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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-05-15 - 2028-12-31

Bei der standortangepassten Beweidung von Almen mit Kleinvieh wird jeder Standort entsprechend seines Potentials und seiner ökologischen Stabilität gezielt beweidet oder auch geschont. Flächen werden nur für eine gewisse Zeit beweidet, danach folgt eine Beweidungsruhe in der sich die Standorte regenerieren können. Dadurch vereint diese Bewirtschaftungsform die nachhaltige Erbringung von Ökosystemleistungen wie u.a. Biodiversitätserhalt und -förderung mit der Produktion von Lebensmitteln auf Flächen, die nur auf diese Weise zur menschlichen Nahrungsversorgung beitragen können. Im Gegensatz zum derzeit üblichen, freien Weidegang von Kleinvieh auf Almen, kommt es durch die standortangepasste Beweidung gezielt zur Vermeidung von Übernutzung, Trittschäden, offenem Boden, Erosionsangriffsflächen, Unternutzung, Verbuschung, Verwaldung und Naturgefahren. Es wird zudem die Kulturlandschaft erhalten und durch die Phasen der Beweidungsruhe werden Lebensräume für Insekten, Bodenlebewesen und Wildtiere entlasten. Mit dem Projekt «SchaZi-Alm» wird die standortangepasste Beweidung mit ihren multifunktionalen Leistungen, die sie für Alm- & Landwirtschaft, Naturschutz, Jagd, Forst, Tourismus & Erholung, sowie die gesamte Gesellschaft erbringt, ganzheitlich gestärkt.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-01-01 - 2028-10-31

Österreich ist zu rund 48 % mit Wald bedeckt und zählt damit zu den waldreichsten Ländern Europas. Wälder beherbergen eine große Vielfalt an Pflanzen, Pilzen, Vögeln und Säugetieren, jedoch ist über die Bedeutung der Böden und ihrer Tiergemeinschaften bislang wenig bekannt. Böden gehören zu den artenreichsten Lebensräumen und gesunde Böden sind entscheidend für resiliente Ökosysteme, die Klimaextremen wie Starkregen oder Dürre standhalten und langfristig Kohlenstoff speichern können. Im Jahr 2024 wurde unter Leitung der BOKU-Zoologie erstmals ein österreichweites Regenwurm-Monitoring im Offenland durchgeführt. Dabei konnten etwa die Hälfte der 62 in Österreich vorkommenden Regenwurmarten nachgewiesen werden. Auf dieser Grundlage baut das vorliegende Projekt „WaldRegenwürmer“ auf und etabliert ein systematisches Monitoring der Regenwurmfauna in Österreichs Wäldern. Die Projektziele sind: - Erhebung der Regenwurmdiversität, Abundanz und Biomasse in unterschiedlichen Waldtypen in ganz Österreich. - Analyse der Schlüsselfaktoren (Standort, Boden, Bewirtschaftung, Klima), die für das Vorkommen von Regenwürmern maßgeblich sind, und Entwicklung eines Instruments zur Bewertung der Bodengesundheit in Wäldern. - Verwertung der Ergebnisse durch Beiträge zur Roten Liste der Regenwürmer Österreichs und Ableitung praxisrelevanter Empfehlungen für Waldbesitzer:innen, Forstmanager:innen und Ökolog:innen. Damit erfüllt WaldRegenwürmer die Kriterien der Maßnahme 10 des Waldfonds in mehrfacher Hinsicht: Es handelt sich um ein Monitoring- und Studienprojekt zu biodiversitätsrelevanten Themen (Fördergegenstand 11.2.1). Über zielgruppenspezifische Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung (Exkursionen, Artensteckbriefe, Webinare, Schulprogramme, Social Media) wird die Bedeutung gesunder Waldböden vermittelt (Fördergegenstand 11.2.2). Durch die Ableitung praxisnaher Managementempfehlungen für Waldbesitzer:innen wird ein Beitrag zur Verbesserung und langfristigen Sicherung wertvoller Lebensräume in Wäldern geleistet (Fördergegenstand 11.2.3). Das Projekt stärkt damit die Umsetzung der Biodiversitätsstrategie Österreich 2030+ und unterstützt europäische Initiativen wie das EU Soil Monitoring Law.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-01-01 - 2026-12-31

Straßennetze machen 47 % der versiegelten Fläche in Niederösterreich aus und stellen damit einen zentralen Bestandteil der Kulturlandschaft dar. Straßen sind einerseits eine unverzichtbare Grundlage für unser gesellschaftliches Leben, andererseits haben sie erhebliche Auswirkungen auf die Biodiversität. Niederösterreich führt die offiziellen Statistiken zu Wildunfällen auf Straßen in Österreich an. Dennoch fehlen nach wie vor umfassende Daten zu überfahrenen Tieren, die nicht zum jagdbaren Wild zählen. Im Citizen-Science-Projekt Roadkill der BOKU University haben seit 2013 über 1.000 Citizen Scientists Daten zu überfahrenen Wirbeltieren in Österreich gesammelt. Bisher wurden dabei ausschließlich Präsenzdaten erhoben. Im Rahmen des vorliegenden Projekts soll diese Methodik durch die Erhebung von Präsenz-Absenzdaten durch Citizen Scientists erweitert werden. Die zentrale Frage dabei ist, wo werden Tiere nicht überfahren. Als Modellorganismus dient die Gattung Igel (Erinaceus sp.). Dabei werden öffentlichkeitswirksame Kampagnen in etablierten Social Media Kanälen der Projektpartner, aber auch ein Zeichenwettbewerb, Vortragsabende in ländlichen Gemeinden und nicht zuletzt Veranstaltungen im Museum Niederösterreich zur Sensibilisierung der Bevölkerung durchgeführt. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nicht nur das wissenschaftliche Verständnis der Einflussfaktoren auf Igel-Roadkills vertiefen, sondern auch eine evidenzbasierte Grundlage für die Planung und Umsetzung gezielter Schutzmaßnahmen schaffen. Langfristig ist geplant, die entwickelte Methodik auf weitere Tierarten zu übertragen.

Betreute Hochschulschriften