Konsumformen und kollektives Handeln

Neben individuellem, nachhaltigem Verhalten und Konsum im privaten Bereich, können sich Menschen auch kollektiv für eine nachhaltigere Entwicklung der Gesellschaft einsetzen. Neben der klassischen Teilnahme an Protesten und Demonstrationen, haben sich in den letzten Jahren auch viele verschiedene praxisorientierte Initiativen gebildet. Ein in den letzten Jahren stark gewachsenes und weltweit verbreitetes Netzwerk bilden foodsharing Inititativen, die Lebensmittel von Lebensmittelbetrieben abholen und verteilen und somit zu einer Verringerung der weggeworfenen Lebensmittel beitragen möchten.


>> In unserer Forschung stellen wir uns vor allem die Frage, warum sich Menschen bei foodsharing engagieren und welche Ziele sie durch ihr Engagement erreichen wollen.

Lebensmittelabfälle




Jeden Tag werden - vor allem in den industrialisierten Ländern - Unmengen an vermeidbaren Lebensmittelabfällen weggeworfen. In Österreich landen über 756.700 Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll, davon werden 276.000 Tonnen von und in Haushalten weggeschmissen.


>> In unserer Forschung beschäftigen wir uns vor allem mit der Haushaltsebene und untersuchen Faktoren, die dazu führen, dass Lebensmittel in den Haushalten weggeworfen werden und welche Maßnahmen eingesetzt werden können um Lebensmittelabfälle zu reduzieren.

Suffizienter Konsum


Verzicht stellt das höchste Maß an Reduktion und bedeutet die bewusste Entscheidung, Waren und Dienstleistungen, die ökologisch oder sozial nicht verträglich sind, gar nicht zu konsumieren. Im kleinen Maß kann Verzicht bedeuten, Lebensmittel außerhalb der Saison nicht zu kaufen. Im größeren Maß bedeutet es eine Umstellung von Lebens-, Arbeits- und Freizeitkonzepten. Verzicht ist in der breiten Gesellschaft häufig negativ besetzt, scheint langfristig für die Erreichung von Klima- und Nachhaltigkeitszielen jedoch unumgänglich.


>> Unsere Forschung stellt sich gemeinsam mit Forschenden anderer Disziplinen die Frage, wie Konsumerierende den bewussten Verzicht erleben, welche unterstützenden Maßnahmen durch Gesellschaft und Gesetzgeber Suffizienz fördern können, und wie maßvoller Konsum eine gesellschaftliche Realität der Zukunft werden kann.

Nachhaltiger Dialog


Der Landwirtschaft kommt eine Schlüsselfunktion in Hinblick auf Klimawandel, Biodiversität und Nachhaltigkeit zu. Ein Verständnis der Gesellschaft für die besonderen Anforderungen und Rahmenbedingungen in welchen die kleinstrukturierte, familienbasierte, österreichische Landwirtschaft im internationalen Wettbewerb agiert, kann nur über einen wechselseitigen Dialog entstehen. Genauso müssen die Akteure der Landwirtschaft die Ansprüche und Bedenken der restlichen Gesellschaft verstehen, um gemeinsam Lösungen für die zukünftigen Herausforderungen zu finden.


>> In unserer Forschung stellen wir uns die Frage, über welche Medien und Botschaften LandwirtInnen und landwirtschaftliche Interessensvertretungen in einen nachhaltigen Dialog mit der restlichen Bevölkerung und deren Interessensvertretungen treten können.