4. ONLINE ZUG-Minisymposium / Umweltgeschichte im Dialog, 6.5.2021

4. ONLINE ZUG-Minisymposium / Umweltgeschichte im Dialog, 6.5.2021


Die Aschacher Mautprotokolle. Die Donau in der Handels-, Konsum-, Verkehrs- und Umweltgeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts

Präsentation:
PD Mag. Dr. Peter Rauscher
Mag. Andrea Serles

Institut für Österreichische Geschichtsforschung der Universität Wien

Moderation:
Assoc. Prof. Mag. Dr. Martin Schmid
Zentrum für Umweltgeschichte
Institut für Soziale Ökologie, BOKU Wien

Time / Zeit: Donnerstag, 6. Mai 2021, 18:15 - 19:15 Uhr
Place / Ort: online via Zoom. Bitte verwenden Sie diesen Link https://bokuvienna.zoom.us/j/99331957972


Abstract:
Mit einem Einzugsgebiet von ca. 817.000 km2 und einer Länge von 2.850 km bilden die Donau und ihre Nebenflüsse das zweitgrößte Flusssystem Europas. Wegen der wesentlich besseren Energieeffizienz der Binnenschifffahrt gegenüber dem Landtransport und der dichten Städte- und Gewerbelandschaften spielte besonders die Obere Donau zwischen Ulm und Wien eine zentrale Rolle für den Güterverkehr vor der Eisenbahnära. Die Bearbeitung von seriell überlieferten Quellen ermöglicht einen detaillierten Blick unter anderem auf Handelskonjunkturen, Veränderungen im Konsumverhalten, das Transportaufkommen sowie auf die Akteure des Güteraustausches (Händler und Schiffmeister). Mit den im Oberösterreichischen Landesarchiv überlieferten „Protokollen der Maut zu Aschach“ (1627–1775) werden seit 2013 am Institut für Österreichische Geschichtsforschung der Universität Wien die umfangreich erhaltenen Rechnungsbücher einer Donaumaut mithilfe von Online-Datenbanken erschlossen. Sie bilden die quantitativ umfangreichste und qualitativ aussagekräftigste Quelle zur Erforschung von Handel und Transport zwischen Österreich und seinen westlichen Nachbarländern im 17. und 18. Jahrhundert.
Vorgestellt werden neben dem Wirtschaftsraum der Oberen Donau und dem Projekt „Der Donauhandel“ vor allem unterschiedliche Möglichkeiten der Auswertung der Aschacher Mautprotokolle. Diese gehen weit über den engeren wirtschaftsgeschichtlichen Kontext hinaus und berühren auch Themen der Migrations-, Militär- und Umweltgeschichte der Frühen Neuzeit.

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3. ONLINE ZUG-Minisymposium / SEC Lecture, 11.3.2021

3. ONLINE ZUG-Minisymposium / SEC Lecture, 11.3.2021


The future of the European agro-food system in the light of the “land-sparing vs land-sharing” debate

Präsentation:
Dr. Gilles Billen
Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS)

Moderation:
Priv.-Doz. Dr. Simone Gingrich
Zentrum für Umweltgeschichte
Institut für Soziale Ökologie, BOKU Wien

Time / Zeit: Donnerstag, 11. März 2021, 18:15 - 19:15 Uhr
Place / Ort: online via Zoom


Abstract:
During the last 50 years, the European agro-food system has evolved towards more and more territorial specialization, with intensification on the best lands, fostered by increasing integration of agricultural products in international trade markets, and abandonment of agriculture on less suitable lands.

These trends can be examined within the framework of the “land sparing versus land sharing” debate.  For a fringe of tenants of land sparing, intensification on the best soils would allow producing food with limited spatial footprint, hence devoting more space to nature and biodiversity. Land sparing thus makes it possible to optimize the profitability of the functioning of the geographical space, once the ecosystem services provided by natural spaces have been recognized and monetized. The injunction to spare land can also come from another, opposite, stream of thought, for which Nature is sanctified and must be preserved intact, far from human activities which inevitably destroy it. Reasoning ad absurdum, a scenario of extreme land sparing, relying on a-biotic agriculture and cells cultures, is established based on data from recent literature.

Changing perspective, the tenants of land sharing consider that nutrients, not land, have to be spared, ie nutrient cycles have to be closed, as the environmental losses of nutrients is the major environmental problem of intensive agriculture, spreading far beyond the limits of agricultural lands. Their concern is to share the planet not only with other humans, but with non-humans as well. An agro-ecological scenario for Europe in 2050 has been established in line with this vision of land sharing. It gives up land specialization in favor of a multifunctional conception of land planning, privileging local food supply with a healthy food regime, and excluding recourse to industrial fertilizers and pesticides. Overall, calculation shows that this scenario can feed Europe, while considerably limiting pressure on biodiversity. Intra-european trade would be halved compared to today; net exports of cereals and animal products outside of Europe would still be possible at a level of around 10% of the current ones, while no import of feed from South American countries would be required.

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2. ONLINE ZUG-Minisymposium, 21.1.2021

2. ONLINE ZUG-Minisymposium, 21.1.2021


Das anatolische Lastenkamel und Westanatolien im Wandel: eine tier- und umweltgeschichtliche Perspektive

Präsentation:
Dr. Onur İnal
Institut für Orientalistik
Universität Wien

Moderation:
Univ.Prof. Ing. Dr.phil. Dr.h.c. Verena Winiwarter
Zentrum für Umweltgeschichte
Institut für Soziale Ökologie, BOKU Wien

Time / Zeit: Donnerstag, 21. Jänner 2021, 18:15 - 19:15 Uhr
Place / Ort: virtuell, vor Ihrem Computer, Tablet oder Telefon


Abstract:
Das anatolische oder sogenannte „turkmenische“ Kamel ist eine Kreuzung zwischen einem männlichen, zweihöckrigen Trampeltier (Baktrisches Kamel) und einem weiblichen, einhöckrigen Dromedar (Arabisches Kamel). Das hybridisierte anatolische Kamel war in der osmanischen Zeit ein sehr begehrtes Nutztier, da es stärker als reinrassige Kamele ist und dementsprechend für das Tragen von Lasten besser geeignet ist. Bereits im siebzehnten Jahrhundert war das anatolische Kamel ein wichtiger Akteur in der Entwicklung von der Hafenstadt Izmir und ihrem Hinterland. Im achtzehnten, vor allem im neunzehnten Jahrhundert haben die anatolischen Nomaden Trampeltiere und Dromedare systematisch und zunehmend hybridisiert, um sich der durch das wachsende Handelsvolumen verursachten Nachfrage anpassen zu können. Das anatolische Lastenkamel konnte seine wichtige Rolle als historischer Akteur sogar noch nach dem Ausbau der Eisenbahn in der Region behaupten. Dieser Vortrag beleuchtet die Bedeutung des anatolischen Kamels als Nutztier im Kontext des sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Wandels von Westanatolien in der spätosmanischen und frührepublikanischen Zeit.

Das Minisymposium findet virtuell via Zoom statt. Wir bitten um Anmeldung per eMail unter umweltgeschichte(at)boku.ac.at, damit wir Ihnen die Zugangsdaten zusenden können.

Download Ankündigung [pdf, 330 KB]

SAVE THE DATE: 11.3.2021: 18.15 Uhr
Gilles Billen: The land sharing - land sparing paradigm in a long-term historical and prospective perspective (vorläufiger Titel)

1. ONLINE ZUG-Minisymposium, 2.12.2020

1. ONLINE ZUG-Minisymposium, 2.12.2020


Die Verpfändung der Zukunft. Über die Ewigkeitsaufgabe „Altlast“

Präsentation:
Univ.Prof. Ing. Dr.phil. Dr.h.c. Verena Winiwarter
Zentrum für Umweltgeschichte
Institut für Soziale Ökologie, BOKU Wien

Moderation:
Assoc. Prof. Dr. Martin Schmid
Zentrum für Umweltgeschichte
Institut für Soziale Ökologie, BOKU Wien

Time / Zeit: Mittwoch, 2. Dezember 2020, 18:15 - 19:15 Uhr
Place / Ort: virtuell, vor Ihrem Computer, Tablet oder Telefon (Anmeldung unbedingt erforderlich an umweltgeschichte(at)boku.ac.at)

Abstract:
Die Endlagersuche für abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken beschäftigt viele. Wie aber steht es mit den Resten von Plutoniumfabriken, mit den radioaktiven Abraumhalden des südafrikanischen Goldbergbaus, oder den Tausenden Tonnen Arsenik, das in einer derzeit tiefgekühlten ehemaligen Goldmine in Kanada lagert, wie steht es mit dem Emscher Polder oder anderen sinkenden Landstrichen? "Superfund" heißt das U.S.-Programm zur Altlastensanierung. "Superfunds" im Sinne großer Geldbeträge für Altlastensanierung schränken ein, wieviel Mittel für andere gesellschaftliche Aufgaben verfügbar sind.  Altlastenmanagement erfordert gut ausgebildete Techniker*innen, zuverlässige öffentliche Infrastrukturen, eine kooperationsfähige Öffentlichkeit und gute Kontrollmechanismen, ist also sehr voraussetzungsvoll. Wer sich mit Altlasten beschäftigt, gelangt auch schnell auf die Spuren von Korruption und Umweltkriminalität und damit in einen wenig ausgeleuchteten Winkel, in dem die Schatten der Vergangenheit die strahlende Zukunft einer nachhaltigen Gesellschaft verdunkeln. Dieser Vortrag beleuchtet aus laufenden Recherchen auch die Forschungsaufgaben, die sich für die Umweltgeschichte daraus ergeben.

Das Minisymposium findet virtuell via Zoom statt. Wir bitten um Anmeldung per eMail unter umweltgeschichte(at)boku.ac.at, damit wir Ihnen die Zugangsdaten zusenden können.

Download Ankündigung [pdf, 300 KB]

SAVE THE DATE: 21.1.2021: 18.15 Uhr
Onur Inal und Yavuz Köse „Das anatolische Lastenkamel und Westanatolien im Wandel: eine tier-und umweltgeschichtliche Perspektive“

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