Geologische Kurzbeschreibung: Grobkörniger Marmor mit teilweise rosa gefärbtem Kalzit. Es sind Phyllit-Einschlüsse vorhanden und Faltungen sind sichtbar.
Geologisches Alter: Die Sedimentation erfolgte im Devon (vor ca. 420 Mio. Jahren) Paläozoikum. Die Hauptmetamorphose erfolgte in der Kreide (vor ca. 100 Mio. Jahren) Mesozoikum
Geologische Zone: Zentralzone
Abbauort: Sölktal in Liezen (Steiermark)
Abbausituation: Im Betrieb von der Firma Sölker Marmor GmbH (es handelt sich um einen relativ kleinen Betrieb mit 2-3 Mitarbeitern)

Petrographie

  • Makroskopische Aufnahme des Sölker Marmors

  • Ausstellungsobjekt Sölker Marmor: rechts ist eine Störung zu sehen.

In der makroskopischen Aufnahme des Sölker Marmors ist ein grobkristalliner Marmor mit Phyllit-Einschlüssen zu sehen. Am Ausstellungsstück ist eine Störung erkennbar, diese führte zum Versatz der Faltung.

Dünnschliffbeschreibung

  • Dünnschliff des Sölker Marmors unter dem Mikroskop: Überblicksaufnahme gekreuzte Polarisatoren

  • Dünnschliff des Sölker Marmors unter dem Mikroskop: eingeregelte subparallele Glimmer unter gekreuzten Polarisatoren

Die Untersuchung des Dünnschliffs des Sölker Marmors mit dem Polarisationsmikroskop ergab die Mineralzusammensetzung Kalzit mit geringen Anteilen an Quarz, Serizit (Phyllit). Diese gut auskristallisierten Minerale bilden ein Mosaikgefüge (Polygon-Pflaster) das von Glimmerbändern durchzogen ist.

Der Hauptbestandteil des Sölker Marmors ist Kalzit. Die Kalzite sind durch die dünn lamellierten Gleitzwillinge und die verzahnten Körner charakterisiert. Häufig weisen die Kalzite Tripelpunkte zwischen den einzelnen Kalzitkörnern auf und zeigen Korngrenzen, welche auf ein statisches Wachstum hindeuten. Es treten körnige Quarze mit teilweise undulöser Auslöschung auf. Die idiomorphen Hellglimmer sind in manchen Bereichen stark konzentriert und dort subparallel eingeregelt. Sie erscheinen unter gekreuzten Polarisatoren in hohen Interferenzfarben (grell).

Mineralbestand mittels Röntgendiffraktometrie und simultaner Thermoanalyse

Der Mineralhauptbestandteil Kalzit und Spuren von Quarz und Glimmer konnten mittels Röntgendiffraktometrie bestimmt werden. In der oberen Abbildung ist dies anhand des Kalzit Hauptpeaks bei 29,4° (2 Theta) erkennbar. Der Hauptpeak von Quarz ist bei 26,6°, der von Glimmer ist bei 8,8°. Zusätzlich sind noch die weitern Kalzit- und Glimmerpeaks beschriftet.

Aus der Massenänderung von 39,26% bei der simultanen Thermoanalyse errechnet sich stöchiometrisch ein Kalzitgehalt von 89,3%. Der Peak von Kalzit liegt bei 858°C.

Anwendungsbeispiele

Sölker Marmor zählt zu einem der robustesten Marmore und wird in der Gartengestaltung oft für Mauersteine für Grundstückbegrenzungen oder auch als Natursteinbrunnen verwendet. Sölker Marmor kommt in Innenräumen hauptsächlich als Marmorfließen, Wandverkleidungen, Natursteinböden oder als Küchenplatten vor. Aber auch bei Badeinrichtungen wie Waschbecken, Tischen und sogar als Lampen kann Sölker Marmor eingesetzt werden. Beispielhaft ist in der unter Abbildung der Schauraum der Steinbruchbetreiber in Kleinsölk zu sehen.

Schauraum: Bad aus Sölker Marmor