Forschung
Forschung
Entsprechend dem Drei-Säulen-Prinzip der BOKU (Verbindung von Technik, Naturwissenschaften und Wirtschafts-, Sozial- und Rechtwissenschaften) entwickeln wir innovative Konzepte, Methoden und Verfahren
• zur Planung und Evaluierung von Abfallvermeidungsmaßnahmen,
• zur Schließung von natürlichen und anthropogenen Stoffkreisläufen,
• zur emissionsarmen Abfallbehandlung sowie
• zur Nachsorge und Monitoring von Deponien und Altablagerungen.
Die weltweite Verflechtung von Wirtschaft und Stoffströmen erfordert es, Abfallströme in einem umfassenden Zusammenhang zu analysieren und länderübergreifend Lösungen zu finden.
Unsere aktuellen Forschungsbereiche sind:
Neueste SCI Publikationen
Neueste Projekte
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-03-01 - 2027-02-28
In den letzten Jahren ist eine Zunahme der Anwendung sogenannter Advanced Materials, zu welchen auch technisch hergestellte Nanomaterialien (ENMs) zählen, in Produkten, Verfahren, Prozessen und verschiedenen Technologie- und Forschungsbereichen zu verzeichnen. Dies hat und wird zukünftig vermehrt zu einer Exposition gegenüber diesen Materialien und auch zu einem Eintrag in die Umwelt führen. Während es für Nanomaterialien gültige Regulierungen gibt, die sie explizit adressieren und auch einen Definitionsvorschlag der europäischen Kommission, erscheinen Advanced Materials derzeit eher als strategischer Begriff, um innovationsrelevante Werkstoffe mit hohem Entwicklungspotenzial zu kennzeichnen. Er beschreibt Materialien, die gezielt entwickelt oder verbessert wurden, um überlegene Eigenschaften im Vergleich zu herkömmlichen Werkstoffen aufzuweisen und sich oft nanoskaliger Strukturen bedienen. Der Begriff Advanced Material (AdMa) ist derzeit nicht einheitlich rechtlich definiert, wird jedoch in Forschung, Industrie und Politik häufig verwendet. Anhand des Beispiels der Nanomaterialien, deren regulatorische Geschichte nun schon mehrere Jahrzehnte dauert und immer noch stetig diskutiert und erweitert wird, sollte ersichtlich sein, wie wichtig es ist früh genug den Fokus auf die Regulierung zu richten, um negative Folgen für Mensch und Umwelt im Sinne des Vorsorgeprinzips schon frühzeitig zu antizipieren. In diesem Sinn soll die bestehende internationale sowie nationale Regulierung von Nanomaterialien auf ihre Anwendbarkeit für den Sektor der AdMa systematisch analysiert, mögliche Lücken aufgezeigt, sowie Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-04-01 - 2027-01-31
Aufbauend auf den Ergebnissen der ersten Projektphase, in der eine emissionsarme Kompostierung von Gärresten entwickelt wurde, soll die Verwertung auf weitere organische Reststoffe ausgeweitet werden. Dazu zählen Substrate aus Brauereien, Weingütern und der Lebensmittelindustrie, insbesondere Fruchtrückstände. Diese Materialien unterscheiden sich in Feuchtegehalt, C/N-Verhältnis und Emissionsverhalten und erfordern angepasste Mischungen, gezielte Prozessführung und Qualitätssicherung. Durch gezielte Prozessführung und umfassendes Monitoring soll eine nachhaltige, umweltfreundliche Lösung für die Verwertung dieser Materialströme vor Ort etabliert werden. Eine optimierte, emissionsarme Kompostierung vor Ort stärkt die regionale Kreislaufwirtschaft, schont die Umwelt und senkt Kosten, etwa durch die Vermeidung langer Transportwege.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-01-01 - 2028-12-31
Im Mittelpunkt des EIP-Projektes „Nachhaltiges Biogas“ steht die Entwicklung eines praktikablen Tools zur ökologischen Nachhaltigkeits- und Effizienzbewertung für landwirtschaftliche Biogasbetriebe. Dabei werden die Anforderungen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II/III) berücksichtigt, einschließlich der Erhebung von derzeit fehlenden NUTS-2-Werten für spezifische Biogassubstrate, um den Landwirt:innen die Einhaltung regulatorischer Vorgaben zu erleichtern. Die Landwirt:innen tragen aktiv zur Entwicklung des Tools bei, indem sie praxisnahe Felddaten bereitstellen (u.a. durch KI- und satellitengestützte Datenerfassung), den Prototypen mit den generierten Daten anwenden und durch Feedback zur Praxistauglichkeit und Funktionalität das Tool gemeinsam mitoptimieren. Das Tool wird als Excel-Anwendung konzipiert, um die spezielle Methodik und umfangreiche Datengrundlage kosteneffizient und flexibel den Landwirt:innen öffentlich zur Verfügung stellen zu können. Ergänzend werden Schulungsunterlagen und regionale Workshops angeboten, um die Anwendung zu erleichtern. Ein weiterer zentraler Bestandteil des Projektes ist die Etablierung eines Freiwilligensystems zur Überwachung und Reduktion von Methanemissionen. Durch die Implementierung eines Leckageerkennungs- und Reparaturprogramms (engl. LDAR – leak detection and repair) sollen betriebsbedingte Emissionen nicht nur erfasst und minimiert werden, sondern auch präzisere Daten für die Nachhaltigkeitsbewertung generiert werden. Zusätzlich wird ein Benchmarking-System konzipiert, das Betriebsvergleiche zur Abschätzung von Verbesserungspotentialen ermöglicht. Hierzu wird ein Pflichtenheft erstellt, um die Integration in ein bestehendes Biogas-Benchmark-System zu gewährleisten. Ergänzend dazu erfolgt die Erstellung eines Leitfadens für betriebsspezifische Optimierungsmaßnahmen und emissionsreduzierende Handlungsempfehlungen innerhalb des LDAR-Programms. Das Gesamtkonzept fördert die Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Biogasproduktion, unterstützt Betriebe bei der Zertifizierung und setzt neue Maßstäbe für Transparenz und Emissionsminderung.