AKTUELLES aus den Tageszeitungen

Lukas Koppensteiner stellt seine Tätigkeit im Rahmen des Projekts DiLaAg vor

Ich bin im Rahmen des Projekts DiLaAg (http://dilaag.boku.ac.at/ueber-das-projekt-2/) als Doktorand am Institut für Pflanzenbau angestellt. Daher habe ich in der letzten Saison 2019/20 einen Feldversuch an der Versuchswirtschaft der BOKU in Groß-Enzersdorf durchgeführt. In diesem Feldversuch haben wir verschiedene Sensor-, Pflanzen- und Bodenmessungen durchgeführt. Auf den Bildern sieht man die Durchführung einer Bodenprobennahme von Anfang Mai diesen Jahres (wir haben alle zwei Wochen von März bis Juli Bodenproben gezogen).

Ziel der Bodenprobennahme ist die Bestimmung von Bodenwassergehalt und Boden-Nmin-Gehalt von 0-90 cm Bodentiefe, wobei wir hier die Proben noch in drei Horizonte trennen (0-30 cm, 30-60 cm und 60-90 cm).

Themen im Rahmen des Feldversuches sind:

  • Entwicklung, Wachstum, Strickstoffaufnahme, Ertrag und Ertragsstruktur von Winter- und Sommerweizen in Abhängigkeit von Stickstoffdüngung (hier brauchen wir die Bodenproben, v.a. für die Erklärung der Stickstoffaufnahme) sowie
  • Bestimmung von Bestandesparametern mithilfe von Fernerkundungstechnologien

 

Farm/IT – smart.farming.software

Die Anforderungen an die moderne Landwirtschaft sind hoch: Eine zuverlässige und kostengünstige Bereitstellung gesunder Nahrungsmittel wird gewünscht, gleichzeitig soll nachhaltig produziert werden, mit möglichst geringem CO2-Ausstoß. Um das zu erreichen, muss man unterschiedlichste Daten im Blick behalten – von der Beschaffenheit des Bodens bis zu den Eigenheiten der ausgesäten Pflanzensorten, von Satelliten-Beobachtungsdaten bis zum aktuellen Wetterbericht.

Im Forschungsprojekt „Farm/IT“ haben sich TU Wien und BOKU zusammengeschlossen, um diese Daten zu sammeln, zu verknüpfen und auf einfache Weise verfügbar zu machen. Die Informationstechnologie soll auf diese Weise Einzug in die Landwirtschaft halten und bei wichtigen Entscheidungen helfen – für eine ressourceneffizientere, produktivere und umwelt-freundlichere Landwirtschaft. Die bisherigen Tests zeigen jetzt schon das Potenzial der IT-Revolution, die der Landwirtschaft bevorsteht. Farm/IT wird von der Österreichischen Forschungsförderungs-gesellschaft (FFG) im Rahmen des Programms Research Studios Austria (RSA) gefördert.

FARM/IT stellt durch Computer-Tools wertvolle Prognosen zur Verfügung: Mit Hilfe von Pflanzenwachstumsmodellen und Satellitendaten lässt sich das aktuelle Entwicklungsstadium der Kulturpflanzen erfassen, sodass man den Ertrag und den optimalen Erntezeitpunkt vorhersagen kann. Spektralsensoren geben Auskunft, wann der beste Zeitpunkt für Stickstoffdüngung ist. Der Computer kann verschiedene Fruchtfolge-Szenarien miteinander vergleichen und die optimale Pflanzenart für ein bestimmtes Feld vorschlagen.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

Assoc. Prof. Dr. Ahmad M. Manschadi at BOKU (manschadi(at)boku.ac.at)

Dr. Thomas Neubauer at TU Vienna (Thomas.neubauer(at)tuwien.ac.at)

Oder besuchen Sie die FARM/IT Homepage: https://farmit.at/de

Humusspeicherung im Ackerbau – Lösung für den Klimawandel? Die „Fridays for Future Bewegung“ hat die Dringlichkeit von Lösungen der Klimakrise in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit gestellt.

Die Landwirtschaft ist einerseits Klimawandelopfer – etwa durch häufigere Trockenzeiten. Andererseits wird auch über Möglichkeiten diskutiert, durch Humusausaufbau CO2 in Ackerböden zu speichern und so einen Klimaschutzbeitrag der Landwirtschaft zu erreichen.

Nicht nur im Rahmen der künftigen Agrarpolitik soll dieser Weg gestärkt werden. Zunehmend kommen auch „Kohlenstoffzertifikate“ auf den Markt, die als Kompensation für Emissionen in anderen Sektoren Kohlenstoffsenken in Ackerböden handelbar machen wollen.

Gernot Bodner vom Institut für Pflanzenbau mahnt jedoch in einem kürzlichen Kurierartikel zur Vorsicht. Neben vielen kritischen Fragen zum Emissionshandel, steht fest: trotz vieler Fortschritte in der Humusforschung fehlt es immer noch an ausreichend sicheren Kenntnissen über Möglichkeiten und Wege zum Humusaufbau in Ackerbausystemen.

Was sind Humus-Zielwerte auf verschiedenen Böden, welche Maßnahmen erhöhen langfristig stabile Humuspools, was sind geeignete Indikatoren um stabilen Humusaufbau zu monitoren?

In den Projekten SOCCA (https://forschung.boku.ac.at/fis/suchen.projekt_uebersicht?sprache_in=de&menue_id_in=300&id_in=13607) und C4Soil (https://forschung.boku.ac.at/fis/suchen.projekt_uebersicht?sprache_in=de&menue_id_in=300&id_in=13628) gehen Gernot Bodner (Institut für Pflanzenbau) und Katharina Keiblinger (Institut für Bodenforschung) diesen Fragen auf landwirtschaftlichen Pionierbetrieben (z.B. Boden.Leben https://www.bodenistleben.at/, Humusbewegung https://www.humusbauern.at/) nach.

Ihre Hypothese: Zielwerte, Indikatoren und Prozesse von Humusaufbau sind am besten in praktizierten Bewirtschaftungssystemen zu erforschen, also auf Flächen die von engagierten Landwirten seit vielen Jahren humusaufbauend bewirtschaftet werden.  

Ein kurzer Film passend zum Thema ist auch hier zu finden: www.facebook.com/LAND.WIRTSCHAFT.ZUKUNFT