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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-09-01 - 2027-12-31
Der Wolf (Canis lupus) breitet sich seit einigen Jahren wieder zunehmend nach Österreich aus. Daraus ergeben sich neue Anforderungen an Monitoring, Management, grenzüberschreitende Abstimmung und EU-rechtskonforme Berichtspflichten. Das Projekt PVAWolf entwickelt und prüft eine methodische Bewertungsgrundlage zur Bestimmung des günstigen Erhaltungszustands (FCS) des Wolfs in Österreich, angelehnt an Linnell & Boitani (2025) und in Abstimmung mit relevanten nationalen und internationalen Akteur*innen. Aufbauend auf den Modellen des DaFNE-Projekts LeKoWolf und unter Einbeziehung der Korridoranalysen aus WildCon werden zentrale Datengrundlagen für ein langfristig belastbares Wolfsmonitoring identifiziert, strukturiert und hinsichtlich ihrer Modellierbarkeit bewertet. PVAWolf berechnet keine rechtsverbindliche Endfestlegung des FCS, sondern liefert eine transparente, szenarienbasierte Entscheidungs- und Bewertungsgrundlage für FCS-relevante Größen, die ökologische Tragfähigkeit und Managementoptionen. Kernstück ist die Ableitung der ökologischen Tragfähigkeit (carrying capacity, CC) und die Anwendung szenarienbasierter Populationsgefährdungsanalysen (population viability analyses, PVA) und daraus resultierender kleinsten überlebensfähigen Population (minimum viable population, MVP) für Österreich. Dabei werden demografische und genetische Faktoren sowie Unsicherheiten hinsichtlich der Datenverfügbarkeit explizit berücksichtigt. Ein integrierter Datenmanagement- und Risikoplan sowie ein konkreter 16-Monats-Zeitplan mit Meilensteinen und Zwischenergebnissen werden veranschaulicht. Die Ergebnisse liefern Grundlagen für nationales und grenzüberschreitendes Wolfsmanagement, für FFH-relevante Berichte und für die Weiterentwicklung eines konfliktarmen adaptiven Managementrahmens für Österreich.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-05-01 - 2029-04-30
Die Gämse (Rupicapra rupicapra) ist eine der symbolträchtigsten Arten der europäischen Alpenregion. Als hochspezialisiertes Berghuftier ist sie durch physiologische und verhaltensbezogene Mechanismen perfekt an kalte und raue Lebensräume angepasst. Die Auswirkungen des Klimawandels – darunter steigende Temperaturen, veränderte Vegetation und erhöhter Raubtierdruck – verändern ihren Lebensraum jedoch rasch. Als Reaktion darauf verlagern Gämse ihre Verbreitungsgebiete, nutzen zunehmend bewaldete Gebiete und leiden unter niedrigeren Überlebens- und Fortpflanzungsraten in traditionellen alpinen Gebieten.
Während Populationen in bewaldeten Lebensräumen einen besseren Zustand und einen höheren Fortpflanzungserfolg aufweisen, entstehen dadurch neue Herausforderungen wie Waldschäden und Konflikte mit forstwirtschaftlichen und Aufforstungsmaßnahmen. Die Rückkehr des Wolfes sorgt für zusätzlichen Stress, indem sie die Verhaltensökologie der Gämse verändert.
Um diesen komplexen Dynamiken zu begegnen, laufen derzeit mehrere vom CIC unterstützte Forschungsprojekte, z. B. in Österreich, Italien und Kroatien. Diese Projekte bewerten Lebensraumqualität, Raumnutzung und körperliche Verfassung mithilfe von GPS-Tracking, Kamerafallen und Köderwaagen. Ihr Ziel ist es, nachhaltige Wildtiermanagementstrategien zu entwickeln, die die Zukunft der Gämse sowohl als Symbol der Tierwelt als auch als Wildart sichern. Das Engagement des CIC für „Naturschutz durch nachhaltige Nutzung“ unterstreicht die Bedeutung evidenzbasierter, kooperativer Ansätze für den Naturschutz angesichts des Klimawandels.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-05-01 - 2028-06-30
Die Wildökologische Raumplanung (WÖRP) ist ein Ausgleichs- und Abstimmungsinstrument für ein integratives Wildtier- und Habitatmanagement auf ökologischer, ökonomischer und sozio-kultureller Grundlage unter Abstimmung der Ziele aller betroffenen Interessensgruppen. In Vorarlberg wurde die WÖRP vor 30 Jahren erstmals implementiert, und 2003 evaluiert. Entsprechend dem Ansatz eines dynamischen Managements besteht nun dringender Bedarf einer erneuten Evaluation der WÖRP, vor allem vor dem Hintergrund der sich stark geänderten Rahmenbedingungen. Ziel des vorliegenden Projektes ist es demnach, die aktuelle wildökologische Situation in Vorarlberg zu erheben und Herausforderungen für das Management der nächsten 10 Jahre zu identifizieren. Innerhalb des Projektes wird die WÖRP überarbeitet, um den neuen Situationen gerecht zu werden. Zentrale Fragestellungen betreffen dabei das Rotwildmanagement unter Berücksichtigung der Wildschadenssituation, der Fütterungsstandorte und der Wildgesundheit, sowie die administrative Einteilung der Planungsräume und Wildbehandlungszonen.