2. ONLINE ZUG-Minisymposium, 21.1.2021

2. ONLINE ZUG-Minisymposium, 21.1.2021


Das anatolische Lastenkamel und Westanatolien im Wandel: eine tier- und umweltgeschichtliche Perspektive

Präsentation:
Dr. Onur İnal
Institut für Orientalistik
Universität Wien

Moderation:
Univ.Prof. Ing. Dr.phil. Dr.h.c. Verena Winiwarter
Zentrum für Umweltgeschichte
Institut für Soziale Ökologie, BOKU Wien

Time / Zeit: Donnerstag, 21. Jänner 2021, 18:15 - 19:15 Uhr
Place / Ort: virtuell, vor Ihrem Computer, Tablet oder Telefon (Anmeldung unbedingt erforderlich an umweltgeschichte(at)boku.ac.at)

Abstract:
Das anatolische oder sogenannte „turkmenische“ Kamel ist eine Kreuzung zwischen einem männlichen, zweihöckrigen Trampeltier (Baktrisches Kamel) und einem weiblichen, einhöckrigen Dromedar (Arabisches Kamel). Das hybridisierte anatolische Kamel war in der osmanischen Zeit ein sehr begehrtes Nutztier, da es stärker als reinrassige Kamele ist und dementsprechend für das Tragen von Lasten besser geeignet ist. Bereits im siebzehnten Jahrhundert war das anatolische Kamel ein wichtiger Akteur in der Entwicklung von der Hafenstadt Izmir und ihrem Hinterland. Im achtzehnten, vor allem im neunzehnten Jahrhundert haben die anatolischen Nomaden Trampeltiere und Dromedare systematisch und zunehmend hybridisiert, um sich der durch das wachsende Handelsvolumen verursachten Nachfrage anpassen zu können. Das anatolische Lastenkamel konnte seine wichtige Rolle als historischer Akteur sogar noch nach dem Ausbau der Eisenbahn in der Region behaupten. Dieser Vortrag beleuchtet die Bedeutung des anatolischen Kamels als Nutztier im Kontext des sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Wandels von Westanatolien in der spätosmanischen und frührepublikanischen Zeit.

Das Minisymposium findet virtuell via Zoom statt. Wir bitten um Anmeldung per eMail unter umweltgeschichte(at)boku.ac.at, damit wir Ihnen die Zugangsdaten zusenden können.

Download Ankündigung [pdf, 330 KB]

SAVE THE DATE: 11.3.2021: 18.15 Uhr
Gilles Billen: The land sharing - land sparing paradigm in a long-term historical and prospective perspective (vorläufiger Titel)

1. ONLINE ZUG-Minisymposium, 2.12.2020

1. ONLINE ZUG-Minisymposium, 2.12.2020


Die Verpfändung der Zukunft. Über die Ewigkeitsaufgabe „Altlast“

Presentation:
Univ.Prof. Ing. Dr.phil. Dr.h.c. Verena Winiwarter
Zentrum für Umweltgeschichte
Institut für Soziale Ökologie, BOKU Wien

Moderation:
Assoc. Prof. Dr. Martin Schmid
Zentrum für Umweltgeschichte
Institut für Soziale Ökologie, BOKU Wien

Time / Zeit: Mittwoch, 2. Dezember 2020, 18:15 - 19:15 Uhr
Place / Ort: virtuell, vor Ihrem Computer, Tablet oder Telefon (Anmeldung unbedingt erforderlich an umweltgeschichte(at)boku.ac.at)

Abstract:
Die Endlagersuche für abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken beschäftigt viele. Wie aber steht es mit den Resten von Plutoniumfabriken, mit den radioaktiven Abraumhalden des südafrikanischen Goldbergbaus, oder den Tausenden Tonnen Arsenik, das in einer derzeit tiefgekühlten ehemaligen Goldmine in Kanada lagert, wie steht es mit dem Emscher Polder oder anderen sinkenden Landstrichen? "Superfund" heißt das U.S.-Programm zur Altlastensanierung. "Superfunds" im Sinne großer Geldbeträge für Altlastensanierung schränken ein, wieviel Mittel für andere gesellschaftliche Aufgaben verfügbar sind.  Altlastenmanagement erfordert gut ausgebildete Techniker*innen, zuverlässige öffentliche Infrastrukturen, eine kooperationsfähige Öffentlichkeit und gute Kontrollmechanismen, ist also sehr voraussetzungsvoll. Wer sich mit Altlasten beschäftigt, gelangt auch schnell auf die Spuren von Korruption und Umweltkriminalität und damit in einen wenig ausgeleuchteten Winkel, in dem die Schatten der Vergangenheit die strahlende Zukunft einer nachhaltigen Gesellschaft verdunkeln. Dieser Vortrag beleuchtet aus laufenden Recherchen auch die Forschungsaufgaben, die sich für die Umweltgeschichte daraus ergeben.

Das Minisymposium findet virtuell via Zoom statt. Wir bitten um Anmeldung per eMail unter umweltgeschichte(at)boku.ac.at, damit wir Ihnen die Zugangsdaten zusenden können.

Download Ankündigung [pdf, 300 KB]

SAVE THE DATE: 21.1.2021: 18.15 Uhr
Onur Inal und Yavuz Köse „Das anatolische Lastenkamel und Westanatolien im Wandel: eine tier-und umweltgeschichtliche Perspektive“

97. ZUG-Minisymposium, 16.1.2020

97. ZUG-Minisymposium, 16.1.2020

Allianzen für die Alpen? Umweltschutz und Transitproteste in Tirol

Presentation:
Maria Buck, M.A.
Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie,
Kernfach Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Universität Innsbruck

Moderation:
Mag. Dr. Robert Groß

Abstract:
Seit Ende der 1970er Jahre ist ein zunehmender Widerstand gegen den ständig ansteigenden alpenquerenden Transitverkehr in Tirol zu verzeichnen. Während in der Nachkriegszeit der Bau von Straßeninfrastrukturen noch als Investition in die Zukunft positiv konnotiert war, änderte sich die Stimmung im Zuge des Ökologiediskurses und brach in den 1980er Jahren in offensiven Protesten seitens der betroffenen Tiroler Bevölkerung aus. Entlang der Transitroute von Kufstein bis zum Brenner gründeten sich Bürgerinitiativen, die zusammen mit etablierten Alpen- und Umweltschutzvereinen für eine sozial sowie ökologisch verträgliche Verkehrs- und Umweltpolitik protestierten, um die Transitbelastung zu reduzieren. Mit teils spektakulären Aktionen – z.B. dem Blockieren der Brennerautobahn – sensibilisierten die Protestierenden eine breite Öffentlichkeit für die Transitproblematik und das nicht zuletzt durch eine aktive Rezeption der Protestaktionen in den Medien.
Der alpenquerende Transit stieß nicht nur in Tirol auf Widerstand, sondern auch in anderen Regionen der Alpen wie in der Schweiz oder Südtirol. Der Beitrag untersucht, ob der Transitwiderstand zur Etablierung eines gemeinsamen „Alpen“-Bewusstseins beitrug und inwieweit dies zu Allianzen zwischen Akteuren aus verschiedenen Alpenregionen führte. Im Zentrum stehen dabei insbesondere die Tiroler Protestierenden, die sich selbst eine Vorbildfunktion zuschrieben.     

Place / Ort: Universität für Bodenkultur Wien | Standort Schottenfeldgasse 29, 1070 Wien
Time / Zeit: Donnerstag, 16. Jänner 2020, 18:15 - 20:00 Uhr

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Archive ZUG-Minismyposia