Innerartliche Diversität von Traubeneichen im Thayatal und Nutzung als Ressource für die forstliche Praxis

In Nordosten Österreichs herrscht ein Mangel an geeignetem Saat- und Pflanzgut von Laubbaumarten. In Rahmen des Vorhabens sollen daher für die besonders von der Trockenheit betroffenen Regionen für die Baumart Traubeneiche Bestände künstlich begründet werden, welche langfristig als Saatguterntebestände (de novo) genutzt werden können. Hierzu werden im Thayatal, insbesondere im Gebiet des Nationalparks trockentolerante Einzelbäume mithilfe verschiedener Verfahren (Bohrkernanalyse, Morphologie, Wassernutzungseffizienz, Trockentoleranz-Gene) charakterisiert, Sämlinge aus dem einzelbaumweise geernteten Saatgut angezogen und schließlich im Waldviertel als zukünftige Saatgutquellen für die forstliche Praxis angepflanzt. Es wird erwartet, dass besonders im Nationalpark Thayatal trockentolerante Traubeneichen identifiziert werden können. Damit könnte neben einer langfristigen Bereitstellung von trockentolerantem Eichensaatgut in diesem Projekt zusätzlich das Schutzgut der Biodiversität des Nationalpark auch um eine dann bekannte innerartliche (=genetische) Komponente erweitert werden. Dies würde die Grundlage für ein genetisches Monitoring des Nationalparks schaffen, welches das Nationalparkmanagement mit eigenem Personal zukünftig durchführen könnte. Mit diesem Vorhaben wird somit sowohl die Forstwirtschaft, als auch der Naturschutz in dieser Region gefördert. Die BOKU unterstützt die Charakterisierung der ausgewählter Einzelbäume in Bezug auf Trockentoleranz u.a. mit Hilfe von Kohlenstoff-Stabilisotopenuntersuchungen in Jahresringen von trockenen und feuchten Jahren.

EIn Projekt der Stabilen Isotopen Gruppe am Institut für Bodenforschung