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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-05-01 - 2029-04-30

Die Gämse (Rupicapra rupicapra) ist eine der symbolträchtigsten Arten der europäischen Alpenregion. Als hochspezialisiertes Berghuftier ist sie durch physiologische und verhaltensbezogene Mechanismen perfekt an kalte und raue Lebensräume angepasst. Die Auswirkungen des Klimawandels – darunter steigende Temperaturen, veränderte Vegetation und erhöhter Raubtierdruck – verändern ihren Lebensraum jedoch rasch. Als Reaktion darauf verlagern Gämse ihre Verbreitungsgebiete, nutzen zunehmend bewaldete Gebiete und leiden unter niedrigeren Überlebens- und Fortpflanzungsraten in traditionellen alpinen Gebieten. Während Populationen in bewaldeten Lebensräumen einen besseren Zustand und einen höheren Fortpflanzungserfolg aufweisen, entstehen dadurch neue Herausforderungen wie Waldschäden und Konflikte mit forstwirtschaftlichen und Aufforstungsmaßnahmen. Die Rückkehr des Wolfes sorgt für zusätzlichen Stress, indem sie die Verhaltensökologie der Gämse verändert. Um diesen komplexen Dynamiken zu begegnen, laufen derzeit mehrere vom CIC unterstützte Forschungsprojekte, z. B. in Österreich, Italien und Kroatien. Diese Projekte bewerten Lebensraumqualität, Raumnutzung und körperliche Verfassung mithilfe von GPS-Tracking, Kamerafallen und Köderwaagen. Ihr Ziel ist es, nachhaltige Wildtiermanagementstrategien zu entwickeln, die die Zukunft der Gämse sowohl als Symbol der Tierwelt als auch als Wildart sichern. Das Engagement des CIC für „Naturschutz durch nachhaltige Nutzung“ unterstreicht die Bedeutung evidenzbasierter, kooperativer Ansätze für den Naturschutz angesichts des Klimawandels.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-05-01 - 2028-04-30

Die Wildökologische Raumplanung (WÖRP) ist ein Ausgleichs- und Abstimmungsinstrument für ein integratives Wildtier- und Habitatmanagement auf ökologischer, ökonomischer und sozio-kultureller Grundlage unter Abstimmung der Ziele aller betroffenen Interessensgruppen. In Vorarlberg wurde die WÖRP vor 30 Jahren erstmals implementiert, und 2003 evaluiert. Entsprechend dem Ansatz eines dynamischen Managements besteht nun dringender Bedarf einer erneuten Evaluation der WÖRP, vor allem vor dem Hintergrund der sich stark geänderten Rahmenbedingungen. Ziel des vorliegenden Projektes ist es demnach, die aktuelle wildökologische Situation in Vorarlberg zu erheben und Herausforderungen für das Management der nächsten 10 Jahre zu identifizieren. Innerhalb des Projektes wird die WÖRP überarbeitet, um den neuen Situationen gerecht zu werden. Zentrale Fragestellungen betreffen dabei das Rotwildmanagement unter Berücksichtigung der Wildschadenssituation, der Fütterungsstandorte und der Wildgesundheit, sowie die administrative Einteilung der Planungsräume und Wildbehandlungszonen.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-01-01 - 2027-01-31

Dieses Projekt nutzt die Expertise und Erfahrung der EKLIPSE-MEG-Mitglieder, um Best-Practice-Leitlinien für Methoden und Methodenkombinationen zu entwickeln, die eine Reihe aktueller Umweltherausforderungen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik adressieren. Aufbauend auf einer etablierten Methodentypologie (literatur- oder datenbasiert; partizipativ; Entscheidungsunterstützung; Politikbewertung; Zukunftsszenarien und Narrative) werden 10 ausgewählte Instrumente durch eine Kombination aus schneller Evidenzprüfung, Expertenmeinung und KI-gestützter Analyse identifiziert. Künstliche Intelligenz unterstützt die schnelle Prüfung, indem sie Muster erkennt und Erkenntnisse aus großen Mengen an Literatur und Politikdokumenten extrahiert. Mithilfe eines angewandten Policy-Delphi über vier Runden werden die finalen Methoden priorisiert; KI-gestützte Datenanalysen dienen der Synthese der Expertenbeiträge und der Erkennung von aufkommendem Konsens oder Divergenzen, worauf aufbauend Best-Practice-Leitlinien entworfen und validiert werden. In Anerkennung der Tatsache, dass Werkzeuge selten isoliert eingesetzt werden, entwickeln wir Leitlinien zur Auswahl von Werkzeugkombinationen und den zugehörigen Prozesspfaden, unterstützt durch KI-basierte Entscheidungsrahmen, um vielfältige Umweltprobleme anzugehen. Die genehmigten Leitlinien für einzelne und gebündelte Anwendungen werden anschließend anhand vergangener und aktueller EKLIPSE-Anfragen sowie einer dringenden Anfrage der Science Service for Biodiversity (von BioAgora) getestet. Der Delphi-Prozess umfasst von Beginn an die Einrichtung eines Netzwerks zum Wissensaustausch über Methoden; eine KI-gestützte Plattform zur Förderung des dynamischen Wissensaustauschs ist als zentraler Bestandteil des Projektvermächtnisses vorgesehen.

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