97. ZUG Minisymposium, 16.1.2020

97. ZUG Minisymposium, 16.1.2020

Allianzen für die Alpen? Umweltschutz und Transitproteste in Tirol

Präsentation:
Maria Buck, M.A.
Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie,
Kernfach Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Universität Innsbruck

Moderation:
Mag. Dr. Robert Groß

Abstract:
Seit Ende der 1970er Jahre ist ein zunehmender Widerstand gegen den ständig ansteigenden alpenquerenden Transitverkehr in Tirol zu verzeichnen. Während in der Nachkriegszeit der Bau von Straßeninfrastrukturen noch als Investition in die Zukunft positiv konnotiert war, änderte sich die Stimmung im Zuge des Ökologiediskurses und brach in den 1980er Jahren in offensiven Protesten seitens der betroffenen Tiroler Bevölkerung aus. Entlang der Transitroute von Kufstein bis zum Brenner gründeten sich Bürgerinitiativen, die zusammen mit etablierten Alpen- und Umweltschutzvereinen für eine sozial sowie ökologisch verträgliche Verkehrs- und Umweltpolitik protestierten, um die Transitbelastung zu reduzieren. Mit teils spektakulären Aktionen – z.B. dem Blockieren der Brennerautobahn – sensibilisierten die Protestierenden eine breite Öffentlichkeit für die Transitproblematik und das nicht zuletzt durch eine aktive Rezeption der Protestaktionen in den Medien.
Der alpenquerende Transit stieß nicht nur in Tirol auf Widerstand, sondern auch in anderen Regionen der Alpen wie in der Schweiz oder Südtirol. Der Beitrag untersucht, ob der Transitwiderstand zur Etablierung eines gemeinsamen „Alpen“-Bewusstseins beitrug und inwieweit dies zu Allianzen zwischen Akteuren aus verschiedenen Alpenregionen führte. Im Zentrum stehen dabei insbesondere die Tiroler Protestierenden, die sich selbst eine Vorbildfunktion zuschrieben.     

Place / Ort: Universität für Bodenkultur Wien | Standort Schottenfeldgasse 29, 1070 Wien
Time / Zeit: Donnerstag, 16. Jänner 2020, 18:15 - 20:00 Uhr

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