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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-03-01 - 2029-02-28
Ein Paradigmenwechsel hin zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Gesellschaft erfordert vorausschauende Wege der Transformation zur Reduktion und Deckung des Energiebedarfs (insbesondere in Zusammenhang mit Raum- und Mobilitätsplanung) auf strategischer Ebene UND die Priorisierung naturpositiver Entscheidungen, die den Beitrag der Natur zum Wohle der Menschen ausdrücklich berücksichtigen. In der Praxis sehen sich Planer*innen mit einer zunehmenden Intensität konkurrierender gesellschaftlicher Anforderungen und einem starken Druck auf die Ressource Land konfrontiert. Gleichzeitig mangelt es ihnen an verlässlichen und aktuellen Daten, auf die sie ihre Entscheidungen stützen können. BIOGAIN untersucht, inwieweit neuartige (digital und KI-gestützte) Daten und Erkenntnisse über Veränderungen in Ökosystemen, die komplexe Dynamiken widerspiegeln, einen Ausweg aus diesen Defiziten hin zu einer Netto-Gewinn-Planung ("Net-Gain") bieten. BIOGAIN zielt darauf ab, die Transparenz darüber zu erhöhen, wie die prognostizierten Auswirkungen erneuerbarer Energien auf Arten und ihre Lebensräume wirken. Es untersucht, welche Priorisierungen erforderlich sind, um eine Netto-Gewinn-Strategie zu verfolgen, die die verschiedenen konkurrierenden Interessen und die Notwendigkeit einer multifunktionalen Landnutzung widerspiegelt. Darüber hinaus untersucht es die Akzeptanz von KI gestützten Modellen, die komplexe Wechselwirkungen berücksichtigen, die aufgrund vielfältiger Landnutzungsänderungen im Zusammenhang mit der Energiewende und sich wandelnden Präferenzen, Werten und Kompromissen im Zusammenhang mit dem gesellschaftlichen Wandel auftreten können. Zu diesem Zweck identifiziert und analysiert BIOGAIN soziale Wendepunkte ("Levers") hin zu einem Net-Gain-Planungssystem in einem transdisziplinären, akteurszentrierten Ansatz.
BIOGAIN strebt eine effiziente Nutzung wirtschaftlicher Ressourcen an, um einen Nettogewinn an Biodiversität zu erzielen (wie von der Taxonomie empfohlen), anstatt primär auf die Minimierung und Kompensation von negativen Umweltauswirkungen abzuzielen (d. h. durch Minderungsmaßnahmen, Kompensation).
Durch die Einbeziehung privater Unternehmen, Beratungsfirmen und öffentlicher Behörden in eine reale Planungssimulation sowohl bei der Entwicklung und Erprobung eines Serious Games, das auf einer kollaborativen Entscheidungsanalyse basiert und von einer DCE begleitet wird, als auch in einem „Living-Lab-Setting” mit expliziter räumlicher Optimierung in drei Fallstudienregionen, in denen digitale Biodiversitätsdaten und -modelle zum Einsatz kommen, können tiefgreifende Hebelpunkte in der öffentlich-privaten Zusammenarbeit untersucht werden. Darüber hinaus befasst sich BIOGAIN mit Hindernissen und Chancen aus verfahrenstechnischer, wertebezogener/mentalitätsbezogener Machtdynamik und auch aus wirtschaftlicher Perspektive.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-02-15 - 2026-05-14
Entsprechend Artikel 25 der Energieeffizienzdirektive der EU (EED III, Richtlinie (EU) 2023/1791) sind Gemeinden mit über 45.000 Einwohner:innen ab 2025 verpflichtet, lokale Pläne für die Wärme- und Kälteversorgung auszuarbeiten. Diese haben unter anderem den konkreten Bedarf, die bestehende Infrastruktur und mögliche Potenziale zu beinhalten, wobei der Grundsatz der Energieeffizienz an erster Stelle steht. Grundlage für die Erstellung solcher Pläne ist eine fundierte Kenntnis über die Entwicklung des Wärme- und Kältebedarfs, um in Kombination mit effizienzsteigernden Maßnahmen verschiedene Entwicklungsszenarien abzubilden und diese in die Formulierung städtischer Kältestrategien einfließen zu lassen.
Auf Grundlage der Ergebnisse der seitens des BMK in Auftrag gegebenen F&E Dienstleistung „Urbaner Kältebedarf Österreich (UKÖ) 2030/2050“ sowie unter Heranziehung der Ergebnisse detaillierter Gebäudesimulationen seitens des Auftraggebers unter Berücksichtigung großstädtischer Spezifika (bspw. hinsichtlich des Gebäudebestands) besteht das Projektziel darin, zu prüfen, in welcher räumlichen und sachlichen Auflösung (1) öffentlich verfügbare Datengrundlagen die raumrelevanten Einflussfaktoren für den Kältebedarf einer Großstadt abbilden können und (2) die Ermittlung des Kältebedarfs am Beispiel der Stadt Wien im Status-Quo sowie bis zum Jahr 2050 vorgenommen werden kann.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-01-12 - 2026-11-11
Die Auswirkungen des Hochwasserereignisses im September 2024 machen deutlich, dass die bauliche Entwicklung in Niederösterreich nicht risikoangepasst erfolgt. Neu-/Zu- und Umbauten in Hochwasserabflussbereichen erhöhen laufend das Schadenspotential. Die bestehenden raumordnerischen Regelungen erlauben bauliche Nutzungen in potenziell hochwassergefährdeten Gebieten. Mit Blick auf die Erstschätzung der Schadenssummen (€ 700 Mio. bei privaten Haushalten) wird offensichtlich, dass eine risikobasierte Planung noch keinen umfassenden Eingang in Raumordnungs- und Bauverfahren – also die Planungspraxis – gefunden hat. Raumordnungsrechtliche Restriktionen für Gefährdungsbereiche bestehen in Niederösterreich bereits seit Jahrzehnten, der Aktionsplan der österreichischen Strategie zur Anpassung an den Klimawandel betont aber, dass weitere regulatorische Verbesserungen im Planungsrecht zur Naturgefahrenprävention und Klimawandelanpassung gesetzt werden sollen.
Das Ereignis im September 2024 zeigt weiters, dass ein regulatives Defizit nicht per se besteht, sondern die vorhandenen Gefährdungsinformationen sowie klimawandelbedingte Dynamiken bei Ereignishäufigkeiten und -charakteristika vor allem auf kommunaler Ebene nicht optimal in die räumliche Entwicklung integriert werden. Daraus lassen sich für RiskPlan zwei zentrale Fragen ableiten: (i) Welche legistischen Anpassungen im Raumordnungs- und Baurecht können eine risikobasierte Planung und damit eine langfristige Anpassung befördern? (ii) Wie kann eine fachlich fundierte Beratungsleistung organisiert werden, die es Gemeinden erlaubt, risikobasierte Entscheidungen bezüglich Hochwasseranpassung in der Raumplanung und im Baurecht zu treffen?
Methodisch stützt sich RiskPlan auf einen explorativen Zugang. Die legistische Analyse erfolgt auf Basis eines Vergleichs von Regelungen in den Bundesländern. Die Entwicklung einer in die Verfahren eingebetteten Beratung erfolgt in einem transdisziplinären Zugang gemeinsam mit Behördenvertreter:innen und Ortsplaner:innen.