Professor Haas und Professor Meixner präsentierten Ergebnisse ihrer Forschung bei einem Workshop im Kosovo

Am 6. September 2022 fand im Hotel Opera in Prishtina ein Workshop zum Thema "Wahrnehmung der Lebensmittelsicherheit durch die Verbraucher in Zeiten von Covid-19" statt. Ziel des Workshops war es, die Ergebnisse des Forschungsprojekts zu den Auswirkungen von COVID-19 und dem jüngsten Krieg in der Ukraine auf die Wahrnehmung der Lebensmittelsicherheit durch die Verbraucher im Kosovo, in Albanien und in Österreich zu präsentieren. Die Studie wurde von der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen des HERAS-Projekts ("HERAS+ - Higher Education, Research and Applied Science Plus (Kosovo)") finanziert und mit Unterstützung der BOKU Universität (Institut für Marketing & Innovation), Österreich, unter Beteiligung von Forschern der Universität Prishtina und der Universität für Landwirtschaft in Tirana durchgeführt.

An dem Workshop nahmen etwa zwanzig Teilnehmer:innen aus der Agrar- und Lebensmittelindustrie (Agri Association - PePeKo), aus dem akademischen Bereich (verschiedene Universitäten), von Gebern (HERAS), der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), unabhängige Experten usw. teil.

Die Eröffnungsrede hielten der Vertreter von HERAS, Herr Aqim Emurli, und der Vertreter der Agri Association - PePeKo, Herr Hartim Gashi. Aqim Emurli hob die Bedeutung und den Beitrag von HERAS hervor und betonte die Möglichkeiten für eine künftige Zusammenarbeit zur Verbesserung der institutionellen Kooperation. Herr Hartim Gashi betonte die Bedeutung der Lebensmittelsicherheit für die Leistung der Agrar- und Lebensmittelunternehmen, insbesondere im Zusammenhang mit Covid-19, und die Bedeutung des Projekts in diesem Zusammenhang.

Im Anschluss an die Eröffnungsrede wurden der Projekthintergrund von Assoc. Prof. Rainer Haas und die Ergebnisse der Studie von Assoc. Prof. Oliver Meixner, beide von der BOKU Wien, präsentiert.

Im Anschluss an die Präsentationen fand eine rege Diskussion statt.

Ein hochrangiger Experte meinte dazu:

"Das ist eine ausgezeichnete Studie mit interessanten Ergebnissen. Die Ergebnisse sind auch für politische Entscheidungsträger von Nutzen. Die Pandemie ist noch nicht ausgestanden, daher sollte sich die Politik auf solche Erkenntnisse stützen."

Ein anderer Experte hob hervor:

"Die Studie bietet interessante Vergleichsmöglichkeiten. In Österreich wird der Markt von der einheimischen Rindfleischproduktion beherrscht, in Albanien und im Kosovo hingegen von Importen.

Die Diskussionen zeigten, dass man sich einig ist, dass eine Verbesserung der Standards und eine zuverlässige Zertifizierung von entscheidender Bedeutung sind, um sowohl das tatsächliche als auch das vom Verbraucher wahrgenommene Risiko der Lebensmittelsicherheit zu verringern. Die Einhaltung von Normen ist auch für exportorientierte Unternehmen von entscheidender Bedeutung. In Albanien und im Kosovo neigen die Verbraucher dazu, den EU-Institutionen mehr zu vertrauen als den lokalen Institutionen, anders als in Österreich, wo die Existenz einer angesehenen nationalen Qualitäts- und Herkunftssicherungsorganisation, der AMA, das Vertrauen der Verbraucher gewonnen hat. In diesem Zusammenhang wurde hervorgehoben, dass bewährte Praktiken aus der EU, wie die AMA, in Albanien und im Kosovo als grobes Modellbeispiel dienen können. Dies würde ein langfristiges Engagement sowohl bei der Verbraucheraufklärung als auch beim Aufbau institutioneller Kapazitäten erfordern, der die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessengruppen einschließt.

 

 

 


05.09.2022