Biodiversitäts-Barometer 2025 unter BOKU-Beteiligung veröffentlicht
Der Österreichische Biodiversitätsrat hat das Biodiversitäts-Barometer 2025 veröffentlicht – eine wissenschaftliche Analyse zum Stand der Biodiversitätspolitik in Österreich. Das Barometer analysiert anhand von fünf zentralen Handlungsfeldern und 23 Indikatoren, wie sich die politischen Rahmenbedingungen für Biodiversität in Österreich entwickeln. Die Ergebnisse zeigen dringenden Handlungsbedarf: In keinem der untersuchten Bereiche konnte eine Verbesserung festgestellt werden, erstmals weist das Barometer keine einzige „grüne Ampel“ auf.
Zentrale Herausforderungen und Bezug zur Mission der BOKU
Als zentrale Herausforderungen identifiziert das Barometer insbesondere Defizite bei der Umsetzung bestehender Strategien, unzureichende Finanzierung von Biodiversitätsmaßnahmen sowie eine mangelnde Integration von Biodiversitätszielen in andere Politikbereiche wie Landwirtschaft, Energie oder Raumplanung. Gleichzeitig zeigt die Analyse auch Lösungswege auf: notwendig sind unter anderem verbindlichere Ziele für den Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen, eine stärkere Berücksichtigung von Biodiversität in sektoralen Politiken sowie eine bessere Koordination zwischen Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis.
Die Themen des Biodiversitäts-Barometers betreffen viele zentrale Forschungsfelder der BOKU. Sie spiegeln auch den Kernauftrag der Universität wider, der im Mission‑Statement der BOKU formuliert ist: wissenschaftliche Lösungen für den Schutz und die nachhaltige Nutzung unserer natürlichen Lebensgrundlagen zu entwickeln.
BOKU‑Expertise im Österreichischen Biodiversitätsrat
Mehrere Forschende der BOKU sind Mitglieder des Österreichischen Biodiversitätsrats und bringen wissenschaftliche Expertise aus unterschiedlichen Bereichen in das Barometer und die Arbeit des Rats ein:
Dr. Veronika Gaube (Institut für Soziale Ökologie) arbeitet zu gesellschaftlichen Transformationsprozessen und nachhaltiger Ressourcennutzung.
Univ.‑Prof. Dr. Thomas Hein (Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement) forscht zu Flussökosystemen und nachhaltigem Gewässermanagement.
Assoc.‑Prof. Dr. Rafaela Schinegger (Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs‑ und Naturschutzplanung) arbeitet im Bereich der Naturschutzplanung mit Fokus auf Konnektivität und Renaturierung.
Ass.‑Prof. Dr. Simon Vitecek (Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement) beschäftigt sich mit Artenvielfalt und evolutionären Aspekten aquatischer Biodiversität.