewertung NEU

Im März 2012 wurde die Umsetzung der neu konzeptionierten Lehrveranstaltungsbewertung, die sowohl die Lehr-Lern-Prozesse als auch die Studienbedingungen erfasst und Qualitätsmerkmale für vier unterschiedliche Ebenen im Bereich Lehre und Studium (Verhalten eines/r Lehrenden; Lehrveranstaltung/-aktivität; Modul; Studiengang) beschreibt, beschlossen.

Diese ausschließlich online stattfindende Bewertung durch Studierende wurde in zwei zentralen konzeptuellen Aspekten reformiert:

·         Befragungszeitraum: Der Zeitraum der online-Befragung wird stark gekürzt und umfasst zwei Wochen. Zu Beginn des jeweiligen Zeitraums (Wintersemester: 4. Nov.- und 1. Dez.-Woche; Sommersemester: 3. und 4. Mai-Woche) erhalten die Studierenden ein Anschreiben mit dem Hinweis auf die aktivierte online-Befragung, nach einer Woche zusätzlich ein Erinnerungsschreiben. Die Verkürzung des Befragungszeitraums soll die Evaluierung der Lehrveranstaltungen wieder verstärkt in die Aufmerksamkeit der Studierenden rücken.

·         Befragungsinhalte: Die Inhalte der Evaluierung orientieren sich an den im „Leitbild Lehre“ der BOKU formulierten Zielen und Werten. Damit ist konzeptuell eine Verknüpfung von universitätsweit geltenden Zielen in der Lehre und der Erfassung der Erreichung dieser Ziele im Rahmen der Evaluierung gewährleistet. Strukturell lassen sich die Inhalte der Befragung den Dimensionen a) Verhalten des/der Lehrenden, b) Veranstaltung generell, c) Rahmenbedingungen,               d) Studierende und e) Lehrerfolg zuordnen.

Das neue Konzept zur Lehrveranstaltungsbewertung wurde im WS 2012/13 im Rahmen eines Pilotprojekts umgesetzt, wofür 10 Lehrveranstaltungen mit fünf unterschiedlichen LV-Typen (5x VO, 2x PJ, 1x SE, 1x VS, 1x VU) mit insgesamt 1.597 angemeldeten Studierenden herangezogen wurden. Der Fragebogen wurde von 247 Studierenden ausgefüllt, wovon knapp 60 Studierende auch die Möglichkeit nutzten, Kommentare und Verbesserungsvorschläge einzubringen, die anschließend aufgegriffen und vor dem BOKU-weiten Einsatz im Sommersemester 2013 eingearbeitet wurden.

3.    Entwicklung und Einführung aggregierter Ergebnisreports zur Lehrveranstaltungsbewertung durch Studierende

Es wurden Ergebnisreports entwickelt, die die Evaluierungsergebnisse einer Reihe von Lehrveranstaltungen (z.B. alle Lehrveranstaltungen, die einem Department oder einem Institut zugeordnet sind) für ein Semester aggregiert darstellen. Die Reports stellen ein Ergebnisfeedback dar und dienen der Reflexion und Diskussion über die Qualität der Lehre in den einzelnen Organisationseinheiten. Über diesen Weg wird eine breitere Verwendung der Ergebnisse der Lehrveranstaltungsbewertung erreicht.

4.    Curriculumentwicklung

Die Qualitätssicherung der Studienprogramme in Form einer Überarbeitung aller Bachelor- und Masterstudien erfolgte nach definierten universitätsinternen Prozessen und Bologna-konformen Strukturvorgaben und wird mit dem Sommersemester 2013 abgeschlossen. Notwendige inhaltliche Adaptionen der Curricula werden durch die zuständigen Gremien erfolgen, wie etwa Änderungen von Lehrveranstaltungen oder die Anpassung von ECTS-Punkten an den tatsächlichen Workload der Studierenden.  Ein Schwerpunkt wird zudem auf der korrekten Definition der Learning Outcomes der Lehrveranstaltungen liegen.

5.    AbsolventInnenstudien

Im Jahr 2012 wurde mit der Umsetzung von zwei AbsolventInnenstudien gestartet, die für die BOKU wertvolle Informationen in Hinblick auf die Bewerbungs- und Arbeitsmarktsituation der AbsolventInnen sowie auf die retrospektive Bewertung der Curricula durch die AbsolventInnen gewinnen sollen.

Im Rahmen des „Kooperationsprojekt Absolventenstudien“ (KOAB), das vom Information Center for Higher Education Research Kassel (INCHER) durchgeführt wird und an welchem über 70 Hochschulen aus dem deutschen Sprachraum teilnehmen, werden AbsolventInnen ca. 1,5 Jahr nach Ihrem Studienabschluss zum Studium und zum Berufsweg befragt. Im Zeitraum von Oktober 2012 bis Februar 2013 wurden die 1.279 BOKU-AbsolventInnen kontaktiert, die Ihr Studium im Studienjahr 2010/11 abgeschlossen hatten. Mit einer TeilnehmerInnenanzahl von über 640 Personen konnte eine Rücklaufquote von über 50% erreicht werden. Die Auswertung und Diskussion der Ergebnisse werden 2013 erfolgen.

2012 wurden auch umfangreiche Vorarbeiten für ein erstmaliges AbsolventInnen-Tracking in Zusammenarbeit mit Statistik Austria durchgeführt, bei der die Dauer bis zum Berufseinstieg nach Studienabschluss, die Art der Erwerbstätigkeit sowie Anzahl der Dienstgeberwechsel in den ersten Jahren nach Studienabschluss erhoben werden. Die Untersuchungsbasis bieten hierfür die Abschlussjahrgänge 2004/05 bis 2010/11, die Untersuchung wird im ersten Halbjahr 2013 durchgeführt.

IV.          Universitäre Weiterbildung

Für die stattfindenden Programme der universitären Weiterbildung wurden zentrale Elemente der im allgemeinen Qualitätssicherungskonzept beschriebenen Maßnahmen realisiert:

·         Beschwerdemanagement: Etablierung und Betreuung einer permanent online verfügbaren Feedback-Box. Über dieses online Formular haben die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, jederzeit eine anonyme Rückmeldung zu einem stattfindenden Weiterbildungsprogramm abzugeben. Auf der entsprechenden Internetseite ist der weitere Verwendungsweg der Rückmeldung explizit beschrieben, so dass transparent ist, dass diese Information für Verbesserungen des Programms genutzt wird.

·         AbsolventInnenbefragung: Nach dem Ende eines Weiterbildungsprogramms wurden die AbsolventInnen retrospektiv zu dem Programm befragt und um Bewertung verschiedener Programmaspekte gebeten. Die aggregierten und anonymen Rückmeldungen der TeilnehmerInnen ergingen als Feedback-Information an die Programmleitungen, die aus den Ergebnissen mögliche Verbesserungsmaßnahmen ableiten.

V.            Kooperationen

Die Stabstelle QM koordiniert im Rahmen der „Euro League of Life Sciences“, einem Netzwerk von sieben europäischen Universitäten in den Lebenswissenschaften, eine Expertengruppe im Bereich Quality Assurance, die 2012 sämtliche ELLS Summer Schools evaluierte sowie deren Ergebnisse im Rahmen der ELLS Jahrestagung an der Swedish University of Agricultural Sciences (SLU) präsentierte.

Die Mitarbeiter der Stabstelle QM haben 2012 an den Tagungen des „Österreichischen Netzwerks Qualitätsmanagement“, dem alle öffentlichen Universitäten Österreichs angehören, sowie an der Arbeitsgruppe „Effekte“ teilgenommen.