AGRI100463 Natur-basierte Lösungen im Bodenmanagement


Art
prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
Semesterstunden
4
Vortragende/r (Mitwirkende/r)
Keiblinger, Katharina , Bodner, Gernot , Zehetner, Franz
Organisation
Pflanzenbau
Angeboten im Semester
Sommersemester 2026
Unterrichts-/ Lehrsprachen
Deutsch

Lehrinhalt

I. Vorlesungblock:
In den Vorlesungsteilen werden Grundlagen und Anwendungsbeispiele für natur-basierte Lösungen im Bodenmanagement erarbeitet. Sie lernen künftige Anforderungen an das Bodenmanagement kennen, erarbeiten Indikatoren für die Diagnose der Bodengesundheit, nutzen Bodeninformationssysteme und diskutieren aktuelle Trends innovativer Bodenbewirtschaftung sowie deren wissenschaftliche Grundlagen:

VL1. Bodengesundheit - Bodenfunktionen: Zukünftige Anforderungen an nachhaltiges Bodenmanagement aus den Zielen des Europäischen Green Deal (Soil Monitoring Law, Nature Restoration Law) und die Frage nach Indikatoren "gesunder Böden"

VL2. Das "Korsett" der Standorteigenschaften: Warum ist gerade dieser Boden hier in der Landschaft? Die bodenbildenden Faktoren, ihre Einprägung in die Bodenqualität und wie Bodenkarten genutzt werden, um einen Standort zu verstehen.

VL3. Die Ökologie "naturbasierter Lösungen": Wie weit kann man Landwirtschaft "naturnahe" gestalten und wo sind die Grenzen? Die "Sukzessionslogik" nachhaltiger Bewirtschaftungssysteme (biologische Landwirtschaft, konservierende Landwirtschaft, regenerative Landwirtschaft).

VL4. Veränderbare Bodeneigenschaften: Warum die Biologie der Böden der Kern nachhaltiger Managementlösungen ist - Mikroorganismen, Humus und Nährstoffkreisläufe.


II. Praxisblock
Im praktischen Teil wird auf einem landwirtschaftlichen Betrieb die Wirkung naturbasierter Lösungen untersucht. Wir kartieren den Standort, lernen von einer/einem Praktiker*in, wie naturbasierte Lösungen auf dem landwirtschaftlichen Betrieb umgesetzt werden können und untersuchen im Feld und Labor eine konkrete Problemstellung des Betriebs in der Umsetzung eines natur-basierten Bodenmanagements.

Der Praxisteil besteht aus einem Vorbereitungstag für die Geländeübung, zwei Tagen im Gelände auf einem regenerativen Betrieb nahe Wien mit Bodenaufnahme, Probennahme und Interview mit dem/der Betriebsleiter*in sowie drei Labortagen zur Messung von Bodengesundheitsindikatoren.

Inhaltliche Voraussetzungen (erwartete Kenntnisse)

Grundlegende agrarwissenschaftliche Kenntnisse aus den Steop-Modulen "Agrarmärkte und Pflanzenbau" sowie "Agrarökologie, Meteorologie und Klimatologie".
Bodenkundliche Kenntnisse aus dem Modul "Bodenkunde und Geologie für Agrarwissenschaften" werden empfohlen.

Lehrziel

Fachliche Kompetenzen:
•Sie können die verschiedenen Arten von Bodenparametern und deren Bedeutung als Indikatoren für zukünftiges Bodenmonitoring beschreiben.
•Sie können die naturräumlichen Standorteigenschaften eines Bodens aus (digitalen) Karten erklären und diese im Gelände überprüfen.
•Sie können innovative Landnutzungssystemen (z.B. konservierende Landwirtschaft, ökologische Landwirtschaft, regenerative Landwirtschaft, Agroforst) erklären und diese mit pflanzen- und bodenökologischen Funktionen in Verbindung bringen.
•Sie sind in der Lage ein Untersuchungskonzept für Fragestellungen im Bodenmanagement zu entwickeln und wenden feldbodenkundliche Methoden sowie einfache Laboranalysen an, um Veränderungen der Bodengesundheit zu erkennen.
•Sie können aus Standort-, feldbodenkundlichen und Labordaten für landwirtschaftliche Betriebe darstellen, interpretieren und erklären.

Allgemeine Kompetenzen
•Nutzung elektronischer Bodenkarten.
•Anwendung von Feld- und Labormethoden der Bodenuntersuchung.
•Planung und Erstellung eines Betriebsportraits (Interview, Video).
•Darstellung und Erklärung von Messdaten für die landwirtschaftliche Praxis.
Noch mehr Informationen zur Lehrveranstaltung, wie Termine oder Informationen zu Prüfungen, usw. finden Sie auf der Lehrveranstaltungsseite in BOKUonline.