HOT TOPIC: Frauen prägen die agrar-wissenschaftliche Forschung an der BOKU
Die Agrarwissenschaften an der BOKU werden maßgeblich von Frauen geprägt, die mit internationaler Relevanz und starkem Praxisbezug zu Nutzpflanzen- und Nutztierwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, nachhaltigen Agrar- und Ernährungssystemen, Klimawandelanpassung sowie Boden- und Biodiversitätsschutz forschen.
Allein am Department für Agrarwissenschaften arbeiten 144 Mitarbeiterinnen. Diese starke Präsenz zeigt sich auch auf der Leitungsebene: Das Department, sowie das Institut für Pflanzenschutz wird von Siegrid Steinkellner geleitet. Am Institut entwickelt sie nachhaltige Pflanzenschutzstrategien mit Fokus auf phytopathogene Pilze, untersucht u.a. epidemiologische und managementbezogene Fragestellungen in Acker- und Sonderkulturen, und dabei insbesondere die Interaktionen von Kulturpflanzen mit bodenbürtigen Pathogenen, sowie den Einsatz von Mykorrhizapilzen als alternative Managementstrategie. Weitere Forschung befasst sich mit Echtem Mehltau im Wein, Fungizidresistenzen und chemisch-synthetischem Pflanzenschutz.
Sabine Seidel leitet das Institut für Biologische Landwirtschaft und entwickelt biodiversitätsfördernde und klimaresiliente Ackerbau- und Grünlandsysteme im Biolandbau. Zu ihren Schwerpunkten zählen Mischkulturen, Agroforstsysteme, Zwischenfruchtbau sowie Arten- und Sortenvielfalt zur Verbesserung der Ressourcennutzung und die Quantifizierung von Ökosystemdienstleistungen. Zudem erforscht sie Wechselwirkungen zwischen Genotypen, Umwelt und Management hinsichtlich Wasser-, Nährstoff-, Kohlenstoff- und Wurzeldynamiken.
Das Institut für Wein- und Obstbau wird von Astrid Forneck geleitet, die mit ihrem Team zu Weinbau, Klimawandel und Nachhaltigkeit forscht. Die interdisziplinären Ansätze verbinden Weinbau, Pflanzengenetik, Agrarbiotechnologie, Pflanzenphysiologie und Weinwirtschaft. Schwerpunkte sind nachhaltiges Bewirtschaftungs- und Nährstoffmanagement, naturbasierte Resilienzmechanismen, Pflanzen- und Fruchtphysiologie sowie digitale Entscheidungsinstrumente. Aktuelle Projekte adressieren u.a. Hitze- und Trockenstress, GIS-gestützte Fernerkundung zur Erstellung von Risiko- und Entscheidungskarten, bildgebende Verfahren zur Erkennung von Traubenwelke, Resilienz und innovative Züchtungsansätze für klima- und krankheitsresiliente Obstarten.
Am Department für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften leitet Stefanie Lemke das Institut für Entwicklungsforschung mit Schwerpunkten auf dem Menschenrecht auf angemessene Nahrung und Ernährung sowie Gender und Intersektionalität. Mit transdisziplinärer, partizipativer Aktionsforschung baut das Institut auf Initiativen lokaler Organisationen auf, etwa zur Stärkung kommunaler Landrechte von Frauen und Jugendlichen in Ost- und Westafrika, zum Zugang zu natürlichen Ressourcen im Kontext von Flucht und Vertreibung sowie zu von Frauen geleiteten Innovationen in der Landwirtschaft in Mittel- und Osteuropa.
Am Department für Ökosystemmanagement, Klima und Biodiversität ist Katharina Keiblinger stellvertretende Leiterin des Instituts für Bodenforschung. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich damit, wie Bodenmikroorganismen zur Bodengesundheit sowie zu Kohlenstoff- und Nährstoffkreisläufen beitragen. Sie untersucht, wie mikrobielle Gemeinschaften organische Substanz umsetzen und stabilisieren und wie sie auf Umweltveränderungen und unterschiedliche Bewirtschaftungsformen reagieren. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf biologischen Indikatoren für Bodengesundheit und der Frage, wie bodenmikrobiologische Erkenntnisse für eine nachhaltige und klimaresiliente Landwirtschaft genutzt werden können.