Die Forschung am IAG ist durch das Interesse motiviert, Veränderungen im menschlichen Lebensraum sowie die Nutzung von Georessourcen zu beobachten und zu quantifizieren, wobei der Forschungsschwerpunkt auf Österreich liegt, aber nicht darauf beschränkt ist.

Arbeitsgruppen untersuchen Georisiken wie gravitative Massenbewegungen, Raten von Umweltveränderungen während des Quartärs mit geochronologischen Methoden, Umweltveränderungen in der Geosphäre, die nachhaltige Nutzung von Georessourcen wie Tonminerale, Gesteine oder geothermische Energie, sowie unterschiedlichste ingenieurgeologische Fragestellungen.

Die Laboreinrichtungen sind umfassend ausgestattet für tonmineralogische Analysen, optische Lumineszenz-Altersbestimmungen sowie die Extraktion kosmogener Nuklide. Zur numerischen Modellierung und Simulation von geologischen, geomechanischen und hydrogeologischen Prozessen steht ein GIS- und Modellierungslabor bestehend aus Servern, Workstations und Spezialsoftware zur Verfügung. Hochgenaue Messungen von Geländeoberflächen und deren Deformationen werden mit einem terrestrischer Laserscanner (TLS) und einer terrestrischen Radarinterferometrie (Ground-based InSAR) sowie diversen UAV-Systemen (Photogrammetrie, Infrarotaufnahmen) durchgeführt.

Neueste SCI Publikationen

Neueste Projekte

Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-09-01 - 2026-12-31

Die Datierungsarbeiten mittels optisch stimulierter Lumineszenz stehen im Kontext der Frage der Versorgung des fast gesamten Vorderen Orients mit Holz aus dem heutigen Libanon, insbesondere mit Zedernholz. Die Datierungsarbeiten leisten einen wichtigen Forschungsbeitrag zur Zeitstellung und Rekonstruktion der Umweltbedingungen (z.B. Klima, Bodenbedingungen, Fauna, Flora), die Grundvoraussetzungen für den internationalen Handel in dieser Region waren. Weiterhin werden die Altersdaten, die mittels Lumineszenz-Datierungsmethoden ermittelt werden, einen wichtigen Beitrag zur Erfassung der damaligen Infrastruktur und Besiedlung des Untersuchungsgebietes in der Region Chekka geben. Alle für die Lumineszenzdatierung notwendigen Arbeiten werden im Vienna Laboratory for Luminescence dating (VLL) am Institut für Angewandte Geologie der Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien durchgeführt werden. Diese Arbeiten umfassen die mechanische und chemische Probenaufbereitung, die Bestimmung der Äquivalenzdosis mittels Lumineszenz-Analytik, sowie die statistische Datenauswertung und Altersberechnung.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-04-01 - 2034-03-31

Das Forschungsprojekt adressiert gravitative Massenbewegungen als zentrales Naturgefahrenphänomen und untersucht übergreifend Prozesse, Auslöser und Wirkpfade. Ingenieurgeologische Erkundungen liefern die grundlegenden geomorphologisch-geologischen Geländedaten, die durch innovative Monitoringansätze und numerische Modellierung ergänzt werden. Ziel ist es, das grundlegende Prozessverständnis gravitativer Massenbewegungen zu vertiefen, um Phänomene frühzeitig zu erkennen und verlässliche Prognosen zum Bewegungsverhalten und Versagen ableiten zu können. Dabei werden die wesentlichen Systemveränderungen infolge des Klimawandels systematisch berücksichtigt.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2023-06-15 - 2025-06-14

Die Archäologie hat traditionell den Schwerpunkt auf die Untersuchung menschlicher Prozesse gelegt und dabei die Kontinuität der Besiedlung als ein der Raumbesetzung eigenes Phänomen angenommen. Den Diskontinuitäten wurde weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Allerdings sind Regionen mit geringem Bevölkerungsdruck, die geografisch am Rande der am häufigsten besiedelten Gebiete liegen, wie z. B. der zentrale Westen Patagoniens (Region Aisén), durch Diskontinuitäten in der menschlichen Besiedlung gekennzeichnet. Die Diskontinuitäten sind in Bezug auf die Merkmale und die Ausdehnung unterschiedlich und dauern teilweise sogar Jahrtausende. Dieses Phänomen wurde auf der räumlichen Ebene von archäologischen Stätten und Orten identifiziert; es ist jedoch eine detaillierte Studie auf regionaler Ebene erforderlich, um die Mechanismen und Merkmale der Diskontinuitäten im Laufe von 12.000 Jahren Geschichte zu untersuchen. In diesem Projekt wird das Konzept der Erkundung im Rahmen einer evolutionären Archäologie verwendet, da es erlaubt, die Rolle von Informationsnetzwerken zwischen Individuen bei der Eingliederung neuer Räume zu erkennen und vorzuschlagen, dass angesichts der langen und wiederholten Diskontinuitäten in der Besiedlung von Zentral-West-Patagonien die Erkundung nicht ein einzelner Prozess war, sondern eher einem mehrdimensionalen Phänomen entsprach. Mit diesem Ziel vor Augen werden offene Steppengebiete, hochgelegene Sektoren, periglaziale Umgebungen und geschlossene Wälder ausgewertet, da dies alles Randgebiete sind, in denen die archäologischen Aufzeichnungen Handlungen in Verbindung mit Erkundungskontexten bewahren sollten. In räumlicher Hinsicht werden explizite Analysemaßstäbe bei der Datenbeschaffung auf Standort-, Orts- und Regionalebene verwendet. In zeitlicher Hinsicht wird angesichts der charakteristischen Diskontinuität menschlicher Besiedlung versucht, chronologische Lücken als Ausgangspunkt für die Auswertung der archäologischen Datensätze zu definieren. Es werden verschiedene Datierungsmethoden angewandt, um die Redundanz der Besiedlung auf Standort- und Lokalebene sowie die Besiedlungszeiträume der Stätten zu bestimmen. Die archäologischen Aufzeichnungen werden eine umfassende Untersuchung der Richtung der Warenströme, der Aktionsbereiche, der Organisation der Technologie und der Strategien der Subsistenz und Mobilität im Laufe der Zeit ermöglichen.

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