Der langjährige Mitarbeiter am Institut für Marketing und Innovation und Urgestein der österreichischen Agrarökonomie ist am 1. Mai verstorben.

Mit großer Trauer haben wir vom Ableben unseres Kollegen, Freundes und Wegbegleiters, Ass.Prof. Dr. Josef Hohenecker, erfahren. Dr. Hohenecker war langjähriger Mitarbeiter des Instituts für Marketing und Innovation (vormals Institut für Agrarökonomik, Abteilung Agrarmarketing) und hat nach seinem BOKU-Studium auch sein gesamtes berufliches Leben der Universität für Bodenkultur Wien gewidmet. In dieser Zeit hat er sich vor allem mit den Agrarmärkten beschäftigt und einen besonderen Schwerpunkt in den Markt für Milch und Molkereiprodukte gelegt.

Schon die Dissertation von Dr. Hohenecker im Jahr 1978 ließ erahnen, wohin ihn sein beruflicher Werdegang führen würde (Nachfrageanalyse und Vorausschätzung für Milch und Milchprodukte in Österreich). Insbesondere die Ostöffnung nach 1989 und der EU-Beitritt Österreichs 1995 mit der Abkehr von den bisherigen Marktregulierungen hat ihn in seiner wissenschaftlichen Tätigkeit deutlich beeinflusst. Damit einher ging ein besonders intensiver Kontakt mit Universitäten aus dem benachbarten östlichen Ländern und gemeinsamer Aktivitäten, die etwa in einen über zehn Jahre hinweg durchgeführten Sommerhochschulkurs mündeten. Dr. Hohenecker war bei diesen Kursen für die Organisation verantwortlich, deren Hauptzweck war stets der Erfahrungs- und Wissensaustausch mit unseren östlichen Nachbarn.

Als engagiertes Mitglied des Agrarjournalistenverbands und des BOKU-Alumni-Verbands und jemand, der die BOKU schon als Student mit kaum mehr als 2000 Studierenden bis hin zu seiner Pensionierung 2012 erlebt hat, verabschieden wir uns damit auch von einem Urgestein der österreichischen Agrarökonomie, der nicht nur wissenschaftlich tätig war sondern auch  stets den Bezug zur Praxis gepflegt hat.


11.05.2022