LAWI301626 Naturgefahrenpolitik und Risk Governance


Art
Vorlesung und Seminar
Semesterstunden
1.5
Vortragende/r (Mitwirkende/r)
Papathoma-Köhle, Maria
Organisation
Alpine Naturgefahren
Angeboten im Semester
Wintersemester 2026/27
Unterrichts-/ Lehrsprachen
Deutsch

Lehrinhalt

Die Lehrveranstaltung untersucht den gesellschaftlichen Umgang mit Naturgefahren, Risiken und Katastrophen im Kontext aktueller ökologischer und gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Sie vermittelt die politischen, institutionellen, rechtlichen und gesellschaftlichen Dimensionen des Risikomanagements und analysiert, wie risikobezogene Entscheidungen auf unterschiedlichen Governance-Ebenen – von der Europäischen Union über die nationale bis hin zur regionalen und lokalen Ebene – getroffen werden.
Aufbauend auf den Konzepten der Risikokultur, Resilienz, Anpassung und Risiko-Governance analysiert die Lehrveranstaltung das sich wandelnde Zusammenspiel von staatlicher Verantwortung, privatwirtschaftlicher Beteiligung sowie individueller und kollektiver Vorsorge. Besonderes Augenmerk gilt europäischen Politik- und Governance-Rahmenwerken, darunter dem Katastrophenschutzverfahren der Europäischen Union (Union Civil Protection Mechanism), dem Sendai-Rahmenwerk für Katastrophenvorsorge, Strategien zur Anpassung an den Klimawandel sowie neueren Ansätzen der Resilienz-Governance.
Österreich dient dabei als zentrales Fallbeispiel, das den Studierenden einen kritischen Vergleich österreichischer Ansätze des Naturgefahrenmanagements mit Praktiken anderer europäischer Länder und Regionen ermöglicht. Darüber hinaus behandelt die Lehrveranstaltung Governance-Herausforderungen, die sich aus dem Klimawandel, zunehmenden systemischen Risiken, gesellschaftlicher Vulnerabilität sowie konkurrierenden politischen Zielsetzungen ergeben.

Inhaltliche Voraussetzungen (erwartete Kenntnisse)

Kenntnisse aus den folgenden Lehrveranstaltungen des Masterstudiums Alpine Naturgefahren/Wildbach- und Lawinenverbauung sind von Vorteil, werden jedoch nicht vorausgesetzt:
•Grundlagen des Naturgefahrenmanagements (VO)
•Naturgefahrenrecht (VO)
•Kommunikation, Information und Partizipation (VO)

Lehrziel

1.Die Studierenden verstehen zentrale Konzepte und theoretische Ansätze der Naturgefahrenpolitik, Risiko-Governance, Resilienz und Multi-Level-Governance.
2.Die Studierenden können europäische und österreichische Ansätze des Naturgefahrenrisikomanagements und der Katastrophenvorsorge analysieren, vergleichen und kritisch reflektieren.
3.Die Studierenden können Governance-Herausforderungen im Kontext von Klimawandel, gesellschaftlicher Vulnerabilität und konkurrierenden politischen Zielsetzungen identifizieren und einordnen.
4.Die Studierenden können auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse politische Strategien und Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Risiko-Governance und gesellschaftlichen Resilienz entwickeln und begründen.
Noch mehr Informationen zur Lehrveranstaltung, wie Termine oder Informationen zu Prüfungen, usw. finden Sie auf der Lehrveranstaltungsseite in BOKUonline.