Haberlandt-Projekt: Sojabohnen-Diversität zwischen China und Europa (2018-2022)

Zielsetzungen: Gemeinsame Untersuchung der Diversität neuester europäischer und chinesischer Sojabohnensorten früher Reifegruppen. Ein Set von insgesamt 140 chinesischen und europäischen Sojasorten wird von Pflanzenzüchtern und Forschungsinstituten in Europa und China auf regionale Anpassung, phänotypische Diversität, Qualität der Inhaltsstoffe und genetische Diversität untersucht. Durch jahrzehntelange Selektion an getrennten Standorten und unter unterschiedlichen agroökologischen Bedingungen (Mega-Environments) sind vermutlich einzigartige regionsspezifische Allelkombinationen und Diversitätsmuster entstanden, die durch Untersuchung der Sorten festgestellt werden können. Dadurch wird die jeweilige Diversität reziprok sowohl für die chinesische als auch die europäische Pflanzenzüchtung nutzbar und kann wechselseitig zum Zuchtfortschritt beitragen. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen für die Züchtungsforschung soll das Projekt auch die weitere Zusammenarbeit zwischen chinesischen und europäischen Partnern fördern.

Durchführung: In den Jahren 2019-2021 wird das Soja-Sortiment an bis zu 15 Standorten in Europa (Frankreich, Schweiz, Deutschland, Österreich, Polen, Ungarn, Italien, Serbien und Rumänien) sowie von 2020-2022 an acht Standorten im Nordosten von China angebaut und phänologisch und agronomisch evaluiert. Molekulargenetische Untersuchungen werden an der Universität Hohenheim (E-Gene für Blütezeit/Phänologie), an der Universität für Bodenkultur Wien (Mikrosatelliten-Marker, SDS-PAGE u.a.), an der Chinese Academy of Agricultural Sciences, Beijing (200k-SNP-Chip) durchgeführt, die bioinformatische Auswertung wird durch das Austrian Institute of Technology (AIT Tulln) unterstützt.

Förderkonsortium: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz des Landes Baden-Württemberg (Deutschland), Agroscope (Schweiz), Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Deutschland), Saatgut Austria (Österreich)

Ausführung: Donau-Soja Wien (europäischer Koordinator), Chinese Academy of Agricultural Sciences, Beijing (chinesischer Koordinator), Institut für Pflanzenzüchtung, BOKU (wissenschaftliche Leitung)

Weiter Informationen:

Johann Vollmann: johann.vollmann@boku.ac.at

Donau-Soja: www.donausoja.org

"Bienengespräche: Auf der Suche nach der perfekten Sonnenblume"

Ein Podacst zum Nachhören im Rahmen der "Bienengespräche: Auf der Suche nach der perfekten Sonnenblume"

Podcast-Link (einfach klicken)

 

H2020: ECOBREED – Increasing the efficiency and competitiveness of organic crop breeding

ECOBREED ist ein im Rahmen von Horizon 2020 gefördertes Forschungsprojekt von 22 europäischen Forschungsinstitutionen bzw. Pflanzenzuchtunternehmen, der Washington State University und der Chinese Academy of Agricultural Sciences, mit dem Ziel die Aktivitäten im Bereich der Pflanzenzüchtung für den biologischen Landbau zu stärken und die dafür notwendigen Grundlagen zu verbessern. Letztendlich sollen dadurch neue Sorten entwickelt werden, die besser an die Bedingungen des biologischen Landbaus angepasst sind.

Im Rahmen des Projektes werden Weizen, Kartoffel, Sojabohne und Buchweizen bearbeitet, wobei das Institut für Pflanzenzüchtung in die Arbeitspakete „Weizen“ und „Sojabohne“ involviert ist. Bei beiden Kulturarten werden jeweils etwa 200 verschiedene Sorten in Feldversuchen phänotypisiert. Neben dem Ertrag spielen die Qualität, die Unkrautunterdrückung, Toleranzen gegenüber Krankheiten und Schädlinge und bei Sojabohne die Stickstoff-Fixierung eine wesentliche Rolle. Dabei kommen auch moderne Techniken zum Einsatz. Bei Weizen wird mittels markergestützter Selektion an der Verbesserung der Steinbrandresistenz und der Erhöhung des Proteingehaltes, bei Sojabohne an der Verringerung des Cadmium-Gehaltes in den Samen gearbeitet. In Zusammenarbeit mit österreichischen Bio-Landwirten werden unter Praxisbedingungen auch Weizen-Populationen (heterogenes Material) im Vergleich zu Liniensorten evaluiert und die Landwirte in die Selektion miteinbezogen.

Weitere Informationen:

Heinrich Grausgruber: heinrich.grausgruber(at)boku.ac.at

Webpage: https://www.ecobreed.eu/

Facebook: https://www.facebook.com/ecobreed/

Twitter: twitter.com/ecobreedp

SusCrop – ERA-NET: RYE-SUS Development of lodging-resistant and climate-smart rye - A contribution to a sustainable cereal production in marginal enviroments

RYE-SUS ist ein Verbund von elf europäischen und kanadischen Forschungsinstitutionen bzw. Pflanzenzuchtunternehmen im Rahmen von SusCrop, einer ERA-NET Cofund Action unter H2020, mit dem Ziel einer nachhaltigen Pflanzenproduktion. Im Fokus von RYE-SUS steht der Roggen, dessen Anbau als Brotgetreide in Österreich und den anderen beteiligten Ländern eine lange Tradition hat und der züchterisch auf die sich verändernden Produktionsbedingungen vorbereitet werden soll. Aufbauend auf den positiven Eigenschaften des Roggens wie Winterhärte, Genügsamkeit sowie dem geringsten CO2-Fußabdruck unter den Getreiden, sollen auch die Trockenstresstoleranz und die Standfestigkeit verbessert werden.

Die Reduktion der Wuchshöhe erfolgt durch die verstärkte Nutzung eines dominant vererbten Kurzstrohgenes (Ddw1). Dadurch soll an einen zentralen Aspekt der sogenannten Grünen Revolution angeknüpft werden. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte die Züchtung von Halbzwergen beim Weizen zu einer enormen Ertragssteigerung geführt, unter anderem, weil kurze Halme deutlich schwerere Ähren tragen können, ohne umzuknicken. RYE-SUS soll nun beim Roggen eine entsprechende Kurzstroh-Ära einleiten. Hervorzuheben ist, dass RYE-SUS die Nutzung des Kurzstrohgens nicht nur für die Züchtung von leistungsfähigen Hybridsorten nutzen will, sondern auch für die Züchtung offen abblühender Populationssorten, welche sich vor allem für ertragslimitierte Produktionsstandorte eignen.

Weitere Informationen:

Hackauf et al. (2020) RYE-SUS: a transnational approach to support sustainable grain production in changing environments. In: Vereinigung der Pflanzenzüchter und Saatgutkaufleute Österreichs (Hg.), 70. Jahrestagung 2019, 25-27 Nov., Raumberg-Gumpenstein, pp. 61-69. Universität für Bodenkultur Wien.

http://www.saatgut-austria.at/MEDIA/Tagungsband70_2019.pdf

Webpage: https://www.rye-sus.eu/

Twitter: https://twitter.com/rye_sus?lang=de

Radiosendung "Brot" vom 9.12.2020 zum Nachhören

Am Abend des 9.12.2020 gab es eine Radiosendung zum Thema Brot - mit BOKU Beteiligung (Interview).

Die Sequenz "Studiogespräch – Hermann Bürstmayr, Universität für Bodenkultur Wien" finden Sie im 4. Absatz des Beitrages.

Die ganze Sendung zum Nachhören: http://wien.njoyradio.at/zwischen-korn-und-kulturgeschichte/

Danube Allergy Research Cluster (Danube ARC) „Towards cure of allergy“

Die Immunglobulin E (IgE)-assoziierte Allergie betrifft mehr als 30% der Bevölkerung und ist damit die häufigste immunologisch vermittelte Überempfindlichkeitserkrankung. Um neue Strategien zur Allergiediagnose und -früherkennung sowie zur Behandlung und Prävention von Allergien zu entwickeln, haben sich mehrere niederösterreichische Forschungseinrichtungen (Austrian Institute of Technology (AIT), Department für Agrarbiotechnologie (IFA) und das Department für Nutzpflanzenwissenschaften am Campus Tulln, die Karl-Landsteiner-Universität für Gesundheitswissenschaften an den Standorten Krems, St. Pölten und Tulln sowie die Medizinische Universität Wien zum Danube Allergy Research Cluster zusammengeschlossen. Dieses Forschungsprojekt basiert auf Erkenntnissen aus dem vorangegangenen FWF-geförderten Allergy Research Program.

Weizen und Soja gehören nicht nur zu den wichtigsten pflanzlichen Lebensmitteln, sondern stellen auch häufige Allergiequellen dar, die potentielle Inhalations- und Nahrungsmittelallergene enthalten. Dieses Teilprojekt beschäftigt sich mit der Identifizierung von hypoallergenen Weizen- und Sojasorten, die keine oder nur geringe Mengen an Allergenen enthalten, deren Nährwert jedoch erhalten bleibt und die leicht kultiviert werden können. Das allergische Potenzial verschiedener Weizenarten und Sojavarianten soll mit IgE-Antikörpern von Allergikern und in basophilen Aktivierungstests untersucht werden. Übergeordnetes Ziel ist es, durch Anbau und Verwendung von hypoallergenem Weizen und Soja die Häufigkeit der allergischen Sensibilisierung zu reduzieren und somit zur Allergieprävention beizutragen. Als Grundlage dieser Forschung dienen vorhergehende Publikationen des Instituts für Pflanzenzüchtung:

Die Doktorandinnen und Doktoranden, die mit diesem Forschungsprojekt betraut wurden, werden im Rahmen des internationalen Doktorandenprogramms "Molecular, Cellular and Clinical Allergology" MCCA ausgebildet.