913330 Waldgenetik und Biodiversität


Art
Vorlesung
Semesterstunden
2
Vortragende/r (Mitwirkende/r)
Neophytou, Charalambos
Organisation
Angeboten im Semester
Wintersemester 2018/19
Unterrichts-/ Lehrsprachen
Deutsch

Lehrinhalt

Die erste Ebene der Biodiversität von Organismen besteht in der genetischen Vielfalt. Bei Waldbäumen stellt die genetische Vielfalt die Basis für deren zukünftige Anpassung und Vitalität sowie deren Wuchsleistung und Qualität dar. Deswegen ist es von großer Bedeutung in der Forstwirtschaft Verständnis über räumliche Muster genetischer Variation und deren Entstehungsmechanismen zu entwickeln und dieses Wissen anzuwenden, um Maßnahmen zum Schutz und zur Erhaltung genetischer Ressourcen, zur Züchtung gewünschter Eigenschaften sowie zur Qualitäts- und Herkunftssicherung von forstlichem Vermehrungsgut zu ergreifen.
In der Vorlesung "Waldgenetik und Biodiversität" werden anfänglich wichtige Maße und Gesetze über die genetische Diversität und Differenzierung von Populationen behandelt. Es werden dabei auch zytologische und molekulargenetische Grundlagen vermittelt. Anschließend werden Maße zur Beschreibung genetischer Variation innerhalb von und zwischen Populationen erläutert. Wichtige Evolutionsprozesse wie natürliche Selektion, Genfluss und Gendrift und deren Rolle in der Entstehung und Prägung populationsgenetischer Variation werden eingehend diskutiert. Zum besseren Verständnis werden Fallbeispiele aus veröffentlichten Studien angeführt, in denen molekulare Marker zur Beschreibung genetischer Variation in Waldbaumpopulationen verwendet wurden. Darüber hinaus wird auf quantitative Merkmale wie z.B. Höhenwachstum und Phänologie des Knospenaustriebs ein besonderes Augenmerk gelegt, da solche Merkmale eine besondere Relevanz für die Anpassungsfähigkeit und Wuchsleistung haben. Zahlreiche Beispiele von Feldversuchen dienen dem Verständnis, wie solche Merkmale räumlich variieren, und wie man die genetische Komponente dieser Variation nachweist. Schließlich wird auf Anwendungsbereiche der Waldgenetik eingegangen. Es werden (1) Maßnahmen zur Generhaltung von Waldbaumpopulationen und Kriterien zur Auswahl von Populationen für Generhaltungsprogramme, (2) wichtige Ansätze bei der Waldbaumzüchtung, ob es sich um Erhöhung der Produktivität oder der Resistenz gegen Pathogene handelt, und (3) gesetzliche Bestimmungen zur Qualitäts- und Herkunftssicherung von forstlichem Vermehrungsgut näher gebracht.

Inhaltliche Voraussetzungen (erwartete Kenntnisse)

Populationsgenegtisches und molekuares Grundwissen aus der Vorlesung Grundlagen der Ökologie I

Lehrziel

Nach erfolgreichem Abschluss der Lehrveranstaltung können die Teilnehmer:
- Regeln und Maße, die die Vererbung von Merkmalen der Waldbäume beschreiben, sowie wichtige Begriffe und Maße in Bezug auf die genetische Variation von Waldbaumpopulationen wiedergeben.
- verschiedene Evolutionsmechanismen und deren Einfluss auf das Muster der populationsgenetischen Variation auseinanderhalten.
- Vererbungs- und Variationsmuster von qualitativen und quantitativen Merkmalen unterscheiden.
- Ergebnisse genetischer Studien mittels molekularer Marker oder basierend auf Feldversuchen interpretieren, um das Muster der populationsgenetischen Variation von Waldbaumpopulationen zu verstehen.
- auf Basis genetischen Wissens, konkrete Maßnahmen hinsichtlich der Generhaltung, Züchtung und Verwendung von Vermehrungsgut bei Waldbaumarten empfehlen.
Noch mehr Informationen zur Lehrveranstaltung, wie Termine oder Informationen zu Prüfungen, usw. finden Sie auf der Lehrveranstaltungsseite in BOKUonline.