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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2022-02-01 - 2024-01-31

Freizeitnutzungen der städtischen und stadtnahen Erholungsgebiete haben eine enorme Bedeutung in unserer Gesellschaft. Diese Bedeutung hat in der Covid-19 Pandemie zu einem erhöhten Nutzungsdruck und veränderter Erholungsmuster geführt. Menschliche Aktivitäten sind jedoch auch die Hauptursache für den anhaltenden rapiden weltweiten Verlust an biologischer Vielfalt. Die derzeitigen Bewirtschaftungsansätze für diese Räume, die wirtschaftliche, ökologische oder Erholungsaspekte berücksichtigen, sind nur unzureichend miteinander verknüpft und harmonisiert. Ein besseres Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Menschen und Natur ist daher für die Erhaltung und das Management von Ökosystemen von entscheidender Bedeutung, aber die Erfassung relevanter Daten bleibt eine Herausforderung. In der modernen Zeit sind aber immer mehr Datensätze frei verfügbar, welche eine wichtige Grundlage für aufdringliche Fragestellungen darstellen. In dem Projekt #WienerErholungsgebiete werden daher erstmalig Social-Media Daten im Areal der Stadt Wien und dem Wiener Umland gemeinsam mit Daten zum Zustand der Ökosysteme analysiert. Durch die Zusammenführung neuartiger Forschungsansätze und Datenquellen versuchen wir besser zu verstehen, wie Freizeitaktivitäten, Gewässer, Wald etc. und deren Nutzung miteinander verknüpft sind. Die Ergebnisse dieser Analysen sollen wichtige Informationen liefern, um Freizeitaktivitäten in der Stadt Wien und dem Wiener Umland nachhaltig zu gestalten und darüber hinaus die Ökosysteme weiterführend zu schützen.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2022-01-01 - 2023-12-31

Angesichts des voranschreitenden Klimawandels, zunehmenden Bevölkerungswachstums und demographischen Wandels bedarf es multifunktionaler und kosteneffizienter Lösungen zur Beibehaltung eines hohen Lebensstandards in Städten. Der Einsatz naturbasierter Lösungen (NBS) gewann vor diesem Hintergrund in den letzten Jahren an Aufmerksamkeit in Stadtplanung und -politik. Unter den diskutierten Lösungen bieten Grünflächen, in denen Natur Raum zur spontanen Entwicklung gegeben wird, wie beispielsweise urbane Stadtwildnisflächen oder gering gepflegte Bereiche in Stadtparks, besondere Vorteile hinsichtlich der Anpassung an den Klimawandel und der Einsparung kommunaler Kosten. Aus der Perspektive einer Verteilungsgerechtigkeit ist jedoch wenig über die Präferenzen der Stadtbewohner*Innen gegenüber solchen „spontanen Grünräumen“ bekannt; auch bleibt unklar, wie Nutzen und Kosten dieser Flächen zwischen sozialen Gruppen verteilt sind. Vor diesem Hintergrund entwickelt das Projekt ein besseres Verständnis der Bedingungen, unter denen unterschiedliche spontane Grünräume zu gerechten Städten beitragen und dabei Bemühungen in der Anpassung an den Klimawandel mit Fragen der sozialen Inklusion in Einklang bringen können (SDG 11). Zu diesem Zweck wird eine Umfrage bei Wiener*Innen mittels eines fotobasierten Fragebogens durchgeführt und mit einem GIS-basierten Ansatz kombiniert. Dabei wird untersucht, wie sich die Präferenzen für spontane Grünräume zwischen sozialen Gruppen unterscheiden und mit der Verfügbarkeit dieser Flächen in der Nähe ihres Wohnortes übereinstimmen. Unter Berücksichtigung der diversen gesellschaftlichen Präferenzen und der (un)gleichen Verteilung spontaner Grünräume in der Stadt Wien, wird so ein umfassendes Bild über die Verteilung von Nutzen und Kosten spontaner Grünräume in einem konkreten urbanen Kontext entwickelt. Darüber hinaus liefert die Studie unter Berücksichtigung unterschiedlicher spontaner Grünräume und ihrer wahrgenommenen Vor- und Nachteile detaillierte Einblicke in den Zusammenhang zwischen vorgefundenen Flächeneigenschaften und ihrem Beitrag zum Wohlbefinden der Stadtbewohner*Innen. Die Projektergebnisse stellen damit eine wertvolle Grundlage für die kontextsensitive Umsetzung und Gestaltung solcher Grünräume dar.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2021-11-01 - 2022-08-31

Städte sehen sich zunehmend vor der Herausforderung, den Folgen des Klimawandels möglichst kreativ und kostengünstig zu begegnen. Aufgrund ihrer multifunktionalen und ressourcenschonenden Eigenschaften haben naturbasierte Lösungen (engl. nature-based solutions) in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung in Stadtplanung und -politik gewonnen. Unter den diskutierten Lösungen bieten Grünflächen mit einem hohen Grad an spontaner Naturentwicklung, wie Stadtwildnisflächen oder gering gepflegte Bereiche in urbanen Parkanlagen, besondere Vorteile hinsichtlich Klimawandelanpassung und der Einsparung kommunaler Kosten. Aus gesellschaftlicher Sicht erweisen sich solche Lösungen allerdings oftmals als ambivalent und konfliktreich. Im Zentrum steht die Frage, welche sozialen Gruppen von einem zukünftigen Einsatz dieser naturbasierten Lösungen profitieren bzw. die Kosten tragen würden. Dabei bleibt bisher unklar, unter welchen Bedingungen eine spontane Naturentwicklung von unterschiedlichen sozialen Gruppen präferiert oder abgelehnt wird. Das Projekt möchte hier ansetzen und erstmalig ein umfassendes Bild der sozial differenzierten Präferenzen und Wahrnehmungen einer großen Bandbreite an urbanen Grünräumen mit einem hohen Grad an spontaner Naturentwicklung schaffen. Hierzu soll zunächst eine Typologie aller charakteristischen Grünräume mit spontaner Naturentwicklung für die Stadt Wien erstellt werden. Darauf aufbauend soll mittels einer quantitativen Befragung von Stadtbewohner*Innen Wiens diversen sozialen Hintergrunds untersucht werden, inwiefern sich gesellschaftliche Präferenzen je nach identifiziertem Grünraum-Typ und sozialer Gruppenzugehörigkeit unterscheiden. Zusammen mit einer tiefgreifenden Analyse der von Stadtbewohner*Innen wahrgenommenen Vor- und Nachteile der jeweiligen Flächen soll eine wertvolle Grundlage für Stadtplanung und Grünflächenmanagement hinsichtlich des zukünftigen Einsatzes von Grünräumen mit spontaner Naturentwicklung als sozial inklusive naturbasierte Lösung entwickelt werden.

Betreute Hochschulschriften