I. Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung sowie Einsatz von Managementinstrumenten

Das Qualitätsmanagementsystem wird unter der strategischen Leitung des Quality Boards laufend weiterentwickelt, vor allem unter dem Gesichtspunkt von Effektivitäts- und Effizienzsteigerungen bei gleichzeitiger Optimierung der eingesetzten Verfahren. Das Quality Board schlug eine Ausweitung der fachlichen Unterstützung durch das QM vor, v. a. auf Ebene der Departments sowie der Qualitätssicherung operativer Prozesse erstmals auch die Optimierung strategischer Prozesse.

Interne Kooperationen im Bereich QM wurden ausgebaut und eine Mid Term Review in Hinblick auf eine Rezertifizierung des Qualitätsmanagementsystems im Jahre 2021 wurde vorbereitet.

 

II. Akkreditierungen

In der an der BOKU gewählten Ausgestaltung des QMS sind aktuell keine BOKU-weiten Akkreditierungsmaßnahmen vorgesehen. Punktuell werden an der BOKU angebotene Studien akkreditiert, etwa jene Joint Degree-Programme, für die eine Akkreditierung gemäß der rechtlichen Vorgaben des Staats der Partneruniversität verpflichtend ist.

III. Interne und externe Evaluierungen

1. Metaevaluation

Nach Abschluss der Evaluation aller Departments an der BOKU wurde eine Metaevaluation durchgeführt, die zum Ergebnis hatte, dass die Departmentevaluationen einen unverzichtbaren Bestandteil des QMS der BOKU darstellen und dass das Governance Modell der BOKU äußerst wissenschaftsadäquat ist. Darüber hinaus wurden auch wertvolle Anregungen für die Weiterentwicklung des Verfahrens gewonnen. Die Erfahrungen aus der Metaevaluation wurde von Mag. Carstensen, Rektor Gerzabek und Mag. Guggenberger kritisch reflektiert und Ende des Jahres im „Handbuch Qualität und Studium und Lehre“, Raabe Verlag, publiziert.

2. Evaluation Bioökonomieforschung

Die Empfehlungen der Peers aus der Evaluation der Bioökonomieforschung flossen in die Professurenplanung sowie in die Überarbeitung des Entwicklungsplanes ein. Ein Mapping von Forschungsprojekten im Bereich der Bioökonomie, das für die interne Koordination, das Einwerben von Forschungsgeldern sowie für einen Außenauftritt hilfreich sein sollte, wurde in Angriff genommen. Darüber hinaus brachte die BOKU im Rahmen von BIOS Science Austria den Vorschlag der Erarbeitung einer österreichischen Bioökonomiestrategie in das aktuelle Arbeitsprogramm der Bundesregierung ein, der die Schaffung eines Bioökonomiebeirates zur Beratung der Bundesregierung, die Entwicklung von Bioökonomie-Regionen, die Schaffung eines Bioökonomie-Clusters, die Bereitstellung geeigneter Forschungsprogramme und Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft enthält.

3. Personenbezogene Evaluationen

Um den Anforderungen des Kollektivvertrags für Ar-beitnehmerInnen der Universitäten künftig besser zu entsprechen bzw. um für die erstmals zu evaluierenden Professuren gem. § 99b (3) eine zuverlässige Bewer-tungsgrundlage zu haben, wurden Evaluierungsver-fahren entlang zweier im Vorjahr neu ausgearbeite-ten Richtlinien (Beschluss durch Rektorat und Senat) durchgeführt. Diese enthalten u. a. eine Positionierung der WissenschafterInnen entsprechend dem „Know-ledge Triangle“ zwischen „Education“, „Research“ und „Innovative Practice“ sowie die Erstellung eines Teaching Portfolios. Bei ProfessorInnen nach § 98 UG 2002 (A1 Professuren gem. KV) sowie bei Assoziierten ProfessorInnen (A2 Professuren gem. KV) kommt das Verfahren zur Evaluation des wissenschaftlichen Personals zur Anwendung. Befristete ProfessorInnen gem. § 99 (3) UG 2002 können ein Jahr vor Ablauf ihres befristeten Vertrags eine Evaluation beantragen, die im Falle einer positiven Evaluation zu einer Ent-fristung führt. Im Zuge der Durchführung dieser Eva-luationsverfahren wurden die Forschungsindikatoren überarbeitet und die Kooperation mit der Didaktikstelle (Lehrentwicklung) im Zusammenhang mit dem Teaching Portfolio ausgebaut.

4. Lehrveranstaltungsbewertung

Um die Rücklaufquoten der Lehrveranstaltungsbewertung zu erhöhen, wurde eine Initiative gesetzt, deren Durchführung direkt in die Hörsäle zurückzuholen, indem die Bewertung der Lehrveranstaltungen auf mobilen Endgeräten (insbes. Smartphone) ermöglicht werden soll. Dies ist jedoch erst im Zuge der Wei-terentwicklung des Campus-Management-Systems (CampusOnline) möglich. Geplant ist nun eine Integration der Evaluationssoftware EvaSys, die Pilotierung findet an der BOKU statt. Der im Jahr 2016 neu aufgesetzte Follow-up Prozess der Lehrveranstaltungsbewertung unter der Leitung der Vizerektorin für Lehre und Internationales hat sich sehr bewährt und wurde weiter optimiert.

5. Allgemeine Studierendenbefragung

Erstmals wurde im Jahr 2017 eine allgemeine Studie-rendenbefragung gestartet mit dem Ziel, evidenzbasierte Diskussionsgrundlagen für die Weiterentwicklung von Studium, Lehre und Serviceangeboten an der BOKU zu erarbeiten. Befragt wurden alle ordentlichen Bachelor- und Master-Studierende, ohne Erstsemestrige, u. a. zu folgenden Fragestellungen: Wie bewerten die Studierenden Studienangebote und -bedingungen in den einzelnen Fachbereichen? Welche Angebote braucht es für einen erfolgreichen Studieneinstieg? Gibt es Tendenzen, das Fach oder die Hochschule zu wechseln? Welche Überlegungen stehen dahinter? Was sind die Ursachen für verlängerte Studienzeiten? Was sind die Gründe für mangelnde Auslandsmobilität? In welche Richtung könnte die Lehrveranstaltungsbewertung weiterentwickelt werden?

6. AbsolventInnenstudien

Im Rahmen des Kooperationsprojekts KOAB wurde 2017 zum zweiten Mal eine Panelbefragung unter AbsolventInnen ca. vier bis fünf Jahre nach Studienabschluss durchgeführt. Damit soll der Werdegang der AbsolventInnen in den Blick genommen werden: Haben diese ein weiteres Studium aufgenommen? Wie gestaltete sich der Berufseinstieg? Wie sieht die aktuelle berufliche Situation aus? Wie wird das Stu-dium an der BOKU im Nachhinein bewertet? Darüber hinaus wurden in der diesjährigen Erhebung Fragen zur Employability, Work-Life-Balance sowie Digitalisierung der Arbeitswelt gestellt. Das HRSM-Projekt ATRACK (Registergestützte Analyse der Berufseinstiege und Karriereverläufe von UniversitätsabsolventInnen im österreichischen Arbeitsmarkt) wurde vom bm:wfw bewilligt. Unter dem Lead der Universität Wien wurde gemeinsam mit 10 weiteren österreichischen Universitäten und der Statistik Austria bereits 2017 das Datenkonzept erarbeitet. Im nächsten Schritt werden von der Statistik Austria Daten (z. B. Sozialversicherungsdaten, Bildungsstandregister) entsprechend des erarbeiteten Datenkonzepts verknüpft und in einen Datenwürfel aufbereitet.

 

 

IV. Universitätsübergreifende Aktivitäten

Die Stabstelle QM stand auch 2017 in einem regen Informationsaustausch mit anderen Universitäten des „Netzwerks für Qualitätsmanagement und Qualitätsent-wicklung der österreichischen Universitäten“ und brachte sich in die AG „Personenbezogene Evaluationen“ ein. Die Stabstelle Qualitätsmanagement hat in einer ExpertInnengruppe zu Quality Assurance im Rahmen der „Euro League for Life Sciences“ (ELLS), einem Netz-werk von sieben europäischen Universitäten in den Lebenswissenschaften, die stellvertretende Leitung inne und evaluierte 2017 insgesamt acht Summer Schools. Die Evaluationsergebnisse wurden im Rahmen der ELLS Konferenz an der Universität Kopenhagen prä-sentiert. Eine Weiterentwicklung der Evaluationsinstrumente (z. B. Online-Fragebogen für Studierende) erfolgt in Hinblick auf die Summer Schools 2018. Die Quality Assurance ExpertInnengruppe erhielt über den ELLS Fund den Zuschlag für ein Projekt, in dem die Lehrenden in Hinblick auf die effektivere Gestaltung des Feedbacks, das wesentlich zum Lernerfolg beiträgt, ausgebildet und didaktisch unterstützt werden. Dabei soll v. a. auf die Anforderungen eines „International Classrooms“ in besonderer Weise eingegangen werden. Die Stabsstelle QM beteiligte sich mit Erhebungsdesigns und Auswertungen bzw. Workshops zur Qualitätsentwicklung an diversen EU-Projekten und koordinierte im Rahmen des Impulse Projekts „CASEE-In“ das Evaluation Board.

 

V. Auflagen und Empfehlungen

Seit dem Abschluss des Quality Audits im September 2014 ist das QMS der BOKU durch die AQ Austria für sieben Jahre zertifiziert. Im Zuge dieser Zertifizierung wurden der BOKU keine Auflagen erteilt. Die Empfehlungen der GutachterInnen wurden hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit geprüft und flossen in die Leistungsvereinbarung 2016-18 ein. Sie umfassen im Wesentlichen folgende Punkte:

 

  • Lehrveranstaltungsevaluierung
  • Verfügbarkeit von studienrelevanten Informationen
  • Systematische Einbezugnahme von studentischen Beurteilungen in das Monitoring
  • Studierenden- und Lehrendenbefragungen, z.B. zu Studierbarkeit und Rahmenbedingungen
  • Differenziertere Aufarbeitung von Daten für interne Zwecke.
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VI. Follow-Up Maßnahmen aus der Auditierung des Qualitätsmanagementsystems bzw. den Evaluierungen

Auf Basis der Empfehlungen der Peers aus dem Quality Audit verfolgt die BOKU jedes Jahr schwerpunktmäßig die Umsetzung einer QM-Maßnahme. Im Jahre 2017 wurde erstmalig eine universitätsweite Studierendenbefragung konzeptioniert und gestartet. Der Abschluss der dreimonatigen Feldphase erfolgte mit Februar 2018. Da bisher in erster Linie Studierende und AbsolventInnen zur Situation der Lehre an der BOKU befragt wurden, wird 2018 erstmals die Perspektive der Lehrenden strukturiert erhoben werden. Ein entsprechendes Konzept hierfür wurde bereits 2017 erstellt und wird nun umgesetzt.