Neueste SCI Publikationen

Neueste Projekte

Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-06-01 - 2029-05-31

Das Ziel des Projekts besteht in der Entwicklung eines praxistauglichen „Klimachecks“, der landwirtschaftlichen Betrieben als fundierte Entscheidungsgrundlage dient um Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Dabei sollen aus vorhandenen Betriebsdaten geeignete Kennzahlen abgeleitet werden, die eine klare Einschätzung der Emissionssituation ermöglichen. Durch ein Benchmarking-System können betriebliche Reduktionspotenziale sichtbar gemacht werden, die anschließend in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzt werden. Ein digitaler Maßnahmenkatalog bildet die Grundlage für individuell auf die jeweiligen Betriebsbedingungen zugeschnittene Strategien. Um die Anwendbarkeit und Wirksamkeit des Instruments sicherzustellen, wird der Klimacheck in der Praxis auf 30 ausgewählten Betrieben erprobt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Entwicklung eines Leitfadens für einerseits Landwirt:innen und andererseits landwirtschaftliche Berater:innen ein, der eine standardisierte und zugleich betriebsindividuelle Maßnahmenfindung und entsprechende Beratung ermöglicht. Auf diese Weise entsteht ein Instrument, das die Umsetzung wirksamer Minderungsmaßnahmen fördert und eine österreichweite Anwendung durch unterschiedliche Beratungseinrichtungen erlaubt.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-01-01 - 2026-12-31

Das Projekt „Ernährungssicherung durch kleinbäuerliche Betriebe, gesund versorgt aus der Region“ wird vom Institut für Entwicklungsforschung (IDR) der BOKU University durchgeführt, das landwirtschaftliche Veränderungsprozesse lokal und international untersucht. Im Projekt wird die Resilienz der regionalen Lebensmittelproduktion und -versorgung in Niederösterreich gestärkt, damit kleinbäuerliche Betriebe und Marktgärtnereien in Niederösterreich auch unter Krisenbedingungen (Lieferkettenstörungen, Energiepreis- und Versorgungskrisen, Extremwetter) die Bevölkerung mit Gemüse, Kräutern, tierischen Produkten und alternativen Proteinquellen versorgen können. Ausgangspunkte sind der Referenzbedarf von Haushalten (Mengen, Vielfalt, Saisonalität), die nachhaltige Produktion sowie die Verfügbarkeit in ausgewählten Gemeinden und Regionen. Ein Abgleich soll Abhängigkeiten, Versorgungslücken und Resilienzhebel aufdecken. Mit Gemeinden, Betrieben und Bürgern werden Selbstversorgungsprogramme für Haushalte, Gasthöfe und öffentliche Einrichtungen in zwei Living Labs (Marktgärtnerei mit Hecke; Gemüseanbau mit Bewässerung/Heckenmanagement) sowie in zehn Leuchtturmbetrieben in Niederösterreich entwickelt und erprobt. Ein Train-the-Trainer-Programm skaliert die Ansätze über Gemeinden hinaus. Durch die internationalen Netzwerke des IDR profitieren kleinbäuerliche Betriebe von Austausch, Innovation und Forschung. Bewusstsein und Transfer erfolgen in der Praxis über Workshops mit Exkursion, Kommunikationsformate, mehrsprachige Dokumentation, Fact Sheets, ein Best-Practice-Video zu den Selbstversorgungsmodellen, Infotafeln mit QR-Codes sowie Poster in Gemeinden und an der BOKU; ergänzt durch mindestens einen Konferenzbeitrag, einen Praxis-Workshop und ein Kochevent für NÖ-Stakeholder. Als Synthese des Projekts entsteht ein Ursache-Wirkungs-Modell (Prozesse–Belastungen–Auswirkungen–Reaktionen) mit Szenarien (Vergangenheit–Gegenwart–Zukunft), das Ernährungsgewohnheiten, Bewirtschaftung, Umweltzustand (Boden, Biodiversität, Wasser), Versorgungslage sowie Effekte auf Gesundheit, Resilienz und regionale Entwicklung verknüpft. Es liefert Handlungsempfehlungen für mindestens 100 direkte Teilnehmende aus Praxis, Politik und Forschung. Mehrwert für Gemeinden ist die Entwicklung von Entscheidungsgrundlagen, umsetzungsnahe Versorgungsmodelle und Materialien zur Bürgereinbindung zur Stärkung der unabhängigen Eigenversorgung in Niederösterreich.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-06-01 - 2029-05-31

Aus Sicht betroffener Landwirt:innen steht die Milchproduktion vor vielfachen Herausforderung. So sind die Wirtschaftlichkeit sowie die Arbeitsbelastung der Betriebe ein Problem, zugleich sollen Tiergesundheit, Leistung und Nachhaltigkeit steigen. Digitale Assistenzsysteme (z. B. Aktivitäts-, Wiederkau-, Temperatur-, Ortungs- oder Pansensensoren; vernetzte Melk-/Fütterungstechnik) versprechen Früherkennung, bessere Entscheidungen und Arbeitserleichterung. In der Praxis bleibt der tatsächliche Nutzwert aber oft hinter den Erwartungen zurück: Anschaffung erfolgt, erste Nutzung beginnt – und wird später reduziert oder eingestellt. Häufige Gründe, die in der Praxis genannt werden, liegen nicht primär in der „Funktion“ der Geräte/Software, sondern in der Mensch-Technik-Interaktion: unklare Datenflüsse, fehlende Datenkompetenzen, Überalarmierung, mangelnde Einbindung in Arbeitsroutinen, unpassende Schnittstellen, Kosten-Nutzen-Unklarheit, Support- und Schulungsbedarf sowie Fragen zu Dateneigentum/Cloud-Lösungen. Dabei zeigen wissenschaftsnahe Beiträge, dass Sensorik bei richtiger Einbindung Tierwohl, Tiergesundheit und Effizienz verbessern und Arbeitsbelastung senken kann. Für österreichische Milchviehbetriebe ist der strukturierte Umgang mit Daten zentral: Herdenmanagement-Eingaben, Milchleistungsprüfung und 24/7-Sensordaten erzeugen große Datenmengen, die selektiert, plausibilisiert und in Entscheidungsroutinen überführt werden müssen. Das gelingt nicht immer: Entweder werden verfügbare Daten zu wenig genutzt – oder der Fokus auf „Dashboards“ verdrängt die direkte Tierbeobachtung. Praxisberichte verweisen zudem auf offene Punkte bei digitalen Infrastrukturen (Konnektivität), Datensouveränität und Rollenverständnis zwischen Landwirt:innen, Tierärzt:innen und Beratung. Österreichische Einrichtungen (z. B. Vetmeduni, HBLFA Raumberg-Gumpenstein) arbeiten an anwendungsnahen Lösungen und Kommunikation, u. a. zu Smart-Farming, KI-Anwendungen und Sensoreinsatz. Daraus leitet sich ein klarer Bedarf ab: praxistaugliche Konzepte, die Technik, Arbeitsorganisation, Entscheidungsregeln und Rollen klären – und die Umsetzung in Betrieben begleiten. Das vorliegende Projekt adressiert diese Praxis-Bedarfe.

Betreute Hochschulschriften