FFG Branchenprojekt Prefab.Facade
Prefab.Facade – Performancesteigerung von kreislauffähigen, seriell vorgefertigten Fassadenelementen
Der Bausektor ist weltweit für einen erheblichen Anteil des Rohstoffverbrauchs, der CO₂-Emissionen und
des Abfallaufkommens verantwortlich. Rund 34 % der globalen CO₂-Emissionen und 32 % des
Energieverbrauchs entfallen auf Bau und Betrieb von Gebäuden. Insbesondere Bestandsgebäude mit
schlechter Energieeffizienz bieten großes Potenzial, den Energiebedarf durch Sanierung erheblich zu
senken. Gleichzeitig ermöglicht die Integration ressourceneffizienter und kreislaufgerechter Bauweisen,
kombiniert mit automatisierter Fertigung, eine Reduktion des Rohstoffverbrauchs und der
Umweltbelastung und schafft neue wirtschaftliche Perspektiven für die Baubranche.
Das Forschungsprojekt „Prefab.Facade – Performancesteigerung von kreislauffähigen, seriell
vorgefertigten Fassadenelementen“ hatte das Ziel, die Basis für die Entwicklung und großflächige
Umsetzung modularer Holzrahmensysteme zur Sanierung zu schaffen, die im Rahmen eines
Vorfertigungsprozesses hergestellt werden können. Im Fokus stand die Maximierung des
Vorfertigungsgrades, die Implementierung einer durchgängigen digitalen Prozesskette der Planung über die
Fertigung bis hin zur Montage sowie die ökologische und ökonomische Optimierung der Systeme.
Im Projekt wurden innovative Ansätze zur Fassadensanierung untersucht, darunter die digitale
Bestandsaufnahme mittels Laserscanning und Drohnen-Fotogrammmetrie, die Entwicklung eines
optimierten Schichtaufbaus und die Automatisierung der Fertigung durch Industrieroboter. Zwei
Versuchswände, die im Labor im Maßstab 1:1 umgesetzt wurden ermöglichten praxisnahe Tests, etwa zur
Montage von Fassadenelementen, zur Untersuchung von Montagesystemen und effizienter
Verbindungstechniken zwischen den Modulen. Zudem wurde die Minimierung von Wärmebrücken sowie
fugenlose, hinterlüftete Putzfassaden und verschiedene Fassadenbekleidungen auf ihre Praxistauglichkeit
geprüft.
Die Ergebnisse zeigen, dass modulare Fassadensysteme eine deutlich höhere Kreislauffähigkeit und
geringere Umweltbelastung als herkömmliche Wärmedämmverbundsysteme aufweisen können. Die
serielle Vorfertigung verkürzt die Bauzeit, reduziert den Personalaufwand, minimiert witterungsabhängige
Arbeiten und erhöht die Qualität der Ausführung. Die digitale Prozesskette und präzise Bestandsaufnahme
ermöglichen eine effiziente Planung und Umsetzung, während eine gezielte Materialwahl die
Umweltwirkungen erheblich senkt.
Die Untersuchungen liefern wertvolle Erkenntnisse zur Optimierung der Bauprozesse und zur
Weiterentwicklung nachhaltiger, ressourceneffizienter Fassadensysteme, die einen entscheidenden
Beitrag zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Klimaneutralität im Bauwesen leisten können.
FFG Prefab.Facade auf BOKU FIS
Endbericht:
Partner:
- Projektleitung: ecoplus Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich
- Koppelhuber² und Partner ZT OG
- MAGK Architektur
- VÖZ - Verband österreichischer. Ziegelwerke
- Vinzenz Harrer GmbH
- SIHGA GmbH
- fischerwerke GmbH & Co. KG
- ÖFHF – Österreichischer Fachverband für hinterlüftete Fassaden
- PREFA Aluminiumprodukte GmbH
- Keplinger GmbH
- einszueins architektur ZT GMBH
- Sto Ges.m.b.H.
- nonconform zt gmbh
- Metallica Stahl- und Fassadentechnik GmbH
- Georg Fessl GmbH
- utb Laser und Vermessungstechnik GmbH
- FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH
- O.K. Energie Haus GmbH
Förderer:
Prefab.Facade wird im Instrument "Collective Research" des FFG Basisprogramms mit Mittel des BMDW und BMK gefördert.