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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2025-01-01 - 2027-12-31
Immer größere und häufigere, klimabedingte Schadholzkrisen kreieren neue, komplexe, mit den im Einsatz befindlichen Methoden nicht mehr zu bewältigende Herausforderungen für das regionale Holzlieferkettenmanagement. Die Überforderung bei Planung, Entwurf, Management, Steuerung und Überwachung von Holzlieferketten gefährdet diesen für Österreich so entscheidenden Sektor zur Erreichung der Klimaziele. Durch kooperative Impulse auf lokaler, horizontaler und vertikaler Ebene initiiert das Projekt eine positive Rückkopplungsschleife, wodurch klimafreundlicher Bahntransport von Holz gesteigert und ein wesentlicher Beitrag zu einer resilienteren, nachhaltigeren und wettbewerbsfähigen Holzlieferkette geleistet wird.
Das Projekt zielt darauf ab, erstmalig konkrete Strategien für eine Mobilitätswende im Holztransport abzuleiten, um regionale Infrastrukturen und lokale Logistik effizient und klimaverträglich betreiben zu können. Die Pilot-Implementierung von nachhaltigen und kooperativen Holztransportstrategien für kritische forstwirtschaftliche Problemregionen wie Oberkärnten in enger Kooperation mit dem Waldverband Kärnten und RCA Key Account Management Kärnten ermöglicht die evidenzbasierte Übertragung auf andere ländliche Achsenräume und Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte in ganz Österreich (u.a. Osttirol, Waldviertel, Mühlviertel). Das Konsortium bestehend aus BOKU, PLUS, MOLA und RCA bildet eine ideale interdisziplinäre Kombination, um durch Einsatz neuentwickelter, organisationsübergreifender Kooperations- und Geschäftsmodelle für eine nachhaltige Gütermobilität, gemeinschaftliche Nutzung und Bündelung von Ressourcen innerhalb und entlang der Holzlieferkette einen signifikanten Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten.
Der Forschungsansatz ermöglicht durch die Entwicklung von agenten-, ereignis- und GIS-basierten large-scale Simulationsmodellen zum Training eines neuronalen Netzwerkes mittels maschinellen Lernens, eine neue Generation von multimodalen Holzlieferkettenmodellen. Durch Ausnutzung der semantischen Dimension kann das erklärbare GeoAI-Modell sowohl auf andere Regionen als auch auf andere Anwendungskontexte (z.B. multimodale und intermodale Rohstoff-, Lebensmittel- und Agrarlieferketten) übertragen werden, was die Entwicklung von interkommunalen Betreiber- und unternehmensübergreifenden Kooperationsmodellen entlang von regionalen Lieferketten ermöglicht. Die fortschrittliche digitale Modellierungswerkzeugkiste sowie insbesondere der webbasierte Mobilitätswende-Demonstrator unterstützen lokale Stakeholder durch Analysen und Visualisierungen von CO2-Einsparungen, Bahnterminalstandorten und Ressourcenengpässen bei der schrittweisen Umsetzung der horizontalen und vertikalen Kooperationspotenziale im Holztransport.
Das Forschungsprojekt bietet enorme Potentiale für die Notfallplanung sowie das Risiko- und Krisenmanagement und verbessert durch den webbasierten Mobilitätswende-Demonstrator zur quantitativen Entscheidungsunterstützung entscheidend Effizienz, Resilienz und Nachhaltigkeit des regionalen Holzlieferkettenmanagements. Qualitative Komponenten zur umfangreichen Einbindung lokaler Stakeholder u.a. in partizipativen Workshops komplettieren den ganzheitlichen Forschungsansatz und ermöglichen die zielgerichtete Strategieentwicklung für konkrete Geschäftsmodelle und Umsetzungsmaßnahmen zur Forcierung einer Mobilitätswende im Holztransport als Mitigation- und Adaptionsmaßnahme zum Klima- und Umweltschutz.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2024-04-01 - 2025-09-30
Die Baustoffindustrie steht hinsichtlich der notwendigen Energie-, Emissions- und Ressourceneinsparungen zur Erreichung der Klimaziele vor großen Herausforderungen. Maßnahmen zur Substitution fossiler Energieträger im ressourcen- und energieintensiven Bausektor reichen nicht aus, um eine umfassende Dekarbonisierung zu bewirken. Der langjährige stoffliche Einsatz von Holz in Gebäuden ist ein Baustein zum Erreichen der Klimaneutralität im Gebäudesektor und es wurde gezeigt, dass Holzbau eine Maßnahme zur Minderung der Klimaveränderungen darstellen kann . Bei einer Steigerung von aktuell 22% auf 50% Holz(wohn)bau (Wood Construction Share) wäre ein zusätzlicher Holz-Input in die Bauwirtschaft von 0,5 Mio m3 beziehungsweise bis zu 1 Mio m3 in einem Szenario mit starker Holznutzung pro Jahr nötig, um den steigenden Bedarf zu decken, wenn keine Maßnahmen zur Verlängerung der Gebäude-Lebensdauer und vermehrten Kreislaufführung getroffen werden. Gleichzeitig wird die Menge an Altholz aus dem Rückbau in den kommenden Jahrzehnten ansteigen und stellt damit ab 2050 ein wachsendes Potenzial für Reuse und Recycling dar , wenn diverse technische, wirtschaftliche und regulatorische Hemmnisse überwunden werden können.
Aktuelle politische Strategien und Maßnahmen im Sinne des Klimaschutz verstärken die Notwendigkeit von Innovationen entlang des gesamten Produktlebenszyklus und der Wertschöpfungskette im Bausektor, um die Potenziale der Kreislauffähigkeit von Bauprodukten heben zu können. Speziell Fragen zu Produktdesign und der weiteren Verwendung am Ende des Produktlebenszyklus, aber auch Aspekte hinsichtlich notwendiger Veränderungen der Prozessabläufe zwischen den Akteuren entlang der Wertschöpfungskette sind zu adressieren. Für eine nachhaltige Steigerung sowohl des Anteils an Holz in Gebäuden, als auch an Holzbauten an sich und einer damit verbundenen langfristigen Kohlenstoffspeicherung im verbauten Holz sind Strategien zur Erhöhung der Zirkularität unumgänglich.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2023-10-01 - 2025-10-31
Reibungslose Abläufe in den Supply Chains (SCs) sind essentiell. Eine analoge oder digitale Störung führt zu Verzögerungen in Produktion, Lagerung und/oder Transport. Daraus resultierende Engpässe können die gesamte Daseinsvorsorge der Bevölkerung gefährden. Organisationen, sowie Behörden sind dementsprechend darauf angewiesen, dass Güter, Energie oder auch Dienstleistungen die Bevölkerung innerhalb einer bestimmten Zeit erreichen. Um (1) den Prozessablauf von Bestellung bis Lieferung transparenter zu gestalten, (2) Aufwände zu minimieren und (3) effizienter & widerstandsfähiger auf Marktschwankungen reagieren zu können, bieten Teilnehmer:innen der SCs ihre Dienste und Services verstärkt im digitalen Raum an. Der grundlegende Aufbau von SCs ist jedoch nicht darauf ausgelegt, in diesem stark vernetzten, digitalen Umfeld ohne ausreichenden Schutz bestehen zu können. Immer wieder werden Angriffe auf die IT von Supply Chains verübt, wodurch diese empfindlich gestört oder sogar vollständig blockiert werden. Einer der bekanntesten Fälle mit dem Namen ShadowPad aus dem Jahr 2017 zeigt, dass Angriffe auf SCs zweifelsfrei zu den gefährlichsten modernen Angriffsvektoren gehören. Das Projekt Sophie zielt darauf ab, die Resilienz von Wertschöpfungsketten sowie deren Infrastrukturen und Akteur:innen zu erhöhen und adressiert dabei folgende Fragestellungen:
1) Abbildung spezifischer Komponenten relevanter SCs unter der Berücksichtigung digitaler Einflussfaktoren
2) Simulation digitaler Angriffsvektoren auf SCs und deren Prozesse im Hinblick auf spezifische Infrastrukturbereiche; Modellierung von Location Problemen und Implementierung von Lösungsalgorithmen, um potenzielle Versorgungsstandorte auf ihre Eignung zur Gewährleistung der optimalen Versorgung aller Bedarfsträger im Krisenfall zu evaluieren
3) Analyse von Kaskadeneffekten und Feedbackprozessen im Hinblick auf kritische Infrastrukturen und versorgungsrelevante Organisationen als plakative Use Cases
4) Validierung und Konzeption von generellen Awareness-Trainings für Schlüsselpersonal in spezifischen kritischen Infrastrukturbereichen
5) Fokuserweiterung des digitalen Raums auf Cyber-Physical Systems (CPS) − Analyse der möglichen Auswirkungen einer digitalen Krise auf die Gesellschaft