Herbarium WHB
Überblick
Die Herbarsammlung des Instituts für Botanik (Herbarium WHB) wurde 1873 begründet und ist noch aktiv. Sie enthält insgesamt ca. 90.000 Belege von Gefäßpflanzen und Algen sowie etwa 30.000 Belege von Moosen und Flechten (Stand 2026). Die Belege wurden im Rahmen von (Lehr-)Exkursionen sowie Forschungs- und Abschlussarbeiten in unterschiedlichen Regionen weltweit gesammelt. Über den Lauf der Zeit haben mehr als 1000 Sammler*innen zum Aufbau der Sammlung beigetragen, auch wurden einige Schenkungen von anderen Institutionen und Privatpersonen aufgenommen.
Sammlungsschwerpunkte
- Österreich (insbes. Pannonikum) und Gebiete der ehemaligen österr.-ungarischen Monarchie
- Alte Regionalflora von Wien
- Istrien
- Ruderal- und Segetalflora
- Brassicaceae, Cyperaceae, Characeae (→ Typusbeleg Nitella laotica R.E. ROMANOV, V.YU. NIKULIN, K.-G. BERNHARDT & A.A. GONTCHAROV sp. nov.)
Das Herbarium als Forschungsinfrastruktur
Herbarien sind zentrale Forschungsinfrastrukturen für die Taxonomie: Arten werden in der Regel anhand einzelner, in Herbarien hinterlegter Typusexemplare beschrieben, die als Referenz dienen. Im Herbarium WHB befinden sich beispielsweise für die Forschungsinitiative ABOL (Austrian Barcode of Life) gesammelte Referenzbelege. Für taxonomische Untersuchungen wird üblicherweise auf die Sammlungsbestände mehrerer Herbarien zurückgegriffen. Herbarbelege können auch phänologisch, morphologisch, anatomisch, molekularbiologisch oder chemisch untersucht werden; all dies kann wertvolle Beiträge in Hinblick auf Fragestellungen zu Florenveränderungen und Biodiversitätsverlust liefern.
Link zum Eintrag in der Forschungsinfrastrukturdatenbank des Wissenschaftsministeriums
Zugang
- Der Großteil der Sammlung ist digital inventarisiert, Abfragen zum Bestand werden nach Kontaktaufnahme per E-Mail gerne zur Verfügung gestellt.
- Forschende, die Einsicht vor Ort nehmen wollen, können sich jederzeit für eine Terminvereinbarung an uns wenden.
- Auf Anfrage stellen wir Herbarmaterial für Forschungsprojekte zur Verfügung, darüber muss jedoch zum Schutz des Sammlungsbestands jeweils im Einzelfall entschieden werden.
Kontakt: Dipl.-Ing. Nora Stoeckl
Standort: Gregor-Mendel-Str. 33, 1. Stock, Zi. 01/20
Vor Besuch bitte um Terminvereinbarung!
Literatur
SCHARFETTER, E. und BERNHARDT, K.-G.: Das Herbarium des Institutes für Botanik der Universität für Bodenkultur, 2002. In Tagungsbericht, 10. Österreichisches Botanikertreffen, BAL Gumpenstein.
STOECKL N. & BERNHARDT K.-G. (2022):150 Jahre belegte Natur. Das Herbarium WHB an der BOKU – Dokumentierte Biodiversität. In: Nachhaltig vorausschauen : 150 Jahre Universität für Bodenkultur Wien = Featuring future : 150 years University of Natural Resources and Life Sciences, Vienna. Festschrift, Universität für Bodenkultur Wien: 172-189. Link zur Festschrift
Neue Wasserpflanzenart in Laos entdeckt (BOKU-News, 20.04.2026)