Österreich/ Südtirol

Grünlandlandschaften in den alpinen Regionen Österreichs und Südtirols weisen aufgrund von Faktoren wie Höhenlage, Klima, Eigentumsverhältnissen und Bewirtschaftungspraktiken erhebliche Unterschiede auf. Nach Höhenlagen gegliedert, umfassen sie die tiefer gelegenen kollin-montanen Zonen sowie die höher gelegenen subalpinen Zonen. Die extensiv bewirtschafteten Weiden erstrecken sich über verschiedene Höhenstufen und beherbergen unterschiedliche Lebensraumtypen, darunter auch solche, die in der FFH-Richtlinie (Habitat-Richtlinie) aufgeführt sind. Die hochalpinen Zonen zeichnen sich durch Almwiesen und felsige Lebensräume aus, die sich hinsichtlich ihres Substrats (kalkhaltig, kieselhaltig oder gemischt) unterscheiden. Die Intensivierung tiefer gelegener Flächen einerseits und die Aufgabe höher gelegener Flächen andererseits führen zu einer Marginalisierung des Grünlands in Form von einem Verlust ökologischer Funktionen sowie einer Zunahme an Verbuschung und Verwaldung.

Eine grenzüberschreitende Fallstudie ermöglicht es, die Rolle des institutionellen Rahmens innerhalb ähnlicher biogeografischer und biokultureller Alpenlandschaften zu analysieren und vergleichend zu untersuchen.In Österreich wird das Ennstal in der Region Liezen, Steiermark untersucht und in Südtirol das obere Vinschgau zwischen Schluderns und St. Valentin.

 

Ungarn

Das Gebiet Kiskunság zeichnet sich durch vielfältige Graslandschaften, Baumpflanzungen und kleine landwirtschaftliche Betriebe aus, wobei rasche Veränderungen in der Landnutzung die Graslandschaften und Feuchtgebiete beeinflussen. Die wichtigsten Graslandtypen sind trockene Sandgraslandschaften, Salzsteppen und Feuchtwiesen. Naturschutzbemühungen, wie beispielsweise die des Nationalparks Kiskunság, haben Schwierigkeiten, die vielen kleinräumigen Landnutzungsänderungen zu bewältigen, die von lokalen Nutzern initiiert werden – zum Teil aufgrund unterschiedlicher Zukunftsziele und Wertvorstellungen in Bezug auf die Natur sowie starrer formaler Institutionen. Sinkende Grundwasserspiegel und das sich rasch wandelnde regulatorische Umfeld bedrohen die Artenvielfalt, doch lokales und traditionelles ökologisches Wissen bleibt für den Erhalt der Graslandschaften von entscheidender Bedeutung.

Dänemark

In Dänemark wird sich das Projekt auf Trundholm Mose im UNESCO Geopark Odsherred fokussieren. Das Gebiet besteht aus Teilen mit stillgelegten Ackerflächen, die in naturnahe Lebensräume umgewandelt wurden, sowie aus Grünland. Sowohl innerhalb als auch außerhalb von Trundholm Mose werden wir die Sichtweisen verschiedener Interessengruppen zu Weidesystemen und zur laufenden Renaturierung untersuchen.

Kasachstan

Grünlandökosysteme in Zentralkasachstan werden durch verschiedene Sektoren genutzt, was den Erhalt von Schirmarten wie der Saiga-Antilope und verschiedener Vogelarten gefährdet. Die gesellschaftlichen Umbrüche, die Kasachstan im Laufe des 20. Jahrhunderts durchlief – vom feudalistisch-kolonialen Gesellschaftssystem über einen sozialistischen Staat bis hin zur heutigen Marktwirtschaft –, haben zu erheblichen Veränderungen der sozialen Normen und formalen Institutionen, einschließlich der Eigentumsrechte, geführt. Weite Teile der Graslandgebiete befinden sich nach wie vor in Gemeinschaftsbesitz. Sie sind oft gesetzlich weniger streng geschützt als Ackerland und waren aufgrund nicht-landwirtschaftlicher Landnutzungen, legaler und illegaler Bebauung, Ölförderung sowie der Anlage formeller und informeller Straßen und anderer besonderer, aber massiver Landnutzungen wie Militär- und Nuklearübungsgelände einer erheblichen Fragmentierung und Degradation ausgesetzt.