SusFish
SUSFISH
Das SUSFISH-Projekt ist das Ergebnis einer Partnerschaft, die 2006 initiiert wurde und sich auf Fischerei- und Wasserressourcen in Burkina Faso bezieht. SUSFISH steht für "Sustainable Management of Water and Fish Resources in Burkina Faso“ und fand seinen Ausgang in einem PhD-Stipendium. Sukzessive entwickelte sich daraus ein multidisziplinäres Projekt, an dem verschiedene Institutionen beteiligt waren, darunter: Institute for Environment and Agricultural Research, University Pr. Joseph KI-ZERBO, University Nazi BONI, International Union for the Nature Conservation and General Directorate for Fish Resources, sowie die BOKU University und die Universität Wien. Die finanzielle Unterstützung erfolgte durch das Austrian Partnership Programme in Higher Education and Research for Development. Die Projektphasen erstreckten sich von 2011 bis 2014 sowie von 2016 bis 2021.
Burkina Faso hat durch die Errichtung von Stauseen die Wasserverfügbarkeit für verschiedene Nutzungsformen sichergestellt. Gegenwärtig existieren über 1.500 Gewässer, die für Bewässerung, Viehhaltung, Haushaltsnutzung, industrielle Zwecke, Energieerzeugung und Fischerei eingesetzt werden. Die Fischerei spielte jedoch lange Zeit eine untergeordnete Rolle in der Planung und Bewertung neuer Stauanlagen. Erst in jüngerer Zeit werden Fischerei und Aquakultur – insbesondere in größeren Stauseen – systematisch als ergänzende Nutzungsformen in die Entwicklung der Wasserressourcen eingebunden. Vor diesem Hintergrund zielt das SUSFISH-Projekt darauf ab, Kapazitäten im Fischereimanagement zu stärken, indem Daten bereitgestellt und Ressourcen im Sinne der nationalen Entwicklungspolitik ausgebaut wurden.
SUSFISH knüpft an eine bereits in den 1960er-Jahren etablierte Kooperation zwischen Österreich und Burkina Faso an, die mit Programmen der beruflichen Qualifizierung für junge Menschen aus Burkina Faso begann. Im Rahmen von SUSFISH lag der Fokus der Personalentwicklung jedoch primär auf dem Hochschulsektor. Dies geschah durch die Modernisierung von Lehrplänen in wasser- und fischereibezogenen Studiengängen sowie durch die wissenschaftliche Betreuung von Studierenden in Burkina Faso und Österreich.
Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde die Interaktionen zwischen ökologischen, sozioökonomischen und institutionellen Faktoren und deren Auswirkungen auf die Fischereisysteme des Landes analysiert, sowie die Bedrohung der Ökosysteme und Auswirkungen der Klimakrise erhoben. Die Forschungsergebnisse wurden in einem Buch publiziert - es erhebt keinen Anspruch auf eine vollständige Darstellung der Fischerei- und Wasserressourcen Burkina Fasos; vielmehr bietet es grundlegende Einblicke und Impulse für Forschung, Management und Entwicklungsstrategien in diesem Sektor und trägt damit zu einem vertieften Verständnis der sozioökonomischen Dynamiken afrikanischer Binnengewässer bei.
Die englische und französische Ausgabe des Buchs schließen mit der Empfehlung ab, langfristige Strategien zur nachhaltigen Nutzung und Entwicklung der Fischereireserven zu etablieren. Darüber hinaus dokumentieren mehrere Videos die sozioökologischen Auswirkungen des Projekts.