Wir entwickeln wissenschaftliche Konzepte und Methoden, um die unterschiedlichen Bedürfnisse der Gesellschaft in Bezug auf Produkte, Leistungen und Wirkungen von Wäldern nachhaltig zu sichern.
                            
Lesen Sie mehr dazu hier: Fachgebiete des Instituts für Waldbau

Neueste SCI Publikationen

Neueste Projekte

Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2019-03-01 - 2021-02-28

Wälder ändern sich unter dem Einfluss des Klimawandels und die bedeutendste Änderung ist eine Zunahme von Waldschäden. Zunehmende Waldschäden haben bedeutende Konsequenzen für das Kohlenstoffspeicherpotential und die Biodiversität von Wäldern und ein gutes Verständnis der zugrundeliegenden Prozesse ist somit von großer Wichtigkeit. Unser Wissen über Änderungen von Waldschäden in Europäischen Wäldern ist allerdings noch sehr begrenzt. Ein Grund dafür ist das Fehlen von langzeitlichen Monitoring-Projekten, sowie Probleme bei der Vereinheitlichung nationaler Inventuren. In unserem Projekt werden wir diese Hürde mit Hilfe von Satellitendaten überwinden. Satellitendaten nehmen regelmäßig Bilder der Erdoberfläche auf und eignen sich somit zum langzeitlichen Monitoring von Waldschäden. Trotz des großen Potentials von Satellitendaten gibt es noch einige Herausforderungen in ihrer Interpretation, insbesondere in der Identifizierung des Schadprozesses, also der Frage ob der Wald durch Windwurf, Borkenkäfer, Feuer oder den Menschen geschädigt wurde. In unserem Projekt schlagen wir ein neues Modell vor, welches die Identifizierung des Schadprozesses konsistent ermöglicht. Unsere Hypothese ist, dass eine Hinzunahme von Daten über die bio-physikalische sowie sozio-ökonomische Umwelt die Identifizierung des Schadprozesses signifikant verbessert. Dieses neue Modell wird es uns in weiterer Folge erlauben, Schadprozesses kontinuierlich für ganz Europa, über 170 Million Hektar Wald verteilt auf 32 Ländern, und über einen Zeitraum von 35 Jahren (1984 – 2018) zu kartieren. Die im beantragten Forschungsprojekt generierten Schätzungen und Karten werden die erste vollständige Inventur von Waldschäden in Europa bilden. Sie liefern somit eine wichtige Grundlage für die Analyse der Bedeutung von Waldschäden für das Kohlenstoffspeicherpotential und die Biodiversität Europäischer Wälder. Weiterhin bilden sie die Basis um zukünftige Änderungen unter sich weiter änderndem Klima abschätzen zu können.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2018-12-01 - 2022-05-31

In den letzten Jahren gab es Initiativen, um das Bewusstsein der Gesellschaft für der Erbringung von Ökosystemdienstleistungen zu stärken und Mechanismen zu diskutieren, die Zahlungen für deren Aufrechterhaltung ermöglichen (Payments for Ecosystem Services - PES). PES wurden als ein wichtiger Mechanismus identifiziert, um die Lücke zwischen den Anforderungen der Gesellschaft und potentiellen Anbietern zu schließen. Daher sind die Ziele des Projektes NOBEL (i) die Entwicklung von innovativen Geschäftsmodellen und Mechanismen zur Internalisierung des sozioökonomischen Wertes von Waldökosystemen, (ii) die Kombination von politischen Instrumenten und Geschäftsmodellen zur Umsetzung von Zahlungen für eine nachhaltige Erbringung von Ökosystemdienstleistungen und (iii) die Demonstration und der Vergleich der unterschiedlichen Ansätzen in 5 Fallstudien in Europa. NOBEL wird die Anforderungen an die Nutzung unterschiedlicher Geodaten bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen für die Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen untersuchen. In NOBEL werden drei Geschäftsmodelle betrachtet: a) private Haushalte oder Unternehmen bezahlen Anbieter für die Bereitstellung der Ökosystemdienstleistungen direkt, b) Unternehmen bezahlen Anbieter für die Bereitstellung der Ökosystemdienstleistungen und geben die Kosten an ihre Kunden weiter, und b) staatliche Anbieter bezahlen für die Bereitstellung der Ökosystemdienstleistungen und geben die Kosten über Steuern oder Gebühren an die Verbraucher weiter. Bei der Umsetzung dieser Geschäftsmodelle werden alternative Mechanismen für die Zahlungen (freiwillige Zahlungen, natürliche Kapitalmärkte) untersucht. Eine webbasierte Auktionsplattform und eine Geoinformationsplattform sollen entwickelt werden, um die Umsetzung der Geschäftsmodelle zu unterstützen. Für die Analyse der möglichen Abhängigkeiten bei der gleichzeitigen Bereitstellung mehrerer Ökosystemdienstleistungen wird ein Rahmenwerk an Indikatoren entworfen und verfügbare Waldökosystemmodelle in Pilotdemonstrationen angewendet, um die Effekte unterschiedlicher Bewirtschaftungsansätze zu quantifizieren. Managementpraktiken, Stakeholder-Einstellungen und Verbraucherverhalten werden auf europäischer und regionaler Ebene mit politischen Entscheidungsträgern, Anbietern und Begünstigten diskutiert. Die Anforderungen an die Umsetzung von Geschäftsmodellen zur Erbingung von Ökosystemdienstleistungen werden erarbeitet.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2018-10-01 - 2021-07-31

Das weitgehende Fehlen von Standortskarten in der Steiermark macht einen neuen Ansatz bei der Standortserkundung und Kartierung der vorkommenden Waldstandorte notwendig. Eine weitere wissenschaftliche Herausforderung stellt die Berücksichtigung von zukünftig veränderten Klimabedingungen dar, die sich auch auf die Klassifizierung von Standorten und Waldtypen auswirken wird. Für eine solcherart erforderliche „dynamische Standortsklassifizierung“ bestehen theoretische Konzepte, die konkrete Umsetzung einer integrierten Standorts- und Waldtypenklassifikation in einer realen Region wie der Steiermark stellt jedoch Neuland dar. Im Rahmen des Projektes soll daher eine Waldtypisierung auf Basis eines GIS-gestützten geoökologischen Stratifizierungsmodells erfolgen. Als Datenbasis sollen das digitale Höhenmodell, eine geologische Basiskarte, digital vorliegende Standorts- und Klimadaten sowie neu zu erhebende Standortsparameter verwendet werden. Für die Waldtypenkarte sollen auf Grundlage der Punkt- und Flächendaten zunächst Themenkarten für die Faktoren Wärme, Wasser und Nährstoffhaushalt modelliert werden, die dann zu Waldtypen mit einheitlicher Faktorenkombination zusammengefasst werden. Das Modell erlaubt dann auf Basis der Datengrundlagen abgeleiteten digitalen geoökologischen Parametern (u.a. Höhenstufe, Hanglage, Substrat, Geländeform, Neigung) eine Stratifizierung der Waldtypen auf allen Hauptwaldstandorten. Jeder Waldtyp wird auf der Waldtypenkarte im Maßstab 1:25.000 dargestellt. Neben den ökologischen Fakten ist jeder Waldtyp mit einer waldbaulichen Beschreibung versehen, die Angaben zu den geeigneten Baumarten, Gefährdungen und möglichen Behandlungsvarianten in Hinblick auf den Klimawandel enthält. In dieser waldbaulichen Charakterisierung werden auch die bisherigen Erfahrungen mit den vorhanden Baumarten und ihren Mischungen getrennt nach Waldtypen beschrieben und Empfehlungen für die zukünftige Bestockung und deren Bewirtschaftung in Hinblick auf den Klimawandel gegeben.

Betreute Hochschulschriften