Forschung
Forschung
Entsprechend dem Drei-Säulen-Prinzip der BOKU (Verbindung von Technik, Naturwissenschaften und Wirtschafts-, Sozial- und Rechtwissenschaften) entwickeln wir innovative Konzepte, Methoden und Verfahren
• zur Planung und Evaluierung von Abfallvermeidungsmaßnahmen,
• zur Schließung von natürlichen und anthropogenen Stoffkreisläufen,
• zur emissionsarmen Abfallbehandlung sowie
• zur Nachsorge und Monitoring von Deponien und Altablagerungen.
Die weltweite Verflechtung von Wirtschaft und Stoffströmen erfordert es, Abfallströme in einem umfassenden Zusammenhang zu analysieren und länderübergreifend Lösungen zu finden.
Unsere aktuellen Forschungsbereiche sind:
Neueste SCI Publikationen
Neueste Projekte
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-06-06 - 2029-06-05
Kunststoffverschmutzung ist mittlerweile stark im Bewusstsein der österreichischen Bevölkerung und in der Forschung verankert. Dennoch sind Kunststoffabfälle in der Natur und in fluvialen Systemen nur unzureichend untersucht, was nicht zuletzt am hohen und vor allem personalintensiven Aufwand bei den Erhebungen liegt. Aufkommen und Zusammensetzung sowie Quellen, Eintragspfade und Transportwege von Kunststoffabfällen können daher nach wie vor nicht zufriedenstellend beschrieben werden. Vermeidung von Mikro- und Makroplastik in der Umwelt, die wissenschaftliche Einordnung dieser Herausforderung und die Forschung an nachhaltigen Materialien sind deswegen Aufgaben, an denen wir in ganz Europa zusammenarbeiten müssen. Im internationalen Projekt Plastic Pirates wurden bereits über Kahre wertvolle Informationen zum Aufkommen von Kunststoffabfällen an Flüssen gesammelt. Die Einschränkung auf fluviale verhindert aber die teiln4ahme der breiten Öffentlichkeit und auch die Sichtbarkeit. Dem soll mit dem Citizen Science Prohjekt Plastic Busters entgegengewirkt werden.
Ziel ist es Daten zum Status quo von Littering (Fokus Kunststoff) in Österreich für die Umsetzung zukünftiger Maßnahmen zu generieren. Das Vertrauen von Jugendlichen und Erwachsenen in Wissenschaft soll durch die aktive Teilnahme in Forschungsprojekten gestärkt werden. Die Kompetenzen von Jugendlichen und Erwachsenen im Bereich saubere Umwelt und saubere Gewässer sollen gestärkt und die Breitenwirksamkeit der Aktion durch Verlagerung in öffentlich zugängliche Bereiche erhöht werden.
Das Konzept der Plastic Busters soll sowohl den Wissenschaftszugang für die Teilnehmer*innen durch Einbindung in die Forschungsfragen, Datenverifizierung und Ergebnisinterpretation stärken als auch wertvolle Daten für Wissenschaft und Politik generieren.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-06-05 - 2029-06-04
Rund 50 % aller Lebensmittelabfälle werden von Haushalten verursacht. Maßnahmen zur Lebensmittelabfallvermeidung haben bisher wenig Erfolg gezeigt. Nicht zuletzt deshalb wurde im Jahr 2023 vom Institut für Abfall-und Kreislauftwirtschaft der Universität für Bodenkultur in Wien in Zusammenarbeit mit der Tafel Österreich und dem Naturhistoprischem Museum Wien die Wanderausstellung „GewissensBISS - geerntet.gekauft.gekübelt“ zur Lebensmittelabfallvermeidung entwickelt. Bereits in ihrem ersten Einsatzjahr erreichte sie mehr als 5.000 Schüler*innen. Die Wanderausstellung zeigte bereits in einer ersten Evaluation große Erfolge und konnte erwiesenermaßen das Wissen der Besucher*innen erweitern sowie das Interesse am Thema von Schüler*innen zwischen 11 und 17 Jahren wecken.
Es soll nun eine eigene Ausstellung für Wien mit Fokus auf Wiener Schulen produziert werden und gleichzeitig analysiert werden, inwiefern es durch den Besuch der Ausstellung zu einem Erkenntnisgewinn bei den Besucher*innen und im Idealfall zu einer Verhaltensänderung auch in deren Umfeld kommt.
Folgende Forschungsfragen sollen im Rahmen des Projektes behandelt werden.
1) Inwiefern zeigt die Ausstellung Erfolg bei den Besucher*innen indem ein merkbarer Wissensgewinn und/oder die Bereitschaft zur Verhaltensänderung zu erkennen ist.
2) Kann eine Verhaltensänderung in Haushalten nach der Durchführung von bewusstseinsbildender Unterrichtsgestaltung angenommen werden?
3) Kann die Reichweite des Wissenstransfers durch den Einsatz gezielten Information der Eltern im Vorfeld erhöht werden?
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-03-01 - 2027-02-28
In den letzten Jahren ist eine Zunahme der Anwendung sogenannter Advanced Materials, zu welchen auch technisch hergestellte Nanomaterialien (ENMs) zählen, in Produkten, Verfahren, Prozessen und verschiedenen Technologie- und Forschungsbereichen zu verzeichnen. Dies hat und wird zukünftig vermehrt zu einer Exposition gegenüber diesen Materialien und auch zu einem Eintrag in die Umwelt führen. Während es für Nanomaterialien gültige Regulierungen gibt, die sie explizit adressieren und auch einen Definitionsvorschlag der europäischen Kommission, erscheinen Advanced Materials derzeit eher als strategischer Begriff, um innovationsrelevante Werkstoffe mit hohem Entwicklungspotenzial zu kennzeichnen. Er beschreibt Materialien, die gezielt entwickelt oder verbessert wurden, um überlegene Eigenschaften im Vergleich zu herkömmlichen Werkstoffen aufzuweisen und sich oft nanoskaliger Strukturen bedienen. Der Begriff Advanced Material (AdMa) ist derzeit nicht einheitlich rechtlich definiert, wird jedoch in Forschung, Industrie und Politik häufig verwendet. Anhand des Beispiels der Nanomaterialien, deren regulatorische Geschichte nun schon mehrere Jahrzehnte dauert und immer noch stetig diskutiert und erweitert wird, sollte ersichtlich sein, wie wichtig es ist früh genug den Fokus auf die Regulierung zu richten, um negative Folgen für Mensch und Umwelt im Sinne des Vorsorgeprinzips schon frühzeitig zu antizipieren. In diesem Sinn soll die bestehende internationale sowie nationale Regulierung von Nanomaterialien auf ihre Anwendbarkeit für den Sektor der AdMa systematisch analysiert, mögliche Lücken aufgezeigt, sowie Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.