FFG ASAP Projekt SeMoNa Reloaded
Ziel des Projektes war es, die (semi-)automatisierte Verarbeitung kombinierter hochaufgelöster Fernerkundungsdaten (Luftbilder und ALS) und Sentinel-Satellitendaten zur Klassifizierung von Biotoptypen sowie von grüner Infrastruktur weiterzuentwickeln. Dabei sollen die Vorteile von räumlich hochaufgelösten Geodaten mit denen von zeitlich hochaufgelösten Daten kombiniert werden, um detailliertere Aussagen bezüglich der Landbedeckung zu treffen. Dabei sollen die Anwendung dieser Daten zur Ausweisung von Biotoptypengruppen (Schwerpunkt auf Wald) bzw. zur Beschreibung des urbanen Grünraums untersucht werden. Die Testgebiete umfassen den Nationalpark Donau-Auen, den Biosphärenpark Wienerwald, den Naturpark Jauerling für die Biotoptypenkartierung sowie die Städte Wien und Krems für die Grünraumerhebung.
In der Wachau standen typische Elemente der Kulturlandschaft im Fokus: Christbaumkulturen, Obst- und Marillengärten sowie die charakteristischen Trockensteinmauern. Letztere konnten mit Hilfe detaillierter Geländemodelle und Methoden des maschinellen Lernens flächig erfasst und in Karten dargestellt werden. Die erstellten Karten sind sehr anschaulich und eignen sich perfekt für eine Bestandsaufnahme und für ein laufendes Monitoring in UNESCO-Welterberegionen wie der Wachau.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Waldökosystemen im Nationalpark Donau-Auen und im Biosphärenpark Wienerwald. Hier ging es darum, Baumarten, Waldstruktur und Veränderungen im Zeitverlauf sichtbar zu machen. Der Biosphärenpark Wienerwald, offiziell durch die UNESCO im Jahr 2005 anerkannt, war bis September 2025 dazu verpflichtet, seine zweites periodic review zu verfassen. Dabei wurde neben zahlreichen anderen Informationsquellen auch auf Projektergebnisse aus Semona reloaded zurückgegriffen.
Auch die Stadt Wien profitierte von den neuen Ansätzen. Mit einem aktualisierten Laserscandatensatz und weiteren Bilddaten wurden Modelle entwickelt, um Dachbegrünungen, überhängende Baumkronen und Mikrogrünflächen besser zu erfassen. Gerade in schattigen Bereichen konnten deutliche Verbesserungen erzielt werden – ein wichtiger Baustein für künftige Monitoringaufgaben im Rahmen der EU-Wiederherstellungsverordnung. Noch offen ist, wie diese Methoden dauerhaft in die tägliche Arbeit der Umweltschutzabteilung integriert werden können.
SEMONA reloaded wurde von einem breiten Konsortium getragen: georaum GmbH, Institut für Geomatik der BOKU Wien, Department für Geodäsie und Geoinformation der TU Wien, Universität für Weiterbildung Krems und das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) arbeiteten eng mit den assoziierten Partnern Biosphärenpark Wienerwald, Nationalpark Donau-Auen, Welterberegion Wachau und den Österreichischen Bundesforsten zusammen. Den Abschluss bildete ein gut besuchter Workshop am 17. Dezember 2025, bei dem Forschungseinrichtungen und Praxispartner gemeinsam die nächsten Schritte für den Einsatz von Geodaten im Naturschutz und in der Planung diskutierten.
Weiterführende Links
TU Wien Fernerkundung und Photogrammetrie
Stadt Wien Umweltschutz - Naturschutz und Grünraum
Universität für Weiterbildung Krems
Assozierte Partner:
Kontaktperson
Markus Immitzer, Dipl.-Ing.Dr. M.Sc.
- Stellvertreter
- Institut für Geomatik
- markus.immitzer@boku.ac.at
- Telefon
- +43 1 47654-85732
- Fax
- +43 1 47654-85709
- Postadresse
-
Geomatik
Peter-Jordan-Straße 82
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- nur nach vorheriger Vereinbarung (E-Mail, Telefon)!