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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-01-01 - 2028-10-31
Österreich ist zu rund 48 % mit Wald bedeckt und zählt damit zu den waldreichsten Ländern Europas. Wälder beherbergen eine große Vielfalt an Pflanzen, Pilzen, Vögeln und Säugetieren, jedoch ist über die Bedeutung der Böden und ihrer Tiergemeinschaften bislang wenig bekannt. Böden gehören zu den artenreichsten Lebensräumen und gesunde Böden sind entscheidend für resiliente Ökosysteme, die Klimaextremen wie Starkregen oder Dürre standhalten und langfristig Kohlenstoff speichern können.
Im Jahr 2024 wurde unter Leitung der BOKU-Zoologie erstmals ein österreichweites Regenwurm-Monitoring im Offenland durchgeführt. Dabei konnten etwa die Hälfte der 62 in Österreich vorkommenden Regenwurmarten nachgewiesen werden. Auf dieser Grundlage baut das vorliegende Projekt „WaldRegenwürmer“ auf und etabliert ein systematisches Monitoring der Regenwurmfauna in Österreichs Wäldern.
Die Projektziele sind:
- Erhebung der Regenwurmdiversität, Abundanz und Biomasse in unterschiedlichen Waldtypen in ganz Österreich.
- Analyse der Schlüsselfaktoren (Standort, Boden, Bewirtschaftung, Klima), die für das Vorkommen von Regenwürmern maßgeblich sind, und Entwicklung eines Instruments zur Bewertung der Bodengesundheit in Wäldern.
- Verwertung der Ergebnisse durch Beiträge zur Roten Liste der Regenwürmer Österreichs und Ableitung praxisrelevanter Empfehlungen für Waldbesitzer:innen, Forstmanager:innen und Ökolog:innen.
Damit erfüllt WaldRegenwürmer die Kriterien der Maßnahme 10 des Waldfonds in mehrfacher Hinsicht:
Es handelt sich um ein Monitoring- und Studienprojekt zu biodiversitätsrelevanten Themen (Fördergegenstand 11.2.1).
Über zielgruppenspezifische Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung (Exkursionen, Artensteckbriefe, Webinare, Schulprogramme, Social Media) wird die Bedeutung gesunder Waldböden vermittelt (Fördergegenstand 11.2.2).
Durch die Ableitung praxisnaher Managementempfehlungen für Waldbesitzer:innen wird ein Beitrag zur Verbesserung und langfristigen Sicherung wertvoller Lebensräume in Wäldern geleistet (Fördergegenstand 11.2.3).
Das Projekt stärkt damit die Umsetzung der Biodiversitätsstrategie Österreich 2030+ und unterstützt europäische Initiativen wie das EU Soil Monitoring Law.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-01-01 - 2026-12-31
Straßennetze machen 47 % der versiegelten Fläche in Niederösterreich aus und stellen damit einen zentralen Bestandteil der Kulturlandschaft dar. Straßen sind einerseits eine unverzichtbare Grundlage für unser gesellschaftliches Leben, andererseits haben sie erhebliche Auswirkungen auf die Biodiversität. Niederösterreich führt die offiziellen Statistiken zu Wildunfällen auf Straßen in Österreich an. Dennoch fehlen nach wie vor umfassende Daten zu überfahrenen Tieren, die nicht zum jagdbaren Wild zählen.
Im Citizen-Science-Projekt Roadkill der BOKU University haben seit 2013 über 1.000 Citizen Scientists Daten zu überfahrenen Wirbeltieren in Österreich gesammelt. Bisher wurden dabei ausschließlich Präsenzdaten erhoben. Im Rahmen des vorliegenden Projekts soll diese Methodik durch die Erhebung von Präsenz-Absenzdaten durch Citizen Scientists erweitert werden. Die zentrale Frage dabei ist, wo werden Tiere nicht überfahren. Als Modellorganismus dient die Gattung Igel (Erinaceus sp.). Dabei werden öffentlichkeitswirksame Kampagnen in etablierten Social Media Kanälen der Projektpartner, aber auch ein Zeichenwettbewerb, Vortragsabende in ländlichen Gemeinden und nicht zuletzt Veranstaltungen im Museum Niederösterreich zur Sensibilisierung der Bevölkerung durchgeführt.
Die gewonnenen Erkenntnisse werden nicht nur das wissenschaftliche Verständnis der Einflussfaktoren auf Igel-Roadkills vertiefen, sondern auch eine evidenzbasierte Grundlage für die Planung und Umsetzung gezielter Schutzmaßnahmen schaffen. Langfristig ist geplant, die entwickelte Methodik auf weitere Tierarten zu übertragen.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-02-01 - 2029-01-31
Der Klimawandel wird voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf die Bodenbiodiversität in alpinen Regionen haben, wodurch Ökosystemleistungen und Biodiversitäts-Hotspots zunehmend unter Druck geraten. Schutzgebiete (und die damit verbundenen Bewirtschaftungspraktiken) sind eine wichtige Strategie für den Erhalt der Biodiversität und die Bereitstellung von Ökosystemleistungen wie Kohlenstoffbindung, Wasserregulierung und Nahrungsmittelproduktion. Eine umfassende Bewertung der Auswirkungen von Schutzgebieten und des Klimawandels auf die Bodenbiodiversität und Ökosystemleistungen, einschließlich Zukunftsprognosen, wurde jedoch bislang kaum vorgenommen. Die Hauptziele von SoilBioMAP sind (1) die Bereitstellung eines umfassenden Rahmens für die integrierte Bewertung von Indikatoren für die Bodenbiodiversität und Ökosystemleistungen (BES) in alpinen Böden unter verschiedenen pedoklimatischen Bedingungen. (2) Die Zusammenstellung und Harmonisierung bestehender Daten zur Bodenbiodiversität, um erstmals eine österreichische Datenbank zur Bodenbiodiversität in den Alpen aufzubauen und so Treiber, Bedrohungen und Wissenslücken für Schutzmaßnahmen zu identifizieren. Modellierung zukünftiger Klimaszenarien für den Schutz der Biodiversität. (3) Bewertung der Folgen des Klimawandels für die Boden-BES, um die Muster und Ursachen des Biodiversitätswandels in den österreichischen Alpen zu untersuchen und Anpassungsstrategien zu erforschen. (4) Bereitstellung einer systematischen Datenbank und Bewertung von Maßnahmen zur Erhaltung der Bodenbiodiversität auf regionaler und nationaler Ebene zur Unterstützung von Schutzmaßnahmen. Das Projekt verfolgt einen Multi-Stakeholder-Ansatz, an dem interdisziplinäre Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger beteiligt sind, um Bewertungen auf nationaler Ebene durchzuführen und politische Maßnahmen zu unterstützen (z. B. Bodenschutzgesetz, Österreichische Biodiversitätsstrategie 2030+).