Erfolgsfaktoren bei alternativen Vertriebsformen

In Österreich haben die drei größten Supermarktketten einen Marktanteil von über 80%. Damit üben sie einen entscheidenden Einfluss auf den Marktzugang von österreichischen Lebensmittelunternehmen und LandwirtInnen aus. Unternehmen und LandwirtInnen, die sich dem Preiswettbewerb und damit einhergehendem zunehmenden Kostendruck nicht aussetzen wollen, steigen zunehmend auf alternative Vermarktungswege (Short Supply Chains) um, wie z.B. solidarische Landwirtschaft, Food Coops, Hauszustellung von Lebensmittel basierend auf einem Abonnementsystem, Selbsterntefelder oder Automatenverkauf.


>> In unserer Forschung stellen wir uns vor allem die Frage, wie erfolgreich diese Initiativen agieren und welche Faktoren den Erfolg alternativer Vermarktungswege beeinflussen.

Short Supply Chains

Short Supply Chains oder kurze Vertriebsketten zeichnen sich dadurch aus, dass maximal ein Zwischenhändler zwischen landwirtschaftlicher Produktion und Konsum steht. Die Philosophie der Kreislaufwirtschaft findet sich in vielen dieser innovativen Vermarktungswege wieder. Bei traditionellen Lieferketten liegt der Fokus auf dem Preis und Mengeneffekten, somit mehr auf Optimierung der Transaktion als auf der Optimierung der Beziehung der Akteure in der Lieferkette. Damit werden LieferantInnen und ProduzentInnen beliebig austauschbar und der Preis ist das einzige Kriterium für die Auswahl eines Lieferanten.

Bei Wertschöpfungsketten liegt der Fokus beispielsweise auf der Geschichte des Produktes (z.B. alte autochthone Pflanzensorten und Tierrassen), der Identität des Produzenten, der Herkunft der Rohstoffe, , dem regionalen Bezug, der Produktionsmethode und ihren Auswirkungen auf Umwelt und Soziales. Diese „Wertschätzungsketten“ zwischen landwirtschaftlichen ProduzentInnen und KonsumentInnen schaffen neue Blickwinkel auf Lebensmittel und die Beziehungen zwischen LandwirtInnen und KonsumentInnen.


>> In unserer Forschung stellen wir uns die Frage, mit Hilfe welcher Strategien sich Wertschöpfungsketten einen Wettbewerbsvorteil gegenüber klassischen Lieferketten verschaffen.

Regionaler Konsum




Für österreichische genauso wie internationale Konsumenten und Konsumentinnen ist Regionalität ein Produktmerkmal, das in den letzten Jahren für den Kauf von Lebensmittel und Produkten generell wieder an Bedeutung gewonnen hat.
 


>> In unserer Forschung stellen wir uns die Frage, welche Motive dieser Renaissance der Regionalität zugrunde liegen und welche Rolle hier die Nachhaltigkeit spielt; wie Informationen über regionale Herkunft auf Verpackungen auf Konsumierende wirken, und welche Konsequenzen irreführende Information zu regionalem Ursprung auf Konsumierende haben.

Corporate Social Responsibility

Bis zum Jahr 2050 gehen Prognosen davon aus, dass sich die weltweite Sojaproduktion verdoppeln wird. Es ist davon auszugehen, dass signifikante Regenwaldflächen vor allem im Amanzonasgebiet diesem Trend zum Opfer fallen werden. Zusätzlich bedingen Brandrodungen in Indonesien zur Anlage von tausenden Hektaren von Palmöl-Monokulturen, dass Indonesien unter den Top 5 Nationen bei Treibhausgasemissionen liegt. Die Mehrheit der KonsumentInnen in der westlichen Welt ist sich nicht bewusst, dass sie mit dem Kauf Ihrer Duschgels, ihrer Hautcreme, ihrer Kekse oder Süßigkeiten Palmöl konsumieren und damit die Artenvielfalt gefährden und den Klimawandel negativ fördern. Unternehmen reagieren auf die zunehmende Kritik mit multi-stakeholder Initiativen wie z.B. dem Round Table on Responsible Soy oder dem Round Table on Responsible Palm Oil. Soziale Unternehmensverantwortlichkeit (Corporate Social Responsibility) ist das Schlagwort für Maßnahmen von Unternehmen, die die Nachhaltigkeit ihrer Aktivitäten verbessern wollen.


>> In unserer Forschung stellen wir uns die Frage, welche Initiativen weltweit im Bereich Corporate Social Responsibility existieren und wie Unternehmen und Stakeholder diese implementieren und kommunizieren.