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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-05-01 - 2028-04-30

UNESCO-Biosphärenreservate (BR) sind ein wegweisendes Konzept, das darauf abzielt, Naturschutz und menschliche Entwicklung in Einklang zu bringen. Um dieses hehre Ziel erreichen, müssen BR eine Vielzahl von Aufgaben bewältigen. Dafür wären exzellente Governance Modelle Voraussetzung, die BR mit notwendigen Kapazitäten und Finanzmitteln ausstatten. Bisherige Forschung zeigt, dass es eben an geeigneten Governance Ansätzen mangelt. Oft fehlt es an Ressourcen oder es werden bestimmte soziale Gruppen nicht erreicht und eingebunden. REGO wird konsolidiertes und umsetzbares Wissen generieren wie existierende Governance-Modelle umgestaltet und neue Governance Formate entwickelt werden können, um es BR leichter zu ermöglichen ihre Ziele zu erreichen. Dadurch leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag um BR Governance auch im Hinblick auf die weitere Entwicklung des MAB Programms zukunftsfit zu machen. REGO arbeitet an diesen Zielen mittels inter-, und transdisziplinären Ansätzen. Erstens wird die wissenschaftliche Literatur aus den Bereichen Governance zu Naturschutz und Regionalentwicklung untersucht, um einen Analyserahmen für die Untersuchung und Evaluation von BR Governance Modellen zu entwickeln. Zweitens wird eine vergleichende Fallstudie mit allen österreichischen BR und Engiadina Val Müstair durchgeführt, um zu erheben wie Governance hier organisiert und gelebt wird. Hierfür werden eine Dokumentenanalyse sowie Expert*inneninterviews durchgeführt und auch der jeweilige rechtliche Rahmen analysiert, um Stärken, Schwächen und aktuelle Herausforderungen zu identifizieren. Drittens wird ein ‚co-creation‘ Workshop mit BR Entscheidungsträger*innen aller Fallstudien-BR durchgeführt. Hier werden, aufbauend auf den Ergebnissen der Fallstudie, Überlegungen angestellt wie die BR voneinander lernen können, und es werden auch Empfehlungen für Entscheidungsträger*innen „auf höherer Ebene“ (z.B. UNSECO Programm, Nationalkomitees) erarbeitet. Empfehlungen werden auf ihre rechtlichen Auswirkungen geprüft, um ihre Durchführbarkeit und ihren Nutzen als Gestaltungsvorschlag zu sichern. Abschließend werden zentrale Ergebnisse in Rahmen von zwei ‚Governance-Experimente‘ im Großen Walsertal und Engiadina Val Müstair in die Praxis umgesetzt. Hier entwickeln die BR Entscheidungsträger*innen gemeinsam mit den Forschungsinstitutionen neue Governance Formate, um aktuelle Herausforderungen anzugehen und legen auch passende Evaluationskriterien fest. Falls sich die Formate in einem Testlauf bewähren werden sie soweit wie möglich weitergeführt.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2025-05-01 - 2028-06-30

Die Universität für Bodenkultur (BOKU) konzentriert sich in Zusammenarbeit mit Caritas Österreich auf nachhaltiges Ökosystemmanagement und Klimaschutz in der Region Western Equatoria im Südsudan. Dieses interdisziplinäre Projekt integriert wissenschaftliche Forschung, gemeinschaftsbasierte Ansätze und innovative Technologien, um sozioökologische Herausforderungen anzugehen. Die Hauptziele umfassen die Verbesserung der Ökosystemgesundheit durch konzeptionelle Modellierung, die Stärkung der Gemeinschaften für nachhaltige Praktiken sowie die Mitwirkung an adaptiven Managementrahmen. Zu den zentralen Aktivitäten gehören die Einführung energieeffizienter Kochherde in 1.250 Haushalten, um den Brennholzverbrauch und die CO₂-Emissionen zu senken, sowie die Pilotierung einer nachhaltigen Ziegelproduktion mittels Compressed Earth Blocks (CEB). Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Entwaldung zu verringern, nachhaltige Landnutzung zu fördern und Treibhausgasemissionen über 5,5 Jahre um 14.860 Tonnen zu reduzieren. Darüber hinaus setzt das Projekt auf Wiederaufforstung durch das Pflanzen von Mangobäumen sowie die Einrichtung gemeinschaftsbasierter Baumschulen, um ökologische, wirtschaftliche und soziokulturelle Vorteile zu fördern. Die wissenschaftliche Forschung bildet das Fundament des Projekts und setzt Instrumente wie den DPSIR-Rahmen (Drivers–Pressure–State–Impact–Response) sowie Prinzipien des adaptiven Managements ein. Die Forschung untersucht vom Menschen verursachte Stressoren, Indikatoren und die Auswirkungen des Klimawandels auf lokale Ökosysteme. Partizipative Methoden, darunter Stakeholder-Interviews, Workshops und strategische Simulationen, stellen die Einbindung der Gemeinschaft und die Verbreitung von Wissen sicher. Das Projekt steht im Einklang mit mehreren SDGs , darunter Armutsminderung, Gleichstellung der Geschlechter, Klimaschutz und nachhaltiger Konsum. Es integriert zudem Lehr- und Forschungsmöglichkeiten für BOKU-Studierende und trägt zur Wissensentwicklung sowie zum Kapazitätsaufbau bei. Durch die Förderung von Partnerschaften zwischen Wissenschaft, lokalen Gemeinschaften und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zielt die Initiative darauf ab, skalierbare, nachhaltige Lösungen für das Ökosystemmanagement und die sozioökonomische Entwicklung in verletzlichen Regionen zu schaffen. Diese Forschung adressiert nicht nur aktuelle ökologische und soziale Herausforderungen, sondern bietet auch ein replizierbares Modell für nachhaltige Entwicklung in ähnlichen Kontexten weltweit.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2025-11-01 - 2030-10-31

Die Klimakrise betrifft bereits heute insbesondere marginalisierte Gruppen und wird junge Menschen in Zukunft noch stärker treffen. Beide Gruppen sind in den globalen klimapolitischen Verhandlungsprozessen nicht gut vertreten und verfügen über keine Möglichkeiten zur Beteiligung auf lokaler Ebene. Das Bildungswesen vermittelt zwar wissenschaftliche Kenntnisse, es fehlt ihm jedoch an Vorstellungskraft, um gemeinsam eine lebenswerte Zukunft zu gestalten. Ausgehend von verschiedenen Ansatzpunkten, d. h. Klimadaten, dem politisch-institutionellen Umfeld, den Strategien und Werten der Akteure sowie inneren und kollektiven Vorstellungen, erforschen wir Ideen und konkrete Strategien für ein verantwortungsbewusstes und fürsorgliches (Zusammen-)Leben in und über die Stadt Salzburg hinaus. Gemeinsam mit marginalisierten jungen Menschen, Aktivisten, Künstlern, Pädagogen, Sozialarbeitern und der Stadtverwaltung zielt das Projekt darauf ab, durch gemeinsame Vorstellungskraft und die Gestaltung von Szenarien klimabezogene soziale Zukunftsvisionen zu entwickeln. Wir befassen uns mit drei Fragen: 1. Was sind die Bedürfnisse, Interessen, Strategien und Visionen marginalisierter junger Bürger*innen und Aktivist*innen in Salzburg, wenn es um die Bewältigung der klimasozialen Krise in ihrer vielschichtigen Dimension geht? 2. Wie können gemeinsame Vorstellungen von klimasozialen Zukunftsszenarien in einer vielfältigen Gemeinschaft, einschließlich marginalisierter Bürger*innen, mit Hilfe kunstbasierter Methoden gemeinsam entwickelt werden? 3. Welche sozialen, institutionellen und politischen Hindernisse und Möglichkeiten gibt es für die Gestaltung und Umsetzung klimabezogener sozialer Zukunftsszenarien? Wir werden bestehende Hebelpunkte (Verständnis globaler Klimadaten im lokalen Kontext, politische Strategien, Bedürfnisse und Werte als innere Bilder) in Verbindung mit klimabezogenen sozialen Zukunftsszenarien untersuchen, die auf imaginativem Wissen basieren. Diese Szenarien werden wir gemeinsam mit jungen Menschen im Rahmen partizipativer Aktionsforschung entwickeln. Wir werden kunstbasierte Ansätze verwenden, die eng mit unserem interdisziplinären und partizipativen Forschungsdesign verflochten sind. Dies wird uns Wissen über die gemeinsame Gestaltung klimabezogener sozialer Zukunftsszenarien und methodisches Wissen über das Verständnis von Hebelpunkten liefern.

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