LAWI100369 Kreislauforientierte Abfalltechnik


Art
prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
Semesterstunden
2
Vortragende/r (Mitwirkende/r)
Huber-Humer, Marion , Part, Florian
Organisation
Abfall- und Kreislaufwirtschaft
Angeboten im Semester
Wintersemester 2026/27
Unterrichts-/ Lehrsprachen
Deutsch

Lehrinhalt

Die prüfungsimmanente LV „Kreislauforientierte Abfalltechnik“ ist Teil des Pflichtmoduls „Technologien in der Kreislaufwirtschaft“. Dieses Modul, das gemeinsam mit dem ISIG gestaltet und abgehalten wird, baut inhaltlich auf dem Modul „Kreislaufwirtschaft und aquatische Umwelt“ bzw. auf der Vorlesung „Kreislauforientierte Siedlungswasser- und Abfallwirtschaft“ auf. Das Wissen um die Lehrinhalte der VO „Kreislauforientierte Siedlungswasser- und Abfallwirtschaft“ (LAWI100533) ist eine inhaltliche Grundvoraussetzung für die Absolvierung der LV „Kreislauforientierte Abfalltechnik“ und es wird aus didaktischen Gründen dringend empfohlen, die beiden Module bzw. LVs auch in dieser Abfolge - also zuerst das Modul „Kreislaufwirtschaft und aquatische Umwelt“ im Sommersemester und erst dann das Modul „Technologien in der Kreislaufwirtschaft“ im darauffolgenden Wintersemester - zu absolvieren!!

Inhalte:
Wissensabgleich/Wiederholung abfallwirtschaftlicher Grundlagen

Sekundärressourcen, kritische Rohstoffe, Schadstoffproblematik in der Kreislaufwirtschaft

Umweltauswirkungen Abfallbehandlung/Deponierung (alte Siedlungsabfalldeponien), Umgang mit Altablagerungen (Sanierung - Dekontamination, Sicherung), Deponienachsorge

3-Barrierenkonzept (Entsorgungs-/Deponierungskonzept):
Abfallqualität (gemäß DVO) und Abfallvorbehandlung (mechanisch-biologisch, thermisch); Standortkriterien, Deponietechnik (Basisdichtungssystem, Oberflächenabdeckungen, Gaserfassung, Sickerwasserreinigung)

Behandlungs- und Recyclingkonzepte und -technologien am Beispiel von mineralischen Abfällen (u.a. Baurestmassen, Aushub-/Ausbruchmaterialen), Altmetallen, Altkunststoffen

Inhaltliche Voraussetzungen (erwartete Kenntnisse)

Naturwissenschaftliches, technisches und rechtliches Grundlagenwissen zur Abfall- und Kreislaufwirtschaft, welches z.B. in der LV „Kreislauforientierte Siedlungswasser- und Abfallwirtschaft“ (LAWI100533) erworben wurde.

Lehrziel

Die Studierenden setzen sich basierend auf den abfallwirtschaftlichen Grundlagen (abfallrechtliche Begriffe, Regularien, abfallwirtschaftliche Planung und (Bewertungs)Methoden, Abfallmaßnahmenhierarchie) erworben in der LV LAWI100533 mit spezifischen Aufbereitungs-, Recycling- und Entsorgungskonzepten und Technologien auseinander. Sie erhalten einen Überblick zu kritischen Rohstoffen und Sekundärressourcen und der Bedeutung von Schadstoffen in der Kreislaufwirtschaft. Sie verstehen als Entsorgungsstrategie das „3-Barrieren-Konzept“, sie wissen wie die notwendige Abfallqualität (1. Barriere) erreicht wird und wie diese Prozesse funktionieren (mechanisch-biologische oder thermische Vorbehandlung). Sie kennen die Kriterien für die 2. Barriere (Standortqualität) und wissen welche Maßnahmen die Deponietechnik (3. Barriere) umfasst, können diese beschreiben und unterschiedlichen Deponietypen zuordnen. Zudem sind den Studierenden die Umweltprobleme unkontrollierter Abfallablagerungen und die technischen Grundzüge der Sanierung und Sicherung von Altablagerungen sowie der Nachsorge von Deponien bekannt. Es werden deponietechnische Einrichtungen, wie Basisabdichtungssysteme, Deponieabdeckungen, Gaserfassung und Sickerwasserbehandlungsmethoden erlernt. Sie können schematische Darstellungen von Deponiequerschnitten und Lageplänen deponietechnischer Einrichtungen unterschiedlicher Deponietypen anfertigen und können geeignete Behandlungs- und Kontrolltechnologien für spezifische Deponietypen auswählen.
Weiters können die Studierenden die Einsatzgebiete ausgewählter Zerkleinerungs-, Sortier- und Aufbereitungstechniken (Grundlagen dazu in der LV LAWI100533) am Beispiel von mineralischen Abfällen (u.a. Baurestmassen), Altmetallen, Altkunststoffen (u.a. Verpackungsabfälle) schlüssig beschreiben. Sie verstehen Prozessschritte bzw. Verfahrensabläufe und können schematische Fließbilder von Aufbereitungs- bzw. Recyclingkonzepten anfertigen.

Die Studierenden können aktuelle Problem- und Fragestellungen zum umweltgerechten und ressourcenschonenden Einsatz von aufbereiteten Abfällen/Sekundärrohstoffen in einer Kreislaufwirtschaft bearbeiten und nachhaltige Lösungsstrategien entwickeln. Sie haben das technische Verständnis, geeignete Umwelttechnologien zur Abfallvorbehandlung und Wertstoffrückgewinnung sowie zur thermischen Behandlung und sicheren Deponierung von Reststoffen auszuwählen.

Auf Basis der LV entsteht die Kompetenz, bei integrativen, interdisziplinären Fragestellungen der Abfall- und Kreislaufwirtschaft mitzuwirken. Die Studierenden sind dazu befähigt, sich weiterführende Erfahrung im planerischen Umgang mit anthropogenen Stoffkreisläufen und abfalltechnischer Infrastruktur anzueignen und geeignete Technologien in der Abfalltechnik anzuwenden.
Die Studierenden erwerben die Kompetenzen zu vernetztem Denken und interdisziplinärem Verständnis, schulen ihr technisches Verständnis und können mit Stand-der-Technik aber auch mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen lösungsorientiert arbeiten.
Noch mehr Informationen zur Lehrveranstaltung, wie Termine oder Informationen zu Prüfungen, usw. finden Sie auf der Lehrveranstaltungsseite in BOKUonline.