Pflanze-Pathogen-Interaktionen ~ Klimawandel ~ Biologische Kontrolle ~ Agrobiodiversität ~ Potential- und Risikoanalyse

Phytopathologie und Pflanzenschutz

Die Gesunderhaltung von Kulturpflanzenbeständen stellt eine enorme gesamtgesellschaftliche Herausforderung für die Landwirtschaft und den Gartenbau dar. Neben der qualitativen und quantitativen Sicherung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie von Rohstoffen für die industrielle Weiterverarbeitung kommt dem Aspekt Klima- und Umweltschutz eine zunehmende Bedeutung zu.

Wir arbeiten am an grundlegenden Fragestellungen zum Potential von Zwischenfrüchten und alternativen Substraten, wie Kompost oder Biochar, zur Reduktion/Eliminierung von Krankheitserregern. Weiters erforschen wir die Funktion von Wurzelexsudaten in der Pflanze-Pathogen-Interaktion anhand von Modellsystemen wie Fusarium oxysporum f.sp. lycopersici und Tomate bzw. Sclerotinia sclerotiorum und Sojabohne. Auf Basis dieser Forschungsarbeiten sollen langfristig nachhaltige Alternativen zur Vermeidung von Pflanzenkrankheiten entwickelt werden.

Darüber hinaus erarbeiten wir Lösungsansätze zu aktuelle Pflanzenschutzproblemen im ökologischen und integrierten Acker-, Gemüse-,Obst-, Wein- und Zierpflanzenbau.

Kontakt: Univ. Prof. DI Dr. Siegrid Steinkellner (Institutsstandort Tulln)

Forschungsschwerpunkt Pflanzenschutz im Weinbau

Ziel des Fachbereiches Pflanzenschutz im Weinbau ist die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln durch eine zielgerichtetere Bekämpfung gegenüber den Schadorganismen zu erreichen, sowohl in der biologischen als auch integrierten Produktion. Prognosemodelle, vor allem zu den wichtigsten Schaderregern im Weinbau, können hier eine wichtige Stütze sein.

Der derzeitige Schwerpunkt der Forschung liegt beim Echten Mehltau der Weinrebe, besonders bei der Biologie dieses Schaderregers. Eine wichtige Frage ist welche der beiden Primärbefallsformen im österreichischen Weinbau von Bedeutung ist. Es wird untersucht welche Infektionsbedingungen für den Primärbefall erforderlich sind. In diesem Zusammenhang spielt die Erfassung der lokalen Witterung in den Rebanlagen eine entscheidende Rolle.

Die gewonnenen Daten sollen in ein Modell zum Echten Mehltau der Rebe einfließen, um den WinzerInnen ein Hilfswerkzeug in die Hand zu geben, damit dieser Schaderreger effektiver kontrolliert werden kann.

Kontakt: Univ. Ass. DI Markus Redl (Institutsstandort Wien)

Forschungsschwerpunkt Mikrobielle Interaktionen in der Pflanzengesundheit

Pflanzenpathogene verursachen jährlich große Verluste in der pflanzlichen Produktion durch quantitative und qualitative Ertragseinbußen. Verschärfte Gesetze im Zusammenhang mit der Zulassung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und die vermehrte Nachfrage nach biologisch produzierten Lebensmitteln erfordern neue nachhaltige Bekämpfungsstrategien. Um solche Strategien entwickeln zu können, stehen die Kulturpflanzen mit ihren vielseitigen Interaktionen mit pathogenen, symbiontischen und antagonistischen Mikroorganismen im Fokus dieses Arbeitsbereiches. Dabei wird ein möglichst interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der sowohl in-vitro als auch angewandte Versuche umfasst. Der aktuelle Schwerpunkt liegt auf Interaktionen von Nutzpflanzen mit arbuskulärer Mykorrhiza und endophytischen Pilzen aus der Ordnung der Sebacinales und deren Effekt auf die Entwicklung bodenbürtiger Pathogene

Kontakt:  Univ. Ass. DI Dr. Karin Hage-Ahmed (Institutsstandort Tulln)

Forschungsschwerpunkt Molekulare Nematologie

Pflanzenparasitierende Nematoden wurden zu einem großen Problem in der Landwirtschaft, da diese Wurzelparasiten jährlich Schäden in Milliarden-Eurobeträgen verursachen. Große Herausforderungen stellen vor allem die Langlebigkeit von Nematodenzysten und deren Widerstandsfähigkeit gegenüber Nematiziden dar. Die Gruppe „Nematologie“ beschäftigt sich daher mit dem Entstehungsvorgang und Aufrechterhaltung spezieller Nährzellsysteme, die die Nematoden in den Wirtswurzeln induzieren. Diese Prozesse werden mit physiologischen und molekularbiologischen Methoden untersucht und das gewonnene Wissen wird verwendet, um die Versorgung der Nematoden durch die Pflanze zu verstehen und zu unterbinden. Diese Erkenntnisse bilden eine wertvolle Grundlage für die Pflanzenzüchtung und ermöglichen neue Sorten mit erhöhter Nematodentoleranz oder -resistenz zu entwickeln.

Kontakt:  Mag. Dr. Krzysztof Wieczorek (Institutsstandort Tulln)