Neue Publikation:


Eine aktuelle Analyse des ISRW zeigt, dass militärische Konflikte auf dem Gelände von Kernkraftwerken zu gefährlichen Freisetzungen von Radionukliden führen können.

Bernd Hrdy und Raphael Zimmerl als gemeinsame Erstautoren und Nikolaus Müllner als Letztautor haben eine Analyse in der Fachzeitschrift Nuclear Engineering and Design veröffentlicht. Sie konnten in Zusammenarbeit mit Bernhard Traxl vom CBRN-Zentrum des Bundesheers und einem italienischen Ingenieursbüro zeigen, dass Kampfhandlungen auf dem Gelände von Kernkraftwerken erhebliche Gefahren für die Bevölkerung und die Umwelt mit sich bringen können. 

Die Autoren der Studie haben für den Reaktortyp VVER-1000/320, wie er im Kernkraftwerk Zaporizhzhia im Einsatz ist, eine Unfallsequenz identifiziert, die unter normalen Bedingungen als äußerst unwahrscheinlich gilt, durch Kampfhandlungen jedoch realistisch wird. Diese Sequenz könnte rasch zu einer Freisetzung von radioaktiven Materialien führen – ein Szenario, das bisher in Sicherheitsanalysen von Kernkraftwerken nicht berücksichtigt wird.  

Nikolaus Müllner leitet aus den Ergebnissen der Analyse zwei zentralen Empfehlungen ab: „Erstens wäre es sinnvoll bestehende Kernkraftwerke systematisch auf solche potenziellen Unfallsequenzen zu überprüft, um durch gezielte Vorbereitung mögliche Schäden zu minimieren. Zweitens sollten bei der Planung und Auslegung neuer Kernkraftwerke diese Risiken von Anfang an berücksichtigt werden. Dies ist besonders relevant, da nun mehrere europäische Länder den Bau neuer Kernkraftwerke beabsichtigen.“ 

Hier geht es zum Artikel: Combat Induced Multiple Main Steam Line Break at VVER-1000/3


26.11.2025