5. Symposium Konsum Neu Denken - 23. - 24. September 2021

Update: Aufgrund der aktuellen Lage in Bezug auf Covid-19 musste das Symposium Konsum Neu Denken auf September 2022 verschoben werden.

Sobald das genaue Datum bekannt ist, erfahren Sie es auf dieser Website. Es wird dennoch ein kleines online-Event zum geplanten Zeitpunkt in diesem Jahr im September (23.09.2021) stattfinden, mehr dazu finden Sie auch bald auf dieser Website. Wir entschuldigen uns für etwaige Umstände, und hoffen, dass alle die in diesem Jahr wissenschaftliche Beiträge einreichen bzw. teilnehmen wollten dies auch im kommenden Jahr tun werden. Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

"Ein gutes Leben durch weniger Konsum – Widerspruch oder Lösungsweg? Die Bedeutung von Suffizienz für den Konsum der Zukunft"

English title: A good life through diminished consumption - a contradiction or a solution? The role of sufficiency for future consumption

Das 5. Symposium Konsum Neu Denken findet von 23.-24. September 2021 an der Universität für Bodenkultur statt und soll Raum bieten, das Thema Suffizienz in den Mittelpunkt der Diskussion zu stellen. Neben dem kritischen Gedankenaustausch in Formaten wie Podiumsdiskussionen, Präsentationen wissenschaftlicher Erkenntnisse unterschiedlicher Fachrichtungen und Erfahrungsberichten verschiedener Akteur*innen, möchte das Symposium auch Impetus zu neuen Ideen und Forschungsthemen in verschiedensten Disziplinen geben und zur inter- und transdisziplinären Vernetzung beitragen.

Ziel der Symposiumreihe Konsum Neu Denken ist es, verschiedene Perspektiven einer breit verstandenen Konsumforschung in Austausch zu bringen.

 

Call for papers

Das Symposium möchte einen Beitrag zur Verbraucherforschung im Zusammenhang mit (ökologischer, sozialer, und wirtschaftlicher) Nachhaltigkeit und suffizienten Lebensstilen leisten. Hierfür laden wir zur Einreichung von Beiträgen zu den Themenbereichen Suffizienz/ Reduktion/ Verzicht/ Mäßigung/ Degrowth/ Voluntary Simplicity und verwandten Aspekten aus verschiedenen Fachrichtungen und Perspektiven ein.

Hier finden Sie den vollständigen Call im PDF Format.

> > > Detaillierte Informationen zur Einreichung Ihres Calls und exemplarische Fragestellungen

 

Zielgruppe & Anmeldung

Das Symposium richtet sich an alle interessierten Personen. Expert*innen aus Wissenschaft (Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Philosophie, Nachhaltigkeitsforschung, Bildungswissenschaften, Fachdidaktik, Politikwissenschaft und andere) und Praxis (Politik, Unternehmen, Lehrpersonen an Schulen, NGOs, Soziale Bewegungen) sind ebenso eingeladen, wie Bürger*innen mit Erfahrungen in suffizienten Lebensweisen.

Die Teilnahme am 2-tägigen Symposium ist kostenlos. Die Anmeldung ist von 1.06. bis spätestens 15.08. 2021 möglich.

Für Doktoratsstudierende besteht bei Bedarf die Möglichkeit eines Reisekostenzuschuss, bitte wenden Sie sich hierfür an suffizienz-symposium(at)boku.ac.at.

Weitere Details zur Anmeldung folgen in Kürze.

 

Anreise und Unterkunft

Unserem Klima und der Nachhaltigkeit zuliebe, bitten wir Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad anzureisen. Außerdem empfehlen wir die Auswahl eines mit dem österreichischen Umweltzeichen zertifizierten Hotels.

> > > Weitere Infos zu Anreise und Unterkunft

 

Zum Thema der Veranstaltung

Suffizienz ist im deutschen Sprachgebrauch ein relativ neuer Begriff und subsummiert in seiner Bedeutung einige ältere Begriffe und Konzepte. So kann Suffizienz unterschiedlich verstanden werden, einerseits im Sinne von Reduktion, Mäßigung oder Verzicht, oder aber im Sinne der Frage nach dem „richtigen Maß“. Der Gedanke der Mäßigung hat eine jahrhundertlange Geschichte. Religionen sehen Mäßigung als eine Tugend, Philosophen und Soziologen betrachten sie als einen Weg zu einem guten Leben (e.g., Rosa 2016), und manche Verbraucher*innen sehen darin eine frei gewählte Strategie zu mehr Unabhängigkeit und Selbstbestimmung (e.g. Reboucas & Soares, 2020).

Während die freiwillige Einschränkung des Konsums (im Englischen: Voluntary Simplicity) in den westlichen Gesellschaften bislang als Nischenphänomen gesehen werden kann, hat die COVID19-Pandemie die breite Masse der Verbraucher*innen in ihrem üblichen Konsum in beträchtlichem Ausmaß eingeschränkt und so persönliche Erfahrung mit Verzicht auferlegt. Im öffentlichen Diskurs werden - neben nachteiligen Auswirkungen der Lockdown-Phasen – auch mögliche positive kurz- und langfristige Veränderungen durch die Beschränkungen des Konsums von Gütern und Dienstleistungen, der sozialen Kontakte, sowie der Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten besprochen. In diesem Zusammenhang wird beispielsweise Entschleunigung, Besinnung, Wertschätzung für regionalen Wertschöpfungsketten und ökologische Resilienz genannt. Inwiefern die COVID19-Krise mittel- und langfristig eine Änderung in Konsummustern bringen kann – oder möglicherweise das Gegenteil durch nachgeholten Konsum – ist abzuwarten.

Neben dem Ansatz der Suffizienz auf individueller Ebene sind institutionelle/politische (z.B. Anreize), gesellschaftliche (z.B. Werte und Normen einer Gesellschaft) sowie makroökonomische (z.B. Postwachstums-Volkswirtschaften) Rahmenbedingungen wichtige Themenfelder, die gesamtheitliche und interdisziplinäre Betrachtung benötigen. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich seit einigen Jahren eine fachübergreifende Debatte, die durch die COVID19-Pandemie aktuell verstärkt wird, ob suffiziente Lebensweisen zukunftsfähig im Sinn einer Nachhaltigen Entwicklung sind

In Bezug auf ökologische Nachhaltigkeit mehren sich die Stimmen, die neben technologischen Innovationen (mit dem Ziel von Effizienzsteigerung und Reduktion von Ressourceneinsatz) die Notwendigkeit einer Änderung von Konsumgewohnheiten für die Erreichung von Klimazielen propagieren (e.g. Vita et al., 2019). Im österreichischen Kontext weisen beispielsweise die Österreichische Bioökonomie Strategie 2019 (BMNT 2019) und der Referenz-Nationaler Energie- und Klimaplan (Ref-NEKP; Climate Change Center Austria et al., 2019) auf diese Notwendigkeit hin. In Bezug auf soziale Nachhaltigkeit stellen sich zeitgleich eine Vielzahl von Fragen, etwa wie sich suffiziente Lebensstile auf verschiedene Gesellschaftsgruppen auswirken, was unterschiedliche Gesellschaftsgruppen unter suffizienten Lebensstilen verstehen und in welchem Maß sie diese akzeptieren, und welche Wirkung solche Lebensstile auf Ressourcen- und Verteilungsgerechtigkeit oder globale wie regionale Chancengleichheiten haben (e.g., Kalt & Lage, 2019). In Bezug auf wirtschaftliche Nachhaltigkeit werden suffiziente Lebensstile sowohl als Chance, jedoch viel häufiger als Bedrohung von Wirtschaftsstandorten und Wohlstand gesehen. Auf individueller Ebene wird Suffizienz in Zusammenhang mit Arbeitszeitreduktion diskutiert (e.g., Pullinger, 2014). Auf betrieblicher Ebene werden vor allem alternative Konsumformen (wie Sharing-Konzepte) und Modelle der Kreislaufwirtschaft verfolgt, um aus einer Reduktion von Besitz neue Geschäftsmodelle zu schaffen (e.g., Bocken & Short, 2020).

Stellt das Konzept der Suffizienz das Paradigma wachstumsorientierter Wirtschaftssysteme in Frage? Können Alternativen (Postwachstumsökonomie; im Englischen: Degrowth) den Wohlstand von Gesellschaften trotz Konsumreduktion langfristig gewährleisten (Weiss & Cattaneo, 2017)?

Die erwähnten Aspekte sind nur einige einer Vielzahl inter- und transdiziplinärer Themen- und Problemfeldern, die mit der Vision von suffizienten Konsumgesellschaften einhergehen, und Ideen- und Lösungsfindung bedürfen. Zentral ist die Frage, ob und wie Suffizienz zu einem gängigen und von der Gesellschaft getragenen Modell werden kann. Im Rahmen des Symposiums sollen Chancen, Barrieren, Herausforderungen und Rahmenbedingungen für suffizientere Konsumgesellschaften näher beleuchtet und aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert werden

 

Veranstalter*innen

Organisator*innen des Instituts für Marketing & Innovation (BOKU):
Univ.Prof. Dr. Petra Riefler
Charlotte Baar, MSc

Wissenschaftlicher Beirat:
Prof. Dr. Oliver Büttner (Universität Duisburg-Essen)
Prof. Dr. Christian Fridrich (Pädagogische Hochschule Wien)
Dr. Renate Hübner (IUS, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt)
PD Dr. Michael Jonas (IHS Wien)
Dr. Sebastian Nessel (Karl-Franzens-Universität Graz)
Mag.a Nina Tröger (Arbeiterkammer Wien)

 

Veranstaltungsort

Universität für Bodenkultur
Ilse-Wallentin-Haus
Peter-Jordan-Straße 82, 1180 Wien

> > > Anreise

 

Kontakt

Kontaktperson: Charlotte Baar, MSc

Haben Sie Fragen zum Symposium oder benötigen Sie weitere Informationen? Wir freuen uns über Ihre Email!

 

Aktuelle Informationen zu Sicherheitsauflagen entsprechend der gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie Vorgaben der Universität für Bodenkultur werden laufend auf der Veranstaltungswebsite aktualisiert. Sie erhalten Anfang September detaillierte Informationen. Sollte die Veranstaltung aufgrund der COVID-Situation nicht stattfinden können, entscheiden die Veranstalter*innen zeitgerecht über eine Verschiebung oder Online-Abhaltung. In diesem Fall werden Sie umgehend per Email informiert.

 

Wir bedanken uns für die Unterstützung bei