Agrarentomologie
Insekten-Pflanzen-Interaktionen ~ Klimawandel ~ Biologische Kontrolle ~ Agrobiodiversität ~ Potential- und Risikoanalyse
Forschungsschwerpunkt Agrarentomologie
Der Arbeitsbereich Agrarentomologie befasst sich mit der Ökologie und dem Verhalten von Schadinsekten und ihren natürlichen Gegenspielern an landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen. Derzeit liegt der Fokus vor allem auf schädlichen und nützlichen Thripsen (Thysanoptera) im Garten- und Feldgemüsebau. Die Forschung konzentriert sich auf drei Schwerpunkte:
- Konservierender biologischer Pflanzenschutz und Habitatmanagement: Es wird untersucht, wie durch geeignete Blüh- und Habitatstrukturen natürliche Gegenspieler von Schädlingen gefördert werden können. Ein Schwerpunkt liegt auf der Nützlingsförderung im Zwiebelanbau.
- Wirtspflanzenselektionsverhalten von Schadinsekten: Untersucht wird, wie chemische, visuelle und physikalische Eigenschaften von Pflanzen deren Orientierung, Besiedlung und Eiablage beeinflussen. Auf dieser Grundlage werden Möglichkeiten der Verhaltensmanipulation („Behavioural Control“) entwickelt, bei denen chemische und physikalische Stimuli gezielt eingesetzt werden, um das Verhalten von Schadinsekten zu steuern.
- Neue Schädlingsprobleme durch den Klimawandel: Temperatur- und Niederschlagsveränderungen beeinflussen die Entwicklung und Ausbreitung von Schadinsekten. Neben eingeschleppten bzw. eingewanderten Arten werden auch autochthone Schädlinge untersucht.
Kontakt: Ao. Prof. DI Dr. Elisabeth Koschier (Institutsstandort Wien)
Forschungsschwerpunkt Biologische Schädlingsbekämpfung
Thematische Schwerpunkte im Rahmen der biologischen Schädlingskontrolle sind verhaltensbiologische, ökologische und evolutionäre Untersuchungen zu Schad-Arthropoden und deren natürlichen Feinde. Als Modelorganismen werden Milben sowohl als Schädlinge (Spinnmilben) als auch als Nützlinge (Raubmilben) verwendet, um Räuber-Beute Interaktionen und deren Auswirkungen auf die Populationsentwicklung der beiden Gegenspieler zu untersuchen.
Aktuell werden die möglichen Auswirkungen von extremen Hitzewellen, bedingt durch den Klimawandel, auf die biologische Kontrolle der Spinnmilbe Tetranychus urticae durch die Raubmilbe Phytoseiulus persimilis evaluiert. Bisherige Laborergebnisse auf Individualebene deuten darauf hin, dass der Räuber mehr hitze-sensibel ist als der Schädling. Sollte sich dieser Trend auch in Pflanzenversuchen auf Populationsebene bestätigen, dann wäre die Kontrolle der Spinnmilben durch P. persimilis nicht mehr gewährleistet.