Individuelle Abfragen und aktuelle Statistiken zum Auftreten von Waldbränden in Österreich können über die neue Waldbrand-Datenbank Österreich durchgeführt bzw. erstellt werden. Ebenso ist es für wissenschaftliche Zwecke möglich, einen Datenauszug der Waldbrand-Datenbank Österreich zu erhalten. Nehmen Sie in diesem Fall bitte Kontakt mit der Projektleitung auf.

In alten Ortschroniken finden sich Hinweise auf verheerende Waldbrände in Österreich bis ins 16. Jahrhundert zurück. Einige der Brandflächen betrugen über 1000 Hektar. Der flächenmäßig größte Waldbrand seit Ende des Zweiten Weltkriegs hat 1947 am Nederjoch in Telfes, Tirol, stattgefunden. Damals wurden 200 Hektar Waldfläche vernichtet. 120ha waren es 1961 im Föhrenwald bei Wiener Neustadt, Niederösterreich, rund 100ha im April 2014 in Absam, Tirol, sowie 80ha im Frühjahr 2015 in Lurnfeld, Kärnten.


Die folgende Auswahl zeigt die markantesten Waldbrandereignisse in Österreich der letzten zwanzig Jahre. Das jeweils flächengrößte bzw. intensivste Feuer des Jahres wird angeführt.

25. Oktober 2021: Oberhalb der Ortschaft Hirschwang an der Rax (Niederösterreich) bricht am Südhang des Mittagsteins vermutlich durch ein schlecht abgelöschtes Lagerfeuer ein Waldbrand aus. Durch die außerordentlich geringe Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit kräftigem Wind und der Steilheit des Geländes kann sich das Feuer rasch ausbreiten - auf mehr als 50 Hektar in vierundzwanzig Stunden. Gleichzeitig handelt es sich überwiegend um ein Bodenfeuer, die Brandintensität ist vergleichsweise gering. Obwohl es sich um einen der größten Feuerwehreinsätze der letzten Jahre in Österreich handelt (Tausende Einsatzkräfte, mehr als ein Dutzend Hubschrauber), kann der Brand tagelang nicht unter Kontrolle gebracht werden. Bis Ende Oktober weitet sich das Feuer immer wieder nach Osten aus, die letzten Glutnester können erst Anfang November gelöscht werden. Neigungskorrigiert sind etwa 109 Hektar Wald effektiv betroffen, womit es sich um den flächengrößten - wenn auch nicht intensivsten - Waldbrand der letzten sechzig Jahre handeln dürfte. mehr ...

09. Mai 2020: In Leppen, Gemeinde Eisenkappel-Vellach (Kärnten), bricht auf einer Schlag- bzw. Jungwuchsfläche ein intensives Bodenfeuer aus, das sich auf dem Steilhang rasch ausbreitet. Auch der angrenzende Fichten-Mischbestand wird zum Teil schwer geschädigt, ein darunter liegendes Gebäude kann aber geschützt werden. Rund 300 Einsatzkräfte und sechs Helikopter sind an der Brandbekämpfung beteiligt. In Summe sind 23 Hektar Waldboden von dem Feuer betroffen, womit es sich um den flächengrößten Waldbrand in Österreich seit 2015 in Lurnfeld (ebenfalls Kärnten) handelt. mehr ...

07. Juni 2019: In der Gemeinde Zell-Freibach, Kärnten, gerät aus unbekannter Ursache eine Kahlschlagfläche auf einem südseitigen Steilhang in Brand. Durch den kräftigen Wind breiten sich die Flammen bis in den Fichten-Hochwald aus, wo teilweise Kronenfeuer zu beobachten ist. Bis zu 150 Feuerwehrleute von 18 Feuerwehren und vier Helikopter bekämpfen den Brand, der erst nach drei Tagen gelöscht werden kann. In Summe werden rund 4 Hektar Wald von dem Feuer geschädigt. mehr ...

21. August 2018: Der größte Waldbrand des Jahres ereignet sich in Hallstatt, Oberösterreich. Vermutlich ausgelöst durch die achtlos entsorgte Zigarette eines Alpinisten gerät im Bereich eines Klettersteiges ein steiles, felsiges Waldstück in Brand. Herabstürzende Felsblöcke führen zu Gebäudesperren und Evakuierungen. Das Feuer kann erst nach vier Tagen endgültig gelöscht werden. In Summe geraten mehr als 8 Hektar Waldboden in Brand. Die Schäden und Gesamtkosten für Bekämpfung und Sicherungsmaßnahmen betragen mehrere 100.000 Euro. mehr ...

24. April 2017: Der größte Waldbrand des Jahres tritt in der Nähe von Buchschachen, Burgenland, auf. Möglicherweise ausgelöst durch eine schlecht abgelöschte Feuerstelle geraten 3 Hektar Schlagfläche und ein fichtendominierter Mischwald in Brand. Das intensive und sich rasch ausbreitende Lauffeuer muss von einem Großaufgebot der Feuerwehren bekämpft werden. Immer wieder flackern Glutnester auf, sodass ein „Brandaus“ erst nach zwei Tagen erfolgen kann. mehr ...

22. Februar 2016: In der Gemeinde Puchberg am Schneeberg, Niederösterreich, entzündet sich die Streudecke eines Schwarzkiefernwaldes. Das Lauffeuer breitet sich durch den starken Wind rasch aus – und das, obwohl es in dem Gebiet kaum 48 Stunden zuvor ergiebige Niederschläge gegeben hat. Die für Februar extrem hohen Temperaturen von über zwanzig Grad in Verbindung mit föhnartigem Wind reichen aus, dass die Kiefernstreu des Südhanges trocken genug für eine Entzündung ist. 2 Hektar Waldboden geraten in Flammen. mehr ...

22. April 2015: Nach Waldarbeiten gerät ein Teil einer Kahlschlagfläche auf der Göriacher Alm in Lurnfeld, Kärnten, in Brand. Das Feuer kann bis zum Abend nicht unter Kontrolle gebracht werden. Stattdessen führen das steile Gelände und aufkommender Wind dazu, dass sich das Lauffeuer in ein Vollfeuer umwandelt und über Nacht weiter ausbreitet. Aufgrund der Gefahr fallender Bäume, Flammen, die über die Baumkronen schlagen, und das steile Gelände, kann der Waldbrand erst am Folgetag effektiv bekämpft werden. Hunderte Einsatzkräfte und mehrere Helikopter sind eine Woche lang im Einsatz, um die letzten Glutnester zu löschen. Mehr als 80 Hektar Schutzwald werden zerstört oder geschädigt. Nach 2013 und 2014 ist dies der dritte Großbrand in nur drei Jahren. mehr ...

20. März 2014: Ausgelöst durch eine achtlos weggeworfene Zigarette gerät der Schutz- und Latschenwald oberhalb der Ortschafts Absam in Tirol in Brand. Durch die enorme Frühjahrstrockenheit breitet sich das Feuer rasant aus und kann auch durch den massiven Einsatz von sechs Hubschraubern und Hunderten Feuerwehrleuten bis zum Abend nicht unter Kontrolle gebracht werden. Nach drei Tagen sorgen Regen und Schnee für das "Brandaus". Rund 100 Hektar sind betroffen, davon etwa 70 ha Wald. Damit handelt es sich um den flächengrößten Waldbrand der letzten zwanzig Jahre. Der Gesamtschaden wird auf zwei Millionen Euro geschätzt. mehr ...

08. August 2013: Eine außergewöhnlich heiße und trockene Witterungsperiode führt am österreichweit heißesten Tag seit Aufzeichnungsbeginn zu einem massiven Kronen- bzw. Vollfeuer zwischen Weikersdorf und Wiener Neustadt im südlichen Niederösterreich. Neben Schwarzkiefernbeständen verbrennt auch der örtliche Niederwald vollständig. Mehrere hundert Einsatzkräfte, Dutzende Feuerwehren, drei Helikopter und Flächenflugzeuge bekämpfen den Brand. 52 Hektar Wald werden vernichtet. mehr ...

29. April 2012: Ein zum wiederholten Mal sehr trockenes Frühjahr führt zum größten Brand des Jahres - bei Gschöder, Gemeinde Weichselboden, Steiermark, bricht aus unbekannter Ursache ein Brand auf einer Kahlschlagfläche aus. Nach zwei Tagen lautet die Bilanz: 10 Hektar verbrannter Waldboden. mehr ...

13. November 2011: Durch die extreme Trockenheit in diesem November entsteht im hinteren Teuchlgraben, Gemeinde Reißeck, Kärnten, ein großflächiger Waldbrand an der Baumgrenze. In Summe sind 10 Hektar von den Flammen betroffen. mehr ...

18. März 2010: Ein Berghang im Gemeindegebiet von Kals am Großglockner, Bezirk Lienz, Tirol, steht in Flammen - ausgelöst von einem Landwirt, der Reisig verbrannt hat. Das Lauffeuer breitet sich hangaufwärts aus, erstreckt sich schlussendlich von 1300 bis 2100m Seehöhe. In einem 70ha großen Areal werden 15 Hektar Brandfläche ermittelt. mehr ...

10. April 2009: In der Kranebitterklamm bei Innsbruck, Tirol, bricht ein Waldbrand aus. Durch den starken Föhnwind und das steile, unwegsame Gelände ist er besonders schwierig zu bekämpfen. Teilweise schlagen die Flammen Dutzende Meter hoch. Ingesamt sind neben einer privaten Hütte auch 25 Hektar Wald betroffen. mehr ...

09. Mai 2008: Oberhalb Rakowitzen, Stall im Mölltal, Kärnten, bricht während der Schadholzaufbereitung nach Orkan "Paula" ein Waldbrand aus. Vermutet wird ein Defekt an einer Forstmaschine. Die Brandfläche von mehr als 6 Hektar wird von 150 Feuerwehrleuten bekämpft. mehr ...

09. August 2007: Waldbrand im Kiefernwald der Großmittler Heide (Truppenübungsplatz), Siegersdorf, Niederösterreich. Vermutlich lösen Schießübungen des Bundesheeres das Feuer aus. Da der Brand aufgrund der Gefährdung durch vorhandene Blindgänger nur über das Wegenetz bekämpft werden kann, gestalten sich die Löschmaßnahmen schwierig. Etwa 4 Hektar Wald sind betroffen. mehr ...

19. Juli 2006: In Ebensee, Bezirk Gmunden, Oberösterreich, stehen Feuerwehr, Bergrettung und Bundesheer vierzehn Tage im Einsatz, um einen Wald- und Latschenbrand zu bekämpfen. Hubschrauber müssen das Löschwasser in das steile und unzugängliche Gelände fliegen. In Summe sind mehr als 40 Hektar betroffen. mehr ...

22. April 2005: Ein außer Kontrolle geratenes Abbrennfeuer oberhalb des Ortsteiles Greit in Pfunds, Tirol, breitet sich auf etwa 3 Hektar Waldfläche aus. Der Brand kann mithilfe eines Helikopters bis zum Abend gelöscht werden. mehr ...

14. Dezember 2004: Funkenflug bei Metallarbeiten führt zu einem intensiven Lauffeuer oberhalb des Wallfahrtsortes St. Georgenberg in Tirol. 4 Hektar Wald sind betroffen, 100 Feuerwehrleute stehen im Einsatz. mehr ...

7. Mai 2003: Durch eine weggeworfene Zigarette bricht in einem äußerst unwegsamen und steilen Gelände in Zistl-Bretstein, Steiermark, ein Waldbrand aus. Bei einem großen Teil der Brandfläche handelt es sich um einen Windwurf, es brennen ca. 35 Hektar Wald. Erst nach zwei Wochen kann das Feuer endgültig gelöscht werden. mehr ...

2. Februar 2002: In einer Berghütte am Stagor in Steinfeld im Drautal, Kärnten, bricht ein Feuer aus, welches sich durch die extreme Trockenheit rasend schnell ausbreitet. Insgesamt sind mehr als 70 Hektar von dem Waldbrand betroffen. Damit handelt es sich um einen der größten Waldbrände, die in jüngster Vergangenheit in Österreich aufgetreten sind. Hunderte Feuerwehrleute kämpfen tagelang gegen die Flammen. mehr ...